Tag der Fähren am 22. Februar – Aktionstag für Fährreisen in Europa zum Petritag

Schiff, Ahoi! Der 22. Februar hat seit 2026 einen neuen Anlass im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt. Denn diesem Datum feiert die europäische Fährbranche fortan als Tag der Fähren. Grund genug, diesen maritimen Anlass mit den folgenden Zeilen etwas näher zu beleuchten. Was steckt hinter dem Tag der Fähren, und warum fällt er ausgerechnet auf den 22. Februar?

Weiße Autofähre „Meine Fähre 1“ bei der Einfahrt in den Hafen, davor Wiese mit einer Bank und Industriegebäuden im Hintergrund.
Tag der Fähren. Kuriose Feiertage – 22. Februar (c) 2026 Sven Giese – Bild 1

Wer hat den Tag der Fähren ins Leben gerufen?

Hinter dem Tag der Fähren stehen der Verband der Fährschifffahrt und Fährtouristik (VFF) und seine Mitglieder. Dieser hatte mich in Person von Frau Paratore im August 2025 per E-Mail kontaktiert und um Aufnahme in den Kalender gebeten. Dem komme ich mit dem vorliegenden Beitrag natürlich gerne nach.

Wann ist Tag der Fähren?

Seit 2026 findet der Tag der Fähren jedes Jahr am 22. Februar statt. Die Premiere war 2026, und der Aktionstag soll fortan als fester, wiederkehrender Termin im Kalender stehen. Wer von Euch in Zukunft diesen Beitrag aus dem Kalender der maritimen Feiertage begehen möchte, sollte sich für die kommenden Jahre folgende Wochentage im Kalender anstreichen:

JahrDatumWochentag
202622. FebruarSonntag
202722. FebruarMontag
202822. FebruarDienstag
202922. FebruarDonnerstag
203022. FebruarFreitag
203122. FebruarSamstag
203222. FebruarSonntag
203322. FebruarDienstag
203422. FebruarMittwoch
203522. FebruarDonnerstag
203622. FebruarFreitag

Wer von Euch hier noch eine gedankliche Stütze benötigt, kann sich diesen Anlass auch als kalendarische Parallele zum Welttag der Pfadfinder (engl. World Thinking Day) merken, der ebenfalls immer auf den 22. Februar fällt.

Blaues Schiff „IE 1“ fährt durch graues Wattenmeer, Bugwelle spritzt, Pfähle im Hintergrund.
Tag der Fähren. Kuriose Feiertage – 22. Februar (c) 2026 Sven Giese – Bild 2

Weshalb fällt der Tag der Fähren auf den 22. Februar?

Die Wahl des 22. Februar als Datum für den Tag der Fähren ist historisch begründet. Denn mit diesem Datum knüpft der Verband der Fährschifffahrt und Fährtouristik  bewusst an die Traditionen des historischen Petritag an. Im Mittelalter galt dieses Datum in Teilen Europas, besonders in Hansestädten, als maritimer Fixpunkt, der sinnbildlich für das Ende der Winterpause im Schiffsverkehr stand. Die Häfen öffneten wieder, der Handel und Verkehr kamen in Gang.

Konkret kennt man den Biike/Petritag als „Peters-Abend“ (Pers awten/aften) bis zu den dänischen Wattenmeerinseln, während der Kernbrauch besonders auf Inseln und Halligen der Nordseeküste als Tradition lebendig ist. Symbolisch bündeln Feuerzeichen (Orientierung), Aufbruchstichtag (Auslaufen/Verträge) und Schutzbitte (Segen) den maritimen Übergang vom Winterrisiko zur Fahrzeit. Sogar Bauernregeln zur Petri-Stuhlfeier zu Wind, Eis und Frost wirken wie kulturelle Wetterwarnungen. Siehe dazu auch den thematisch verwandten Tag der Seenotretter, der in Deutschland immer auf den zweiten Sonntag im Juli fällt.

Schauen wir uns die Hintergründe etwas genauer an.

In Nordfriesland fällt der Petritag auf den 22. Februar (kirchlich: Petri Stuhlfeier/Cathedra Petri) und wird regional durch das Biikebrennen am Vorabend (21. Februar) gerahmt. Wann der Petritag erstmals urkundlich fassbar wird, bleibt laut den vorhandenen Quellen allerdings unklar. Seefahrtsgeschichtlich ist das Datum als ein Saison-Signal gesichert: Für die mittelalterliche Hanse gilt der 22. Februar als Ende der winterlichen Fahrpause, die ausdrücklich mit Sturmrisiken begründet war. Siehe dazu auch die Beiträge zum 25. Juni als internationalen Tag der Seefahrer (engl. Day of the Seafarer) und zum letzten Donnerstag im September als Weltschifffahrtstag (engl. World Maritime Day).

Das Biikefeuer passt dazu als Seezeichen, denn „Biike“ wird als Bake/Feuerzeichen gedeutet.

In den vorhandenen Quellen erscheinen frühe Formen als Leuchtbaken an Stränden, die Seefahrern und Walfängern als Orientierung dienten, bevor sich große Holzstöße wohl erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts verbreiteten. Der häufig zitierte Zusammenhang „Feuer als Abschied der Walfänger“ bleibt strittig. So argumentiert die Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, dass auf Sylt Seeleute schon vor 1760 am 22. Februar in Keitum zusammenkamen, um Abfahrten zu Walfanghäfen und Heuerverträge zu besprechen. Daraus entstand dann aber im 19. Jahrhundert – befeuert durch Chronisten wie Christian Peter Hansen – die Vorstellung, die Feuer würden die auslaufenden Walfänger verabschieden. Neuere Darstellungen ordnen dies ausdrücklich als Mythos ein (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Historisch betrachtet war der Termin keineswegs fest auf den 22. Februar gelegt.

Gerade wegen der Fastenzeit gab es lokal viele kalendarische Abweichungen, teils mit getrennten Kinder- und Erwachsenen-Petritage. Erst seit Ende des 19. Jahrhunderts hat sich dieses Datum des Petritag als Gerichts- und Tanztag etabliert. Seefahrtsnah bleibt der Tag über seine Schutzsymbolik. Weil Petrus als Schutzpatron der Fischer gilt, wird er regional auch als Anlass verstanden, um hier um Schutz und Segen für Fischer, Mannschaften und Familien zu bitten. Siehe dazu auch die Beiträge zum ersten Sonntag im Juni als isländische Tradition Sjómannadagurinn und zum 29. Juni als Internationaler Tag der Fischer (engl. International Fisherman’s Day).

Auch wenn der Petritag heute vielerorts stärker als Kultur- und Jugendtag sichtbar ist, bleibt er (zusammen mit den Biikefeuern) ein kompaktes Gedächtnisdatum der Nordseeküste für saisonale Seefahrt, Gefahrenwissen und die Bedeutung sichtbarer Zeichen. In diesen Kontext passt dann auch der Tag der Fähren, der den 22. Februar im Zeichen von  Verbindung, Aufbruch und Wiederbeginn thematisiert.

Kleine Fähre auf dem Weg zur Düne Helgoland fährt durch wellige Nordsee, im Hintergrund Leuchtturm und Dünen am Strand.
Tag der Fähren. Kuriose Feiertage – 22. Februar (c) 2026 Sven Giese – Bild 3

Ziele und Intention: Worum geht es beim Tag der Fähren?

Konkret soll es mit dem Tag der Fähren einen klaren, wiederkehrenden Anlass im Kalender geben, an dem sich die Fährbranche europaweit als nachhaltige, familienfreundliche und verbindende Art des Reisens präsentiert.

Das Ziel geht dabei über reine Branchenwerbung hinaus. Der 22. Februar soll zeigen, was Fähren alles können: als Verkehrsmittel, als Reiseerlebnis und als verbindendes Element zwischen Ländern, Kulturen und Küsten. Wer schon einmal an Deck gestanden und zugesehen hat, wie sich eine Küstenlinie langsam am Horizont abzeichnet, weiß, wovon hier die Rede ist. Siehe dazu exemplarisch auch den Beitrag zum US-amerikanischen Fernweh-Tag (engl. Call of the Horizon Day) am 9. Juli.

Zum Auftakt beteiligen sich viele Fährreedereien mit gebündelten Marketing- und Vertriebsmaßnahmen, um Fährreisen europaweit sichtbarer zu machen. Neben einer zentralen Auftaktveranstaltung am 22. Februar in Kiel am Schwedenkai (Publikumstag mit Familienprogramm und Informationen zu Mobilität, Sicherheit und Reiseplanung) setzen auch zahlreiche Verbandsmitglieder eigene Impulse; organisiert wird das Kiel-Event gemeinsam mit Partnern wie Port of Kiel, Kiel Marketing, dem Cruise & Ferry Center und dem ADAC (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Hier eine kleine Auswahl an geplanten Aktionen zur ersten Auflage des Tags der Fähren am 22. Februar 2026:

  • Sondertarife für Fährverbindungen
  • Exklusive Buchungsangebote am Aktionstag
  • Aufmerksamkeitsstarke Kampagnen zur Image- und Reichweitensteigerung
  • GNV: 22 % Rabatt für Reisebüros nur am Aktionstag (zusätzlich Umsatzstaffelprovision ab 7 %)
  • Publikumstag in Kiel (22. Februar): Eventfläche am Schwedenkai mit Programm + Informationsständen
  • Eigene Verkaufs- und Marketing-Impulse u. a. durch Finnlines, DFDS, Viking Line, Stena Line, Color Line und Fjord Line

Wer von Euch nichts mit Fähren anfangen kann oder schnell seekrank wird, für den/die bietet der 22. Februar natürlich eine ganze Reihe kalendarischer Alternativen.

In Deutschland steht dieses Datum auch für den Tag der Weißwurst, in Japan für den Katzentag Neko No Hi. Die USA kennen den 22. Februar als Tag der Margarita (engl. National Margarita Day), als Single-Tasking-Tag (engl. Single Tasking Day) und als Gassi-Gehen-Tag (engl. Walking the Dog Day).

In diesem Sinne: Leinen los und einen tollen Tag der Fähren.

Egal, ob an Bord, am Hafen oder einfach in Gedanken auf dem Wasser.

Weitere Informationen und Quellen zum 22. Februar als Tag der Fähren