Zhōngyuán Jié – das chinesische Geisterfest 2017

Der 5. September 2017 steht bei unseren asiatischen Nachbarn in China ganz unter unheimlichen Vorzeichen. Denn dieses flexible Datum begehen die Chinesen als das traditionelle Geisterfest (chin. 中元 – Zhōngyuán Jié). Grund genug, diesem Anlass einen eigenen Beitrag in der Sammlung der kuriosen Feiertage aus aller Welt zu widmen und seine Geschichte mit den folgenden Zeilen etwas ausführlicher zu beleuchten. Um was geht es dabei?

Kuriose Feiertage Zhōngyuán Jié – das chinesische Geisterfest 2017 Sven Giese

Kuriose Feiertage: Zhōngyuán Jié – das chinesische Geisterfest 2017 Sven Giese

Wer hat Zhōngyuán Jié ins Leben gerufen?

Wie bei solchen traditionellen Festen mit einer langen Geschichte üblich, gibt es keinen Urheber bzw. Initiator im eigentlichen Sinne. Man geht aber heute davon aus, dass die Ursprünge des Geisterfestes in den buddhistischen Ullambana und verschiedenen taoistischen Traditionen zu suchen sind. Dementsprechend stellt Zhōngyuán Jié für den buddhistischen Teil der chinesischen Bevölkerung auch eines der wichtigsten Feste im Kalender des Jahres dar. Dementsprechend finden sich ähnliche Feste auch in anderen asiatischen Ländern:

  • Parallel zu den Feierlichkeiten in China begeht man dieses Fest auch in Thailand. Hier allerdings unter dem Namen Por Tor.
  • In Japan hat Zhōngyuán Jié mit dem Obon-Fest (auch O-Bon) am 15. Juli ein entsprechendes Pendant.

Wann feiern die Chinesischen das Geisterfest?

Die einleitenden Passagen haben im Prinzip ja schon angedeutet, dass es sich bei dem chinesischen Geisterfest nach der gregorianischen Zeitrechnung um ein flexibles Datum handelt. Denn Zhōngyuán Jié fällt immer auf den 15. Tag des siebten Monats im chinesischen Mondkalender. Statistisch gesehen also relativ häufig auf den Vollmondtag Ende August. Somit stehen in den kommenden Jahren die folgenden Termine an:

  • 2017: Dienstag, 5. September
  • 2018: Samstag, 25. August
  • 2019: Donnerstag, 15. August
  • 2020: Mittwoch, 2. September

Wie begeht man das Fest der Geister in China?

Die chinesische Tradition bezeichnet den siebten Monat ihres Mondkalenders auch als den sogenannten Geistermonat (chin. 鬼月 –  guǐyuè), da der Überlieferung nach in dieser Zeit die Geister und Seelen der Toten aus der Unterwelt zu Besuch bei den Lebenden kommen (siehe dazu auch ähnliche Beiträge aus dem Kalender der Grusel-Feiertage).

Dies ist allerdings keineswegs negativ bzw. verängstigend konnotiert, sondern mit den aufwendigen Vorbereitungen und Zeremonien soll der Respekt gegenüber den Vorfahren ausgedrückt werden  (siehe dazu u.a. auch den Beitrag zur mexikanischen Tradition des Tag der Toten (span. Día de los Muertos) am 2. November).

Dabei verkörpert das Geisterfestival den festlichen Höhepunkt einer ganzen Reihe von Zeremonien des Geistermonats. Die an diesem Tag begangenen Rituale beruhen dabei auf der Vorstellung, dass durch die Seelen der Verstorbenen durch entsprechende Opfergaben von ihrem Qualen in der Unterwelt – zumindest temporär – befreit werden können:

  • Traditionell stellt man in China hier zur Begrüßung der Geister Speisen vor die Häuser und verbrennt sogenanntes Totengeld als Opfergabe für die Seelen der Verstorbenen.
  • Ein weiterer, allerdings regionaler Brauch besteht aus schwimmenden Laternen und Papierbooten, die den Toten den Weg zurück zu ihren Familien weisen sollen.
  • In dieser Vorstellung entwickelt die Tradition aber tatsächlich auch einen fürsorglichen Charakter. Denn für alle verirrten Seelen, die ihr Haus nicht mehr finden können, veranstaltet man Theateraufführungen und Konzerte, deren Lärm die Verstorbenen anziehen soll.
  • Inzwischen ist dieses Fest aber auch bei Jugendlichen in den chinesischen Metropolen als eine Halloween-Variante populär. Entsprechend feiert man dies auch eher als gruseliges Kostümfest, weniger als Erinnerung an die verstorbenen Vorfahren.

In diesem Sinne: Euch allen ein tolles Geisterfest. Egal ob in China, Thailand, Deutschland oder sonst wo auf der Welt.

Weitere Informationen zum Geisterfest in China

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Autor: Sven Giese

Angesichts des Chaos in der Welt, gegen den Optimismus, der zerplatzt ist, bleibt nur die Aufgabe, den Garten zu bestellen. Dies ist ein solcher Garten. :-) Andere Gartenarbeiten von mir gibt es auch auf: Facebook, Google+ und Twitter.

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