Internationaler Tag des Nasenbohrens – International Nose Picking Day

Schon gewusst? Den 23. April feiern wir als Internationalen Tag des Nasenbohrens (engl. International Nose Picking Day – manchmal auch nur: National Nose Picking Day).  Für die einen sicherlich einer der ungewöhnlichsten Anlässe im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt, für andere sicherlich eine eher ekelige Angelegenheit. Grund genug, der Geschichte hinter diesem Aktionstag mit den folgenden Zeilen etwas nähere zu beleuchten.

Kuriose Feiertage - 23. April: Internationaler Tag des Nasenbohrens - International Nose Picking Day (c) 2019 Sven Giese
Kuriose Feiertage – 23. April: Internationaler Tag des Nasenbohrens – International Nose Picking Day (c) 2019 Sven Giese

Was ist überhaupt Nasenbohren?

Beginnen wir mit einer definitorischen Annäherung. Als Nasenbohren bezeichnet man allgemein das Einführen eines Fingers in die Nase bzw. ein Nasenloch, um angetrocknetes Nasensekret (medizinischer Fachbegriff: Borke, umgangssprachlich: Popel) oder Fremdkörper aus der Nase zu entfernen.

Im Gegensatz zum Schnäuzen ins Taschentuch gilt das öffentliche Nasebohren in vielen westlichen Ländern und weiten Teilen der fernöstlichen Kultur als unhygienisch und gesellschaftlich verpönt. Nicht umsonst besagt ein altes Sprichwort mit Blick auf das Popeln: Die Nase ist der Bohrturm des kleinen Mannes.

Deutlich ekeliger und im vorliegenden Kontext noch stärker sozial geächtet ist die sogenannte Mukophagie (abgeleitet vom griechischen mukos (dt. Schleim) und phagein (dt. essen, verzehren), also dem Verzehr von aus der Nase entferntem Sekret. Diese Ächtung ist aber primär kulturell bedingt, denn aus medizinischer Sicht landet ein Großteil unseres Nasensekrets (inkl. aller Schmutzpartikel) sowieso über den über den Nasen-Rachen-Gang im Rachenraum und wird dabei (automatisch) verschluckt. Ein bisschen ekelig ist es aber trotzdem. ;)

Nasenbohren aus medizinischer Sicht – Ist Popeln gefährlich?

Aus medizinischer Sicht ist gelegentliches Nasenbohren keineswegs gefährlich, sonder eher normal. Kurzum, das Nasenbohren birgt nur ein sehr geringes medizinisches Risiko, kann allerdings auch zu Verletzungen der Nasenscheidewand führen, die im schlimmsten Fall Nasenbluten verursachen.

Darüber hinaus warnen einige Mediziner davor, dass häufiges Nasebohren auch zu einem erhöhten Infektionsrisiko führen könne, da sich auf der Fingerkuppe eine Vielzahl an Krankheitserregern befindet. Dies ist allerdings insofern zu relativieren, als ein gesunder Erwachsener deutlich mehr Keime auf der Nasenschleimhaut als auf den Händen bzw. Fingern hat (siehe dazu auch den Beitrag zum Internationalen Tag der Händehygiene bzw. Welthandhygienetag (engl. Save Lives: Clean Your Hands) am 5. Mai).

Etwas anders sieht das Nasenbohren im Sinne einer zwanghaften psychischen Störung aus. Dies ist laut der WHO-Klassifikation ICD-10 ein pathologisches Verhalten, das als Rhinotillexomanie zu den Krankheitswerten gezählt wird (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Wer hat den International Nose Picking Day ins Leben gerufen?

Wie bei so vielen anderen Anlässen aus dem Kalender der kuriosen Welttage gilt leider auch im Falle des International Nose Picking Day, dass kaum etwas über seine Ursprünge bzw. Hintergründe bekannt zu sein scheint. Zwar listet eine Großteil der gängigen Websites und Online-Kalender diesen internationalen Aktionstag des Popelns für den 23. April, konkrete Angaben zu einem möglichen Initiator oder dem genauen Gründungsjahr finden sich hier aber nicht.

Erschwerend hinzu kommt, dass sich die vorhandenen Quellen offenbar auch nicht einig darüber sind, ob es sich beim Nose Picking Day um einen internationalen oder US-amerikanischen, also nationalen Feiertag für Nasenbohrer handelt (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Warum fällt der Internationale Tag des Nasenpopelns auf den 23. April?

Die zuvor skizzierte Unklarheit setzt sich dann leider auch mit Blick auf das gewählte Darum fort. Denn warum sich die unbekannten Initiatoren hier ausgerechnet den 23. April als Termin für den Internationalen Tag des Nasepopelns ausgesucht haben, scheint nicht näher begründet bzw. gehört wohl eher in die Kategorie der kalendarischen Willkür.

Ob es hier ggf. eine inhaltliche Verbindung zum ebenfalls am 23. April gefeierten Tag des deutschen Bieres, dem internationalen Tag der englischen Sprache (engl. UN English Language Day), dem US-amerikanischen Nutze-die-Gelegenheit-Tag (engl. Take a Chance Day) bzw. Tag des Kirsch-Käsekuchens (engl. National Cherry Cheesecake Day) oder dem Welttag des Buches (engl. World Book and Copyright Day) gibt, konnte ich im Zuge der Recherchen für den vorliegenden Beitrag allerdings nicht herausfinden.

In diesem Sinne: Egal ob mit oder ohne Finger in der Nase, Euch allen einen entspannten Internationalen Tag des Nasebohrens. :)

Weitere Informationen zum International Nose Picking Day