Internationaler Lindy Hop Tag – World Lindy Hop Day

Am 26. Mai gibt es im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt wieder etwas Neues aus der Kategorie körperliche Bewegung und ästhetischer Ausdruck. Denn dieses Datum steht ganz im Zeichen eines eignen Tanzstils, den seine Fans mit dem heutigen Internationalen Lindy Hop Tag (engl. World Lindy Hop Day) feiern. Was es mit dieser in den späten 1920er Jahre in den USA erfundenen, ursprünglichen Variante des Swing auf sich hat und warum dieser Aktionstag einen festen Platz in der Sammlung kurioser Welttage verdient, erklärt der vorliegende Beitrag.

Kuriose Feiertage - 26. Mai - Internationaler Lindy Hop Tag - World Lindy Hop Day (c) 2014 Sven Giese - www.kuriose-feiertage.de

26. Mai – Internationaler Lindy Hop Tag – World Lindy Hop Day (c) 2014 Sven Giese – www.kuriose-feiertage.de

Happy Birthday Birthday Frankie Manning

Auch wenn ich im Zuge der Recherchen nicht herausfinden konnte, wer den Lindy Hop Day ins Leben gerufen hat bzw. seit wann genau man ihn feiert, gibt es doch zumindest einen sehr konkreten Grund für die Wahl des Datums am heutigen 26. Mai. Denn dies ist zugleich auch der Geburtstag von Frankie Manning (1914 – 2009), einer der schillernden und prägenden Figuren dieses Tanzes.

Insofern dürften es mit dem ebenfalls heute begangenen Tag des Papierfliegers (engl. National Paper Airplane Day), dem Tag des Blaubeerkäsekuchen (engl. National Blueberry Cheesecake Day) oder dem Tag der Farbe Grau (engl. National Grey Day) keine inhaltlichen Berührungspunkte geben. Deshalb erspare ich mir an dieser Stelle auch wilde Spekulationen und eröffne die kleine Geschichtsstunde in Sachen modernem Tanz mit einer definitorischen Annäherung (siehe dazu auch den Welttag des Tanzes am 29. April).

Lindy Hop – eine kurze Geschichte des Vorläufers des Swing

Der Lindy Hop gilt als Gesellschaftstanz, der in erster Linie zu zweit getanzt wird, wobei ein spezifischer Schwerpunkt dieses Tanzes, der seine Wurzeln im Break-Away, Charleston und Stepptanz hat, vor allem auf dem Austausch von Bewegungsideen und der Interpretation der Musik durch möglichst harmonische Bewegungen der Tänzer liegt.

Mit der Musik ist zugleich auch ein wichtiges Stichwort im Kontext des Lindy Hop gegeben, denn bei der Entstehung des Tanzes Ende der 1920er Jahre in den großen New Yorker Ballsälen spielte vor allem der Big Band Sound der jeweiligen Hausbands eine wichtige Rolle, die den ursprünglichen Jazz zum orchestralen Swing weiterführten (siehe dazu auch den Welttag des Jazz (engl. International Jazz Day) am 30. April).

Epizentrum der ursprünglichen Lindy Hop-Bewegung war der Savoy Ballroom im New Yorker Stadtteil Harlem, wo sich aus dem Schmelztiegel des durch alle Bevölkerungsschichten reichenden Spektrums verschiedener Tanzkulturen und -stile schließlich der Lindy Hop als eine Art Markenzeichen des Hauses entwickelte.

Und dies mit durchschlagendem Erfolg, denn nicht dieser neue Tanz machte den Savoy Ballroom nicht nur über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt, sondern brachte auch eigene Startänzer hervor.

Hier sind vor allem Frankie Manning (1914 – 2009) und seine Formation Whitey’s Lindy Hoppers zu nennen, welche den Tanz während der 1930er/40er Jahre auf die Bühnen und die Kinoleinwände der USA brachten. Der amerikanischer Tänzer, Tanzlehrer und Choreograf gilt unter Lindy Hoppern als einer der zentralen Figuren und Begründer des Stils, der zum einen Kopf der Whitey’s Lindy Hoppers war und zum anderen die ersten mit der Musik synchronisierten, in den Tanz eingestreuten Paar-Akrobatiken und Hebefiguren, die sogenannten Aerials, entwickelte.

Neben Manning gilt der Dean Collins (1917 – 1984) als weitere Schlüsselfigur, auf den der sogenannte Hollywoodstyle Lindy Hop, eine an den Geschmack des weißen Hollywood-Publikums angepassten Variante des ursprünglichen Lindy Hop zurückgeht. Während der Tanz nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst fast in Vergessenheit geriet, erfreut der Lindy Hop seit den 1980er Jahren – auch in Europa – wieder zunehmender Beliebtheit.

Wie der Lindy Hop zu seinem Namen kam

Soweit also zunächst unser kleiner historischer Exkurs. Allerdings konnte bisher noch nicht geklärt werden, woher der Lindy Hop seinen Namen hat bzw. wie er zu diesem gekommen ist. Nun, so ganz eindeutig ist die Sache allerdings nicht, denn je nachdem, wen man fragt, gibt es unterschiedliche Varianten der Namensgebung. Die wohl wahrscheinlichste Variante ergibt sich durch den Bezug auf Charles Lindberghs berühmten Transatlantikflug New York – Paris aus dem Jahr 1927, der von dem New Yorker Tänzer Shorty George Snowden aufgegriffen worden sei.

Laut Frankie Manning feierten am Abend von Lindberghs Landung in Paris, also dem 21. Mai 1927, New Yorks Bürgermeister und zahlreiche Journalisten die Schlagzeile des Tages: Lucky Lindy Hops the Atlantic im Savoy Ballroom. In diesem Rahmen soll Shorty George die aktuelle Schlagzeile als Antwort auf die Frage, was er denn dort mache, wie folgt aufgegriffen haben: „I’m doin‘ the Hop… the Lindy Hop!“.

In eine ähnliche Richtung geht eine anderen Variante der Geschichte, nach der der Lindy Hop zunächst nur unter dem Namen Hop firmierte und der Zusatz Lindy sei erst als Ehrerbietung an besagten Lindbergh-Flug von 1927 im Kontext des Savoy Ballroom hinzugefügt worden. Welche der beiden Version nun die richtige ist, mag jeder für sich selbst entscheiden. Falls jemand von Euch hierzu aber nähere Informationen hat, freue ich mich über Feedback.

In diesem Sinne, Euch allen einen tollen World Lindy Hop Day. 🙂

Weitere Informationen zum Internationalen Lindy Hop Tag

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Autor: Sven Giese

Angesichts des Chaos in der Welt, gegen den Optimismus, der zerplatzt ist, bleibt nur die Aufgabe, den Garten zu bestellen. Dies ist ein solcher Garten. :-) Andere Gartenarbeiten von mir gibt es auch auf: Facebook, Google+ und Twitter.

5 Kommentare

  1. Pingback: Donnerstag, 26. Mai 2016 | Wolfgang Putzke

  2. Der Grund für die Wahl des 26. 05. als World Lindy Hop Day ist, dass dies der Geburtstag von Frankie Manning ist (26.05.1914). Heute wäre sein 102. Geburtstag.

    • Hallo Tobias, prima, vielen Dank für den Hinweis. Habe ich gerade aktualisiert. In diesem Sinne: Happy Birthday Frankie Manning. 🙂

  3. Ich wußte gar nicht, daß New York einen Stadtteil namens Hameln hatte 😉 war der Fehlerteufel unterwegs?!

    • Dowton Hameln?!! Ist doch weltbekannt. 😉 Scherz bei Seite. Danke für den Hinweis, da hat der Fehlerteufel bzw. die Autokorrektur wohl mit getanzt. 🙂

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