Internationaler Tag des Faultiers – International Sloth Day 2022

Sind Faultiere faul? Von wegen! Daran erinnert der Internationaler Tag des Faultiers (engl. International Sloth Day) am 20. Oktober. Was es mit diesem weltweiten Aktionstag zum Schutz der Unterordnung der zahnarmen Säugetiere auf sich hat und weshalb er einen festen Platz im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt verdient, beleuchten die folgenden Zeilen. Weshalb feiert dieser Termin im Oktober also die Folivora?

 International Sloth Day - Internationaler Tag des Faultiers. Kuriose Feiertage - 20. Oktober © 2018 Sven Giese
Ein Dreifinger-Faultier hängt im Baum. Internationaler Tag des Faultiers – International Sloth Day. Kuriose Feiertage – 20. Oktober © 2018 Sven Giese.

Wann ist der internationale Tag des Faultiers?

Der internationale Tag des Faultiers (engl. International Sloth Day) findet jedes Jahr am 20. Oktober statt.

Wer hat den International Sloth Day ins Leben gerufen?

Im Gegensatz zu vielen anderen Beiträgen aus dem Kalender der Tier-Feiertage sind die Ursprünge des International Sloth Day relativ gut dokumentiert.

So geht die Initiative für diesen Aktionstag auf die kolumbianische Tierschutzorganisation AIUNAU Foundation und das Jahr 2010 zurück.

Genauer gesagt, auf den November 2010. Hier wurde die Einführung eines internationalen Tags des Faultiers im Rahmen der im kolumbianischen Medellin abgehaltenen Konferenz First international meeting about the wellbeing, rehabilitation and conservation of sloths beschlossen (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Weshalb fällt der Ehrentag der Faultiere auf den 20. Oktober?

Mit Blick auf das gewählte Datum gibt es allerdings leicht widersprüchliche Angaben. Während die offizielle Website hier auch die Option eines flexiblen Termins am jeweils dritten Samstag im Oktober andeutet, scheint sich inzwischen aber der 20. Oktober als feststehender Eintrag im Kalender etabliert zu haben. Dies belegt auch die Vielzahl der vorhandenen Online-Publikationen und Presseartikel über den internationalen Faultier-Tag in den letzten Jahren.

Demgegenüber bleibt die Begründung für die Wahl des 20. Oktober als Datum für den internationalen Ehrentag der Faultiere leider unklar. Ob hier eine Verbindung zu einem für die AIUNAU Foundation relevanten Termin vorliegt oder sich der Termin auf ein für die Faultier-Forschung bedeutsames Ereignis bezieht, lassen die Initiatoren offen. Mit der oben beschriebenen Gründungskonferenz aus dem November 2010 hat es auf jeden Fall nichts zu tun.

Immerhin verweist die Organisatorin Sarita Kendall y Tinka Plese darauf, dass der Oktober insofern ein grundsätzlich guter Zeitraum für einen solchen Aktionstag sei. Denn hier ließen sich eine ganze Reihe thematisch verwandter (?) Anlässe finden und der zehnte Monat des Jahres zugleich auch der Monat der Kinder sei (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Ob es hinsichtlich der letztgenannten Punkte eine inhaltliche Brücke zum parallel gefeierten International Day of the Air Traffic Controller (dt. Internationaler Tag der Fluglotsen) oder dem Internationalen Tag der Köche (engl. International Chefs Day) gibt, bleibt unklar. Dies gilt auch für den US-amerikanischen Tag des Shampoos (engl. National Shampoo Day) und den Weltosteoporosetag (engl. World Osteoporosis Day). In Deutschland kennen wir dieses Datum als bundesweiten Tag der Allee und als Tag des Grabsteins.

Ziele und Intention: Worum geht es beim internationalen Faultier-Tag?

Nun sind Faultiere tatsächlich nicht faul, zählen inzwischen aber leider auch zu den bedrohten und gefährdeten Arten. Neben der Umweltverschmutzung ist hier hauptsächlich die Vernichtung des natürlichen Lebensraums dieser primär in den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas beheimateten Säugetiere als Ursache für ihre Gefährdung zu sehen (siehe dazu u.a. auch den Beitrag zum Internationalen Tag des Orang-Utans (engl. International Orangutan Day) am 19. August und dem australischen Save the Koala Day (dt. Rettet-die-Koalas-Tag) am letzten Freitag im September).

Dementsprechend versucht der internationale Faultier-Tag hier vor allem auch ein öffentliches Bewusstsein für die Problematik der Abholzung von Regenwäldern und die daraus resultierende Bedrohung der Faultiere zu schaffen (siehe dazu auch die anderen thematisch verwandten Beiträge aus dem Kalender der Umwelt-Aktionstage).

Tierwissen: Fünf kuriose Fakten, die man über Faultiere kennen sollte

  • Wie eingangs bereits angedeutet zählen Biologen die Faultiere (lat. Folivora) zur Unterordnung der zahnarmen Säugetiere (lat. Pilosa) und sind somit direkte Verwandte von Ameisenbären und Gürteltieren. Man unterscheidet hier wesentlich zwischen sechs rezenten Arten, die sich auf die Gattungen der sogenannten Zweifinger-Faultiere und der Dreifinger-Faultiere verteilen.
  • Faultiere leben als Einzelgänger auf oder in den Bäumen der Regenwälder (siehe dazu auch den Beitrag zum Weltregenwaldtag (engl. World Rainforest Day) am 22. Juni). Diese verlassen sie auch nur, wenn es unbedingt sein muss. Sie sind darüber hinaus mit den ca. 10 cm langen Krallen der Vorderbeine und den etwas kürzen Hinterbeinen perfekt auf diese Umgebung angepasst. Während alle Faultiere drei Krallen an den Hinterbeinen besitzen, unterscheidet sich dies bei den Zweifinger- und Dreifinger-Faultieren. Nämlich jeweils zwei oder drei lange Krallen. Daher auch die jeweilige Gattungsbezeichnung.
  • Die Säugetiere sind in der Regel Vegetarier und ernähren sich von Baumblättern und Knospen. Ausnahmen bilden hier die Zweifinger-Faultiere, die gelegentlich auch Früchte, Insekten oder kleinere Wirbeltiere verzehren. Alle Faultiere verfügen über zusätzliche Halswirbel, die das Drehen bzw. Heben des Kopfes deutlich vereinfacht.
  • Sind Faultiere denn tatsächlich faul? Mitnichten, ihr Stoffwechsel arbeitet im Vergleich zu ähnlich großen Säugern nur sehr, sehr langsam und ist perfekt auf einen minimalen Energieverbrauch ausgerichtet. Dafür gibt es aber auch einen triftigen Grund. Denn die Pflanzen ihres natürlichen Lebensraums, die Regenwälder in Mittel- und Südamerikas, liefern tatsächlich nur sehr wenig Nährstoffe. Diese werden durch den starken und häufigen Regen aus dem Boden gewaschen und wer hier als Pflanzenfresser überleben will, muss entweder sehr viele Blätter verzehren oder – wie es das Faultier macht – die vorhandene Energiezufuhr optimal nutzen. Dies äußert sich u. a. auch durch ca. 15 – 18 Stunden Schlaf am Tag, langsame Bewegungen und einer äußerst langsamen Verdauung, die nur sehr wenige „Toilettengänge“ notwendig macht.
  • Das lange Fell der Faultiere besteht aus feiner Unterwolle, über die eine Mähne aus Strähnen fällt. Und dies weist gleich zwei Besonderheiten auf. Zum einen tragen die Tiere ihren Scheitel am Bauch, sodass aufgrund der Rückenlage in den Bäumen die Behaarung seitlich herabhängt und Regenwasser gut ablaufen kann. Siehe dazu auch den Beitrag zum Internationalen Tag des Roten Pandas (engl. International Red Panda Day) am dritten Samstag im September.
  • Zum anderen stellt das Fell einen Lebensraum für diverse Untermieter dar. Hier finden sich in symbiotischer Gemeinschaft mit dem Faultier diverse Algen, Motten, Milben, Zecken, Käfer und sogar Nachtfalter. Dachten Wissenschaftler lange Zeit, dass die grüne Färbung der Algen hauptsächlich zur Tarnung im Blätterwerk diente, hat man inzwischen herausfinden können, dass es sich hierbei vor allem um eine energiereiche Zusatznahrung handelt.

In diesem Sinne: Rettet den Regenwald und schützt die Faultiere. Nicht nur zum 20. Oktober als International Sloth Day. :)

Weitere Informationen und Quellen zum Internationalen Tag des Faultiers am 20. Oktober