Schon gewusst? Der 3. November feiert als World Jellyfish Day (häufig auch nur kurz: Jellyfish Day – dt. Welttag der Quallen) die Medusen. Dieser internationale Aktionstag rückt einige der ältesten und ungewöhnlichsten Bewohner unserer Meere in den Mittelpunkt. Fossilien zeigen, dass quallenartige Nesseltiere bereits vor mehr als 500 Millionen Jahren durch die Ozeane schwammen. Grund genug, dem World Jellyfish Day einen festen Platz im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt einzuräumen. Und zugleich ein guter Anlass, einige populäre Aussagen rund um Quallen und diesen Welttag etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Inhaltsverzeichnis
- Der World Jellyfish Day kurz erklärt
- Wer hat den World Jellyfish Day ins Leben gerufen?
- Seit wann wird der Welttag der Quallen gefeiert?
- Wann ist World Jellyfish Day?
- Weshalb fällt der Weltquallentag auf den 3. November?
- FAQ: Häufige Fragen und Antworten zu den Medusen
- Was ist eine Qualle?
- Weshalb werden Quallen auch als Medusen bezeichnet?
- Sind Quallen Fische?
- Woraus bestehen Quallen?
- Haben Quallen Augen?
- Was fressen Quallen?
- Welche Quallen gibt es in Nord- und Ostsee?
- Sind Quallen gefährlich?
- Warum gibt es manchmal plötzlich so viele Quallen?
- Gibt es wegen des Klimawandels immer mehr Quallen?
- Gibt es wirklich eine unsterbliche Qualle?
- Wie wird der World Jellyfish Day gefeiert?
- Faktencheck zum Welttag der Quallen
- Weitere Informationen und Quellen zum World Jellyfish Day am 3. November
Der World Jellyfish Day kurz erklärt
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wann ist Welttag der Quallen? | Jedes Jahr am 3. November |
| Wie heißt der Aktionstag auf Englisch? | World Jellyfish Day oder kurz: Jellyfish Day |
| Seit wann gibt es den Welttag der Quallen? | Mehrere Kalenderquellen führen ihn mindestens bis 2014 zurück. Eine belastbare Gründungsquelle ist bislang nicht bekannt. |
| Wer hat den World Jellyfish Day erfunden? | Der Urheber bzw. die Urheberorganisation ist nicht dokumentiert. |
| Warum findet er am 3. November statt? | Eine belegte Begründung für die Wahl dieses Datums ist bislang nicht bekannt. |
| Worum geht es? | Um Quallen, ihre Biologie und ihre Bedeutung in marinen Ökosystemen. |
Wer hat den World Jellyfish Day ins Leben gerufen?
Die genauen Ursprünge des World Jellyfish Day sind nicht dokumentiert. So konnte ich im Zuge der Recherchen für den vorliegenden Beitrag weder eine Organisation noch eine Person herausfinden, die sich belastbar als Initiator des Welttags benennen lässt.
In älteren Fassungen dieses Beitrags hatte ich aufgrund des thematischen Schwerpunktes vermutet, dass der Anlass möglicherweise auf Meeresbiologen oder Umweltschützer zurückgeht. Eine solche Vermutung liegt zwar nahe, lässt sich aber nicht mit einer Primärquelle belegen. Deshalb sollte man sie auch nicht als historischen Ursprung des Aktionstags darstellen.
Fest steht immerhin, dass der Welttag der Quallen inzwischen über reine Feiertagskalender hinaus bekannt ist. So bezeichnete die US-amerikanische National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) den 3. November 2019 ausdrücklich als World Jellyfish Day und nutzte den Anlass zur Wissensvermittlung über Quallen. Auch wissenschaftliche Einrichtungen und Aquarien greifen den Termin auf. Dazu gehören unter anderem die Universität Bergen, das Vancouver Aquarium, SEA LIFE London und der Pittsburgh Zoo & Aquarium (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).
Vor diesem Hintergrund gehört dieser Anlass sowohl in den Kalender der maritimen Feiertage als auch in den Kalender der Umweltaktionstage.

Seit wann wird der Welttag der Quallen gefeiert?
Mehrere Sekundärquellen führen den World Jellyfish Day mindestens bis ins Jahr 2014 zurück.
National Day Calendar nennt 2014 ausdrücklich als Beginn der jährlichen Begehung am 3. November. Eine zeitgenössische Primärquelle, aus der eine formelle Gründung im Jahr 2014 hervorgeht, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Insofern erscheint folgende Formulierung belastbar: Der Welttag der Quallen wird spätestens seit Mitte der 2010er-Jahre am 3. November begangen (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).
Wer ihn ursprünglich ins Leben gerufen hat und ob 2014 tatsächlich das Gründungsjahr oder lediglich die früheste derzeit verbreitete Datierung ist, bleibt offen.
Wann ist World Jellyfish Day?
Spätestens seit 2014 findet der World Jellyfish Day immer am 3. November statt. Dass dieses Datum inzwischen etabliert ist, zeigen neben internationalen Kalenderseiten auch NOAA, Universitäten und zahlreiche Aquarien, die den Anlass ausdrücklich an diesem Tag begehen. Wer von Euch diesen Aktionstag in den kommenden Jahren mitfeiern möchte, sollte sich die folgenden Wochentage im Kalender anstreichen:
| Jahr | Datum | Wochentag |
|---|---|---|
| 2026 | 3. November | Dienstag |
| 2027 | 3. November | Mittwoch |
| 2028 | 3. November | Freitag |
| 2029 | 3. November | Samstag |
| 2030 | 3. November | Sonntag |
| 2031 | 3. November | Montag |
| 2032 | 3. November | Mittwoch |
| 2033 | 3. November | Donnerstag |
| 2034 | 3. November | Freitag |
| 2035 | 3. November | Samstag |
| 2036 | 3. November | Montag |
Wer von Euch hier eine gedankliche Stütze benötigt, kann sich diesen Anlass auch als kalendarische Parallele zum ebenfalls international begangenen Weltmännertag (engl. Men’s World Day) merken.

Weshalb fällt der Weltquallentag auf den 3. November?
Eine konkrete Begründung für die Wahl des 3. Novembers ist bislang nicht dokumentiert. Ob es hier eine Verbindung zum US-amerikanischen Sandwich-Tag (engl. National Sandwich Day) oder dem Tag der Hausfrau (engl. National Housewife’s Day) gibt, bleibt unklar. Wahrscheinlicher ist, dass diese Kalendernachbarschaft schlicht Zufall ist.
In der bisherigen Fassung dieses Beitrags fand sich noch eine andere Erklärung: Demnach ergebe zumindest die Wahl des Monats November aus biologischer Sicht einen Sinn, da zu dieser Zeit auf der Südhalbkugel Frühling herrscht und viele Quallen dann ihre Wanderung in Richtung der nördlichen Hemisphäre beginnen würden.
Der erste Teil dieser Aussage stimmt: November fällt auf der Südhalbkugel in den Frühling. Für den zweiten Teil lässt sich jedoch keine belastbare wissenschaftliche Grundlage finden.
Quallen unternehmen nicht generell eine regelmäßige saisonale Wanderung von der Süd- auf die Nordhalbkugel. Viele Arten können sich durch rhythmische Bewegungen ihres Schirms zwar aktiv fortbewegen, werden großräumig aber stark durch Meeresströmungen, Wind und lokale Umweltbedingungen beeinflusst. Das Landesamt für Arbeitsschutz, Soziales und Gesundheit Schleswig-Holstein beschreibt beispielsweise für Nord- und Ostsee, dass Quallen aufgrund ihrer vergleichsweise schwachen Eigenbewegung hauptsächlich passiv durch Strömungen verdriftet werden (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).
Auch wissenschaftliche Untersuchungen zur sogenannten Phänologie, also zum jahreszeitlichen Auftreten von Quallen, zeichnen kein einheitliches globales Wanderungsmuster. Zeitpunkt und Stärke des Auftretens hängen unter anderem von Art, Wassertemperatur und lokalen Umweltbedingungen ab. Selbst Quallenblüten lassen sich trotz jahrzehntelanger Forschung nur eingeschränkt vorhersagen.
Hinzu kommt ein zeitliches Problem. Der Frühling der Südhalbkugel beginnt meteorologisch bereits im September und astronomisch rund um die September-Tagundnachtgleiche. Obwohl man einen allgemeinen Bezug zum südlichen Frühling unterstellen würde, erklärt dies weder speziell den Monat November noch den 3. November (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).
Die ältere Begründung ist damit eine anschauliche Geschichte, sie lässt sich nach aktuellem Kenntnisstand aber weder als biologisches Grundprinzip noch als historische Motivation für die Wahl des Datums belegen. Warum der Welttag der Quallen ausgerechnet am 3. November stattfindet, ist nach meinem derzeitigen Kenntnisstand schlichtweg unbekannt.

FAQ: Häufige Fragen und Antworten zu den Medusen
Was ist eine Qualle?
Der Begriff Qualle bezeichnet streng genommen keine eigene zoologische Tiergruppe. Gemeint ist meist das frei schwimmende Medusenstadium verschiedener Nesseltiere aus dem Unterstamm Medusozoa. Zu diesen gehören unter anderem die Schirmquallen (Scyphozoa), die dem typischen Bild einer Qualle mit glockenförmigem Schirm und Tentakeln entsprechen. Daneben besitzen auch andere Gruppen der Nesseltiere Medusenstadien.
Der für viele Schirmquallen typische Lebenszyklus ist komplexer, als die einfache Abfolge von Ei, Larve, Polyp und erwachsener Qualle vermuten lässt. Aus befruchteten Eiern entstehen zunächst frei schwimmende Planula-Larven. Diese setzen sich auf einem Untergrund fest und entwickeln sich zu Polypen. Bei Schirmquallen kann daraus über die sogenannte Strobilation eine Ephyra, also eine junge Qualle, entstehen. Diese wächst schließlich zur geschlechtsreifen Meduse heran.
Vereinfacht lässt sich der typische Lebenszyklus vieler Schirmquallen folgendermaßen darstellen:
Ei → Planula-Larve → Polyp → Strobila → Ephyra → Meduse
Nicht jede als Qualle bezeichnete Art folgt exakt diesem Ablauf. Innerhalb der Medusozoa existieren verschiedene Entwicklungsformen. Siehe dazu auch die Beiträge zum Welttag der Riffe (engl. World Reef Day – manchmal auch: World Reef Awareness Day) am 1. Juni und zum internationalen Tag des Meeres (engl. World Oceans Day) am 8. Juni.
Wie lange gibt es Quallen schon?
Quallen gehören zu den ältesten heute noch existierenden Tierformen. Fossilien aus dem mittleren Kambrium zeigen bereits vor etwa 505 Millionen Jahren quallenartige Nesseltiere mit anatomischen Merkmalen, die modernen Formen ähneln. Aufgrund ihrer weichen Körper gibt es aber so gut wie keine Quallen als Fossilien zu finden. Kurzum: Quallen sind uralt und schwammen bereits lange vor den ersten Dinosauriern durch die Meere.

Weshalb werden Quallen auch als Medusen bezeichnet?
Die Bezeichnung Meduse erinnert an die Figur Medusa aus der griechischen Mythologie. Dort besitzt die Gorgone Medusa Schlangen anstelle von Haaren. Die vom Körper einer Qualle herabhängenden Tentakel lassen zumindest optisch eine gewisse Ähnlichkeit erkennen. In der Zoologie bezeichnet „Meduse“ heute das frei schwimmende, meist glocken- oder schirmförmige Entwicklungsstadium bestimmter Nesseltiere.
Sind Quallen Fische?
Nein. Trotz des englischen Namens „jellyfish“ sind Quallen keine Fische.
Fische sind Wirbeltiere. Quallen gehören dagegen zu den wirbellosen Nesseltieren. Sie besitzen weder Wirbelsäule noch Knochen, Blut oder Herz und verfügen auch über kein Gehirn im menschlichen oder bei Wirbeltieren üblichen Sinn. Statt eines zentralen Gehirns besitzen sie ein Nervennetz, über das sie Reize wahrnehmen und auf ihre Umwelt reagieren können.
Der Begriff „jellyfish“ bezieht sich somit eher auf den gallertartigen Körper als auf eine zoologische Verwandtschaft mit Fischen. Siehe dazu auch den Beitrag zum 22. August als Tag der Fische in Deutschland.
Woraus bestehen Quallen?
Quallen bestehen zu ungefähr 95 Prozent aus Wasser. Ihr Körper setzt sich im Wesentlichen aus einer äußeren Epidermis, der gallertartigen Mesoglea und einer inneren Gastrodermis zusammen.
Der große gallertige Schirm dient als Schwimmorgan. Durch rhythmisches Zusammenziehen und Entspannen des Schirms erzeugen Quallen einen Rückstoß und bewegen sich durch das Wasser. Ihre großräumige Verteilung wird zugleich stark von Meeresströmungen beeinflusst.
Die Tentakel vieler Arten tragen spezialisierte Nesselzellen. Mit ihnen können Quallen Beute lähmen und sich gegen Fressfeinde verteidigen.
Haben Quallen Augen?
Einige tatsächlich. Obwohl Quallen kein Gehirn besitzen, können verschiedene Arten Licht wahrnehmen. Besonders bemerkenswert sind die Würfelquallen (Cubozoa). Sie besitzen komplexe Sinnesorgane und mehrere Augen unterschiedlicher Bauart. Damit zeigen Quallen sehr anschaulich, dass ein fehlendes zentrales Gehirn keineswegs bedeutet, dass ein Tier keinerlei Umweltreize wahrnehmen kann.

Was fressen Quallen?
Viele Quallen ernähren sich von Zooplankton, kleinen Krebstieren, Fischeiern, Fischlarven und anderen kleinen Meeresorganismen. Größere Arten können auch kleine Fische erbeuten.
Ihre Tentakel spielen dabei eine zentrale Rolle. Die darin befindlichen Nesselzellen können Beutetiere festhalten oder lähmen, bevor diese zur Mundöffnung transportiert werden.
Quallen selbst stehen wiederum auf dem Speiseplan anderer Meerestiere. Meeresschildkröten, Fische und verschiedene wirbellose Tiere fressen Quallen. Forschende der Universität Bergen weisen zudem darauf hin, dass Quallen ein wichtiger Bestandteil pelagischer Nahrungsnetze sind und nach ihrem Absinken zum Meeresboden auch zum Kohlenstofftransport in tiefere Wasserschichten beitragen können.
Welche Quallen gibt es in Nord- und Ostsee?
Auch an deutschen Küsten sind Quallen vollkommen normale Bewohner des Ökosystems. Besonders häufig begegnet Badegästen die Ohrenqualle (Aurelia aurita). Daneben kommen mehrere deutlich stärker nesselnde Arten vor.
| Art | Wissenschaftlicher Name | Vorkommen | Bedeutung für Badende |
|---|---|---|---|
| Ohrenqualle | Aurelia aurita | Nord- und Ostsee | Schwach und für Menschen praktisch nicht nesselnd |
| Gelbe Nesselqualle / Haarqualle („Feuerqualle“) | Cyanea capillata | Nord- und Ostsee | Stark nesselnd |
| Blaue Nesselqualle | Cyanea lamarckii | Vor allem Nordsee | Stark nesselnd |
| Kompassqualle | Chrysaora hysoscella | Vor allem Nordsee | Stark nesselnd |
Ebenfalls häufig anzutreffen ist die Seestachelbeere (Pleurobrachia pileus). Sie sieht einer kleinen Qualle ähnlich, gehört aber zu den Rippenquallen und besitzt keine Nesselzellen. Zoologisch handelt es sich deshalb nicht um eine echte Qualle.
Sind Quallen gefährlich?
Das kommt auf die Qualle an. Die meisten Quallen, denen Badegäste an Nord- und Ostsee begegnen, sind für Menschen ungefährlich. Stark nesselnde Arten wie die Gelbe oder Blaue Nesselqualle und die Kompassqualle können dagegen bei Hautkontakt brennende Schmerzen, Juckreiz, Schwellungen oder Hautreizungen verursachen. Schwere körperliche Reaktionen sind laut den Gesundheitsbehörden selten.
Weltweit existieren Arten mit wesentlich stärkerem Gift. Dazu gehören insbesondere verschiedene Würfelquallen. Als weltweit eine der giftigsten Quallen gilt die Seewespe.
Bei einem Kontakt mit stark nesselnden Quallen empfiehlt das Landesamt für Arbeitsschutz, Soziales und Gesundheit Schleswig-Holstein für Nord- und Ostsee, haftende Tentakel zunächst mit Meerwasser abzuspülen und nicht mit der Hand oder einem Handtuch abzureiben. Süßwasser und Alkohol sollen vermieden werden, weil dadurch weitere Nesselkapseln ausgelöst werden können. Bei schweren Symptomen sollte medizinische Hilfe gesucht werden. Siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten sowie den Welttag der Ersten Hilfe (engl. World First Aid Day) am zweiten Samstag im September.
Warum gibt es manchmal plötzlich so viele Quallen?
Große Ansammlungen von Quallen werden häufig als Quallenblüten oder Jellyfish Blooms bezeichnet.
Solche Ereignisse können saisonal auftreten und werden von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören Temperatur, Nahrung, Strömungen, Fortpflanzungsbedingungen und lokale Veränderungen des Ökosystems. An Küsten können Wind und Strömung Quallen außerdem räumlich konzentrieren, sodass innerhalb kurzer Zeit enorme Mengen sichtbar werden.
Ein großes Vorkommen an einem Strand bedeutet deshalb noch nicht automatisch, dass die gesamte Quallenpopulation dauerhaft zugenommen hat. Siehe dazu auch den Beitrag zum US‑amerikanischen Strand-Tag (engl. National Beach Day) am 30. August.
Gibt es wegen des Klimawandels immer mehr Quallen?
Eine häufig wiederholte These lautet, dass Klimawandel, Überfischung und andere menschliche Eingriffe zwangsläufig zu immer mehr Quallen führen würden. Die wissenschaftliche Datenlage ist deutlich komplizierter.
Eine Analyse langfristiger Datensätze fand keinen robusten Nachweis für einen dauerhaften weltweiten Anstieg der Quallenbestände. Stattdessen zeigen verschiedene Populationen längerfristige Schwankungen und ausgeprägte regionale Unterschiede. Auch eine systematische Übersichtsarbeit kam zu dem Ergebnis, dass Zusammenhänge zwischen menschlichen Umweltveränderungen und Quallenblüten häufig stärker dargestellt wurden, als es die vorhandenen Daten erlauben. Viele Studien zeigen Korrelationen, können aber keine eindeutige Ursache belegen (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).
Das bedeutet nicht, dass steigende Wassertemperaturen ohne Einfluss bleiben. Neuere Untersuchungen zeigen für einzelne Arten und Ökosysteme Mechanismen, über die Erwärmung das Wachstum und die Fortpflanzung bestimmter Quallen begünstigen kann. Ein 2026 veröffentlichtes Feldexperiment zu Aurelia coerulea liefert etwa Hinweise auf solche Zusammenhänge. Daraus lässt sich jedoch kein einfacher globaler Satz „wärmeres Meer = überall mehr Quallen“ ableiten.

Gibt es wirklich eine unsterbliche Qualle?
Fast. Zumindest besitzt die kleine Hydrozoen-Art Turritopsis dohrnii eine außergewöhnliche Fähigkeit.
Unter bestimmten Bedingungen – beispielsweise nach Verletzungen, Alterungsprozessen oder ungünstigen Umweltbedingungen – kann sich die erwachsene Meduse zurückentwickeln. Sie durchläuft dabei ein Zwischenstadium und kehrt anschließend wieder in ein jüngeres Polypenstadium zurück. Dieser Vorgang kann den normalen Lebenszyklus gewissermaßen umkehren.
Daher wird Turritopsis dohrnii populär als „unsterbliche Qualle“ bezeichnet. Wörtlich unsterblich ist sie natürlich nicht: Auch diese Tiere können beispielsweise gefressen werden, erkranken oder durch äußere Einwirkungen sterben.
Biologisch bemerkenswert bleibt ihre Fähigkeit zur Rückentwicklung trotzdem.
Wie wird der World Jellyfish Day gefeiert?
Eine weltweit einheitliche Form der Feier gibt es nicht. Der World Jellyfish Day wird vor allem von Aquarien, zoologischen Einrichtungen, Meeresforschenden und Naturfreunden genutzt, um über Quallen und marine Ökosysteme zu informieren.
Die NOAA veröffentlichte beispielsweise anlässlich des World Jellyfish Day Informationen über Quallen aus ihren Tiefseeexpeditionen. Das Vancouver Aquarium präsentierte seine Quallenbestände, während das Pittsburgh Zoo & Aquarium 2024 unter anderem Quallenfütterungen, Gespräche mit Tierpflegern und Informationsangebote veranstaltete.
Wer den 3. November selbst begehen möchte, kann also ein Aquarium besuchen, mehr über die heimischen Quallenarten lernen oder sich mit der Rolle dieser faszinierenden Tiere in unseren Meeren beschäftigen.
Faktencheck zum Welttag der Quallen
Zum Abschluss noch ein kurzer Faktencheck der zentralen Aussagen rund um den World Jellyfish Day. Die angegebenen Vertrauensstufen sind redaktionelle Einschätzungen auf Basis von Quellenqualität, Quellenanzahl und Übereinstimmung der Belege. Sie stellen keine statistischen Messwerte dar.
| Behauptung | Status | Vertrauensstufe | Quellenqualität | Begründung |
|---|---|---|---|---|
| Der World Jellyfish Day findet am 3. November statt. | WAHR | 99 % | Sehr hoch | NOAA, wissenschaftliche Einrichtungen und mehrere große Aquarien dokumentieren den Termin unabhängig voneinander. |
| Der Welttag der Quallen wird seit 2014 gefeiert. | TEILWEISE | 75 % | Mittel | Mehrere Sekundärquellen nennen 2014. Eine belastbare zeitgenössische Gründungsquelle fehlt bislang. |
| Meeresbiologen oder Umweltschützer haben den Aktionstag ins Leben gerufen. | UNGEPRÜFT | 25 % | Niedrig | Die Aussage erscheint plausibel, ein konkreter Initiator oder eine Primärquelle ist jedoch nicht dokumentiert. |
| Der 3. November wurde gewählt, weil Quallen von der Süd- auf die Nordhalbkugel wandern. | UNGEPRÜFT | 10 % | Niedrig | Für eine allgemeine hemisphärenübergreifende saisonale Wanderung von Quallen gibt es keinen belastbaren Nachweis. Quallenbewegungen und saisonales Auftreten sind stark art- und regionsabhängig. |
| Quallen existieren seit mindestens rund 500 Millionen Jahren. | WAHR | 99 % | Sehr hoch | Fossilien aus dem Kambrium belegen quallenartige Nesseltiere vor etwa 505 Millionen Jahren. |
| Quallen bestehen ungefähr zu 95 Prozent aus Wasser. | WAHR | 99 % | Sehr hoch | Die NOAA gibt für den Körper von Quallen einen Wasseranteil von ungefähr 95 Prozent an. |
| Durch den Klimawandel gibt es weltweit immer mehr Quallen. | TEILWEISE | 95 % | Sehr hoch | Erwärmung kann einzelne Arten und Regionen begünstigen. Langzeitstudien liefern bislang keinen robusten Beleg für einen einheitlichen weltweiten Daueranstieg. |
| Turritopsis dohrnii kann aus dem Medusenstadium in ein jüngeres Entwicklungsstadium zurückkehren. | WAHR | 99 % | Sehr hoch | Der Vorgang der reversen Entwicklung ist wissenschaftlich dokumentiert. |
In diesem Sinne: Euch allen einen entspannten Welttag der Quallen.
Egal, wo auf der Welt Ihr diesen Anlass auch begeht.
Weitere Informationen und Quellen zum World Jellyfish Day am 3. November
- November 3: World Jellyfish Day – auf: oceanexplorer.noaa.gov (englisch)
- Kalendereintrag zum 3. November als World Jellyfish Day auf anydayguide.com (englisch)
- Beitrag zum World Jellyfish Day am 3. November auf dem Webportal nationaldaycalendar.com (englisch)
- World Jellyfish Day: What do you know about jellyfish? – auf: bbc.co.uk (englisch)
- Pittsburgh Zoo & Aquarium: World Jellyfish Day 2024. Beispiel für die praktische Begehung des Aktionstags durch ein Aquarium (englisch)
- Smithsonian Ocean: Fossil Jellyfish Informationen zu rund 505 Millionen Jahre alten Quallenfossilien aus dem Kambrium (englisch/mehrsprachig)
- Universität Bergen: World Jellyfish Day. Einordnung der ökologischen Rolle von Quallen in marinen Nahrungsnetzen (englisch)
- Smithsonian Ocean: Jellyfish and Comb Jellies. Über Biologie, Lebenszyklus und Evolution von Quallen und Rippenquallen (englisch/mehrsprachig)
- NOAA National Ocean Service: What are jellyfish made of? Informationen zu Anatomie, Wasseranteil und Nervensystem der Quallen (englisch)
- Land Schleswig-Holstein: Quallen in Nord- und Ostsee Behördliche Informationen zu Ohrenqualle, Gelber und Blauer Nesselqualle, Kompassqualle sowie zum Verhalten nach Quallenkontakt (deutsch)
- Fernández-Alías et al.: The unpredictability of scyphozoan jellyfish blooms. Aktuelle Übersicht zur schwierigen Vorhersagbarkeit von Quallenblüten und möglichen Einflussfaktoren – auf: frontiersin.org am 2. Februar 2024 (englisch)
- Karolina Figas: World Jellyfish Day: How This Fascinating Species Is Thriving in Warm Waters – auf: earth.org am 3. November 2022 (englisch)
- Bärbel Heidenreich: Quallen – auf: planet-wissen.de am 25. März 2020 (deutsch)
- Christa Rabenold: Happy World Jellyfish Day – auf: oceanexplorer.noaa.gov am 3. November 2019 (englisch)
- Matsumoto et al.: Transcriptome Characterization of Reverse Development in Turritopsis dohrnii. Fachpublikation zur Rückentwicklung der sogenannten unsterblichen Qualle – auf: pmc.ncbi.nlm.nih.gov am 16. Oktober 2019 (englisch)
- Sanz-Martín et al.: Claims That Anthropogenic Stressors Facilitate Jellyfish Blooms Have Been Amplified Beyond the Available Evidence. Systematische Untersuchung der wissenschaftlichen Evidenz zu menschlichen Einflüssen auf Quallenblüten – auf: frontiersin.org am 29. November 2018 (englisch)
- Dagmar Röhrlich: Unter Quallen – Begegnung mit dem Schwarm – auf: deutschlandfunk.de am 3. Juni 2018 (deutsch)
- Condon et al.: Recurrent jellyfish blooms are a consequence of global oscillations. Langzeituntersuchung zur Frage einer globalen Zunahme von Quallenpopulationen – auf: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov am 31. Dezember 2012 (englisch)D
- Wikipedia-Eintrag zu Qualle mit einer ausführlichen Systematik und vielen weiterführenden Quellen (deutsch/mehrsprachig)