Eier-Benedict-Tag – der amerikanische National Eggs Benedict Day

Der 16. April ehrt im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt einen wahren Klassiker des US-amerikanischen Frühstücksmenüs. Denn dieses Datum begehen unsere transatlantischen Nachbarn als den sogenannten Eier-Benedict-Tag (engl. National Eggs Benedict Day). Was es damit auf sich hat und warum dieses Datum einen festen Platz in der Sammlung kulinarischer Feiertage aus aller Welt verdient, erklärt der vorliegende Beitrag. Um was also geht es bei diesem Ehrentag für pochierte Eier mit Sauce Hollandaise?

Kuriose Feiertage 16.April - Eier-Benedict-Tag - der amerikanische National Eggs Benedict Day (c) 2016 Sven Giese-2

16.April – Eier-Benedict-Tag – der amerikanische National Eggs Benedict Day (c) 2016 Sven Giese-2

Wer hat den National Eggs Benedict Day ins Leben gerufen?

Wie bei so vielen anderen Food Holidays aus den Vereinigten Staaten gilt leider auch im Falle des National Eggs Benedict Day, dass so gut wie keine Informationen über seine Hintergründe bzw. seinen Ursprung vorliegen.

Weder ist bekannt, wer ihn ins Leben gerufen hat, seit wann man ihn begeht und warum sein(e) Erfinder sich ausgerechnet für das Datum des heutigen 16. April entschieden haben. Ob es hier einen inhaltlichen Bezug zum ebenfalls heute begangenen Internationalen Tag der Stimme (engl. World Voice Day), dem Komm-im-Schlafanzug-zur-Arbeit-Tag (engl. Wear Pajamas to Work Day) oder dem Tag der Orchidee (engl. National Orchid Day) gibt, konnte ich im Zuge der Recherchen jedenfalls nicht herausfinden.

Abgesehen von diesen fehlenden Hintergrundinformationen passt er aber natürlich ganz hervorragend in die Reihe US-amerikanischer Feiertage rund um das Thema Frühstück. Exemplarisch sei dazu u.a. auf die folgenden Termine verwiesen:

Eier Benedikt – Ein Ehrentag für einen amerikanischen Frühstücksklassiker

Die sogenannten Eggs Benedict bestehen vor allem aus pochierten Eiern, die, zusammen mit angebratenen gekochten Schinken bzw. Frühstücksspeck und vor allem einer großen Portion Sauce Hollandaise, entweder auf Toastbrot oder einem halbierten englischen Muffin serviert werden.

Und obwohl sich die Eggs Benedict vor allem an den Frühstückstischen unserer US-amerikanischen Nachbarn großer Beliebtheit erfreuen, gehört das Gericht inzwischen auch in Großbritannien, Kanada und Australien sowie zahlreichen internationalen Hotels zum Standard der jeweiligen Frühstückskarten.

Aufgrund der internationalen Verbreitung und Beliebtheit werden die Eggs Benedict inzwischen in verschiedenen Varianten zubereitet und serviert: u.a. mit Bacon und Tomatenscheiben (Eggs Blackstone), in einer vegetarischen Variante mit gedünstetem Spinat anstelle des Fleischs (Eggs Florentine) oder mit (Räucher-)Lachs anstelle des Schinkens (Eggs Atlantic oder – fast ahnt man es schon – Eggs Hemingway – der gute Ernest scheint fast überall seine Finger mit im Spiel gehabt zu haben).

Kuriose Feiertage 16.April - Eier-Benedict-Tag - der amerikanische National Eggs Benedict Day (c) 2016 Sven Giese-1

16.April – Eier-Benedict-Tag – der amerikanische National Eggs Benedict Day (c) 2016 Sven Giese-1

Verschiedene Versionen über die Erfindung der Eggs Benedict

Diese internationale Beliebtheit darf aber keineswegs darüber hinwegtäuschen, dass die Egg Benedict definitiv eine amerikanische Erfindung sind. Mehrere Versionen ihrer Entstehungsgeschichte sind dabei im Umlauf:

  • Version 1 führt die Erfindung der Eggs Benedict auf den New Yorker Küchenchef Charles Ranhofer zurück, der im ortsansässigen Delmonico’s Restaurant dieses Gericht für den Finanzier LeGrand Benedict kreierte, der sich zuvor über mangelnde Abwechslung auf der Frühstückskarte des Restaurants beklagt hatte. So berichtet zumindest Ranhofers Kochbuch The Epicurian aus dem Jahr 1894, in dem dann erstmalig ein Rezept für Eggs à la Benedick auftauchte.
  • Version 2: Im September 1967 berichtete der amerikanische Journalist Craig Claiborne in seiner New York Times Kolumne über den Brief eines gewissen Edward P. Montgomery, einem Amerikaner der zu dieser Zeit in Frankreich lebte. In diesem Brief verwies Montgomery darauf, dass die Eggs Benedict auf den Banker und Seemann Commodore E.C. Benedict zurückgingen. Dieser sei 1920 im Alter von 86 Jahren verstorben und habe das Originalrezept seinem Onkel (= dem Bruder seiner Mutter), der ein enger Freund des Commodore gewesen sei, vererbt. Dieser habe es dann seiner Schwester (also der Mutter Montgomerys) vermacht, welche dann wiederum das Rezept an ihren Sohn weitergab. Eine Kopie des angeblichen Originalrezepts war dem Brief aus dem Jahre 1967 beigefügt.
  • Die Version 3 besagt, dass um Jahr 2007 die Amerikanerin Elizabeth David in ihrem Kochbuch French Provincial Cooking auf ein angeblich traditionelles französisches Gericht namens œufs bénédictine verwies, welches im Prinzip alle wesentlichen Zutaten der amerikanischen Variante enthielt, statt des Schickens bzw. Specks hier aber Stockfisch als Ergänzung nannte. David spekuliert darauf, dass Charles Ranhofer aus der Version 1 dieses Rezept wohl gekannt haben muss und lediglich an den amerikanischen Geschmack angepasst habe.
  • Mit Version 4 geht es schließlich wieder zurück in den Big Apple, wo der amerikanische Börsenmakler Lemuel Benedict 1894 im New Yorker Waldorf-Astoria-Hotel ein Katerfrühstück verlangte, welches aus eben der Kombination der eingangs genannten Zutaten bestand.

Welche dieser vier Versionen schließlich der Wahrheit entspricht, lässt sich auch anlässlich des heutigen Nationalen Eggs-Benedict-Tag nicht mehr ganz nachvollziehen. Zumindest konnte ich im Zuge der Recherchen für diesen kuriosen Feiertag keine eindeutigen Hinweise finden. Insofern bleibt eigentlich nur zu sagen: Könnt Euch heute einfach mal ein amerikanisches Frühstück mit den Eggs Benedict und startet gut in den Tag. 🙂

Weitere Informationen zum Nationalen Eggs-Benedict-Tag

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Autor: Sven Giese

Angesichts des Chaos in der Welt, gegen den Optimismus, der zerplatzt ist, bleibt nur die Aufgabe, den Garten zu bestellen. Dies ist ein solcher Garten. :-) Andere Gartenarbeiten von mir gibt es auch auf: Facebook, Google+ und Twitter.

1 Kommentar

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