Tag des Daiquiri – der US-amerikanische National Daiquiri Day

Am heutigen 19. Juli wird es im Rahmenkalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt mal wieder hochprozentig.Denn dieses Datum widmen unsere US-amerikanischen Nachbarn mit dem sogenannten Tag des Daiquiri (engl. National Daiquiri Day) einen der klassischen kubanischen Cocktails. Neben Kuba muss im Zusammenhang mit dem Daiquiri aber auch der amerikanische Literatur-Nobelpreisträger Ernest Hemingway (1899 – 1961) genannt werden. Grund genug, dieser Verbindung im Rahmen der kuriosen Welttage nachzugehen.

Kuriose Feiertage - 19. Juli - National Daiquiri Day - Ernest Hemingway in Kuba (c) 2013 Sven Giese www.kuriose-feiertage.de

Kuriose Feiertage – 19. Juli – National Daiquiri Day – Ernest Hemingway in Kuba (c) 2013 Sven Giese www.kuriose-feiertage.de

Wer hat den National Daiquiri Day ins Leben gerufen?

US-amerikanische Ehrentage für Alkoholika gab es bisher ja schon eine ganze Reihe in der vorliegenden Sammlung kurioser Welttage. Ihnen allen gemeinsam ist, dass die Hintergründe bzw. Ursprünge dieser Anlässe sehr schlecht dokumentiert zu sein scheinen.

So auch im Falle des heutigen National Daiquiri Day, bei dem ich im Zuge der Recherchen weder einen möglichen Urheber noch ein konkretes Gründungsjahr bzw. eine Begründung für das gewählte Datum herausfinden konnte. Mit Blick auf den letztgenannten Punkt scheint mir eine Verbindung zum ebenfalls heute in den USA begangenen Tag des Himbeerkuchens (engl. National Raspberry Cake Day) allerdings eher unwahrscheinlich zu sein.

Abgesehen davon passt der heutige Daiquiri-Ehrentag aber ganz wunderbar zu den anderen hier versammelten Longdrink-Anlässen. Wer hier also nach einer geschmacklichen Alternative sucht, der/die sollte sich exemplarisch die folgenden Termine anschauen:

Trotzdem gibt es zum Tag des Daiquiri eine mehr als interessante Geschichte zu erzählen. Und um die soll es im vorliegenden Beitrag gehen. 🙂

Ernest Hemingway und seine Stammkneipe El Floridata

Von Hemingway, der ab 1932 zunächst als Dauergast des Hotels Ambos Mundos in Havanna, ab 1939 dann auf seiner Finca Vigía in San Francisco de Paula, einem kleinen Ort nahe der kubanischen Hauptstadt, ingesamt 22 Jahre auf Antilleninsel lebte, ist folgende Geschichte überliefert.

Während seiner Zeit in Havanna nahm er regelmäßig seinen Daiquiri in der Bar La Forida – später auch als La Floridita bekannt – zu sich. Oder wie er es selbst im Gästebuch eines seiner Stammlokale formulierte: Meinen Mojito in der Bodeguita, meinen Daiquiri im Floridita.

Kuriose Feiertage - 19. Juli - National Daiquiri Day - El Floridata Bar (c) 2013 Sven Giese www.kuriose-feiertage.de

Kuriose Feiertage – 19. Juli – National Daiquiri Day – El Floridata Bar (c) 2013 Sven Giese www.kuriose-feiertage.de

Die Bar an der Ecke Monserrate/Habana Vija war ursprünglich eine schlichte Schnapsbude, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer der besten Adressen der Stadt. Neben Hemingway haben zahlreiche andere prominente Akademiker, Künstler und Politiker hier ihren Daiquirí getrunken: Nat King Cole, Gary Cooper, Ava Gardner, Jean Paul Sartre, Spencer Tracy oder Tennessee Williams.

Und selbst heute noch hat der amerikanische Literatur-Nobelpreisträger seinen festen Stammplatz an der Theke des El Floridata. Denn die Bar ehrt ihren ehemaligen berühmten Stammgast mit einer lebensgroßen Bronzestatue. Aber zurück zum Daquiri, dessen Name sich entweder von einem kubanischen Strand oder einer Mine gleichen Namens ableitet.

Kuriose Feiertage - 19. Juli - National Daiquiri Day - Ernest Hemingway in Kuba - 2 (c) 2013 Sven Giese www.kuriose-feiertage.de

Kuriose Feiertage – 19. Juli – National Daiquiri Day – Ernest Hemingway in Kuba – 2 (c) 2013 Sven Giese www.kuriose-feiertage.de

Papa Doble oder Hemingway Special?

Zu Hemingways Zeit auf Kuba arbeitete der Kubaner Constantino Ribalaigua Vert, von allen nur “Constante” genannt, als Barkeeper im El Floridata. Auf ihn sollen vor allem 4 verschiedene Daquiri-Rezepte zurückgehen. Der Einfachheit halber wurden diese lediglich als Daquiri #1 bis #4 auf der Karte geführt, die später um den Haus-Daquri, den sogenannten Floridita Daiquiri erweitert (siehe dazu auch den Beitrag zum World Cocktail Day (dt. Welt-Cocktail-Tag) am 13. Mai)

Hemingway soll einen dieser Daiquiri probiert haben und daraufhin begeistert gewesen sein. Allerdings nicht ohne den Hinweis, dass er seinen Daiquiri ohne Zucker und der doppelten Menge Rum bevorzuge. Zu der Sache mit dem Zucker sei erwähnt, dass Hemingway um seine Diabetes-Erkrankung gewusst hat und insofern grundsätzlich darauf verzichtete. Constante soll diese Empfehlung aufgegriffen und daraus dann die Daiquiri-Variante Papa Doble kreiert haben.

Eine spätere Version des Cocktails, die mit Grapefruitsaft und Maraschino zubereitet wird, firmiert seitdem auf den Getränkekarten dieser Welt unter dem Namen Hemingway Special (siehe dazu auch die Liste der weiteren Alkohol-Feiertage in der vorliegenden Sammlung).

Wer hat den Daiquiri erfunden?

Ob es sich hierbei allerdings um zwei verschiedene oder identische Getränke handelt, ist alles andere als eindeutig. Denn weder Hemingways angeblicher Wunsch nach der doppelten Menge Rum noch das Weglassen von Zucker wird in den meisten heutigen Rezeptsammlungen aufgeführt.

Wer sich ein bisschen mit Hemingways Biografie beschäftigt, wird ebenfalls Zweifel anmelden. Denn der amerikanische Autor war berühmt-berüchtigt dafür, sich eigene Mythen um seine Person zu schaffen. Darüber hinaus nennen einige Quelle nicht Kuba, sondern die USA als Entstehungsort des Daiquiri, der dort – wieder angeblich – von dem amerikanischen Mineningeneur Jennings Cox um 1890 kreiert worden sein soll.

Da er keinen Gin zur Verfügung hatte, soll Cox damit begonnen haben, den Rum mit verschiedenen Zutaten zu mischen, bis er mit der Kombination Rum, Zucker und Zitrone die für ihn beste Variante gefunden hatte.

Seinen Namen soll der Cocktail dann von dem italienischen Minenarbeiter Pagliuchi erhalten haben, der während eines Aufenthaltes auf Kuba zugleich auch die Rezeptur nach Havanna brachte. Aber auch dies ist kaum hinreichend belegt.

Und zum Schluss ein Daiquiri Hemingway Special Rezept

Aber egal welche Geschichte nun wahr ist, ich nehme den heutigen National Daiquiri Day zum Anlass und erheben das Glas mit einem selbst gemixten Hemingway Special. Und dazu gibt es die folgende, klassische Rezept-Empfehlung:

Zutaten:

  • 60 ml weißer Rum
  • 15 ml frisch gepressten Limettensaft
  • 10 ml frisch gepressten Grapefruitsaft
  • 1 BL Maraschino
  • 1 BL Zuckersirup

Zubereitung:

  • Cocktailglas vorkühlen.
  • Den Shaker mit Cracked oder Crushed Ice füllen.
  • Alle Zutaten dort zusammen hineingeben.
  • Kräftig schütteln. Empfohlen ca. 10-15 Sekunden – wir haben die beste Erfahrung mit 12 Sekunden gemacht. 😉
  • Den Inhalt in das vorgekühlte Cocktailglas abseihen.

In diesem Sinne: Vielen Dank an meine Eltern, die mir die hier abgebildeten Fotos von ihrer Kuba-Reise im Jahr 2012 zur Verfügung gestellt haben.

Cheers und Happy National Daiquiri Day!!! 😀

Weitere Informationen rund um den National Daiquiri Day

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Autor: Sven Giese

Angesichts des Chaos in der Welt, gegen den Optimismus, der zerplatzt ist, bleibt nur die Aufgabe, den Garten zu bestellen. Dies ist ein solcher Garten. :-) Andere Gartenarbeiten von mir gibt es auch auf: Facebook, Google+ und Twitter.

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