Tag des Dankes für die Arbeit in Japan – der japanische Kinrô kansha no hi

Der Stellenwert der Arbeit und die daran gekoppelte Arbeitsmoral sind in Japan – so ein gängiges Klischee – besonders hoch. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt dieser Aussage gibt es in Nippon aber tatsächlich den Tag des Dankes für Arbeit bzw. alternativ auch Arbeitsdanktag (jap. 勤労感謝の日kinrô kansha no hi), der als nationaler Feiertag immer auf den 23. November fällt. Grund genug, der Geschichte dieses Anlasses einen eigenen Beitrag im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt zu reservieren.

Kinrô kansha no hi - Tag des Dankes für die Arbeit in Japan. Kuriose Feiertage - 23. November (c) 2014 Sven Giese
Kinrô kansha no hi – Tag des Dankes für die Arbeit in Japan. Kuriose Feiertage – 23. November (c) 2014 Sven Giese

Japan bedankt sich bei der arbeitenden Bevölkerung

Im Gegensatz zu vielen anderen kuriosen Feiertagen gibt es für nahezu alle Ehrentage des traditionsreichen japanischen Rahmenkalenders konkrete Hintergrundinformationen. Exemplarisch sei hier u.a. auf den White Day – Valentinstag in Japan am 14. März, das japanische Sternenfest Tanabata am 7. Juli sowie das 7-5-3-Fest am 15. November verwiesen.

Aber zurück zum heutigen Arbeitsdanktag. Sinn und Zweck dieses nur auf den ersten Blick kuriosen Feiertages ist es, öffentliche Dankbarkeit für die Arbeit der Anderen zu zeigen. So malen beispielsweise in Tokyos Vororten die jüngsten Klassen der Grundschulen Bilder, um diese an die lokalen Polizeistationen zu verschenken und sich auf diese Weise für die tägliche Sicherheit zu bedanken.

 Kinrô kansha no hi – Vom Erntedankfest zum Arbeitsdanktag

Dabei ist der Tag des Dankes für Arbeit im traditionsbewussten Japan ein recht neuer Feier- bzw. Gedenktag, der erst seit1948 begangen wird und dem Andenken der durch die neue Verfassung von 1947 garantierten fundamentalen Menschenrechte und der erweiterten Arbeiterrechte dient. Dementsprechend wird dieser Tag auch vorwiegend von Arbeitnehmerorganisationen genutzt, um mit Feierlichkeiten und Aktionen auf die Themen Frieden, Menschenrechte und Umweltschutz hinzuweisen.

Die Ursprünge reichen allerdings bis weit in die japanische Geschichte zurück und verweisen auf das alte shintoistische Erntedankfest Niinamesai (jap. 新嘗祭 – dt, Kosten des neuen Reis), bei dem der Kaiser rituell den frisch geernteten Reis den Göttern opfert. Die große japanische Chronik Nihon Shoki (720 n.Chr.) nennt diesbezüglich das Jahr 678 n.Chr., viele Forscher vermuten allerdings einen noch wesentlich früheren Zeitpunkt. Auf den 23.November wurde das Ritual während der Meiji-Periode (1868-1912) gelegt und bis 1948 auch landesweit in diesem Sinne gefeiert.

Und wer nichts damit anzufangen vermag, für den/die bietet der 23. November mit dem in den USA begangenen Fibonacci-Tag (engl. Fibonacci Day), dem Tag der Cashewnuss (engl. National Cashew Day), dem Iss-eine-Cranberry-Tag (engl. National Eat a Cranberry Day) oder dem Tag des Espresso (engl. National Espresso Day) mindestens drei kalendarische Alternativen. ;)

In diesem Sinne: Euch allen einen tollen Arbeitsdanktag. Egal ob in Japan, Deutschland oder sonst wo auf der Welt. :)

Weitere Informationen zum japanischen Tag des Dankes für die Arbeit