Walross-Tag in Russland am 24. November

Seit 2008 steht der 24. November in Russland für den Walross-Tag. Dabei geht dieser Umwelt-Aktionstag auf eine Initiative der russischen Sektion des World Wide Fund for Nature (WWF) und dem Rat für Meeressäuger zurück. Grund genug, die Geschichte dieses Anlasses auch im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt zu erzählen. Worum geht es dabei?

Walross-Tag in Russland. Kuriose Feiertage - 24. November © 2020 Sven Giese - Bild 1
Walross-Tag in Russland. Kuriose Feiertage – 24. November © 2020 Sven Giese – Bild 1

Wer hat den russischen Walross-Tag ins Leben gerufen?

Der russische Walross-Tag geht auf die Initiative der russischen Sektion des World Wide Fund for Nature (WWF), dem Rat für Meeressäuger und lokalen Umweltschützern zurück. Auslöser für diesen Aktionstag dürfte dabei die Bekanntgabe eines erfolgreichen Bieterverfahrens zum Erhalt der Erdölförderrechte im Februar 2008 durch die Regierung der Vereinigten Staaten gewesen sein. Immerhin, so schätzen Geologen, liegen im Schelf der Tschuktschensee bis zu 30 Milliarden Barrel Öl (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Weshalb fällt der Tag der Walrosse auf den 24. November?

Die Eröffnungsfeier zum Walross-Tag fand am 24. November 2008 in Tschukotka statt. Dabei haben sich die Initiatoren durchaus bewusst für diesen Termin entschieden. Denn zum Ende des Herbstes verlassen die Walrosse die arktische Küste der Tschuktschensee (engl. Chukchi Sea, russ. Чуко́тское мо́ре bzw. Tschukotskoje), um in den wärmeren Gewässern der Beringstraße zu überwintern. Gerade während dieser Wanderung sind die Tiere allerdings anfällig und benötigen besonderen Schutz.

Ziele und Intention: Worum geht es beim Walross-Tag in Russland?

Wie bei den meisten anderen Beiträgen aus dem Kalender der Umwelt-Aktionstage verfolgt auch der russische Walross-Tag ein konkretes Ziel. Obwohl das Walross nicht als bedrohte oder vom Aussterben bedrohte Art gelistet ist, sind auch diese Tiere durch die Zerstörung ihres Lebensraumes gefährdet.

Dementsprechend geht es den Initiatoren am 24. November vor allem darum, die Öffentlichkeit auf die Gefährdung bzw. den notwendigen Schutz dieser Robbenart aufmerksam zu machen (siehe dazu auch den Beitrag zum International Day of the Seal (dt. Internationaler Tag der Seehunde) am 22. März)

Neben den oben skizzierten Ölbohrungen in der Tschuktschensee sind es vor allem die Auswirkungen des globalen Klimawandels, die den Lebensraum der Tiere bedrohen. Steigende Temperaturen haben das Packeis in den Polarmeeren deutlich dünner werden lassen. Auch für die Walrosse eine fatale Entwicklung, da sie ihre Jungen dort im Frühjahr zur Welt bringen und beim Stillen auf diese Eisflächen angewiesen sind. Bei einem durchschnittlichen Gewicht eines erwachsenen Tieres von ca. einer Tonne spielt die Stabilität also durchaus eine Rolle (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Walross-Tag in Russland. Kuriose Feiertage - 24. November © 2020 Sven Giese - Bild 2
Walross-Tag in Russland. Kuriose Feiertage – 24. November © 2020 Sven Giese – Bild 2

Walross-Wissen: Kuriose Fakten, die man über Walrosse kennen sollte

Passend zum russischen Ehrentag der Walrosse gilt es natürlich auch einen näheren Blick auf die Eigenschaften und Besonderheiten dieser beeindruckenden Meeressäuger zu werfen. Immerhin gilt das Walross als die größte Robbenart der Arktis und nach dem Seeelefantenbullen als zweitgrößte Robbenart weltweit. Grund genug, für eine Sammlung kurioser Fakten, die man über Walrosse kennen sollte.

Was ist ein Walross?

Das Walross (lat. Odobenus rosmarus) ist ein großes Meeressäugetier, das den Arktischen Ozean und die subarktischen Meere der nördlichen Hemisphäre bewohnt. Diese Robbenart gehört zur Ordnung der Raubtiere und ist die einzige Art in der Familie der Walrosse. Die Wissenschaft unterscheidet zwei Unterarten: das Atlantische Walross und das Pazifische Walross (siehe dazu auch die anderen Beiträge aus dem Kalender der maritimen Feiertage).

Etymologie: Woher stammt die Bezeichnung Walross?

Sprachwissenschaftler gehen heute davon aus, dass sich die Bezeichnung Walross im 16. Jahrhundert vom niederländischen Begriff walros bzw.  walrus‎ abgeleitet hat.

Walrosse im Steckbrief: Welche Merkmale hat ein Walross?

Die wichtigsten äußeren Merkmale des Walrosses sind seine Stoßzähne und Schnurrhaare sowie seine Größe. Ein ausgewachsenes männliches Tier dieser Robbenart kann eine Länge von über 3,5 Meter sowie ein Gewicht von über zwei Tonnen erreichen. Gegenüber den Bullen sind die weiblichen Kühe etwas kleiner und leichter.

Was frisst ein Walross?

Walrosse sind Allesfresser, ernähren sich aber überwiegend von kleinen Meeresorganismen,  gelegentlich aber eben auch Seevögel, kleinere Robben und Narwale an. Aufgrund ihrer beträchtlichen Größe und ihrer bedrohlichen Ausmaße verfügen ausgewachsene Walrosse eigentlich über keine natürlichen Fressfeinde, trotzdem fallen Jungtiere immer wieder Schwertwalen oder Eisbären zum Opfer (siehe dazu auch den Beitrag zum Welteisbärentag (engl. International Polar Bear Day) am 27. November).

Walross-Tag in Russland. Kuriose Feiertage - 24. November © 2020 Sven Giese - Bild 3
Walross-Tag in Russland. Kuriose Feiertage – 24. November © 2020 Sven Giese – Bild 3

Walrosse und Menschen: Das Walross als Jagd- und Symboltier

Historisch gesehen waren die Walrosse wichtig für den Lebensunterhalt der arktischen Ureinwohner, die sie wegen Fleisch, Fett, Haut, Knochen und Stoßzähnen (Walross-Elfenbein) jagten. Die Tiere spielten auch eine wichtige Rolle in der Religion und Folklore dieser Völker. Dementsprechend  tauchen Walrosse häufig in Mythen und Legenden dieser Regionen auf. So kennt das Volk der Tschukhi eine Legende über eine alte Frau mit einem Walrosskopf, die mit der Inuit-Gottheit Sedna, der Göttin des Meeres und aller Meerestiere, in Verbindung gebracht wird (siehe dazu auch den Beitrag zum internationalen Tag des Meeres (engl. World Oceans Day) am 8. Juni).

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden Walrosse von europäischen und US-amerikanischen Walfängern und Robbenfängern kommerziell gejagt, wodurch ihre Population deutlich zurückging. Die kommerzielle Jagd stellt heute keine Bedrohung mehr dar, da sie in der Arktis und Subarktis verboten ist. Die Ausnahme bilden hier die indigenen zirkumpolaren Völker, denen es erlaubt ist, am Ende der Sommersaison eine kleine Anzahl von Walrossen zu erlegen.

Wer von Euch nichts mit Walrössern anfangen kann, für den/die bietet der 24. November mit dem US-amerikanischen Feier-dein-einzigartiges-Talent-Tag (engl. Celebrate Your Unique Talent Day) und dem Tag der Sardinen (engl. National Sardines Day) mindestens zwei kalendarische Alternativen.

In diesem Sinne: Euch allen einen entspannten Walross-Tag. Egal ob in Russland, in Deutschland oder sonst wo auf der Welt. :)

Weitere Informationen und Quellen zum russischen Tag der Walrosse am 24. November