Sommersonnenwende – der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres 2018

Mit dem 21. Juni beginnt der astronomische Sommer. Denn dieses Datum steht 2018 für die sogenannte Sommersonnenwende und den längsten Tag bzw. die kürzeste Nacht des Jahres. Grund genug, diesem astronomischen Ereignis einen eigenen Beitrag im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt zu spendieren und seine Hintergründe mit den folgenden Zeilen etwas näher zu beleuchten. Um was geht bei diesem Datum, an dem die Sonne während ihres jährlichen Laufs ihren höchsten Stand erreicht?

Sonne über einem Flugfeld. Kuriose Feiertage: Sommersonnenwende - der längste Tag des und die kürzeste Nacht des Jahres (c) 2018 Sven Giese
Sonne über einem Flugfeld. Kuriose Feiertage: Sommersonnenwende – der längste Tag des und die kürzeste Nacht des Jahres (c) 2018 Sven Giese

Was ist die Sommersonnenwende?

Sonnenwenden bzw. Sonnwenden (lat. solstitium – dt. Stillstand der Sonne) bezeichnen ein astronomisches Phänomen, bei dem die Sonne im Laufe des Jahres den größten nördlichen oder südlichen Abstand zum Himmelsäquator der Erde erreicht.

Vor diesem Hintergrund markiert die Sommersonnenwende am 20., 21. oder 22. Juni den Beginn des astronomischen Sommers. Denn an diesem Datum erreicht die Sonne im Jahreslauf unabhängig von Zeitzonen und Koordinaten ihren höchsten Stand im Meridiandurchgang. D.h. Sonnenwende findet sowohl im Winter als auch im Sommer überall gleichzeitig statt. Im Falle der Juni-Sonnenwende ist weiterhin zu beachten, dass der Abstand zwischen Sonne und Erde während des sechsten Monats im Jahr tatsächlich um ca. fünf Millionen Kilometer größer ist als zur Zeit der Wintersonnenwende am 21. oder 22. Dezember

Da hier aus Erdsicht dann der Großteil der täglichen Sonnenbahn oberhalb des Horizonts liegt, steht die Sommersonnenwende für den längsten Tag bzw. die kürzeste Nacht des Jahres. Kurzum, an keinem anderen Tag des Jahres ist es länger hell. Besonders deutlich lässt sich dieses Phänomen am Polarkreis beobachten, wo während der Sommersonnenwende kein Sonnenuntergang stattfindet. Im Rahmen dieser sogenannten Mitternachtssonne bzw. Weißen Nächte liegt die Laufbahn der Sonne vollständig oberhalb der Horizontlinie und es wird nicht dunkel.

Interessante Randnotiz: Tatsächlich lässt sich dieses Phänomen auch südlich des Polarkreises beobachten. Abhängig von den jeweiligen Wetterbedingungen (Luftdruck und Temperatur) werden die Sonnenstrahlen so durch die Erdatmosphäre umgelenkt, dass die Sonne auch unterhalb des Horizontes sichtbar bleibt und somit in bis zu 100 Kilometern Entfernung jenseits des Polarkreises kaum Dunkelheit herrscht.

Sommersonnenwende: Wann ist der längste Tag bzw. die kürzeste Nacht des Jahres?

Während im 20. Jahrhundert die Sommersonnenwende in der Mitteleuropäischen Zeitzone auch auf den 22. Juni fallen konnte – zuletzt 1986 -, verteilt sich das Ereignis seit Beginn der 2000er Jahre relativ konstant auf den 21. Juni. Erst ab 2020 fällt diese astronomische Konstellation von Erde und Sonne auch wieder auf den 20. Juni. Begründet ist die kalendarische Verschiebung, wie oben bereits angedeutet, durch die Schaltjahrregelung (365,2425 Tage), welche die tatsächliche Jahreslänge (365,2422 Tage) korrigiert.

Damit sich nun aber niemand beschweren braucht, er/sie hätte nichts davon gewusst, gibt es im Folgenden eine Übersicht der genauen Termine für den längsten Tag bzw. die kürzeste Nacht des Jahres inkl. dem jeweiligen Wochentag und der jeweils konkreten MEZ-Uhrzeit des höchsten Punkt des Sonnenstandes:

  • 2018: Donnerstag, 21. Juni – 12:07 MESZ
  • 2019: Freitag, 21. Juni – 17:54 MESZ
  • 2020: Samstag, 20. Juni – 23:43 MESZ
  • 2021: Montag, 21. Juni – 05:32 MESZ
  • 2022: Dienstag, 21. Juni – 11:13 MESZ
  • 2023: Mittwoch, 21. Juni – 16:57 MESZ
  • 2024: Donnerstag, 20. Juni – 22:50 MESZ
  • 2025: Samstag, 21. Juni – 04:42 MESZ
  • 2026: Sonntag, 21. Juni – 10:24 MESZ
  • 2027: Montag, 21. Juni – 16:10 MESZ
  • 2028: Dienstag, 20. Juni – 22:01 MESZ

Auch im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt findet sich eine ganze Reihe von sommerlichen Anlässen und Aktionstagen, die thematisch an das jeweilige Datum der Juni-Sonnenwende gekoppelt sind. Hier sei u.a. auf den US-amerikanischen Muschel-Tag (engl. National Seashell Day) bzw. Internationalen Tag des Surfens (engl. International Surfing Day) und den Internationalen T-Shirt-Tag (engl. International T-Shirt Day) verwiesen.

Fünf kuriose Fakten zur Sommersonnenwende, die man kennen sollte

Auch wenn die vorherigen Aussagen über das astronomische Phänomen der Sommersonnenwende auf empirischer Beobachtung bzw. mathematischer Berechnung beruhen, gibt es auch hier eine ganze Reihe interessanter Fakten, die in dieser Form nicht zwingend zur Allgemeinbildung gehören dürften. Folgende Aspekte lassen sich berichten:

  • Der längste Tag des Jahres umfasst nicht überall die gleiche Zeitspanne. Denn je näher ein Ort zum nördlichen Polarkreis liegt, desto länger sind die Tage rund um die Sommersonnenwende. D.h. Flensburg hat man hier eine längere Tageslichtphase als z.B. in Genf oder Zürich.
  • Aus Sicht der Wetterbeobachtung und Temperaturmessung ist der astronomische Sommerbeginn keinesfalls mit dem der wärmsten Zeit des Jahres gleichzusetzen. Denn im statistischen Durchschnitt sind die Monate Juli und August deutlich wärmer als der Juni. Begründet ist dieses Phänomen durch die langsame Erwärmung und den Energieüberschuss, der durch die Sonneneinstrahlung in der Atmosphäre entsteht.
  • Während Astronomen und Meteorologen eine sehr unterschiedliche Auffassung vom Sommerbeginn haben, sieht man die Sache bei unseren skandinavischen Nachbarn deutlich pragmatischer und feiert die Sommersonnenwende einfach als Mittel- bzw. Höhepunkt des Sommers. Immerhin, länger hell als an diesem Datum, bleibt es einfach nicht.
  • Aber auch hier gilt die alte Weisheit: Wo viel Licht, da auch viel Schatten. Denn mit der Sommersonnenwende werden die Tage konstant wieder kürzer, da die Erde weiter wandert und sich die Nordhalbkugel wieder von der Sonne bis zur Wintersonnenwende im Dezember entfernt.
  • Darüber hinaus ist der längste Tag des Jahres nicht mit dem spätesten Sonnenuntergang bzw. frühesten Sonnenaufgang gleich zu setzen. Verantwortlich für dieses Phänomen ist die Kombination aus dem Neigungswinkel der Erdachse und der elliptischen Form der Erdumlaufbahn um die Sonne. Durch diesen Umstand verschiebt sich die Position der Sonne tageweise und der Mutterstern der Erde zieht in unregelmäßiger Geschwindigkeit über den Himmel. Im Falle der Juni-Sonnenwende verlangsamt sich hier der Lauf der Sonne und dementsprechend liegen der frühste Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang des Jahres jeweils zehn Tage vor bzw. nach der jeweiligen Sonnenwende. Diese Differenz zwischen wahrer Sonnenzeit und mittlerer Ortszeit bezeichnet man auch als Zeitgleichung.

In diesem Sinne: Hurra für die Sommersonnenwende, lange Tage und kurze Nächte. Zumindest hier auf der nördlichen Hemisphäre. Und auch für unsere Mitmenschen auf der Südhalbkugel gibt es eine positive Botschaft. Ab heute werden die Tage definitiv wieder länger. :)

Weitere Informationen zur Juni-Sonnenwende

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