Mit dem 1. Dezember nimmt in vielen Haushalt ein besonderer Kalender seine vorweihnachtliche Arbeit auf. Die Rede ist vom Adventskalender, dem mit dem Tag des Adventskalenders ein eigener Beitrag im Rahmen der kuriosen Feiertage aus aller Welt gewidmet ist. Was es damit im Detail auf sich hat und weshalb dieser Anlass einen eigenen Beitrag im Kalender der kuriosen Welttage verdient, beleuchten die folgenden Zeilen.

Inhaltsverzeichnis
- 1 Wann ist Tag des Adventskalenders?
- 2 Wer hat den Tag des Adventskalenders ins Leben gerufen?
- 3 Weshalb fällt der Adventskalender-Tag auf den 1. Dezember?
- 4 Wer hat den Adventskalender erfunden? Eine kleine Kulturgeschichte des vorweihnachtlichen Zeitmessers
- 5 Weitere Informationen und Quellen zum Adventskalender-Tag am 1. Dezember
Wann ist Tag des Adventskalenders?
Seit 2017 findet der Tag des Adventskalenders traditionell immer am 1. Dezember statt.
Wer hat den Tag des Adventskalenders ins Leben gerufen?
Im Gegensatz zu vielen anderen der hier versammelten kuriosen Welttage ist die Antwort ziemlich eindeutig. Denn der Ehrentag der Adventskalender ist eine Erfindung des Kalenders der kuriosen Feiertage aus aller Welt. Sozusagen ein Dienst unter Kalenderkollegen. ;)
Immerhin gehört diese Tradition seit dem 19. Jahrhundert zum christlichen Brauchtum der Vorweihnachtszeit. Da bisher niemand auf die Idee für einen solchen Ehrentag gekommen zu sein scheint, muss ich das Heft des Handelns eben selbst in die Hand nehmen. Gesagt, getan. 2017 erklärte der Kalender der kuriosen Feiertage den 1. Dezember offiziell zum Tag des Adventskalenders.
Dieser vorweihnachtliche Anlass im Dezember eröffnet eine ganze Reihe an selbst geschaffenen Feiertagen. Hier folgen der Tag des Schokoladennikolaus am 6. Dezember und der Tag der Weihnachtskrippe am 7. Dezember. Natürlich dürfen auch der Tag des Christstollens am 10. Dezember, der Tag der Zimtsterne am 11. Dezember, der Tag des Baumkuchens am 12. Dezember und der Tag der Schneekugel am 14. Dezember hier nicht fehlen.
Weshalb fällt der Adventskalender-Tag auf den 1. Dezember?
Nun, die Antwort ist wohl naheliegend. Denn in der Regel starten die heute gängigen und erhältlichen Adventskalender am 1. Dezember und zählen die verbleibenden Tage bis zum Heiligabend am 24. Dezember.
Insofern hat die Wahl des Datums nichts mit dem ebenfalls am 1. Dezember begangenen Welt-AIDS-Tag (engl. World AIDS Day) oder dem britischen Mistelzweig-Tag (engl. National Mistletoe Day) zu tun. Dies gilt auch für den US-amerikanischen Iss-einen-roten-Apfel-Tag (engl. Eat A Red Apple Day), den Tag der Weihnachtsbeleuchtung (engl. National Christmas Lights Day) und den Klare-Sicht-ohne-Zweistärkenglas-Tag (engl. Bifocals at the Monitor Liberation Day) zu tun. Tatsächlich bezieht sich die Wahl des Datums auf den Beginn der Adventszeit nach dem bürgerlichen Kalender.
Wer es in diesem Zusammenhang ganz genau nehmen möchte, der/die kann seinen/ihren eigenen Adventskalender aber auch an der Zählweise des Kirchenjahres orientieren. Diese umfasst den Zeitraum des gesamten Advents bis zum Fest der Heiligen Drei Könige am 6. Januar. Theoretisch könnte man also noch mehr Schokolade bekommen.
Egal aber ob kirchlich oder säkular, bei dieser Tradition geht es vorwiegend darum, die Wartezeit bis Weihnachten zu verkürzen und die Vorfreude mit jedem geöffneten Türchen bzw. Säckchen jeden Tag etwas zu steigern.

Wer hat den Adventskalender erfunden? Eine kleine Kulturgeschichte des vorweihnachtlichen Zeitmessers
Wer heute einen Adventskalender kaufen möchte, dem/die bietet sich eine schier unerschöpfliche Vielfalt an Motiven, Themen und Inhalten an. Egal, ob beliebter Kinofilm, Kinderserie oder Fußballverein – es gibt scheinbar nichts, was nicht in diese Kalenderform gebracht werden kann. Dabei reichen die Füllungen von Schokolade über kleine Spielzeuge bis zu hochwertigen Gutscheinen. Sie alle übersehen aber, dass die ursprüngliche Intention bzw. Ausstattung des Adventskalenders deutlich einfacher und schlichter gehalten war.
Kulturwissenschaftler und Kirchenhistoriker gehen heute davon aus, dass die Ursprünge des Adventskalenders bis ins Deutschland de 19. Jahrhunderts reichen. So stammen z. B. die ersten schriftlichen Hinweise auf einen selbst gebastelten vorweihnachtlichen Zeitmesser aus dem Jahr 1851 (siehe dazu auch die Beiträge zum Tag des Adventskranzes am ersten Adventssonntag und dem US-amerikanischen Weihnachtsbaum-Tag (engl. National Christmas Tree Day) am 8. Dezember).
Diesbezüglich ist allerdings zwischen der katholischen und protestantischen Tradition zu differenzieren:
- Die ersten Adventskalender-Formen stammen aus dem protestantischen Umfeld, in dem Familien vom 1. Dezember an 24 Bilder aufhingen oder Kreidestriche an die Tür/Wand malten, die im Laufe der Adventszeit täglich weggewischt wurden.
- Demgegenüber pflegten Anhänger der katholischen Kirche das Zählen der Tage bis zu Heiligabend in Form von Strohhalmen, die in einer Krippe gelegt wurden. Alternativ gab es hier aber auch die sogenannte Adventskerze, die man täglich bis zu einer bestimmten Markierung abbrannte.
Konfessionsübergreifend erfreute sich dann ab 1902 die von der Evangelischen Buchhandlung Friedrich Trümpler in Hamburg auf den Markt gebrachte Weihnachtsuhr für Kinder großer Beliebtheit. Dieser erste gedruckte Kalender zeigte in seiner ursprünglichen Form zunächst nur die Zahlen 13 bis 24 auf dem Zifferblatt, spätere Versionen ab 1922 umfassten dann 24 Felder.

1903 erschien dann unter dem Titel „Im Lande des Christkinds“ der erste gedruckte Adventskalender mit Bildern im Münchener Gerhard Lang Verlag. Dieser umfasste zwei Bögen mit 24 Ausschneidebildern und Klebeflächen, die in Kombination eine tägliche Bastelmöglichkeit darstellten. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde dieser Kalender als kostenlose Beilage des Stuttgarter Neuen Tagblatt im Jahre 1904. Auf Lang geht übrigens auch einer der Schokoladen-Adventskalender zurück. Zwar musste man dieses Christkindleinshaus noch selbst befüllen, das wesentliche Prinzip war hier aber schon angelegt.
Im Verlauf der 1920er-Jahre kamen dann immer mehr fertig gedruckte Kalender mit Türchen bzw. Fensterchen in Mode. Hier waren vorwiegend Abbildungen aus biblischen Geschichten populär.
Durch den historischen Einschnitt des Zweiten Weltkriegs sollte es aber noch bis zu den 1950er-Jahre dauern, bis der Adventskalender zum günstigen Massenartikel wurde. Auffällig an den Kalendern dieser Zeit war auch der Wechsel von religiösen Motiven hin zu mehr oder wenigen romantischen Winterlandschaften, bei denen lediglich die Krippenszene hinter dem größten Türchen am 24. Dezember die ursprüngliche Motivik beibehielt. 1958 erschien dann auch der vorgefüllte Adventskalender mit Schokolade.
In diese Zeit fällt auch die Verbreitung bzw. der Export dieser vorweihnachtlichen Tradition in andere Länder. So brachte der Stuttgarter Richard Sellmer Verlag ebenfalls 1958 die ersten dieser Kalender in die Vereinigten Staaten.
Und wer von Euch nichts mit fertig gekauften Kalendern anfangen kann, für den/die ist eine selbst gebastelte Variante sicherlich eine deutlich kreativere und schönere Alternative.
In diesem Sinne, Euch allen einen tollen Tag des Adventskalenders und viel Spaß beim Öffnen des ersten Türchens. :)
Egal, ob in Deutschland oder sonst wo auf der Welt.
Weitere Informationen und Quellen zum Adventskalender-Tag am 1. Dezember
- Geschichte des Adventskalenders auf der offiziellen Website des Richard Sellmer Verlag (deutsch)
- Das Webportal der Bundeszentrale für politische Bildung hanisauland.de über die Geschichte des Adventskalenders (deutsch)
- Christian Feldmann: Jeden Tag ein Türchen mehr … Die Geschichte des Adventskalenders – auf: br.de am 2. Dezember 2020 (deutsch)
- Die Geschichte des Adventskalenders auf dem Webportal mein-adventskalender.de (deutsch)
- Wikipedia-Eintrag zum Adventskalender mit einigen weiterführenden Quellen (deutsch/mehrsprachig)