Tag der Regenbogenbrücke – Rainbow Bridge Remembrance Day in den USA

Der 28. August steht in den USA seit 2015 für den landesweiten Rainbow Bridge Remembrance Day (dt. Tag der Regenbogenbrücke oder: Gedenktag der Regenbogenbrücke). Dieser Aktionstag ehrt die Erinnerung an alle verstorbenen Haustiere und soll ihren Besitzern eine Gelegenheit zum Gedenken geben. Grund genug, die Geschichte dieses Anlasses mit einem eigenen Beitrag im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt zu erzählen.

Rainbow Bridge Remembrance Day - Tag der Regenbogenbrücke in den USA. Kuriose Feiertage - 28. August © 2020 Sven Giese
Rainbow Bridge Remembrance Day – Tag der Regenbogenbrücke in den USA. Kuriose Feiertage – 28. August © 2020 Sven Giese

Wer hat den Rainbow Bridge Remembrance Day ins Leben gerufen?

Der Rainbow Bridge Remembrance Day ist eine Erfindung der US-amerikanischen Bloggerin und Autorin Deborah Barnes aus dem Jahre 2015. Hintergrund dieses Aktionstages war der Tod einer von Barnes‘ Katzen, Mr. Jazz, im Jahr 2013.

Nach dem Ableben des Katers teilte die US-Amerikanerin ihre Trauer und Erfahrungen auf ihrem Blog Zee & Zoey’s Cat Chronicles und traf damit einen Nerv der Leser. Kurzum, sie erhielt große Anteilnahme und Zuspruch, der 2015 zur Gründung des Tags der Regenbogenbrücke und der Veröffentlichung des Buches Purr Prints of the Heart: A Cat’s Tale of Life, Death, and Beyond führte (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten). Insofern dürfte die Gründung des Aktionstages auch Teil einer Marketing-Kampagne für die Publikation gewesen sein.

Weshalb fällt der US-amerikanische Tag der Regenbogenbrücke auf den 28. August?

Aus dieser Vorgeschichte ergibt sich dann auch die Begründung für das gewählte Datum des US-amerikanischen Tags der Regenbogenbrücke. Deborah Barnes wählte den 28. August als Termin, weil dies das Todesdatum ihrer Katze Mr. Jazz im Jahr 2013 markiert. Insofern stellt dieser Termin einen doppelten Gedenktag dar. Zum einen für Mr. Jazz, zum anderen auch für alle anderen von uns gegangenen Haustiere.

Insofern ist an dieser Stelle eine direkte inhaltliche Verbindung zum ebenfalls am 28. August in den USA begangenen Tag des Querbinders (engl. National Bow Tie Day), dem Tag des Rotweins (engl. National Red Wine Day), dem Tag des Computer-Mouse-Rennens (engl. Race Your Mouse Around the Icons Day), den Tag der Kirschtasche (engl. National Cherry Turnovers Day) oder den Krümel-über-der-Tastatur-Tag (engl. Crackers Over Your Keyboard Day) auszuschließen.

Ziele und Intention: Worum geht es beim Rainbow Bridge Remembrance Day?

Barnes vertritt die Meinung, dass der Rainbow Bridge Remembrance Day, den Menschen dabei helfen soll, den Verlust eines Haustieres zu verarbeiten und ihre Trauer bzw. das Gedenken mit anderen zu teilen. Dementsprechend lädt das dazugehörige Blog auch dazu ein, dies durch das Schreiben eines Gedichts, das Veröffentlichen eines Bildes oder durch das Teilen einer Erinnerung anzugehen.

Dabei betont die Initiatorin, dass der 28. August kein Tag der Traurigkeit, sondern ein Fest bzw. Ehrentag darstellen soll (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten sowie den Beitrag zum britischen Zeichne-einen-Vogel-Tag (engl. Draw a Bird Day) am 8. April).

Einige Bemerkungen zum Begriff und Konzept der Regenbogenbrücke

Kommen wir zu dem interessantesten Teil der Geschichte. Die Quellen und Hintergründe der Legende der Rainbow Bridge. Tröstende Jenseitsvorstellungen für verstorbene Begleiter sind ja keineswegs neu bzw. finden sich durch die gesamte Kulturgeschichte der Menschheit. Tiere nehmen hier aber sicherlich nochmals eine Sonderrolle ein (siehe dazu auch die Beiträge zum US-amerikanischen Liebe-Dein-Haustier-Tag (engl. National Love Your Pet Day) am 20. Februar und dem Tag der Haustiere (engl. National Pet Day) am 11. April).

Im Falle der Regenbogenbrücke dürften aber das Internet und vor allem die sozialen Medien eine große Rolle gespielt haben. Nicht umsonst heißt es ja, dass geteiltes Leid halbes Leid sei. Schauen wir uns die Sache im Folgenden etwas näher an.

Was ist die Regenbogenbrücke?

Die Regenbogenbrücke ist eine symbolische Verbindung zwischen Himmel und Erde. Stirbt ein geliebtes Tier, so die Geschichte, nimmt es nach dem Tod den Weg über diese Brücke an einen als Paradies beschriebenen Ort. Reichliches Futter und Wasser, frühlingshaftes Klima, alle Bewohner erfreuen sich bester Gesundheit und existieren in friedlicher Eintracht usw. Kurzum, eine Art himmlischer Garten Eden, der als Jenseitsvorstellung den auf der Erde Hinterbliebenen Trost spenden soll. Das verstorbene Tier ist, so die Botschaft, glücklich und frei von Leid an einem besseren Ort

Woher kommt der Ausdruck „Über die Regenbogenbrücke gehen“?

Der Ausdruck „Über die Regenbogenbrücke gehen“ bezieht sich auf folgende Geschichte: Stirbt ein geliebtes Tier, so nimmt es den Weg über die Regenbogenbrücke. Diese Brücke ist eine metaphorische Verbindung zwischen Himmel (Jenseits) und Erde (Diesseits) und führt in eine Art Tier-Paradies. Die symbolische Verbindung zum Regenbogen bezieht sich zum einen auf die leuchtenden Farben, zum anderen aber auch auf die brückenähnliche Form des Naturphänomens (siehe dazu auch den Beitrag Finde-einen-Regenbogen-Tag (engl. Find a Rainbow Day) am 3. April).

Wer kann über die Regenbogenbrücke gehen?

Der Legende nach sollen aber nicht nur Tiere die Regenbogenbrücke passieren können, sondern auch Menschen, um ihren tierischen Begleiter nach dem Tod an diesem jenseitigen Ort wiederzutreffen. Inwieweit hier individuelle Glaubensvorstellungen aber eine Rolle spielen, konnte ich im Zuge der Recherchen für den vorliegenden Beitrag nicht herausfinden.

Wer hat die Regenbogenbrücke erfunden?

Die genaue Urheberschaft des Konzepts der Regenbogenbrücke ist unklar. Als häufigste Quelle findet sich hier der Hinweis auf das englischsprachige Gedicht mit dem Titel Just this side of heaven is a place called Rainbow Bridge. Problematisch ist nur, dass hier Angaben zu einem genauen Entstehungsjahr fehlen und gleich drei Autoren die Urheberschaft für sich beanspruchen. Aber der Reihe nach.

Die frühste bekannte Online-Erwähnung der Regenbogenbrücke geht auf ein Posting in der Newsgoup rec.pets.dogs vom 7. Januar 1993 zurück. Dieser Beitrag bezieht sich auf ein Zitat aus  dem Mid-Atlantic Great Dane Rescue League Newsletter von 1992 (oder früher), welches seinerseits auf die Akita Rescue Society of America verweist. Andere Postings aus dieser Zeit deuten aber auf einen hohen Bekanntheitsgrad und somit auch auf eine Entstehung vor 1992 hin (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten). Leider fehlt hier aber jeglicher Hinweis auf den Verfasser diese Geschichte. Aktuell kursieren dazu die folgenden drei Namen:

  • Wallace Sife, Korea-Veteran, Hunde-Freund, Autor des in den USA sehr populären Buches The Loss of a Pet (1983) und Gründer der US-amerikanischen Association for Pet Loss and Bereavement (APLB – dt. wörtlich: Gesellschaft zur Bewältigung von Haustier-Verlusten).
  • William N. Britton, der in den Vereinigten Staaten als Verfasser des Buches The Legend of the Rainbow Bridge (1994 – dt. Legende der Regenbogenbrücke) bekannt ist.
  • Paul C. Dahm, ein Trauerberater aus Oregon, der nach eigenen Angaben das oben genannte Gedicht im Jahr 1981 verfasst haben will und es 1998 in einem gleichnamigen Buch publizierte.

Welche Variante nun stimmt, vermag ich aus der Distanz nicht zu beurteilen. Fakt aber ist, dass die Idee der Regenbogenbrücke sich inzwischen verselbständigt hat und sich – nicht nur unter Tierhaltern – großer Beliebtheit erfreut. Denn so sehr der tröstende Aspekt für die Trauerenden auch zu begrüßen ist, so schäbig wirkt vor diesem Hintergrund die Geschäftemacherei, die damit vielerorts betrieben wird.

In diesem Sinne: Haltet das Andenken an Eure verstorbenen Haustiere in Ehren und habt einen ruhigen Tag der Regenbogenbrücke. Egal ob in den Vereinigten Staaten, in Deutschland oder sonst wo auf der Welt.

Weitere Informationen und Quellen zum Rainbow Bridge Remembrance Day am 28. August