Welttag des Buches und des Urheberrechts – der Weltbuchtag 2019

Der 23. April steht ganz im Zeichen des Buches und des Lesens. Denn dieses Datum feiert man seit 1995 weltweit als  Welttag des Buches und des Urheberrechts (engl. World Book and Copyright Day) oder auch nur kurz Weltbuchtag. Grund genug, diesen Anlass in den Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt aufzunehmen und seine Geschichte mit dem vorliegenden Beitrag zu erzählen. Worum geht es bei diesem Welttag der Bücher?

Zwei Buchempfehlungen: Voltaires Candide und Herman Melvilles Moby Dick. Kuriose Feiertage - 23. April: Welttag des Buches und des Urheberrechtes (c) 2015 Sven Giese
Zwei Buchempfehlungen: Voltaires Candide und Herman Melvilles Moby Dick. Kuriose Feiertage – 23. April: Welttag des Buches und des Urheberrechtes (c) 2015 Sven Giese

World Book and Copyright Day: Eine kurze Geschichte des Weltbuchtages

Es gibt genug wahrlich genug Gründe und Anlässe, das Lesen bzw. das Buch mit eigenen kuriosen Feier- und Aktionstagen gebührend zu ehren. Heute also der Weltbuchtag.

Im Gegensatz zu vielen anderen Beiträgeb aus dem Kalender der literarischen Feiertage gibt es im Falle des World Book and Copyright Day allerdings sehr konkrete Hinweise darauf, von wem er ins Leben gerufen wurde, seit wann er gefeiert wird und warum sich seine Erfinder ausgerechnet für das Datum des heutigen 23. Aprils entschieden haben. Aber der Reihe nach.

Initiiert wurde der Welttag des Buches und des Urheberrechts von der UNESCO und erstmals am 23. April 1995 gefeiert. Seit 1996 wird der Weltbuchtag auch offiziell in Deutschland begangen. Dabei bezieht sich die Wahl des Datums auf die katalanische Tradition, am Georgstag – eben der heutige 23. April und zugleich Namenstag des dortigen Volksheiligen St. Georg – Blumen bzw. Rosen und Bücher zu verschenken (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Warum fällt der Weltbuchtag auf den 23. April?

Doch damit nicht genug. Denn parallel dazu gibt es noch weitere literarische Bezüge zu diesem Datum, welches zugleich das hypothetische Geburts- und Todesdatum William Shakespeares (vor 1564 – 1616), die Todestage des spanischen Nationaldichters und Erfinders von Don Quijote, Miguel de Cervantes Saavedra (1547 – 1616) und des katalanischen Autors und Journalisten Josep Pla (1897 – 1981) sowie den Geburtstag des isländischen Literaturnobelpreisträgers Halldór Laxness (1902 – 1998) beschreibt (siehe dazu auch die anderen Beiträge aus dem Kalender der kuriosen Geburtstage). Passt also.

Ob es darüber hinaus einen inhaltlichen Bezug zum ebenfalls heute begangenen internationalen Tag der englischen Sprache (engl. UN English Language Day), dem Internationalen Tag des Nasenbohrens (engl. International Nose Picking Day), dem Tag des deutschen Bieres, dem US-amerikanischen Nutze-die-Gelegenheit-Tag (engl. Take a Chance Day) oder dem Tag des Kirsch-Käsekuchens (engl. National Cherry Cheesecake Day) gibt, konnte ich im Zuge der Recherchen nicht herausfinden.

Eine Ausnahme sollte in diesem Zusammenhang aber nicht unerwähnt bleiben. Denn in Großbritannien und Irland feiert man eine eigene Variante dieses Anlasses als World Book Day UK am jeweils ersten Donnerstag im März.

Ziele und Intention: Warum ein Feiertag für Bücher und das Urheberrecht?

Bücher und Lesen sind wichtige Bestandteile einer lebendigen Schriftkultur und Wissensvermittlung. Ohne den Schutz der Rechte von Autoren ist dies aber nur schwerlich aufrecht zu erhalten und genau auf diese Verbindung zielt der heutige Weltbuchtag und die damit verbundenen weltweiten Aktionen auch ab. Kurzum, es geht darum das Medium Buch, egal ob in gedruckter oder digitaler Form, als ein zentrales und unverzichtbares Instrument zur Bewahrung bzw. Verbreitung von Wissen und der Fähigkeit zu Lesen zu fördern.

Die jährliche Wahl der UNESCO World Book Capital City

Aufgrund des großen Erfolgs des World Book and Copyright Day unterstützt die UNESCO seit dem Jahr 2000 auch eine weitere Initiative anlässlich des 23. Aprils: die alljährliche Wahl der World Book Capital City. In Kooperation mit der Internationalen Verleger-Union (engl. International Publishers Association – IPA), der Internationalen Vereinigung bibliothekarischer Verbände und Einrichtungen (franz. International Federation of Library Associations and Institutions – IFLA) und der Internationalen Buchhändlervereinigung (engl. International Booksellers Federation – IBF) verleiht die UNESCO seit 2001 diesen Titel an eine Stadt ihrer Mitgliedsstaaten (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten und für ein ähnliches Verfahren den Beitrag zum Internationalen Kinderbuchtag (engl. International Children’s Book Day) am 2. April).

Jedes Jahr wird eine Stadt ausgewählt, die sich verpflichtet, durch eigene Initiative den Kerngedanken des Weltbuchtages bzw. den geografischen und kulturellen Einfluss von Büchern bzw. Literatur bis zum 23. April des folgenden Jahres zu repräsentieren. Allerdings wird dieser Titel nicht einfach verliehen, sondern interessierte Städte/Länder müssen sich mit einer eigenen Kampagne für die Wahl zur World Book Capital City bewerben. Bisher gab es die folgenden Titelträger:

  • 2001: Madrid, Spanien
  • 2002: Alexandria, Ägypten
  • 2003: Neu-Delhi, Indien
  • 2004: Antwerpen, Belgien
  • 2005: Montreal, Kanada
  • 2006: Turin, Italien
  • 2007: Bogotá, Kolumbien
  • 2008: Amsterdam, Niederlande
  • 2009: Beirut, Libanon
  • 2010: Ljubljana, Slowenien
  • 2011: Buenos Aires, Argentinien
  • 2012: Jerewan, Armenien
  • 2013: Bangkok, Thailand
  • 2014: Port Harcourt, Nigeria
  • 2015: Incheon, Südkorea
  • 2016: Wrocław (Breslau), Polen
  • 2017: Conakry, Guinea
  • 2018: Athen, Griechenland
  • 2019: Schardscha, Vereinigte Arabische Emirate
  • 2020: Kuala Lumpur, Malaysia

In diesem Sinne: Happy Birthday Shakespeare, Cervantes, Josep Pla und Halldór Laxness bzw. Euch allen einen tollen Welttag des Buches. :) Übrigens wüsste ich auch nicht, was dagegen spricht, den Tag des deutschen Bieres mit dem Weltbuchtag zu kombinieren. ;)

Weitere Informationen zum Welttag des Buches und des Urheberrechtes