Eier-Benedict-Tag – National Eggs Benedict Day in den USA

Der 16. April ehrt mit dem Eier-Benedict-Tag (engl. National Eggs Benedict Day) einen wahren Klassiker des US-amerikanischen Frühstücksmenüs. Was es mit diesem Food Holiday aus den Vereinigten Staaten im Detail auf sich hat und warum dieses Datum einen eignen Beitrag im Kalender kuriosen Feiertage aus aller Welt verdient, erklärt der vorliegende Beitrag. Worum geht es bei diesem Ehrentag für pochierte Eier mit Sauce Hollandaise?

National Eggs Benedict Day - Eier-Benedict-Tag in den USA. Kuriose Feiertage - 16. April © 2016 Sven Giese - Bild 1
Klassische Eggs Benedict mit Sauce Hollandaise © 2016 Sven Giese.

Wer hat den National Eggs Benedict Day ins Leben gerufen?

Wirft man einen Blick auf die vorhandene Quellenlage, so spricht eine ganze Menge für den US-amerikanischen Food Blogger John-Bryan Hopkins als Initiator des National Eggs Benedict Day. Der aus Alabama stammende Hopkins hat seit 2005/2006 zahlreiche eigene Food Holidays in die Welt gesetzt und gilt mit seinem Blog foodimentary.com als echte Instanz in Sachen kulinarischer Feiertage.

Der älteste Beitrag zum Eier-Benedict-Tag stammt vom 16. April 2012; wobei nicht ganz klar ist, ob dies auch tatsächlich die erste Auflage dieses kulinarischen Anlasses darstellt. So deuten die Daten aus Google Trends an, dass der Suchbegriff National Eggs Benedict Day bereits im Mai 2005 ein erstes relevantes Interesse in der organischen Suche produzierte. Erst im April 2007 taucht dieser kulinarische Feiertag als eigenständiger Begriff in der Google-Suche auf.

Vor diesem Hintergrund ist dann eigentlich ziemlich erstaunlich, dass die meisten der gängigen Websites und Online-Kalender zum Thema Food Holidays auf eine ergebnislose Recherche hinsichtlich des Urhebers und Gründungsjahres verweisen (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Weshalb fällt der Nationaltag der Eier Benedict in den Vereinigten Staaten auf den 16. April?

Demgegenüber fehlt allerdings eine Begründung für das gewählte Datum. Selbst vor dem Hintergrund der Annahme, dass Hopkins tatsächlich der Initiator dieses US-amerikanischen Ehrentags der Eier Benedikt ist, liefert sein Beitrag auf foodimentary.com keine Begründung für das gewählte Datum des 16. April.

Vielmehr hat der US-Amerikaner in mehreren Interviews darauf verwiesen, dass die Anlässe dieser kulinarischen Sammlung entweder nach saisonalem Bezug oder den vorhandenen Lücken im Kalender platziert seien. Dies vor dem Hintergrund, dass er beim Start von foodimentary.com lediglich 200 bekannte Food Holidays finden konnte und die restlichen Tage mit seinen eigenen Feiertagen füllte (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Ob es hier einen inhaltlichen Bezug zum ebenfalls am 16. April gefeierten World Semicolon Day (dt. Welttag des Semikolons), dem Internationalen Tag der Stimme (engl. World Voice Day), dem Komm-im-Schlafanzug-zur-Arbeit-Tag (engl. Wear Pajamas to Work Day) oder dem Tag der Orchidee (engl. National Orchid Day) gibt, konnte ich im Zuge der Recherchen für den vorliegenden Beitrag allerdings nicht herausfinden.

Abgesehen von diesen fehlenden Hintergrundinformationen passt er aber natürlich ganz hervorragend in die Reihe US-amerikanischer Feiertage rund um das Thema Frühstück. Exemplarisch sei dazu u.a. auf die folgenden Termine verwiesen:

Eier Benedikt – Ein Ehrentag für einen amerikanischen Frühstücksklassiker

Die sogenannten Eggs Benedict bestehen vor allem aus pochierten Eiern, die, zusammen mit angebratenen gekochten Schinken bzw. Frühstücksspeck und vor allem einer großen Portion Sauce Hollandaise, entweder auf Toastbrot oder einem halbierten englischen Muffin serviert werden.

Und obwohl sich die Eggs Benedict vor allem an den Frühstückstischen unserer US-amerikanischen Nachbarn großer Beliebtheit erfreuen, gehört das Gericht inzwischen auch in Großbritannien, Kanada und Australien sowie zahlreichen internationalen Hotels zum Standard der jeweiligen Frühstückskarten.

Aufgrund der internationalen Verbreitung und Beliebtheit werden die Eggs Benedict inzwischen in verschiedenen Varianten zubereitet und serviert: u.a. mit Bacon und Tomatenscheiben (Eggs Blackstone), in einer vegetarischen Variante mit gedünstetem Spinat anstelle des Fleischs (Eggs Florentine) oder mit (Räucher-)Lachs anstelle des Schinkens (Eggs Atlantic oder – fast ahnt man es schon – Eggs Hemingway – der gute Ernest scheint fast überall seine Finger mit im Spiel gehabt zu haben).

National Eggs Benedict Day - Eier-Benedict-Tag in den USA. Kuriose Feiertage - 16. April © 2016 Sven Giese - Bild 2
Bild: Klassische Eggs Benedict mit Sauce Hollandaise und Tomaten © 2016 Sven Giese.

Zum National Eggs Benedict Day: Verschiedene Versionen über die Erfindung der Eggs Benedict

Diese internationale Beliebtheit darf aber keineswegs darüber hinwegtäuschen, dass die Egg Benedict definitiv eine amerikanische Erfindung sind. Mehrere Versionen ihrer Entstehungsgeschichte sind dabei im Umlauf:

  • Version 1 führt die Erfindung der Eggs Benedict auf den New Yorker Küchenchef Charles Ranhofer zurück, der im ortsansässigen Delmonico’s Restaurant dieses Gericht für den Finanzier LeGrand Benedict kreierte, der sich zuvor über mangelnde Abwechslung auf der Frühstückskarte des Restaurants beklagt hatte. So berichtet zumindest Ranhofers Kochbuch The Epicurian aus dem Jahr 1894, in dem dann erstmalig ein Rezept für Eggs à la Benedick auftauchte.
  • Version 2: Im September 1967 berichtete der amerikanische Journalist Craig Claiborne in seiner New York Times Kolumne über den Brief eines gewissen Edward P. Montgomery, einem Amerikaner der zu dieser Zeit in Frankreich lebte. In diesem Brief verwies Montgomery darauf, dass die Eggs Benedict auf den Banker und Seemann Commodore E.C. Benedict zurückgingen. Dieser sei 1920 im Alter von 86 Jahren verstorben und habe das Originalrezept seinem Onkel (= dem Bruder seiner Mutter), der ein enger Freund des Commodore gewesen sei, vererbt. Dieser habe es dann seiner Schwester (also der Mutter Montgomerys) vermacht, welche dann wiederum das Rezept an ihren Sohn weitergab. Eine Kopie des angeblichen Originalrezepts war dem Brief aus dem Jahre 1967 beigefügt.
  • Die Version 3 besagt, dass um Jahr 2007 die Amerikanerin Elizabeth David in ihrem Kochbuch French Provincial Cooking auf ein angeblich traditionelles französisches Gericht namens œufs bénédictine verwies, welches im Prinzip alle wesentlichen Zutaten der amerikanischen Variante enthielt, statt des Schickens bzw. Specks hier aber Stockfisch als Ergänzung nannte. David spekuliert darauf, dass Charles Ranhofer aus der Version 1 dieses Rezept wohl gekannt haben muss und lediglich an den amerikanischen Geschmack angepasst habe.
  • Mit Version 4 geht es schließlich wieder zurück in den Big Apple, wo der amerikanische Börsenmakler Lemuel Benedict 1894 im New Yorker Waldorf-Astoria-Hotel ein Katerfrühstück verlangte, welches aus eben der Kombination der eingangs genannten Zutaten bestand.

Welche dieser vier Versionen schließlich der Wahrheit entspricht, lässt sich auch anlässlich des heutigen Nationalen Eggs-Benedict-Tag nicht mehr ganz nachvollziehen. Zumindest konnte ich im Zuge der Recherchen für diesen kuriosen Feiertag keine eindeutigen Hinweise finden. Insofern bleibt eigentlich nur zu sagen: Könnt Euch heute einfach mal ein amerikanisches Frühstück mit den Eggs Benedict und startet gut in den Tag. :)

In diesem Sinne: Guten Appetit und Euch allen einen tollen National Eggs Benedict Day. Egal ob in den Vereinigten Staaten, in Deutschland oder sonst wo auf der Welt. :)

Weitere Informationen und Quellen zum US-amerikanischen Eggs-Benedict-Tag am 16. April

Kategorien April, Kulinarische Kuriositäten Schlagwörter 16. April

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