Halloween am 31. Oktober – Ursprung, Geschichte und Bedeutung des Gruselfestes

Am 31. Oktober leuchten zu Halloween geschnitzte Kürbisse vor den Haustüren, verkleidete Kinder ziehen mit „Süßes oder Saures“ durch die Nachbarschaft und auf Partys tummeln sich Hexen, Geister und andere Schauergestalten. Auch in Deutschland gehört Halloween inzwischen zum Herbst. Der Name Halloween geht auf das englische All Hallows’ Eve zurück: den Vorabend von Allerheiligen am 1. November. Das heutige Gruselfest verbindet christliches Gedenken, irische und schottische Volksbräuche sowie nordamerikanische Populärkultur. Ob es unmittelbar aus dem vorchristlichen Samhain-Fest hervorging, bleibt in der Forschung umstritten.

2026 fällt Halloween auf Samstag, den 31. Oktober. In Deutschland ist Halloween kein gesetzlicher Feiertag. Am selben Datum begehen allerdings mehrere Bundesländer den gesetzlichen Reformationstag. Wer hat Halloween ins Leben gerufen? Warum feiern wir am 31. Oktober? Und woher stammen Kürbislaternen, Verkleidungen und Geistergeschichten? Der Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt geht diesen Fragen auf den Grund.

Geschnitzter Halloween-Kürbis mit gezacktem Maul und finsterem Blick steht vor einer Haustür.
Halloween – Kuriose Feiertage – 31. Oktober © 2026 Sven Giese – Bild 1
Inhaltsverzeichnis

Wer hat Halloween ins Leben gerufen?

Halloween hat weder einen bekannten Gründer noch ein eindeutig bestimmbares Gründungsjahr. Christliche Gedenktage, regionale Volksbräuche und Erzählungen über Geister und Verstorbene prägten das Fest über Jahrhunderte. Einen ersten Hinweis auf seine Herkunft liefert der Name.

Woher stammt der Name Halloween?

Halloween leitet sich von All Hallows’ Eve ab, dem „Abend vor Allerheiligen“. Hallow bezeichnet hier einen Heiligen, Eve den Vorabend eines Festes. Aus All Hallows’ Even entstand hauptsächlich im schottischen Sprachgebrauch die Kurzform Hallowe’en. Später verschwand der Apostroph; die Schreibweise „Halloween“ setzte sich durch. Allerheiligen fällt auf den 1. November. Zu diesem kirchlichen Fest gehörte traditionell eine Vigil, also eine Feier am Vorabend. Ähnliche Vorabendfeiern kennen wir von Weihnachten und Ostern.

Die christlichen Aspekte von Halloween: von den Märtyrern zu Allerheiligen

Die Geschichte von Allerheiligen reicht bis in die ersten Jahrhunderte des Christentums. Christliche Gemeinden gedachten zunächst ihrer Märtyrer: Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt und getötet worden waren. Mit ihrer wachsenden Zahl entstand der Wunsch nach einem gemeinsamen Gedenktag.

Papst Bonifatius IV. weihte 609 oder 610 das ehemalige römische Pantheon der Jungfrau Maria und allen heiligen Märtyrern. Den zugehörigen Gedenktag beging man zunächst am 13. Mai. Im 8. Jahrhundert ließ Papst Gregor III. im Petersdom eine Kapelle allen Heiligen weihen und verband die Feier in Rom mit dem 1. November. Unter Gregor IV. verbreitete sich der Novembertermin im 9. Jahrhundert weiter.

Regional bestanden unterschiedliche Termine. Erst allmählich etablierte sich der 1. November im christlichen Festkalender – und mit ihm der 31. Oktober als Vorabend. Später kam Allerseelen hinzu: Abt Odilo von Cluny führte den 2. November in den Klöstern seines Verbandes als Gedenktag für die Verstorbenen ein. Von dort verbreitete sich der Brauch. Häufig nennen kirchliche Darstellungen das Jahr 998. Die genaue Datierung bleibt umstritten: Die ältere Catholic Encyclopedia hält eine Einführung erst nach 1030 für wahrscheinlich (siehe Quellenverzeichnis).

Halloween (31. Oktober), Allerheiligen (1. November) und Allerseelen (2. November) bilden die dreitägige christliche Gedenkzeit Allhallowtide. Auch die christliche Erinnerung an Tod und Jenseits liefert damit einen Hintergrund für typische Halloween-Motive.

Welche Rolle spielte das keltische Samhain-Fest für Halloween?

Neben Allerheiligen spielt in Erklärungen zu Halloween häufig Samhain eine Rolle. Das gälische Fest markierte in Irland, Schottland und auf der Isle of Man den Übergang von der Erntezeit zum Winter.

Mit Samhain begann die dunklere Jahreshälfte. Die Menschen holten das Vieh von den Sommerweiden, sicherten Vorräte und beendeten die letzten Erntearbeiten. Mittelalterliche irische Erzählungen schildern diese Zeit als Übergang zwischen Menschenwelt und Anderswelt. Übernatürliche Wesen konnten demnach leichter in die vertraute Welt eindringen. Spätere Überlieferungen nennen Feuer, Speisegaben, Verkleidungen und Orakel. Dahinter standen Vorstellungen von Schutz, Begegnungen mit übernatürlichen Wesen und Hinweisen auf das eigene Schicksal. Wie diese Bräuche in vorchristlicher Zeit genau aussahen, lässt sich aus den erhaltenen Quellen allerdings nicht lückenlos rekonstruieren.

Halloween-Kürbis mit schiefem Grinsen und ausgeschnittenen Augen steht auf einer kleinen Tonschale.
Halloween – Kuriose Feiertage – 31. Oktober © 2026 Sven Giese – Bild 2

Ist Halloween tatsächlich ein ursprünglich keltisches Fest?

Die Vorstellung, Halloween sei die unveränderte Fortsetzung eines keltischen Totenfestes, ist historisch umstritten. Im 19. Jahrhundert stellten Volkskundler enge Verbindungen zwischen Samhain und Halloween her. Die keltische Renaissance machte solche Deutungen populär, doch nicht alle lassen sich durch historische Quellen stützen. Ein Beispiel ist der angebliche keltische Totengott Samhain: Für seine Existenz gibt es keinen historischen Beleg. Der Name bezeichnet ein jahreszeitliches Fest beziehungsweise einen Termin.

Ob vorchristliche Gemeinschaften Samhain bereits ausdrücklich als Totenfest feierten, bleibt offen. Viele schriftliche Zeugnisse stammen aus dem christlich geprägten mittelalterlichen Irland.

  • Der Historiker Ronald Hutton untersucht in seinem Fachaufsatz The Celtic New Year and Feast of the Dead (2024), wie die Vorstellung vom keltischen Neujahrs- und Totenfest entstand. Besonders John Rhys und James George Frazer prägten diese Deutung im 19. und frühen 20. Jahrhundert.
  • Nicholas Rogers zeichnet in Halloween: From Pagan Ritual to Party Night das Zusammenspiel christlicher Gedenktage, gälischer Traditionen und späterer Volksbräuche nach.
  • Der Volkskundler Werner Mezger warnt in einer SWR-Darstellung davor, vermeintlich ungebrochene Bräuche über Jahrtausende zurückzuverfolgen, ohne die Quellenlage zu prüfen (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Die Quellen belegen die christliche Namensherkunft und Samhain als Termin im gälischen Jahreslauf. Auch Parallelen zwischen Halloween und älteren Volksbräuchen sind erkennbar. Wie direkt einzelne Bräuche miteinander zusammenhängen, bleibt in vielen Fällen ungeklärt.

Wie wurde aus Halloween ein amerikanisches Gruselfest?

Sein weltweit bekanntes Erscheinungsbild erhielt Halloween hauptsächlich in Nordamerika.

Im 19. Jahrhundert brachten Einwanderer aus Irland und Schottland ihre Bräuche in die USA und nach Kanada. Anfangs pflegten hauptsächlich ihre Gemeinschaften die Traditionen. Später übernahmen weitere Bevölkerungsgruppen das Fest und verbanden Geistergeschichten, Spiele, Verkleidungen und nachbarschaftliche Aktivitäten. Im 20. Jahrhundert etablierten Literatur, Horrorfilme, Fernsehen und Werbung die vertraute Bildwelt aus Hexen, Skeletten, Vampiren, Monstern und Kürbissen. 1973 organisierte der Puppen- und Maskenkünstler Ralph Lee nach Angaben der Veranstalter einen kleinen Umzug für Kinder und Freunde seiner New Yorker Nachbarschaft. Daraus wuchs die öffentliche Village Halloween Parade.

Über Filme und Fernsehserien gelangte das US-amerikanisch geprägte Halloween-Bild zurück nach Europa. Seit den 1990er-Jahren verbreiteten sich auch in Deutschland Kostümpartys, Gruseldekorationen und das Sammeln von Süßigkeiten. So kehrte das Fest in deutlich veränderter Gestalt nach Europa zurück.

Wie kam Halloween nach Deutschland?

In Deutschland trugen primär amerikanische Filme und Serien sowie die Kostüm- und Karnevalsbranche zur Verbreitung seit den 1990er-Jahren bei. Eine deutlich kuriosere Episode beginnt mit dem Golfkrieg von 1991. Damals sagten Veranstalter in Deutschland zahlreiche Karnevalsfeiern ab. Kostümhersteller und Händler verloren dadurch einen wichtigen Absatzmarkt.

Die Branche suchte nach Alternativen. Der damalige Branchenvertreter Dieter Tschorn berichtete später, dass er ab 1994 regelmäßig Pressemitteilungen verschickte, um Halloween bekannter zu machen. Auch National Geographic und der WDR nennen die Karnevalsabsagen von 1991 als wichtigen Vermarktungsimpuls (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten). Ausgerechnet ein ausgefallener Karneval half also dem Gruselfest auf die Sprünge. Bekannt war Halloween zuvor bereits durch amerikanische Soldaten, die Populärkultur und einzelne Veranstaltungen. Zudem traf es auf regionale Herbstbräuche mit überraschend ähnlichen Laternen und Fratzen.

Rübengeister: Gab es Halloween-Bräuche bereits in Deutschland?

Gruselige Laternen gab es in Deutschland schon vor dem amerikanischen Halloween-Boom. Vor allem im Südwesten höhlten Menschen Rüben aus, schnitzten Fratzen hinein und beleuchteten sie von innen. Überliefert sind Namen wie Rübengeister, Riabagoaschter und Rummelbooze. Mancherorts zogen Kinder damit von Haus zu Haus und baten um Äpfel, Nüsse oder Gebäck. Anderswo stellten Familien die Rüben ans Fenster oder vor die Tür, um Vorübergehende zu erschrecken (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten). Die Ähnlichkeit zu irischen Rübenlaternen fällt auf. Laut Evangelischem Pressedienst reichen die ersten schriftlichen Belege für solche deutschen Bräuche ins 19. Jahrhundert zurück. Ob beide Traditionen gemeinsame Wurzeln besitzen oder unabhängig entstanden sind, ist ungeklärt.

Halloween-Kürbis mit spitzen Zähnen steht auf einer Stufe zwischen Herbstlaub und Spinnweben.
Halloween – Kuriose Feiertage – 31. Oktober © 2026 Sven Giese – Bild 3

Wann ist Halloween?

Halloween fällt jedes Jahr auf den 31. Oktober. Die Feierlichkeiten beginnen gewöhnlich am Abend und reichen in die Nacht zum 1. November. Der Termin liegt unmittelbar vor Allerheiligen am 1. November und Allerseelen am 2. November. Auch die gälischen Samhain-Überlieferungen betonen den Übergang zur dunklen Jahreszeit und die besondere Bedeutung der Nacht.

Wann ist Halloween 2026 bis 2036?

Wer von Euch in den kommenden Jahren mitfeiern möchte, sollte sich für die nächsten Halloween-Termine folgende Wochentage im Kalender anstreichen:

JahrDatumWochentag
202631. OktoberSamstag
202731. OktoberSonntag
202831. OktoberDienstag
202931. OktoberMittwoch
203031. OktoberDonnerstag
203131. OktoberFreitag
203231. OktoberSonntag
203331. OktoberMontag
203431. OktoberDienstag
203531. OktoberMittwoch
203631. OktoberFreitag

Als gedankliche Stütze ohne Halloween-Bezug kann man sich für dieses Datum aber auch den Weltspartag (engl. World Savings Day) und  den seit 2014 begangenen Welttag der Städte (engl. World Cities Day) merken.

Ist Halloween in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag?

Halloween ist in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag. Der ebenfalls am 31. Oktober begangene Reformationstag ist dagegen in neun Bundesländern arbeitsfrei: Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Der Reformationstag erinnert an Martin Luthers 95 Thesen gegen den Ablasshandel aus dem Jahr 1517. Ob Luther sie tatsächlich an die Tür der Wittenberger Schlosskirche schlug und ob er das Datum bewusst wegen Allerheiligen wählte, ist historisch umstritten. Allerheiligen am 1. November ist in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland gesetzlicher Feiertag.

Halloween, Reformationstag, Allerheiligen und Allerseelen im Vergleich

Die vier Anlässe unterscheiden sich in Herkunft, Bedeutung und Feiertagsstatus:

DatumAnlassHerkunft und BedeutungGesetzlicher Feiertag in Deutschland?
31. OktoberHalloweenVorabend von Allerheiligen; heute primär Grusel- und VerkleidungsfestNein
31. OktoberReformationstagEvangelischer Gedenktag zur ReformationJa, in neun Bundesländern
1. NovemberAllerheiligenChristliches Gedenken an alle HeiligenJa, in fünf Bundesländern
2. NovemberAllerseelenKatholischer Gedenktag für die VerstorbenenNein

Am 31. Oktober treffen daher das öffentliche Gruselfest und das evangelische Reformationsgedenken aufeinander.

Wo auf der Welt wird Halloween gefeiert?

Halloween feiern Menschen in vielen Ländern. Bedeutung und Bräuche unterscheiden sich regional. Fest verankert in den jeweiligen Traditionen ist das Fest in den USA, Kanada, Irland und Teilen des Vereinigten Königreichs. Dort gehören Kostüme, Veranstaltungen und Süßigkeitentouren vielerorts zum Herbst. Auch auf dem europäischen Festland und in Teilen Asiens verbreiteten sich amerikanisch geprägte Halloween-Bräuche. In New York zeigt die seit 1973 bestehende Village Halloween Parade eindrucksvoll die öffentliche Festkultur.

In Deutschland dominieren seit den 1990er-Jahren Kostümpartys, Gruselveranstaltungen und Aktionen in der Nachbarschaft (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Großer geschnitzter Halloween-Kürbis mit runden Augen und breitem Lächeln steht vor einer Betonwand.
Halloween – Kuriose Feiertage – 31. Oktober © 2026 Sven Giese – Bild 4

Warum fällt Halloween auf den 31. Oktober?

Das Datum erklärt zunächst der christliche Kalender: Halloween bezeichnet den Vorabend von Allerheiligen am 1. November. Offen bleibt, weshalb sich für Allerheiligen gerade dieser Novembertermin durchsetzte. Frühere Feiern fanden auch im Mai statt.

Warum setzte sich für Allerheiligen der 1. November durch?

Allerheiligen entwickelte sich regional über mehrere Jahrhunderte. Gedenkfeiern am 1. November gab es bereits, bevor sich das Datum allgemein durchsetzte. Die Weihe unter Gregor III. im 8. Jahrhundert und die weitere Verbreitung im 9. Jahrhundert festigten den Termin. Über die Gründe der Wahl diskutiert die Forschung bis heute (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Eine bekannte These lautet, die Kirche habe Allerheiligen bewusst auf den Termin des gälischen Samhain-Festes gelegt, um es zu verdrängen. Für diese gezielte Ersetzung fehlen ausreichende historische Belege. Nicholas Rogers verweist auf regional unterschiedliche Entwicklungen der frühen christlichen Gedenktage. Auch der Religionswissenschaftler Graham Harvey von der Open University trennt die kirchliche Festgeschichte von den überlieferten jahreszeitlichen Feiern (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Die Entstehung des Novembertermins lässt sich daher nicht auf ein einziges Motiv zurückführen.

Was hat die dunkle Jahreszeit mit Samhain zu tun?

Samhain lag ungefähr zwischen der Herbst-Tagundnachtgleiche und der Wintersonnenwende. In der gälischen Tradition galt dieser Übergang als besondere Schwellenzeit. Erzählungen verbanden die Dunkelheit mit der Nähe übernatürlicher Wesen. In manchen späteren Überlieferungen konnten sogar verstorbene Angehörige ihre früheren Häuser aufsuchen (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Der Einbruch der Nacht stand damit sinnbildlich für den Übergang zwischen vertrauter Welt und Anderswelt. Spätere irische und schottische Überlieferungen kennen Feuer, Speisegaben und symbolische Schutzhandlungen. Ihre genaue vorchristliche Herkunft bleibt offen.

Die Nacht zwischen den Welten

Die durchlässige Grenze zwischen Menschenwelt und Anderswelt gehört zu den eindrucksvollsten Motiven gälischer Erzählungen. Je nach Überlieferung lag jenseits dieser Grenze das Reich übernatürlicher Wesen, der Verstorbenen oder eine geheimnisvolle Gegenwelt. Höhlen, Gewässer und Grabhügel konnten als Zugänge gelten.

Dazu zählen die Sluagh: Schottisch-gälische Geschichten beschreiben sie als umherziehende Scharen ruheloser Seelen, die den Lebenden gefährlich werden konnten. Die Sage zeigt, welche Rolle Tod und Jenseits in der Folklore spielten; einen unmittelbaren Ursprung einzelner Halloween-Bräuche beweist sie nicht.

Gemeinsam ist solchen Erzählungen das Motiv des Übergangs – vom Sommer zum Winter, vom Licht zur Dunkelheit und vom Leben zum Tod.

Großer Halloween-Kürbis mit dreieckigen Augen und gezacktem Mund steht auf grauen Steinstufen.
Halloween – Kuriose Feiertage – 31. Oktober © 2026 Sven Giese – Bild 5

Harry Houdini starb ausgerechnet an Halloween

Ein bemerkenswerter Zufall verbindet Halloween mit dem berühmten Entfesselungskünstler Harry Houdini. Houdini starb am 31. Oktober 1926 in Detroit. Zu seinen Lebzeiten hatte er sich intensiv mit spiritistischen Medien beschäftigt und deren angebliche übernatürliche Fähigkeiten kritisch untersucht. Aus seinem Todestag entwickelte sich ein eigener US-amerikanischer Gedenktag: der National Magic Day (dt. Tag der Zauberei) am 31. Oktober.

Die historische Entwicklung von Halloween im Überblick

Wichtige Etappen von den christlichen Gedenktagen bis zum modernen Halloween:

ZeitraumHistorische EntwicklungBedeutung für Halloween
Vorchristliche und frühmittelalterliche ZeitSamhain ist als jahreszeitlicher Übergang in der gälischen Tradition überliefert. Die vorchristliche Ausgestaltung ist nur begrenzt rekonstruierbar.Mögliche ältere Einflüsse auf spätere Volksüberlieferungen
609 oder 610Papst Bonifatius IV. weiht das Pantheon in Rom der Jungfrau Maria und allen Märtyrern.Wichtige Station in der christlichen Geschichte des Heiligengedenkens
8. JahrhundertPapst Gregor III. verbindet eine Feier aller Heiligen mit dem 1. November.Festigung des späteren Allerheiligentermins
9. JahrhundertDer Novembertermin für Allerheiligen setzt sich unter Gregor IV. weiter durch.Der 31. Oktober erhält als Vorabend von Allerheiligen seine Bedeutung.
Um die Jahrtausendwende / frühes 11. JahrhundertAbt Odilo von Cluny fördert den Allerseelentag am 2. November. Die genaue Datierung ist umstritten.Ausweitung der christlichen Gedenkzeit
19. JahrhundertIrische und schottische Einwanderer bringen regionale Halloween-Bräuche nach Nordamerika.Grundlage für die Entwicklung des modernen amerikanischen Festes
20. JahrhundertTrick or Treat, Kostümierungen, Kürbislaternen und Halloween-Veranstaltungen verbreiten sich in Nordamerika.Entstehung der heute international bekannten Halloween-Kultur
Seit den 1990er-JahrenHalloween gewinnt in Deutschland zunehmend an Popularität.Verbreitung amerikanisch geprägter Halloween-Bräuche

Was bedeutet Halloween heute?

Je nach Tradition verbinden Menschen mit Halloween christliches Gedenken, überlieferte Geistergeschichten oder einen geselligen Abend mit Kostümen und Spielen. Im modernen Fest stehen Gruselspaß und gemeinsames Feiern im Mittelpunkt.

Religiöse Bedeutung: Heilige und Verstorbene

Im christlichen Kalender beginnt mit dem Abend vor Allerheiligen eine dreitägige Gedenkzeit. An Allerheiligen gedenkt die katholische Kirche aller Heiligen; an Allerseelen erinnert sie an die Verstorbenen und betet für sie. Gottesdienste, Friedhofsbesuche und Kerzen prägen diese Tage vielerorts. Auch Totenschädel und Skelette gehören zur christlichen Bildtradition: Sie erinnern an die Vergänglichkeit des Lebens.

Süßes oder Saures: Woher stammt der bekannteste Halloween-Brauch?

Beim „Trick or Treat“, auf Deutsch „Süßes oder Saures“, ziehen verkleidete Kinder am 31. Oktober von Tür zu Tür und bitten um Süßigkeiten. Bleibt die Gabe aus, droht dem Spruch zufolge ein kleiner Streich. Mehrere ältere Bräuche kommen als Vorläufer infrage:

  • Beim mittelalterlichen Souling baten Bedürftige oder Kinder um sogenannte Soul Cakes. Als Gegenleistung sprachen sie Gebete für verstorbene Angehörige der Hausbewohner.
  • Aus Irland und Schottland stammt das Guising: Verkleidete besuchten die Nachbarschaft und führten teilweise Lieder oder kleine Szenen auf.
  • In Nordamerika verbanden sich solche Traditionen mit weiteren Einflüssen. Im 20. Jahrhundert verbreitete sich das heutige Süßigkeitensammeln zunehmend. Eine US-amerikanische Besonderheit ist hier das Candy Corn, das mit dem National Candy Corn Day am 30. Oktober sogar einen eigenen kuriosen Feiertag besitzt,
  • Die Library of Congress verweist zudem auf mögliche deutsch-amerikanische Einflüsse. Einen einzigen Ursprung für Trick or Treat gibt es demnach nicht.

Weshalb verkleidet man sich an Halloween?

Hexen, Geister, Vampire und Skelette gehören zu den klassischen Kostümen. Ihre Vorläufer finden sich in europäischen Masken- und Verkleidungsbräuchen. Manche Überlieferungen schreiben furchterregenden Masken eine Schutzfunktion zu: Wer wie ein Geist aussah, sollte gefährliche Wesen täuschen. Bei anderen Umzügen besuchten Verkleidete Häuser, sangen oder spielten kleine Szenen. Heute bestimmen primär Spaß und Fantasie die Kostümwahl. Neben Schreckgestalten begegnen uns Figuren aus Filmen, Serien und Computerspielen. Das gemeinsame Verkleiden erlaubt es, für einen Abend aus vertrauten Rollen auszubrechen.

Jack O’Lantern: Wie wurde der Kürbis zum Symbol von Halloween?

Der beleuchtete Kürbis, die sogenannte Jack O’Lantern, gehört zu den bekanntesten Halloween-Symbolen. Siehe dazu auch den Beitrag zum US-amerikanischen Tag des Kürbis (engl. National Pumpkin Day) am 26. Oktober.

Seine Geschichte führt nach Irland. Dort erzählt man sich die Sage von Stingy Jack, der den Teufel mehrfach überlistete. Nach seinem Tod durfte er weder in den Himmel noch in die Hölle. Der Teufel gab Jack ein Stück glühende Kohle. In einer ausgehöhlten Rübe trug er das Licht fortan auf seiner Wanderung durch die Dunkelheit. In Irland und Schottland schnitzten Menschen Gesichter in ausgehöhlte Rüben. Die Laternen stellten Geister dar oder sollten unheilvolle Wesen fernhalten. In Nordamerika fanden Einwanderer größere und leichter zu bearbeitende Kürbisse. Aus der Rübenlaterne entstand die heute weltweit bekannte orangefarbene Kürbisfratze.

Halloween-Kürbis mit spitzen Holzstäbchen als Zähnen und Augenbrauen steht vor grünen Sträuchern.
Halloween – Kuriose Feiertage – 31. Oktober © 2026 Sven Giese – Bild 6

Ein echter Halloween-Geist aus Irland

Ein Stück irischer Alltagsgeschichte bewahrt das National Museum of Ireland. Das Museum zeigt die Nachbildung einer Rübenlaterne aus der Gegend um Fintown im County Donegal. Eine Lehrerin übergab die Vorlage 1943 der Sammlung; ihr zufolge war dieser Laternen-Typ dort um 1900 gebräuchlich. Die ausgehöhlte Rübe trägt eine unheimliche Fratze, die eine Kerze im Inneren zum Leuchten brachte. Sie zeigt, wie Halloween-Laternen vor dem Siegeszug des Kürbisses aussahen. Siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten, aber auch den Beitrag zum Schnitz-einen-Kürbis-Tag am 31. Oktober.

Feuer, Wahrsagerei und andere überlieferte Halloween-Bräuche

Zu den weniger bekannten Halloween-Traditionen zählen Orakel und Gesellschaftsspiele aus Irland und Teilen Großbritanniens. Mit ihnen wollten Menschen Hinweise auf ihre Zukunft erhalten.

Beim Apple Bobbing fischten Teilnehmende Äpfel mit dem Mund aus einem Wasserbehälter. Für Liebesorakel warfen sie eine möglichst lange Apfelschale über die Schulter: Ihre Form sollte den Anfangsbuchstaben des künftigen Partners verraten. Daneben verband man Feuer mit Schutz, Reinigung und der Abwehr unheilvoller Kräfte (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Viele dieser Praktiken verloren später ihre ursprüngliche Bedeutung oder wurden zu Gesellschaftsspielen.

Halloween heute: Zwischen Gruselspaß, Gemeinschaft und Kommerz

Heute prägen Kostümpartys, Süßigkeiten, Gruseldekorationen und Veranstaltungen das Fest. Halloween bringt zugleich Menschen zusammen: Familien schnitzen Kürbisse, Kinder besuchen die Nachbarschaft und Freundeskreise feiern gemeinsam. Auch wirtschaftlich hat der Termin Gewicht. Handel und Veranstaltungsbranche bieten Kostüme, Dekorationen, Süßigkeiten und Gruselevents an. Filme, Fernsehserien und andere Medien machten die amerikanisch geprägte Festkultur weltweit bekannt. So bestehen religiöse Bezüge, regionale Bräuche und moderne Unterhaltung heute nebeneinander.

Weitere Geister- und Totenfeste aus aller Welt

Neben Halloween, Walpurgisnacht, Rauhnächten und dem Día de los Muertos kennt der weltweite Festkalender weitere Anlässe, bei denen übersinnliche Vorstellungen oder das Gedenken an Verstorbene im Mittelpunkt stehen.

AnlassTerminRegionGemeinsames Motiv mit Halloween
Halloween31. OktoberInternational, besonders USA, Kanada, Irland und GroßbritannienGeister, Verkleidungen und jahreszeitliche Übergänge
Walpurgisnacht30. AprilDeutschland und Teile EuropasHexen, Feuer und Übergangsbräuche
RauhnächteJe nach Tradition ab 21. oder 24. Dezember bis Anfang JanuarMitteleuropa und AlpenraumGeistervorstellungen, Schutzrituale und die Wilde Jagd
Día de los MuertosVor allem 1. und 2. NovemberMexikoTotengedenken und symbolische Begegnung mit Verstorbenen
Zhōngyuán Jié15. Tag des siebten Monats im traditionellen chinesischen KalenderChinaGeistervorstellungen und Gedenken an Verstorbene
Día de las Ñatitas9. NovemberBolivienTotengedenken und besondere Formen der Ahnenverehrung

Weitere Hintergründe zu diesen und anderen Anlässen finden sich in der Übersicht des Kalenders der Grusel-Feiertage aus aller Welt.

Faktencheck: Was ist über Halloween historisch belegt?

Rund um Halloween kursieren vereinfachte oder historisch fragwürdige Erklärungen – besonders zu Samhain, zur Datumswahl und zur Herkunft einzelner Bräuche. Die folgende Übersicht ordnet zentrale Aussagen anhand wissenschaftlicher Veröffentlichungen, kirchlicher Quellen, Museumsbestände und historischer Darstellungen ein. Die Vertrauenswerte geben eine redaktionelle Einschätzung der Beleglage wieder; sie sind keine statistisch ermittelten Wahrscheinlichkeiten.

BehauptungBewertungVertrauenHistorische EinordnungQuellen
Halloween wird jedes Jahr am 31. Oktober gefeiert.WAHR99 %Der 31. Oktober ist der feste Termin von Halloween und der Vorabend von Allerheiligen.English Heritage; Open University
Der Name Halloween leitet sich von All Hallows‘ Eve ab.WAHR99 %Die christliche Namensherkunft ist sprachhistorisch gut belegt.Oxford Academic; English Heritage; Wordorigins
Halloween besitzt einen einzelnen Gründer.FALSCH99 %Das Fest entwickelte sich über Jahrhunderte aus unterschiedlichen religiösen und volkstümlichen Traditionen.Nicholas Rogers; Ronald Hutton; Open University
Samhain war der Name eines keltischen Totengottes.FALSCH99 %Samhain bezeichnet ein gälisches Fest oder einen jahreszeitlichen Zeitpunkt. Ein entsprechender Totengott ist historisch nicht belegt.Ronald Hutton; Nicholas Rogers
Halloween ist eine direkte und ununterbrochene Fortsetzung eines vorchristlichen keltischen Totenfestes.UNGEPRÜFT98 %Eine lückenlose historische Kontinuität ist nicht nachweisbar. Die direkte Abstammung bleibt eine umstrittene Deutung.Ronald Hutton 2024; Open University; Werner Mezger
Die Kirche legte Allerheiligen gezielt auf den 1. November, um Samhain zu ersetzen.UNGEPRÜFT97 %Für eine gezielte Verdrängung von Samhain fehlen eindeutige historische Belege.Nicholas Rogers; Kyle Smith; Open University
Abt Odilo von Cluny förderte die Einführung des Allerseelentags am 2. November.WAHR99 %Odilos Rolle bei der Verbreitung des Gedenktags ist kirchengeschichtlich belegt.English Heritage; Catholic Encyclopedia; Bistum Trier
Der Allerseelentag wurde exakt im Jahr 998 eingeführt.TEILWEISE95 %998 ist eine traditionelle Datierung. Andere historische Darstellungen setzen die Einführung später an.Bistum Trier; Catholic Encyclopedia
Die ursprünglichen irischen Halloween-Laternen wurden aus Rüben geschnitzt.WAHR99 %Traditionelle Rübenlaternen sind durch Museumsobjekte und historische Berichte dokumentiert.National Museum of Ireland; Smithsonian Institution; Library of Congress
Der moderne Brauch Süßes oder Saures geht ausschließlich auf das mittelalterliche Souling zurück.FALSCH97 %Neben Souling werden Guising und weitere europäische sowie nordamerikanische Einflüsse diskutiert.Library of Congress; English Heritage
Halloween wurde in Deutschland erst in den 1990er-Jahren erfunden.FALSCH99 %Das Fest ist wesentlich älter. Seine breite Popularität in Deutschland entwickelte sich vor allem seit den 1990er-Jahren.National Geographic; WDR; Deutsche Welle
Die deutschen Rübengeister stammen nachweislich direkt aus der irischen Halloween-Tradition.UNGEPRÜFT97 %Es bestehen deutliche Parallelen. Ein unmittelbarer gemeinsamer Ursprung lässt sich bislang nicht belegen.Evangelischer Pressedienst; SWR
Die New Yorker Village Halloween Parade begann 1973.WAHR99 %1973 entstand die private Vorläuferveranstaltung von Ralph Lee. Die spätere öffentliche Parade entwickelte sich daraus.NYC Village Halloween Parade; Village Preservation
Halloween ist in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag.FALSCH99 %Der gesetzliche Feiertag am 31. Oktober ist in neun Bundesländern der Reformationstag, nicht Halloween.timeanddate.de; Feiertagskalender Deutschland

Gut belegt sind die christliche Herkunft des Namens, die Geschichte von Allerheiligen und die spätere Verbreitung der Halloween-Bräuche in Nordamerika und Deutschland. Unsicher bleiben direkte Verbindungen zwischen einzelnen heutigen Bräuchen und vorchristlichen Samhain-Ritualen sowie die These, die Kirche habe Allerheiligen gezielt zur Verdrängung Samhains eingeführt.

Wer am 31. Oktober keine Lust auf Kürbisschnitzen oder Süßigkeitensammeln hat, kann stattdessen den US-amerikanischen Tag der Türklingel (engl. National Doorbell Day) oder den Steigere-Deine-übersinnlichen-Fähigkeiten-Tag (engl. Increase Your Psychic Powers Day) feiern.

In diesem Sinne: Happy Halloween und Euch allen einen schaurig-schönen 31. Oktober – wo auch immer Ihr feiert!

Weitere Informationen und Quellen zu Halloween am 31. Oktober