Tag des Champagners – National Champagne Day in den Vereinigten Staaten

Mit dem US-amerikanischen Tag des Champagners (engl. National Champagne Day) feiern der 4. August und der 31. Dezember eines der edelsten Getränke überhaupt. Grund genug, diesem doppelten kulinarischen Anlass aus den Vereinigten Staaten im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt nachzugehen und seine Geschichte im Folgenden zu erzählen. Darauf erst mal ein Glas Schaumwein. Cheers.

National Champagne Day - Tag des Champagners in den USA. Kuriose Feiertage - 31. Dezember © 2016 Sven Giese
National Champagne Day – Tag des Champagners in den USA. Kuriose Feiertage – 31. Dezember © 2016 Sven Giese

Wann ist Tag des Champagners?

Die USA feiern ihren nationalen Tag des Champagners (engl. National Champagne Day) immer am 4. August und am 31. Dezember. Neben diesem doppelten Termin kommt aber erschwerend hinzu, dass der Jahreskalender der kuriosen Feiertage noch weitere Champagner Ehrentage kennt:

  • Oktober: Global Champagne Day (seit 2009 mit flexiblem Datum immer um den 20. Oktober herum → 2019 am 19. Oktober – siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).
  • 19. Oktober: National Champagne Day in den USA. Dies ist wahrscheinlich eine Verwechslung mit dem zuvor genannten Global Champagne Day. So finden sich hier auch so gut wie keine verweisenden Quellen.

Weshalb fällt der US-amerikanische Champagner-Ehrentag auf den 4. August und den 31. Dezember

Trotzdem lohnt sich ein näherer Blick auf die beiden Termine. Denn sowohl für den 4. August als auch den 31. Dezember gibt es zumindest den Ansatz einer Begründung für ihre Wahl als Datum des US-amerikanischen Champagner-Ehrentags.

Der 4. August als Geburtsstunde des Champagners: Dom Perignon und das Getränk der Sterne im Jahr 1693

Der französische Benediktinermönch Dom Pérignon (eigentlich Pierre Pérignon – 1637 1715) galt für lange Zeit als Erfinder des für die Herstellung von Champagner zentralen Verfahrens der Flaschengärung (franz. Méthode champenoise). In diesem Zusammenhang kursierte lange die Legende, dass der Benediktinermönch nach einer verpatzten Weinprobe am 4. August 1693 auf dieses Verfahren gestoßen sei und seine Entdeckung des Champagners mit dem berühmten Ausspruch „Ich trinke Sterne!“ kommentiert haben soll. Sowohl diese Geschichte als auch die damit verbundene Geburtsstunde des Champagners dürften aber einer kritischen Quellenprüfung nicht standhalten. So verweisen die meisten Historiker in diesem Zusammenhang auf die erste urkundliche Erwähnung des Sternentrunks im späten 19. Jahrhundert (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten). Zumindest erklärt dies aber die Wahl des 4. August als ein mögliches Datum für den National Champagne Day.

Ob es darüber hinaus eine Verbindung zum parallel in den Vereinigten Staaten gefeierten Tag der Küstenwache (engl. National Coast Guard Day), dem Tag des Weißweins (engl. National White Wine Day) oder dem Tag der Schokoladentropfen-Kekse (engl. National Chocolate Chip Cookie Day) gibt, ist nicht überliefert.

Der 31. Dezember und der Brauch zum Jahreswechsel mit einem Glas Champagner anzustoßen

Auch für die Wahl des 31. Dezember als Datum des National Champagne Day gibt es eine hinreichende Begründung. Angesichts des in vielen Ländern praktizierten Brauchs, am 31. Dezember mit einem edlen (alkoholischen) Getränk zu Silvester auf das neue Jahr anzustoßen, erscheint dieser Termin einleuchtend. Eine konkrete Begründung findet sich aber nicht. Dies gilt auch für eine mögliche inhaltliche Verbindung zum ebenfalls am 31. Dezember in den USA begangenen Bitte-nicht-stören-Tag (engl. No Interruptions Day), dem astrologischen Unglückstag (engl. Unlucky Day), dem Entscheide-Dich-endlich-Tag (engl. Make Up Your Mind Day) oder dem Essig-Tag (engl. National Vinegar Day) gibt, bleibt ebenfalls unklar.

Wer hat den National Champagne Day ins Leben gerufen?

Man weiß es nicht so genau. Wie bei so vielen anderen Ehrentagen für alkoholische Getränke gilt leider auch für beide Termine des National Champagne Day, dass sehr wenig über seine Ursprünge bzw. Hintergründe bekannt zu sein scheint. Zwar listen so ziemlich alle bekannten US-amerikanischen Websites und Online-Kalender diesen nationalen Champagner-Ehrentag, konkrete Angaben über einen möglichen Urheber oder das Ursprungsjahr liefern diese Quellen unter Hinweis auf eine ergebnislose in der Regel aber nicht.

Im Falle der Variante am 4. August findet sich vereinzelt auch der Hinweis auf einen International Champagne Day. Dieser soll angeblich aus Frankreich stammen, ist  aber wahrscheinlich eher ein Produkt der US-amerikanischen Grußkartenindustrie (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Schaumwein-Wissen: Ein paar Daten rund um das festlichste aller Getränke

Wie es die Zwischenüberschrift bereits andeutet, gilt der Champagner nach wie vor als eines der edelsten und feierlichsten Getränke der Welt. Und das mit recht hohem Verbrauch: So werden jedes Jahr weltweit ca. 2,5 Millionen Hektoliter Champagner – dies entspricht ca. 330 Millionen Flaschen – abgefüllt und mit einem jährlichen Umsatz von ca. 4 Milliarden Euro verkauft. Insofern scheint die profane Bezeichnung Schaumwein eigentlich nicht ganz angemessen. Aber was zeichnet den Champagner nun aus?

Woher stammt der Champagner?

Nicht jeder Schaumwein lässt unter dem Label Champagner verkaufen. Denn die französische Bezeichnung Champagne ist markenrechtlich geschützt und darf lediglich für die im nördlichsten französischen Weinbaugebiet Champagne (franz. la Champagne) nach streng festgelegten Regeln angebauten und gekelterten Schaumweine verwendet werden.

Dementsprechend ist der Champagner durch das Appellation d’Origine Contrôlée (AOC; franz.: kontrollierte Herkunftsbezeichnung) – auch wenn es nicht auf dem jeweiligen Etikett vermerkt ist – gesichert. Dieses Schutzsiegel gilt für eine ganze Reihe landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus Frankreich bzw. der Schweiz und schützt neben dem Champagner auch Produkte wie Butter, Calvados, Käse, Olivenöl und Wein. Kurzum, Champagner ist eine geschützte Marke.

Was ist das Besondere der Champagner-Herstellung?

Neben den zur Herstellung verwendeten Rebsorten Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay, die von Hand gepflückt sein müssen, ist hier in erster Linie ddie im Wein gelöste Kohlensäure (Kohlendioxid) entscheidend. Im Gegensatz zu anderen Schaumweinen wie z.B. dem Sekt, darf diese beim Champagner erst nach Abfüllung bei einer zweiten Gärung in der Flasche entstehen (franz. Méthode traditionnelle oder: Méthode champenoise).

Warum haben Champagner-Flaschen eine konische Vertiefung am Boden?

Vor diesem Hintergrund – dies gilt allerdings auch für alle anderen Schaumweine – muss eine Flasche, in der ein Schaumwein abgefüllt wird, besondere Bedingungen erfüllen. Um den bei der zweiten Gärung entstehenden Druck standhalten zu können, verfügen nahezu alle Champagner-Flaschen über eine konische Vertiefung am Boden, durch welche diese dann druckbeständiger werden. Ausnahmen bilden hier die durchsichtigen bzw. klaren Flaschen des Herstellers Roederer Cristal, deren Böden besonders dick und stabil sind. Durch die lange Gärzeit in der Flasche lagern nach Schätzung des Verbandes der französischen Champagner-Hersteller aktuell ca. 1,5 Milliarden Flaschen in den Kellern der Hersteller und Händler.

Was ist der Unterschied zwischen Sekt und Champagner?

Der wesentliche Unterschied zwischen Sekt und Champagner ergibt sich aus der Herkunft und in der Herstellung. Champagner stammt immer aus dem nördlichsten Weinanbaugebiet Frankreichs, der Champagne und seine Zweitgärung muss in der Flasche erfolgen. Darüber hinaus verwendet man bei der Herstellung von Champagner nur die von Hand geernteten Rebsorten Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay (siehe dazu auch den Beitrag zum Tag der Weinprobe (engl. National Wine Tasting Day) am jeweils ersten Samstag im November).

Wo ist der Unterschied zwischen Prosecco und Champagner?

Ähnlich wie beim Sekt besteht auch der Unterschied zwischen Prosecco und Champagner in der Herkunft und Herstellung. Prosecco muss nicht zwingend aus der nordfranzösischen Champagne stammen und wird im Gegensatz zum Champagner in der Regel mithilfe der Tankgärung hergestellt (siehe dazu auch den Beitrag zum US-amerikanischen Prosecco-Tag (engl.  National Prosecco Day) am 13. August).

Wie öffnet man eine Champagner-Flasche?

Damit aber nicht genug der Besonderheiten des Champagners gegenüber anderen Schaumweinen. So werden Champagner-Flaschen nicht einfach geöffnet, sondern klassisch mit einem sogenannten Champagnersäbel (franz. Sabre) geköpft. Diesen Vorgang bezeichnet man daher auch als Sabrieren. Ein solcher Säbel ist in der Regel zwischen 50 und 70 Zentimeter lang und wiegt zwischen 500 und 1200 Gramm. Während die stumpfe Klinge aus robustem Edelstahl besteht, fertigt man den Griff aus Messing. Bei teureren Modellen solcher Champagnersäbel finden sich aber auch Edelmetalle wie Gold und Silber bzw. Verzierungen mit Edelsteinen.

Wie sollte Champagner temperiert werden?

Entgegen einer häufig kolportierten Ansicht reicht es völlig, einen Champagner mit Kühlschranktemperatur zu servieren. Hier mögen zwar graduelle Unterschiede hinsichtlich der konkreten Temperatur bestehen, nur zu warm sollte man das Getränk eben nicht reichen. Schmeckt nicht wirklich und verursacht nicht nur dem Gastgeber Kopfschmerzen. ;)

In welchem Glas serviert man Champagner am besten?

Während man Champagner in 1920er und 1990er Jahren vor allem in randvollen, offenen Kelchen servierte, bekommt man ihn heute primär in schmalen, hohen Champagner-Flöten gereicht. Wie bei so vielen Trends sind beide Formen allerdings eher suboptimal. Denn idealerweise bzw. klassisch trinkt man Champagner aus einem bauchigen, hohen Weißweinglas (siehe dazu auch den Beitrag zum US-amerikanischen Tag des Weißweins (engl. National White Wine Day) am 4. August). Nur so entfaltet sich das Aroma des Champagners vollständig (siehe dazu auch den Beitrag zum US-amerikanischen Tag des Aperitifs (engl. National Aperitif Day) am dritten Donnerstag im Mai).

In diesem Sinne: Cheers und Euch allen einen tollen Tag des Champagners in Verbindung mit einem guten Rutsch ins neue Jahr. Egal ob in den Vereinigten Staaten, in Deutschland oder sonst wo auf der Welt. :)

Weitere Informationen und Quellen zum nationalen Champagner-Tag in den USA