Weihnachtsbaum-Tag – National Christmas Tree Day in den Vereinigten Staaten

Weihnachten steht vor der Tür. Passend dazu feiern die USA den 8. Dezember als nationalen Weihnachtsbaum-Tag (engl. National Christmas Tree Day). Zumindest wenn es nach der Autorin und Bloggerin Jace Shoemaker-Galloway geht, die diesen vorweihnachtlichen Aktionstag 2015 ins Leben gerufen hat. Grund genug, die Geschichte dieses Anlasses auch im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt zu erzählen. Worum geht es dabei?

Weihnachtsbaum-Tag - National Christmas Tree Day in den USA. Kuriose Feiertage - 8. Dezember © 2020 Sven Giese - Bild 1
Der Weihnachtsbaum vor dem Rockefeller Center in New York, Manhattan im Dezember 2019 © 2020 Sven Giese – Bild 1

Wer hat den National Christmas Tree Day ins Leben gerufen?

Der National Christmas Tree Day ist eine Erfindung US-Amerikanerin Jace Shoemaker-Galloway aus dem Jahr 2015. Wirft man einen Blick in den Kalender der kuriosen bzw. kulinarischen Welttage, ist die Autorin und Bloggerin keine Unbekannte (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Immerhin trägt sie in ihrer Heimat auch den inoffiziellen Titel der Queen of Holidays. Neben zahlreichen eigenen kulinarischen Feiertags-Erfindungen wie z.B. dem Tag der Tropicals (engl. Tropical Cocktails Day) am 26. April oder den Tag des Cosmopolitans (engl. National Cosmopolitan Day) am 7. Mai geht aber auch der thematisch verwandte Ilex-Tag (engl. Holly Day) auf Shoemaker-Galloway zurück.

Wann feiern die USA ihren nationalen Weihnachtsbaum-Tag?

Seit 2015 fällt der nationale Weihnachtsbaum-Tag (engl. National Christmas Tree Day) in den USA immer auf den 8. Dezember.

Weshalb fällt der US-amerikanische Weihnachtsbaum-Tag auf den 8. Dezember?

Obwohl die Entscheidung für den 8. Dezember als Datum für den US-amerikanischen Weihnachtsbaum-Tag auf die Initiatorin Jace Shoemaker-Galloway zurückgeht, lassen sich einige kalendarische Verbindungen zwischen Christbaum und dem Termin nachweisen.

So führt die Liturgie der katholischen und anglikanischen Kirche den 8. Dezember auch als Mariä Empfängnis bzw. Fest der Unbefleckten Empfängnis (lat. immaculata conceptio), zu dem man in einigen Ländern traditionell den Weihnachtsbaum aufstellt (siehe dazu auch die Beitäge zum Tag des Weihnachtsbaums aus Büchern in Deutschland am 15. Dezember und dem US-amerikanischen Such-einen-Weihnachtsbaum-Tag (engl. Look for an Evergreen Day) am 19. Dezember).

In den Vereinigten Staaten fällt der 8. Dezember in die Zeit des Jahres, in der man die Beleuchtung des Weihnachtsbaums vor dem Weißen Haus in Washington (engl. National Christmas Tree) und den Baum vor dem New Yorker Rockefeller Center (Rockefeller Center Christmas Tree Lighting) anschaltet (siehe dazu auch den Beitrag zum Tag der Weihnachtsbeleuchtung (engl. National Christmas Lights Day) am 1. Dezember).

Die Kollegen des Online-Kalenders checkiday.com verweisen in diesem Zusammenhang darauf, dass in den letzten Jahren einige lokale Landwirte und Baumschulen in den USA die Idee des National Christmas Tree aufgegriffen und mit eigenen Events gefeiert haben (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Weihnachtsbaum-Tag - National Christmas Tree Day in den USA. Kuriose Feiertage - 8. Dezember © 2020 Sven Giese - Bild 2
Geschmückter Weihnachtsbaum vor der New Yorker Wall Street im Dezember 2018 © 2020 Sven Giese

Zum National Christmas Tree Day: Eine kleine Kulturgeschichte des Weihnachtsbaumes

Der geschmückte Tannenbaum gilt als eines der ikonischsten Symbole der Weihnachtszeit und kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Grund genug, im Folgenden einen näheren Blick auf die Ursprünge dieses weihnachtlichen Brauchs in Form einer kleinen Kulturgeschichte zu werfen.

Woher stammt der Weihnachtsbaum?

So gehen Kulturwissenschaftler davon aus, dass die – Achtung Wortspiel – Wurzeln des Weihnachtsbaums als geschmücktes Immergrün auf verschiedene heidnische Bräuche der Kelten und Germanen, das antike Rom, aber auch das alte Ägypten, China und das frühe Judentum zurückgehen. Kurzum, der Weihnachtsbaum verfügt über sehr vielfältige kulturelle Ursprünge.

Während der Wintersonnenwende am 20. bzw. 21. Dezember schmückte man hier die Häuser mit immergrünen Zweigen, um alle Bewohner daran zu erinnern, dass der Frühling nicht allzu weit entfernt war. Nicht zu vergessen ist auch die zentrale Rolle des Baumes als Symbol des Lebens in diesen Kulturen. Auch das antike Rom kannte die rituelle Bedeutung von immergrünen Zweigen, die während der Saturnalien ab Mitte Dezember die Tempel im Reich schmückten.

Beide Vorläufer dürften einen Einfluss auf das christliche Weihnachtsfest und die Tradition des immergrünen Baumes als Symbol des ewigen Lebens gehabt haben (siehe dazu auch den Beitrag zum Tag des Adventskranzes am ersten Adventssonntag).

Weihnachtsbaum-Tag - National Christmas Tree Day in den USA. Kuriose Feiertage - 8. Dezember © 2020 Sven Giese - Bild 3
Weihnachtsbaum-Tag – National Christmas Tree Day in den USA. Kuriose Feiertage – 8. Dezember © 2020 Sven Giese – Bild 3

Wer hat den modernen Weihnachtsbaum erfunden?

Abgesehen von diesen historisch sehr breit gestreuten Ursprüngen gilt der moderne Weihnachtsbaum in seiner heutigen Form in der internationalen Auffassung als genuin deutsche Erfindung. Obwohl viele Quellen den geschmückten Tannenbaum hier vor allem auf den Reformator Martin Luther verweisen, finden sich geschmückte Tannen bereits im Westdeutschland des 15. Jahrhunderts.

Hier begann man am Heiligabend sogenannte Paradiesbäume in den Häusern und Höfen aufzustellen. Diese Bäume waren u.a. mit Äpfeln, Oblaten und Plätzchen, die das heilige Abendmahl symbolisieren sollten, geschmückt. Auch Kerzen als symbolische Referenz an die christliche Vorstellung von Jesus als Licht der Welt, waren hier bereits fester Bestandteil des Weihnachtsbaumschmucks.

Dies ist aber nur ein Teil der Geschichte. Der andere Vorläufer ergibt sich aus den sogenannten Weihnachtspyramiden. Diese aus Holz gefertigten, pyramidenförmigen Kunsthandwerke waren ebenfalls mit Immergrün und Kerzen geschmückt, trugen darüber hinaus aber auch noch Figuren der Weihnachtsgeschichte (siehe dazu auch den Beitrag zum bundesweiten Tag der Weihnachtskrippe in Deutschland am 7. Dezember). Erst aus der Kombination dieser beiden Einflüsse entstand im 16. Jahrhundert der moderne Weihnachtsbaum

Martin Luther griff dieses Symbol auf und erklärte den Christbaum zum zentralen Symbol der protestantischen Weihnacht. Im Laufe des 18. Jahrhunderts begann dann die Verbreitung des Weihnachtsbaums, der sich spätestens im 19. Jahrhundert konfessionsübergreif als fester Bestandteil des deutschen Weihnachtsfestes etablierte. Zumindest in den adeligen und bürgerlichen Haushalten, wo er zu Zeit der Befreiungskriege gegen Napoleon von 1813 bis 1815 auch als patriotisches Symbol Deutschlands politisch aufgeladen wurde. Durch die Vernetzung dieser Kreise, sprich der europäischen Adelsfamilien, verbreitete sich diese Tradition dann über den gesamten europäischen Kontinent (siehe dazu auch die Beiträge zum US-amerikanischen Tag der Weihnachtskarte am 9. Dezember und dem bundesweiten Tag der Weihnachtskugeln am 19. Dezember).

Besonders deutlich wird dieses europäische Netzwerk am Beispiel des Weihnachtsbaumes in Großbritannien. Mit der Veröffentlichung einer Zeichnung von Königin Victoria und ihrer Familie neben einem Weihnachtsbaum in den 1840er Jahren begann der Siegeszug der geschmückten Tannen im Vereinigten Königreich und dem Commonwealth. Man beachte, Victorias Ehemann, Prinz Albert, war gebürtiger Deutscher (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Wie gelangte der Weihnachtsbaum nach Amerika?

Wie bei vielen anderen Traditionen auch brachten deutsche Auswanderer auch den Brauch des Weihnachtsbaums nach Amerika. Die ersten Weihnachtsbäume finden sich hier bereits in den Kolonien des späten 17. Jahrhunderts, wobei vor allem die protestantischen Sekten bzw. Puritaner diese als heidnische Tradition ablehnten (siehe oben).

Mit der steigenden Zahl an deutschen und irischen Immigranten begann aber spätestens seit dem 19. Jahrhundert auch in der Neuen Welt der Siegeszug des Weihnachtsbaums. Bereits im Dezember 1891 findet sich der erste Weihnachtsbaum vor dem Weißen Haus in Washington (siehe dazu auch den Beitrag zum German-American Day (dt. Deutsch-Amerikanische-Tag) am 6. Oktober).

Was gibt es für Tannenbäume?

Die meisten Weihnachtsbäume sind Tannen, aber auch Fichten und andere Nadelbäume wie die Kiefer erfreuen sich in Deutschland großer Beliebtheit. Mit einem Marktanteil von über 70% ist die Nordmanntanne seit einigen Jahren der unangefochtene Spitzenreiter als Weihnachtsbaum der Deutschen (siehe dazu auch den Beitrag zum bundesweiten Tag des Tannenzapfens in Deutschland am 16. Dezember).

In den USA sind Blaufichte, Douglasie, Balsamtanne, Waldkiefer, Weißkiefer, Edeltanne und Fraser-Tanne die populärsten Pflanzen für einen Weihnachtsbaum. Man geht davon aus, dass jährlich ca. 30 Millionen echte Bäume in den Vereinigten Staaten zu diesem Zweck gefällt werden Die meisten von ihnen werden auf Baumfarmen angebaut, wo derzeit etwa 350 Millionen Bäume wachsen.

Zusätzlich zu den echten Bäumen werden in den Vereinigten Staaten jedes Jahr ca. 10 Millionen künstliche Bäume verkauft. Ebenfalls eine deutsche Erfindung, die auf die 1880er Jahre zurückgeht, um dem Problem der Entwaldung entgegenzuwirken. Die ersten künstlichen Bäume bestanden aus grün gefärbten Gänsefedern, die an Drahtzweigen und Stämmen aus Dübelstäben befestigt waren. In den 1930er Jahren begann man in den USA damit, künstliche Bäume mit Bürstenborsten herzustellen, in den 1950er und 1960er Jahren folgten dann Modelle aus Aluminium oder PVC-Kunststoff (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Weihnachtsbaum-Tag - National Christmas Tree Day in den USA. Kuriose Feiertage - 8. Dezember © 2020 Dietmar Giese - Bild 4
Ein künstlicher Weihnachtsbaum wird aufgebaut © 2020 Dietmar Giese

Wer von Euch nichts mit Weihnachtsbäumen anfangen kann, für den/die bietet der 8. Dezember mit dem US-amerikanischen Tag des Brownie (engl. National Brownie Day) und dem Gib-vor-ein-Zeitreisender-zu-sein-Tag (engl. Pretend to be a Time Traveller Day) mindestens zwei kalendarische Alternativen. Oder das Fest der rieselnden Tannennadeln (engl. Falling Needles Family Fest Day) am 30. Dezember. ;)

In diesem Sinne: Euch allen einen tollen National Christmas Tree Day. Egal ob in den Vereinigten Staaten, in Deutschland oder sonst wo auf der Welt. :)

Weitere Informationen und Quellen zum US-amerikanischen Tag des Weihnachtsbaumes am 8. Dezember