Tag des Weihnachtsgebäcks in Deutschland – 22. Dezember

In der Weihnachtsbäckerei gibt es? Richtig, jede Menge leckeres Gebäck. Daher feiert der Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt seit 2020 den 22. Dezember auch als Tag des Weihnachtsgebäcks. Sozusagen ein Anlass, um alle Ehrentage für die vorweihnachtlichen Leckereien zu vereinen. Guten Appetit.

Tag des Weihnachtsgebäcks Deutschland. Kuriose Feiertage - 22. Dezember © 2020 Sven Giese Bild -1
Tag des Weihnachtsgebäcks Deutschland. Kuriose Feiertage – 22. Dezember © 2020 Sven Giese Bild -1

Wer hat den Tag des Weihnachtsgebäcks ins Leben gerufen?

Der Tag des Weihnachtsgebäcks ist eine Erfindung bzw. Idee des Kalenders der kuriosen Feiertage aus aller Welt. Falls also jemand nach dem Urheber dieses Ehrentages der Weihnachtsbäckerei fragt, kann er/sie gerne auf diese Quelle verweisen.

Bisher scheint niemand – auch die zahlreichen US-amerikanischen Food Holiday-Sammlungen – nicht auf die Idee für einen solchen Anlass gekommen sein. Dementsprechend nehme ich die Sache selbst in die Hand und erkläre 2020 den 21. Dezember zum bundesweiten Tag des Weihnachtsgebäcks (siehe dazu auch den Beiträge zum Tag des Adventskalenders am 1. Dezember, dem Tag der Dominosteine am 3. Dezember, dem Tag der Weihnachtskrippe am 7. Dezember und dem Tag der Schneekugel am 14. Dezember).

Weshalb fällt der bundesweite Tag der Weihnachtsbäckerei auf den 22. Dezember?

Tatsächlich gibt es keine konkrete Begründung für die Wahl des 22. Dezember als Datum für den Weihnachtsbäckerei-Tag. Vielmehr ist es eine kalendarische Setzung, die lediglich unter der Prämisse eines Termins in der Vorweihnachtszeit kurz vor Heiligabend gewählt ist.

Da es in den Vereinigten Staaten mit dem Plätzchen-Tausch-Tag (engl. National Cookie Exchange Day) eine thematisch verwandte Parallele gibt, schien mir diese Ergänzung mit einem eigenen Ehrentag für das vorweihnachtliche Backwerk durchaus passend zu sein. Weihnachtsgebäck kann man eigentlich nie genug feiern. ;)

Wann feiert Deutschland den Tag des Weihnachtsgebäcks?

Seit 2020 feiert Deutschland den bundesweiten Tag des Weihnachtsgebäcks immer am 22. Dezember.

Ab wann sollte man Weihnachtsplätzchen backen?

Damit Backwerk zur Weihnachtsbäckerei gehört natürlich in der Vorweihnachtszeit. Sprich im Dezember. Der genaue Termin kann natürlich – auch in Abhängigkeit vom eigenen Zeitplan variieren. Eine Faustregel besagt aber, dass man kurz vor dem Advent mit dem Backen von Weihnachtsgebäck beginnen sollte (siehe dazu auch den Beitrag zum Tag des Adventskranzes am ersten Adventssonntag des Jahres). Andererseits benötigen aber einige Backwaren der Weihnachtszeit auch eine gewisse Lagerungszeit, damit sie ihr volles Aroma entfalten können.

Erschwerend hinzukommt, dass der Handel das traditionelle Weihnachtsgebäck inzwischen schon ab dem September/Oktober ins Sortiment aufnimmt und als Advents- bzw. Herbstgebäck vermarktet. Die Ironie der Geschichte liegt dann darin, dass kurz vor Weihnachten diese Backwaren auch schon fast wieder aus den Regalen verschwunden sind. Wer an Heiligabend also frisches Weihnachtsgebäck auf dem Tisch bzw. Teller haben möchte, sollte ein bisschen planen.

Tag des Weihnachtsgebäcks Deutschland. Kuriose Feiertage - 22. Dezember © 2020 Sven Giese Bild-2
Tag des Weihnachtsgebäcks Deutschland. Kuriose Feiertage – 22. Dezember © 2020 Sven Giese Bild-2

Wer hat das Weihnachtsgebäck erfunden? – Kleine Kulturgeschichte der Weihnachtsbäckerei

Die moderne Weihnachtsbäckerei ist stark industrialisiert und ein umsatzstarkes Geschäft. So erzeugten im Jahr 2015 allein die deutschen Hersteller über 82.000 Tonnen an Weihnachtsgebäck, das ihnen einen Umsatz von über 400 Millionen Euro bescherte. Hier sind die traditionellen Bäckereien und heimische Weihnachtsbäcker noch nicht mit eingerechnet (siehe dazu auch den Beitrag zum US-amerikanischen Back-Plätzchen-Tag (engl. Bake Cookies Day) am 4. Dezember).

Dabei sind die genauen Ursprünge des Weihnachtsgebäcks nach wie vor nicht genau geklärt. Kulturwissenschaftler gehen aber davon aus, dass es das rituelle Backen zu Festzeiten bereits in vorchristlichen Zeit gegeben hat und sich dann aus den Bäckereien der mittelalterlichen Klöster entwickelt hat. Grund genug, hier einen genaueren Blick auf diese Geschichte zu werfen.

Die Vorläufer der Weihnachtsbäckerei als Opfergabe der Wintersonnenwende

So verweisen über 2000 Jahre alte archäologische Funde und bildliche Darstellungen der Kelten auf ein entsprechendes Brauchtum zur Wintersonnenwende am 21. bzw. 22. Dezember. Die Menschen glaubten, dass in der längsten Nacht des Jahres Geister und Dämonen die Häuser bzw. ihre Bewohner heimsuchten. Zum Schutz von Haus und Hof brachte man diesen Wesen Tieropfer.

Im Laufe der Zeit muss sich aber die Wertigkeit des vorhandenen Viehs gegen den Aberglauben durchgesetzt haben und man fertige Tiere aus Teig für diese Opfergaben an. Nicht umsonst gibt es auch heute noch viele Plätzchen in Tierform (siehe dazu auch den Beitrag zum US-amerikanischen Tag der Tier-Kekse (engl .National Animal Crackers Day) am 18. April).

Mittelalterliche Klöster und das Weihnachgebäck als Almosen für Bedürftige

Neben den vorchristlichen Wurzeln gelten heute aber vor allem die mittelalterlichen Klöster als Ursprung des modernen Weihnachtsgebäcks. Zu dieser Zeit waren sowohl Zucker als auch Gewürze sehr teuer. Dementsprechend standen sie als Zutaten auch nur den Herrschenden und den wohlhabenden Klöstern zur Verfügung.

Diese gedachten zur Weihnachtszeit u.a. auch der Geburt Christ durch das Backen von Plätzchen und anderen edlen Backwaren, die zum Weihnachtsfest dann auch an Bedürftige verteilt wurden (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

In diesem Umfeld entstanden dann z.B. auch der Stollen und Rezepte für Lebkuchen, Pfeffernüsse usw. (siehe dazu u.a. auch den Beitrag zum US-amerikanischen Tag der Pfeffernüsse (engl. Tag der Pfeffernüsse (engl. National Pfeffernusse Day) am 23. Dezember).

Plätzchen und Weihnachtsgebäck erobern die Vorweihnachtszeit

Im 18. Jahrhundert entstand dann auch der für die Weihnachtsbäckerei so zentrale Begriff des Plätzchens. Aus dem sogenannten Platz, einem kleinen, flachen Kuchen, der in Adelskreisen zu Kaffee bzw. Tee gereicht wurde, entstand durch Verfeinerung mit Mandeln, Nüssen, Schokolade zur Vorweihnachtszeit schließlich das heutige Diminutiv des Plätzchens.

Forciert wurde die Verbreitung des Plätzchens durch die britische Teekultur auf dem europäischen Festland während des 19. Jahrhunderts. Das hier gereichte Gebäck fand u.a. auch Einzug in die deutsche Weihnachtsbäckerei. So gehen auf diese Zeit u.a. auch die Einführung von Vanillekipferl, Spitzbuben und Spritz- sowie Buttergebäck zurück (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Tag des Weihnachtsgebäcks Deutschland. Kuriose Feiertage - 22. Dezember © 2020 Sven Giese Bild-3
Tag des Weihnachtsgebäcks Deutschland. Kuriose Feiertage – 22. Dezember © 2020 Sven Giese Bild-3

Welche Backwaren gehören in die Kategorie Weihnachtsgebäck?

Zum Weihnachtsgebäck gehören eine ganze Reihe von Backwaren aus Lebkuchen- und Mürbeteig: Plätzchen, Lebkuchen, Christstollen, Früchtebrot, Zimtsterne, Spekulatius oder Vanillekipferl usw. Wesentlich lassen sich aber die folgenden Gebäcke unterscheiden:

Weihnachtsplätzchen und Kekse

Die verschiedenen Plätzchenarten unterscheiden sich in erster Linie durch den verwendeten Teig und ihre Herstellung. In einigen Fällen sind Weihnachtsplätzchen aber auch nach ihrer primären Zutat benannt. Exemplarisch seien dazu Anisplätzchen, Kokosmakronen oder Zimtsterne (siehe dazu den Beitrag zum bundesweiten Tag der Zimtsterne am 11. Dezember) genannt. Aber zurück zur eingangs genannten Unterscheidung:

  • Plätzchen aus ausgerolltem Mürbeteig lassen sich mit verschiedenen Ausstech-Formen backen (siehe dazu auch den Beitrag zum US-amerikanischen National Cookie Cutter Day (dt. Tag der Ausstechförmchen) am 17. Dezember).
  • Beim sogenannten Spritzgebäck ist der Name Programm. Denn hier entstehen die Plätzchen durch das Spritzen des Teigs.
  • Wieder andere Plätzchensorten werden per Hand gerollt bzw. geformt. Hier zählen Vanillekipferl, Brezel-Formen, Ringe oder Bethmännchen zu den bekanntesten Varianten.
  • Eine Sonderrolle nehmen die Spekulatius ein, die aufgrund ihrer figürlichen Darstellungen ausgemodelt werden (siehe dazu auch den Beitrag zum Tag der Spekulatius am 2. Dezember).

Lebkuchen

Lebkuchen und Lebkuchenplätzchen steht in Deutschland (Nürnberg, Ulm und Pulsnitz), Polen (Torun) und Russland (Tula) ist die Herstellung von Lebkuchen und Lebkuchenplätzchen im Rang einer kulinarischen Kunstform. Im Gegensatz zu den typischen Weihnachtsplätzchen besteht dieses Weihnachtsgebäck aus gewürzhaltigem, dunklem Teig. Typische Süßungsmittel sind hier Honig, Kandiszucker oder Sirup, aber auch die die Dekoration mit Zuckerguss o.ä. (siehe dazu auch den Beitrag zum US-amerikanischen Tag der Lebkuchen-Plätzchen (engl. National Gingerbread Cookie Day) am 21. November).

Christstollen und Weihnachtsstollen

Der Stollen bzw. Christstollen gilt in Deutschland als die älteste Weihnachtsspezialität und ist ein fettreiches und süßes kuchenartiges Gebäck aus Hefeteig. Der Teig besteht wesentlich aus Mehl, Wasser, Hefe, Zucker und verschiedenen Gewürzen. Je nach Rezeptur enthält der Teig Mandeln, Sultaninen und Orangeat, Mohn oder Marzipan. Auch weitere Trockenfrüchte sind möglich. Traditionell bestreicht man den Stollen nach dem Backen mit warmer Butter und überzieht ihn mit Puderzucker (siehe dazu auch den Beitrag zum bundesweiten Tag des Christstollens am 10. Dezember).

Wer von Euch nichts mit der Weihnachtsbäckerei am Hut hat oder kurz vor Heiligabend keine Plätzchen mehr sehen kann, für den/die bietet der 22. Dezember mit dem US-amerikanischen Tag der Vorväter (engl. Forefather’s Day) und dem Tag des Dattel-Nuss-Brots (engl. Date Nut Bread Day) mindestens zwei kalendarische Alternativen.

In diesem Sinne: Guten Appetit und Euch allen einen entspannten Tag des Weihnachtsgebäcks. Egal ob in Deutschland oder sonst wo auf der Welt. :)

Weitere Informationen und Quellen zum deutschen Weihnachtsgebäck-Tag am 22. Dezember