Valentinstag – St. Valentine’s Day am 14. Februar

Öffnet die Herzen. Zum Valentinstag (engl. Valetine’s Day) am 14. Februar schenken sich viele Menschen Blumen oder andere kleine Aufmerksamkeiten mit einem romantischen Bezug. Eine sehr alte Tradition, deren Wurzeln auf das Fest des heiligen Valentinus aus dem 14. Jahrhundert zurückgehen. Eigentlich ein sehr schöne Brauch, der inzwischen aber auch im Verdacht einer übermäßigen Kommerzialisierung steht. Gerade die US-amerikanische Variante des St. Valentine’s Day bzw. Valentine Day wird diesbezüglich in den letzten Jahren immer wieder als übertriebenes Beispiel herangezogen. Grund genug, dass der Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt einen ausführlichen Blick auf diesen Anlass wirft. Worum geht es beim Valentinstag und seinem Brauchtum?

Valentinstag - St. Valentine's Day. Kuriose Feiertage - 14. Februar (c) 2014 Sven Giese - Bild 1
Ein großes rotes Herz als Aufhänger an einem Straßenschild (c) 2014 Sven Giese.

Herleitung und Entstehung: Wie ist der Valentinstag entstanden?

Kulturwissenschaftler gehen heute davon aus, dass die Wurzeln des Valentinstags – wie einleitend ja bereits angedeutet -, im Fest des heiligen Valentinus, Bischof von Terni aus dem 4. Jahrhundert zu verorten sind. Was auf den ersten Blick also nach einer eindeutigen Herkunft aussieht, erweist sich bei näherer Betrachtung allerdings als deutlich komplizierter. Zwei Probleme kommen hierbei zum Tragen. Zum einen ist die Figur des christlichen Märtyrers Valentinus aus hagiographischer Sicht scheinbar eine Kombination mehrerer gleichnamiger Personen, zum anderen taucht der Gedenktag des heiligen Valentinus seit 1969 nicht mehr im Generalkalender der römischen Kirche auf.

Obwohl der Valentinstag vor diesem Hintergrund kein kirchlicher Feiertag im eigentlichen Sinne ist, bieten viele Gemeinden am 14. Februar spezielle Gottesdienste zur Segnung von Liebenden und Ehepaaren an (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Weshalb fällt der Valentinstag auf den 14. Februar?

Wie viele kirchliche Feiertage hat auch der Valentinstag sowohl kirchliche als auch vorchristliche Wurzeln: In Italien wurden bereits vor der Geburt Christi am 15. Februar die Lupercalien gefeiert – eine Art Fruchtbarkeitsfest, zu dem man damals Stücke von Ziegenfellen als Fruchtbarkeitssymbole verteilte. Die heidnischen Bräuche wurden im römischen Reich mit der Christianisierung nach und nach verboten und vielfach – ganz pragmatisch – durch kirchliche Feiertage ersetzt.

Man führte am 14. Februar den Valentinstag ein und ließ statt der Ziegenhäute Blumen sprechen. Sie mussten nicht zwangsläufig echt sein – so ist zum Beispiel überliefert, dass das Basteln von Rosen aus Papyrus als Geschenk für die Liebste damals sehr verbreitet war. Kein Wunder: Echte blühende Blumen waren Mitte Februar auch in Italien Mangelware – schließlich gab es noch keine Gewächshäuser (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Ob es darüber hinaus eine inhaltliche Verbindung zum parallel am 14. Februar gefeierten US-amerikanischen Frederick Douglass Day, dem Tag der Bibliotheken-Liebhaber (engl. Library Lovers Day), dem nationalen Tag des Kondoms (engl. National Condom Day), dem Tag des Riesenrads (engl. National Ferris Wheel Day) bzw. dem Internationalen Verschenk-ein-Buch-Tag (engl. International Book Giving Day) gibt, konnte ich im Zuge der Recherchen für den vorliegenden Beitrag allerdings nicht herausfinden.

Geoffrey Chaucers Gedicht Parlement of Foules als Ursprung des modernen Valentinstages

Die moderne Variante des Valentinstages im anglo-amerikanischen Sprachraum wurde primär durch den englischen Dichter Geoffrey Chaucer (ca. 1340 – 1400) im 14. Jahrhundert geprägt. Sein Gedicht Parlement of Foules (dt. Parlament der Vögel) gilt unter Literaturwissenschaftlern als Urschrift des Valentinstags, denn dieser Text verweist als erster auf die Verbindung von romantischer Liebe und dem 14. Februar als Ehrentag des heiligen Valentinus.

Auch die inhaltliche Verbindung zu den typischen Blumengeschenken lässt sich historisch verorten. Hier verweisen die meisten Quellen auf Elisabeth Pepys (1640 – 1669), Ehefrau des englischen Tagebuchautors Samuel Pepys (1633 – 1703), die ihrem Gatten um das Jahr 1667 Blumen als Dank für einen Liebesbrief geschenkt haben soll. Diese romantische Geste setzte sich in der Folge auch in der britischen Adelsgesellschaft durch (siehe dazu auch den Beitrag zum US-amerikanischen den Tag des Liebesbriefchens (engl. Love Note Day) am 27. September).

Mit den britischen Auswanderern gelangte dieser Brauch dann schließlich auch in die USA, die im Zuge des zweiten Weltkriegs ihre Variante des Valentinstages durch die Soldaten nach Europa und nach Deutschland brachten. Eine eigene Variante des Valentinstages gibt es übrigens in Japan und Südkorea. Während die Japaner den 14. März als landesweiten Weißen Tag (jap. ホワイトデー, Howaito dē – engl. White Day) begehen, feiern Verliebte und Paare in Südkorea den 11. November als sogenannten Pepero Day (koreanisch: 빼빼로 데이).

In diesem Sinne Euch allen einen entspannten und schönen Valentinstag mit Euren Liebsten. Egal, wo auf der Welt Ihr diesen auch feiert. :)

Weitere Informationen und Quellen zum Valentinstag am 14. Februar