Eierkuchenfest bzw. Tag der Crêpes in Frankreich – das französische La Chandeleur

Der 2. Februar hat es im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt wirklich in sich. Einer der heute begangenen Anlässe ist das französische Eierkuchenfest La Chandeleur, das auch unter dem Namen Tag der Crêpes bekannt ist. Was es damit auf sich hat und warum dieser Crêpe-Ehrentag unserer europäischen Nachbarn einen festen Platz in der Sammlung kulinarischer Welttage verdient hat, erzählt der vorliegende Beitrag.

La Chandeleur - Eierkuchenfest bzw. Tag der Crêpes in Frankreich. Kuriose Feiertage - 2. Februar © 2016 Sven Giese
Zusammengerollte Crêpe mit Nutella bestrichen © 2016 Sven Giese.

Weshalb fällt das französische Eierkuchenfest auf den 2. Februar?

Schaut man sich die Sache etwas genauer an, so wird man schnell feststellen, dass auch im Falle des französischen La Chandeleur ein religiöser Bezug vorhanden ist, den sich diese kulinarische Tradition tatsächlich mit den ebenfalls am 2. Februar gefeierten estnischen Kerzentag (estnisch Küünlapäev) und dem Murmeltiertag (engl. Groundhog Day) bzw. den Tag des Igels (engl. Hedgehog Day) auf dem nordamerikanischen Kontinent teilt.

Denn der 2. Februar liegt genau 40 Tage nach Heiligabend und wird gemäß dem christlichen Kalender auch als Darstellung des Herrn, besser bekannt als (Mariä) Lichtmess (engl. Candlemass Day) gefeiert. Wie bei den meisten christlichen Festen spielten hier aber auch heidnische Einflüsse eine nicht unwesentliche Rolle. So geht man heute davon aus, dass Lichtmess seine Ursprünge in einem heidnischen Lichtfest hat, welcher das Ende des Winters markiert. Nicht umsonst leitet sich der französische Begriff chandeleur auch vom lateinischen festa candelarum (dt. das Fest der Kerzen) ab.

Wie feiert Frankreich die Tradition des La Chandeleur?

Und damit schließt sich dann auch wieder der Kreis vom Licht zum französischen Eierkuchen bzw. Crêpes. Denn die werden in dieser Tradition aufgrund ihrer Form (rund) und Farbe (gold-gelb) als Symbol für die Sonne gesehen, deren Licht die Dunkelheit des Winters vertreibt. Dementsprechend haben die Leute in Frankreich früher auch die Teigreiste der Weihnachtszeit benutzt, um hieraus dann am 2. Februar Crêpes zu machen.

Darüber hinaus hat sich aber auch noch eine weitere Tradition rund um La Chandeleuer eingebürgert. Denn mit ein bisschen Geschick soll man bei der Herstellung der Eierkuchen sogar reich werden können. Der Legende nach soll nämlich der, der dabei ein Goldstück in der linken Hand hält, im kommenden Jahr mit Glück und Reichtum gesegnet sein.

Einzige Voraussetzung: Die Pfanne muss mit der rechten Hand gehalten werden. Dabei muss die erste Crêpe von der Pfanne aus in die Luft geworfen werden und nach genau einer Umdrehung dort wieder landen. Diese erste Crêpe darf auch nicht gegessen werden, sondern soll auf einem Schrank das ganze Jahr über gelagert werden (siehe dazu u.a. auch Leg-Dein-Kopfkissen-auf-den-Kühlschrank-Tag (engl. Put A Pillow On Your Fridge Day) am 29. Mai und dem  US-amerikanischen Nicht-alle-Eier-fürs-Omelett-Tag (engl. National Don’t Put all your Eggs in One Omelet Day) am 9. Juli). Gemäß der Überlieferung soll Schimmel dabei kein Problem darstellen.

Und auch wenn der religiöse Ursprung von La Chandeleur zugunsten des La Fête des Crêpes in Hintergrund gerückt ist, erfreuen sich die Eierkuchen nach wie vor großer Popularität. Und das nicht nur in Frankreich, sondern auch in Belgien, Kanada, der Schweiz und in Vietnam (siehe dazu auch die anderen Beiträge aus dem Kalender der Kuchen-Feiertage).

Sollte Eierkuchen aber grundsätzlich nicht Euer Ding sein, könnt Ihr den heutigen 2. Februar aber alternativ auch noch als UNSECO Welttag der Feuchtgebiete (engl. World Wetlands Day) oder als Tag des arbeitslosen Duftbaums feiern.

In diesem Sinne: Wohl an und Guten Appetit. Egal ob in Frankreich, in Deutschland oder sonst wo auf der Welt.:)

Weitere Informationen und Quellen zum französischen Crêpes-Tag am 2. Februar