Johannistag und Johannisnacht am 24. Juni

Der 24. Juni steht in vielen Ländern als Johannistag (alternativ auch: Johanni, Johannisfest oder Johannestag) für das Hochfest der Geburt Johannes’ des Täufers. Da dieses Fest in enger Verbindung zur Sommersonnenwende zwischen dem 20. und 22. Juni steht, beziehen sich zahlreiche Bräuche und Traditionen auf diesen längsten Tag des Jahres. Es ist die christliche Variante des Mittsommerfestes. Die bekannteste Variante sind hier die im süddeutschen Raum zur Johannisnacht vom 23. auf den 24. Juni entzündeten Johannisfeuer. Darüber hinaus gilt dieser Termin auch als günstige Zeit zum Kräutersammeln und als einer der Lostage des Bauernjahres. Grund genug, diesen Anlass mit einem eigenen Beitrag im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt zu würdigen.

Johannistag und Johannisnacht. Kuriose Feiertage - 24. Juni © 2020 Sven Giese - Bild 1
Johannistag und Johannisnacht. Kuriose Feiertage – 24. Juni © 2020 Sven Giese – Bild 1

Weshalb fällt der Johannistag auf den 24. Juni?

Wie einleitend bereits angedeutet steht der Johannistag am 24. Juni für das Hochfest der Geburt von Johannes dem Täufer. Kurzum, dieses Datum steht für den Geburtstag des jüdischen Bußpredigers, den die verschiedenen christlichen Kirchen als Heiligen, Märtyrer aber auch Propheten der Endzeit bzw. Wegbereiter Jesu Christi verehren.

Neben Maria und Jesus ist Johannes im liturgischen Kalender der christlichen Gedenktage die einzige Heiligenfigur, deren Gedenk- bzw. Ehrentag auf den Geburtstag und nicht wie üblich auf das Todesdatum fällt (siehe dazu auch die anderen Beiträge aus dem Kalender der kuriosen Geburtstage). Dementsprechend feiern nahezu alle christlichen Glaubensgemeinschaften den 24. Juni als hohen Feiertag.

Interessante kalendarische Randnotiz: Da die genauen Lebensdaten der Figur nicht genau bekannt sind, hat man das Datum des Johannistages auf den 24. Juni, also genau sechs Monate vor Christi Geburt gelegt. In dieser kalendarischen Setzung spiegelt sich dann auch das Bild von Johannes dem Täufer als letzter relevanter Prophet vor Jesus von Nazareth. Auf einen ähnlichen Aspekt spielt übrigens auch der US-amerikanische Leon Day am 25. Juni an, der im Kalender markiert, dass es noch genau sechs Monate bis zum Weihnachtsfest sind.

Die Johannisnacht vom 23. auf den 24. Juni

Ein weiterer kalendarischer Bezug ergibt sich durch die terminliche Nähe zur Sommersonnenwende zwischen dem 20. und 22. Juni. Da dies zugleich der längste Tag bzw. die kürzeste Nacht des Jahres darstellt, spielt in vielen Traditionen das Entzünden und der Tanz um nächtlicher Feuer im Mittelpunkt. Diese sogenannten Johannisfeuer bzw. Sonnenwendfeuer oder Sonnenfeuer in der Nacht vor dem 24. Juni stehen symbolisch für den astronomischen Sommerbeginn und sollen im Volksglauben böse Geister und Dämonen vertreiben. Immerhin, kürzere Nächte als zu dieser Zeit des Jahres lassen sich kaum finden. Ein weiterer Bestandteil dieser Johannisfeste ist Flechten der sogenannten Johanniskrone auf Zweigen und Blumen, die in der Nacht am Platz des Feuers aufgehängt werden. Ähnlich dem Feuer sollen auch die floralen Kronen vor Unheil schützen und für Fruchtbarkeit sorgen (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Johannistag und Johannisnacht. Kuriose Feiertage - 24. Juni © 2020 Sven Giese - Bild 2
Johannistag und Johannisnacht. Kuriose Feiertage – 24. Juni © 2020 Sven Giese – Bild 2

Der Johannistag als Lostag des Bauernjahres

Der 24. Juni gilt seit jeher als wichtiges Datum im Kalender des Bauernjahres, da er als Lostag einen Wendepunkt im Jahresverlauf markiert und dementsprechend Wettervorhersagen für die kommenden Wochen ermöglicht (siehe dazu auch die Beiträge zum Siebenschläfertag am 27. Juni und dem Jakobstag am 25. Juli).

Mit dem Erreichen der Sommersonnenwende zeichnet sich im Kalender nicht nur der Beginn des astronomischen Sommers, sondern auch das Ende der sogenannten Schafskälte ab, die in den europäischen Juni-Nächten häufig zu starken Kälteeinbrüchen führen kann. Ein Grund mehr, dass man ein großes Feuer anzündet. ;)

Für viele Bauern bedeutete der Johannistag damit aber auch den Beginn der Erntesaison für das Sommergetreide, das ab Ende Juni seine Reifeperiode hat. Dies spiegelt sich – wie bei allen Lostagen – in zahlreichen Bauernregeln wider, die entsprechende Wetterprognosen für die Erntezeit liefern (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten). Neben dem Beginn der Getreideernte bezeichnet der Johannistag zugleich auch das Ende der Erntezeit für Rhabarber und Spargel, weshalb die Bauern in diesen Anbaugebieten den 24. Juni auch als Spargelsilvester bezeichnen (siehe dazu auch die Beiträge zum britischen Spargel-Tag (engl. Asparagus Day) am 24. Mai und dem eigentlichen Silvester am 31. Dezember).

Dieser Bezug zur Ernte und der blühenden Natur lässt sich dann auch in zahlreichen Namensgebungen finden. Johannisbeere, Johanniskäfer bzw. Glühwürmchen, die in der Johannisnacht angeblich am intensivsten leuchten und natürlich das Johanniskraut, dessen gelbe Blütenpracht Ende Juni ebenfalls erstrahlt. Nicht umsonst sagt man dem Johanniskraut auch eine starke Wirkung als Heilpflanze zu (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Wer nichts mit diesem Brauchtum anfangen kann, für den/die bietet der 24. Juni mit dem Internationalen Feen-Tag (engl. International Fairy Day) oder dem US-amerikanischen Schwimm-eine-Runde-Tag (engl. National Swim a Lap Day), dem Tag des UFOs (engl. National UFO Day) bzw. Tag der Pralinen (engl. National Pralines Day) eine ganze Reihe kalendarischer Alternativen.

In diesem Sinne: Bleibt es an Johanni trocken und warm, macht das den Bauern nicht arm. Euch allen einen sommerlichen und entspannten Johannistag.

Weitere Quellen und Informationen zum Johannistag am 24. Juni