Tag des Cosmopolitans – National Cosmopolitan Day in den Vereinigten Staaten

Der 7. Mai steht mit dem US-amerikanischen Tag des Cosmopolitans (engl. National Cosmopolitan Day – eher selten: National Cosmo Day) ganz im Zeichen eines ein herb-süßen, erfrischenden Cocktails. Zumindest wenn es nach der US-Amerikanerin Jace Shoemaker-Galloway geht, die dieses Datum zum Ehrentag des Cosmo erklärt hat. Selbstredend verdient ein solcher Anlass einen eigenen Beitrag im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt und entsprechend soll die Geschichte dieses Cosmopolitan-Ehrentags mit den folgenden Zeilen etwas näher beleuchtet werden. Warum sollen wir heute also die Martini-Gläser erheben?

National Cosmopolitan Day - Tag des Cosmopolitans in den USA. Kuriose Feiertage - 7. Mai © 2018 Sven Giese - Bild 1
Ein klassischer Cosmopolitan im Martini-Glas ohne Dekoration © 2018 Sven Giese.

Wer hat den National Cosmopolitan Day ins Leben gerufen?

Wie einleitend bereits angedeutet geht die Idee für den National Cosmopolitan Day auf die hier bereits mehrfach genannte US-amerikanischen Autorin, Bloggerin und Kolumnistin Jace Shoemaker-Galloway zurück, die in den Vereinigten Staaten auch als Queen of Holidays bekannt ist. Dabei scheint die US-Amerikanerin durchaus ein Faible für Cocktail-Feiertage zu haben. Denn aus ihrer Feder stammen u.a. auch der Tag der Cocktails (engl. National Cocktail Day) am 24. April und der Tag der Tropicals (engl. Tropical Cocktails Day) am 26. Juni.

Darf man den vorhandenen Quellen – darunter u.a. auch Chase’s Calendar of Events, das internationale Standardwerk in Sachen kuriose Welttage -, glauben, so hat Shoemaker-Galloway diesen Ehrentag des Cocktails aus aromatisiertem Wodka, Orangenlikör, Limetten- und Cranberrysaft 2014 ins Leben gerufen. Der frühste Eintrag auf ihrem Blog holidailys.com geht auf den Mai 2016 zurück. Wobei die Daten aus Google Trends ein erstes relevantes Interesse für den Suchbegriff  „National Cosmopolitan Day“ bereits im August 2011 aufweisen (siehe dazu auch die Liste weiterführender Links unten). Ob sich diese allerdings auf diesen Anlass oder einen anderen Aktionstag aus den Vereinigten Staaten beziehen, konnte ich im Zuge der Recherchen für den vorliegenden Beitrag nicht herausfinden.

Weshalb fällt der nationale Cosmopolitan-Tag in den Vereinigten Staaten auf den 7. Mai?

Leider liefert Jace Shoemaker-Galloway auf ihrem Blog weder einen Hinweis noch eine Begründung, warum sie sich ausgerechnet für den 7. Mai als Termin des Cosmopolitan-Tags entschieden hat. Zwar passt der Cocktail aufgrund seiner Zutaten sicherlich eher in die warmen Jahreszeiten Frühling und Sommer, dieses Kriterium hätte aber auch für so ziemlich jedes andere Datum im Mai oder Juni gegolten. Insofern ist hier eher von einer relativ willkürlichen kalendarischen Setzung auszugehen.

Vor diesem Hintergrund ist dann auch ein direkter inhaltlicher Bezug zum ebenfalls heute in den USA begangenen Tag des Verpackungsdesigns (engl. National Packaging Design Day) oder dem russischen Tag des Radios (russ. День радио) eher unwahrscheinlich.

Wie mixt man einen Cosmopolitan?

Wesentlicher Faktor für die Popularität des Cosmopolitan dürfte die US-amerikanische TV-Serie Sex and the City (1998 bis 2004) gewesen sein, deren von Sarah Jessica Parker gespielte Protagonistin Carrie Bradshaw den Cosmo als ihr Lieblingsgetränk favorisierte. Passend zum Nationaltag des Cosmopolitan beginnen wir daher am besten auch mit der Frage, wie man einen guten Cosmopolitan mixt? Das offizielle Rezept der International Bartenders Association (IBA) listet die folgenden Zutaten für ein Glas:

  • 4 cl Wodka Citron (aromatisierter Wodka).
  • 1,5 cl Cointreau oder eine andere Marke Triple Sec (Orangenlikör)
  • 3 cl Cranberrysaft (alternativ auch: Preiselbeersaft oder Granatapfelsaft)
  • 1,5 cl frischen Limettensaft.
  • 1 Limettenschnitz.

Zubereitung: Zum Mixen werden Wodka, Cointreau, Limettensaft und Preiselbeersaft in einen Cocktail-Shaker gefüllt. Einmal kräftig schütteln und den Inhalt straight up, sprich ohne Eis, dann in ein vorgefrostetes Martiniglas abseihen. Achtung: Vor dem Abseihen auf jeden Fall noch den Rand des Martiniglases mit Limettenschale abreiben (siehe dazu auch den Beitrag zum Martini-Tag (engl. National Martini Day) am 19. Juni). Traditionell gehört zum Cosmopolitan dann noch eine Limettenspalte als Dekoration. Cheers.

Einige Rezept-Varianten verweisen aber auch darauf, dass der Cosmo durchaus mit Eiswürfeln oder Crushed Ice zubereitet werden kann bzw. anstatt der Limettenspalte eine Orangenzeste oder Cocktailkirsche als Dekoration möglich ist. Alternativ kann man aber auch auf jegliche Dekoration verzichten.

Wie immer im Falle von kuriosen Feiertagen für alkoholische Getränke sei natürlich auch darauf hingewiesen, dass ein maßvoller und verantwortungsvoller Genuss bzw. Konsum oberste Priorität haben sollte. Ein Blick auf die Zutaten des Cosmopolitan sollte eigentlich relativ schnell klarmachen, dass es der Cocktail in sich hat. Gerade im hohen Wodka-Anteil kombiniert mit dem herb-süßen Aroma macht diesen Drink so gefährlich (siehe dazu auch den Tag des Wodka (engl. National Vodka Day) am 4. Oktober)

National Cosmopolitan Day - Tag des Cosmopolitans in den USA. Kuriose Feiertage - 7. Mai © 2018 Sven Giese - Bild 2
Cosmopolitan ohne Dekoration im Martiniglas vor dunklem Hintergrund © 2018 Sven Giese.

Barwissen: Eine kleine Kulturgeschichte des Cosmopolitans

Die Kulturgeschichte einzelner Cocktails bietet in der Regel immer eine ganze Reihe interessanter Anekdoten (siehe dazu auch die verschiedenen Beiträge im Kalender der Alkohol-Feiertage). Dies gilt dann auch für den Cosmopolitan. Aber der Reihe nach.

Die Ursprünge des Cocktails, den wir heute unter dem Namen Cosmopolitan kennen, reichen bis in die 1930er der Vereinigten Staaten zurück. Allerdings haben die moderne Rezept-Variante und ihr historischer Vorläufer bis auf den gemeinsamen Namen nur bedingt etwas miteinander zu tun.

Cocktail-Historiker (engl. Cocktail Historians) – ja, diesen Forschungszweig gibt es wirklich -, gehen heute davon aus, dass der Vorläufer des Cosmopolitans auf eine US-amerikanische Rezeptsammlung für Barkeeper aus dem Jahr 1934 zurückgeht.

Diese von Travelling Mixologists herausgegebene Sammlung listete hier einen Cocktail auf Gin-Basis in der Kategorie Verschiedene (engl. Miscellaneous), welcher zugleich der einzige Vertreter aus der Gruppe der sogenannten Daisies (dt. Gänseblümchen) darstellte. Ein Daisy glich laut den hier gemachten Angaben einem Crusta, allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass hier der typische Zuckerrand am Glas fehlte und diese Drinks zusätzlich mit Fruchtextrakt gesüßt wurden.

Vor diesem Hintergrund wurden für den Cosmopolitan die folgenden Zutaten gelistet:

  • 4,5 cl Gin,
  • 2 Dashes Cointreau,
  • der Saft einer Zitrone und
  • 1 Teelöffel Himbeersirup.

Die Rezeptur weist allerdings eine starke Ähnlichkeit zum in den 1930er Jahren sehr populären Sidecar-Cocktail aus Weinbrand, Cointreau und Zitronensaft auf. Insofern scheint derzeit leider unklar, ob diese Abwandlung der Brandy Daisy nicht eher der Ursprung des Cosmopolitan gewesen ist.

Erschwerend hinzukommt, dass die Rezeptsammlung der Travelling Mixologists noch zahlreiche andere, völlig verschiedene Drinks unter dem Namen Cosmopolitan führt und das Rezept auf Gin-Basis nach 1934 scheinbar aus dem Fokus der Barmixer verschwindet (siehe dazu auch den Beitrag zum World Gin Day (dt. Welttag des Gin) am jeweils Samstag im Juni).

Erst in den 1980er Jahren tauchte mit dem Stealth Martini wieder ein Cocktail in den Bars auf, der – bis auf den aromatisierten Wodka – mit Wodka, Orangenlikör, Limetten- und Cranberrysaft alle wesentlichen Zutaten enthielt. Dies gilt auch für den Longdrink Cape Codder (Wodka, Preiselbeer- und Limettensaft) und Shortdrink Kamikaze (Wodka, Orangenlikör, Limettensaft).

Der erste moderne Cosmopolitan soll dann 1985 im Zuge der US-amerikanischen Markeinführung des Wodkas Absolut Citron durch Cheryl Cook in ihrer Bar The Strand in Miami Beach, Florida entwickelt worden sein. Ende der 1980er Jahre wurde dieses Rezept aus Zitronenwodka, Triple Sec, Rose’s Lime Juice sowie Cranberrysaft vom New Yorker Barkeeper Toby Cecchini durch die Verwendung der Triple Sec Marke Cointreau und frisch gepresstem Limettensaft zum oben aufgeführten Standardrezept des Cosmopolitan erweitert.

In diesem Sinne: Cheers und Euch allen einen tollen National Cosmopolitan Day. Egal ob in den Vereinigten Staaten, in Deutschland oder sonst wo auf der Welt.

Weitere Informationen und Quellen zum US-amerikanischen Tag des Cosmopolitans am 7. Mai