Tag der Gummistiefel in Deutschland

Passend zum herbstlichen Schmuddelwetter steht der 24. November seit 2021 für den bundesweiten Tag der Gummistiefel. Worum es bei diesem Aktionstag zu Ehren der wasserdichten Galoschen im Detail geht, beleuchten die folgenden Zeilen des Kalenders der kuriosen Feiertage aus aller Welt. Worum geht es dabei?

Tag der Gummistiefel in Deutschland. Kuriose Feiertage - 24. November © 2021 Sven Giese - Bild 1
Tag der Gummistiefel in Deutschland. Kuriose Feiertage – 24. November © 2021 Sven Giese – Bild 1

Wann ist Tag der Gummistiefel?

Seit 2021 feiert Deutschland den bundesweiten Tag der Gummistiefel immer am 24. November.

Wer hat den Tag der Gummistiefel ins Leben gerufen?

Der Tag der Gummistiefel ist eine Erfindung bzw. Idee des Kalenders der kuriosen Feiertage aus aller Welt. Falls also jemand nach dem Urheber dieses Ehrentages der wadenhohen, wasserdichten Stiefel mit breitem Schaft fragt, kann er/sie gerne auf diese Quelle verweisen.

Weshalb fällt der Gummistiefel-Tag auf den 24. November?

Eigentlich gibt es keine konkrete Begründung für die Wahl des 24. November als Datum des Gummistiefel-Tages. So war für diesen Termin noch etwas Platz im Kalender der kuriosen Feiertage und die Jahreszeit passt angesichts der Wetterlage auch (siehe dazu auch den thematisch verwandten Beitrag zum US-amerikanischen National Step in a Puddle and Splash Your Friend Day (dt. Tag des Pfützenspringens) am 11. Januar).

Damit keine Verwirrung aufkommt. In Ansätzen hat Google einen solchen Anlass schon einmal angedeutet. So spielte die Suchmaschine am 5. Dezember 2019 ein eigenes Doodle zu Ehren der Gummistiefel in den Suchergebnissen aus. Dies war eine Referenz an den 5. Dezember 2015, der als regnerischster Tag der Geschichte Großbritanniens bekannt geworden ist. Die nordwestliche Grafschaft Cumbria vermeldete in 24 Stunden eine Niederschlagshöhe von mehr als 340 Millimetern (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten sowie den Beitrag zum Tag des Regens (engl. Rain Day) am 29. Juli). So richtig überzeugt hat mich dieses Datum nicht und dementsprechend gibt es den 24. November als eigene Variante.

Eine kleine Kulturgeschichte der Gummistiefel – oder: Wer hat die Gummistiefel erfunden?

Arthur Wellesley, den  1. Duke of Wellington und die Hessenstiefel in der Schlacht bei Waterloo

Gemeinhin gelten die Briten als Erfinder des Vorläufers der modernen Gummistiefel. Begründet wird diese Zuschreibung mit Hinweis auf den Feldmarshall Arthur Wellesley, den  1. Duke of Wellington, der Napoleon in der Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815 besiegte. Wellingtons Erfolgsgeheimnis sollen die kniehohen Lederstiefel gewesen sein, die vorwiegend die Kavallerie vor Schwerthieben schützen sollten. Dieses auch als Hessenstiefel bekannte Schuhwerk wurde durch intensives Einfetten wasserdicht gemacht.

Der „Wellington“-Stiefel wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts zum Standard praktischer Fußbekleidung innerhalb der britischen Aristokratie und Mittelschicht. Der Name wurde später auf wasserdichte Gummistiefel übertragen, die nicht mehr mit einer bestimmten Klasse in Verbindung gebracht werden. Aufgrund der historischen Bedeutung sind die Gummistiefel in England auch heute noch als Wellingtons bzw. Wellies oder Welli Boots bekannt, wobei hier aber nicht das (wasserabweisende) Material der Stiefel, sondern primär ihre Form die Verbindung zur modernen Version dieses Schuhs herstellt. Der Bezug zum Material ergibt sich durch eine gänzlich andere Spur.

Südamerikas indigene Völker und die Kombination von Stoff mit Naturkautschuk

Entgegen der weitverbreiteten Annahme, dass die Gummistiefel eine Erfindung aus Großbritannien sind, reichen die Wurzeln der gummierten Schuhe tatsächlich noch weiter zurück. So gilt es als gesichert, dass einige indigene Völker in Gebieten Südamerikas einen primitiven Vorläufer dieser wasserdichten Stiefel kannten. Durch die Tränkung von Stoffschuhen im Milchsaft des Gummibaums entstand eine Vermischung des Naturkautschuks mit dem Stoff, die sowohl eine wasserabweisende Konsistenz schuf als auch für eine gewisse Haltbarkeit dieser Schuhe sorgte.

Charles Goodyear und die Entdeckung der Vulkanisierung im Jahr 1839

Ein ähnliches Phänomen entdeckte der US-Amerikaner Charles Goodyear eher zufällig im Jahr 1839. Eher zufällig konnte er durch die Zugabe von Schwefel und weiteren Stoffen aus Naturkautschuk eine Art Gummi erzeugen, der sowohl unter Wärme- als auch unter Kälteeinfluss seine feste Konsistenz behielt. Mit der so entdeckten Vulkanisierung ließen sich die Eigenschaften des Gummis gezielt steuern und Goodyear lieferte die Grundvoraussetzung für den modernen Gummistiefel, die fortan in der Zivilbevölkerung, vor allem aber für das Militär interessant wurden (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten sowie den Beitrag zum US-amerikanischen Regenschirm-Tag (engl. Umbrella Day) am 10. Februar).

Hiram Hutchinson und die Gründung der Gummistiefel-Marke l’Aigle

Goodyear war nicht nur Erfinder, sondern auch Geschäftsmann. Dementsprechend verkaufte er auch Lizenzen zur Herstellung von Gummistiefeln. Im Jahr 1853 erwarb der US-Amerikaner Hiram Hutchinson eine solche Lizenz und gründete in Frankreich die Marke l’Aigle (dt. Adler). Der Name ist eine Referenz an den US-amerikanischen Wappenvogel (siehe dazu auch den Beitrag zum US-amerikanischen Rettet-die-Adler-Tag (engl. Save the Eagles Day) am 10. Januar), wobei Hutchinson sich sehr bewusst für den europäischen Standort entschied, da er im ruralen Europa den besten Absatzmarkt für Gummistiefel sah. Im Laufe der Zeit wurde aus l’Aigle die Kurzform Aigle und Hutchinson gilt als einer der prägenden Figuren für die Verbreitung der Stiefel aus Gummi (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Henry Lee Norris und die grünen Original Hunter Boots

Eine weitere prägende Figur der Gummistiefel-Industrie war der US-Amerikaner Henry Lee Norris, der 1855 nach Schottland immigrierte und ein Jahr später die North British Rubber Company in Edinburgh eröffnete. Dies wäre nicht weiter bemerkenswert, da zu dieser Zeit auf dem ganzen europäischen Kontinent Hersteller an den Markt gingen und die Nachfrage für das wasserdichte Schuhwerk abdeckten. Ihren Ehrenplatz in der Geschichte der Gummistiefel erhielt die North British Rubber Company allerdings erst im Winter 1955 mit der Markeinführung des grünen Original Hunter Boot. Immerhin ist die Marke Hunter bis heute noch Hoflieferant des britischen Königshauses (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Tag der Gummistiefel in Deutschland. Kuriose Feiertage - 24. November © 2021 Dietmar Giese - Bild 2
Tag der Gummistiefel in Deutschland. Kuriose Feiertage – 24. November © 2021 Dietmar Giese – Bild 2

Wer von Euch nichts mit Gummistiefeln anfangen kann, für den/die bietet der 24. November mit dem in den USA begangenen Tag der Sardinen (engl. National Sardines Day) und dem  Feier-dein-einzigartiges-Talent-Tag (engl. Celebrate Your Unique Talent Day) oder dem Walross-Tag in Russland eine Reihe kalendarischer Alternativen.

In diesem Sinne, Euch allen trockene Füße und einen entspannten Tag der Gummistiefel. Egal, ob in Deutschland oder sonst wo auf der Welt. :)

Weitere Informationen und Quellen zum Tag der Gummistiefel am 24. November