Der Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt existiert seit dem 3. Oktober 2011. Seitdem hat er sich zur umfangreichsten deutschsprachigen Sammlung kuriöser, ungewöhnlicher und spaßiger Feiertage entwickelt: über 1.900 dokumentierte Tage aus aller Welt, ein tagesaktueller Kalender und viele Hintergrundgeschichten, die man so nicht erwartet.
Der Grundgedanke ist simpel: Zu jedem kuriosen Feiertag liefert der Kalender nicht nur das Datum, sondern auch, wer dahintersteckt und wie es dazu gekommen ist. Weil genau das die eigentlich interessante Frage ist.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Was ist der Kalender der kuriosen Feiertage?
- 2 Wer steckt hinter dem Projekt kuriose-feiertage.de?
- 3 Was sind kuriose Feiertage überhaupt?
- 4 Woher kommen kuriose Feiertage?
- 5 Wie entstehen eigentlich kuriose Feiertage bzw. wer legt die fest?
- 6 Wie wird das Datum gewählt?
- 7 Besteht eine Möglichkeit oder offizielle Institution, einen „Tag des …“ bzw. kuriosen Feiertag einzutragen?
- 8 Ich habe eine Idee für einen eigenen Feier- bzw. Aktionstag. Was muss ich dabei beachten?
- 9 FAQ: Häufig gestellte Fragen und Antworten zu kuriosen Feiertagen
Was ist der Kalender der kuriosen Feiertage?
kuriose-feiertage.de ist ein deutschsprachiger Online-Kalender mit Sitz in Bonn. Dokumentiert werden internationale, nationale und regionale Feier-, Gedenk- und Aktionstage, die eines gemeinsam haben: Sie sind informell, haben keine gesetzliche Grundlage und verpflichten zu gar nichts.
Das macht sie nicht weniger interessant. Eher das Gegenteil.
Der Kalender umfasst tagesaktuelle Einträge, thematische Übersichten (Katzenfeiertage, Berufsfeiertage, Lebensmittelfeiertage und viele mehr), ein Lexikon sowie einen Newsletter. Religiöse und weltanschauliche Gedenktage sind bewusst ausgeschlossen. Wer also den Heiligentag eines Schutzmantels sucht, ist hier falsch. Wer wissen will, warum der 10. Februar der Nationale Regenschirm-Tag ist, ist genau richtig.
Wer steckt hinter dem Projekt kuriose-feiertage.de?
Der Kalender ist ein Hobbyprojekt von mir, Sven Giese, aus Bonn. Jahrgang 1973. Ich bin von Haus aus studierter Philosoph, verdiene mein Geld aber seit vielen Jahren in der Suchmaschinenoptimierung und im Online-Marketing.
Mich hat immer geärgert, dass man sich die jeweils passenden Hintergründe und Informationen zu diesen kuriosen Feiertagen auf mehreren Websites, Foren und Blogs zusammensuchen musste. Sicherlich gibt es Listen in der Wikipedia oder zahlreiche Tagesübersichten im Internet – eine gesammelte Übersicht, die in die Tiefe geht, fehlte meiner Meinung nach allerdings komplett. Dieser Kalender ist der Versuch, eine solche Übersicht zu schaffen.
Seit 2017 rufe ich über kuriose-feiertage.de selbst neue Feiertage aus. Inzwischen sind es mehr als 20, darunter der Tag des Adventskalenders am 1. Dezember (seit 2017), der Tag der gleichfarbigen Socken am 11. Mai (seit 2021) und der Tag des Glücksschweins am 1. Januar (seit 2021).
Der Kalender in den Medien
Über die Jahre haben verschiedene Medien über kuriose-feiertage.de berichtet:
- NZZ (Neue Zürcher Zeitung): Ich gedenke, also bin ich – vom Irrsinn immer neuer Gedenktage – · nzz.ch
- Die Zeit: Kuriose Feiertage: Kinnkraulen, Marketing, Facebook – · zeit.de
- General-Anzeiger Bonn: Kuriose Feiertage: Vom Kakerlaken-Rennen zum Welttag der Komplimente – · ga.de
- GEO Magazin: Selfies und Kakerlaken: Kuriose Feiertage rund um die Welt – · geo.de
- RBB24 Internationale Gedenktage – Entstehung, kurios, offiziell, UN-Feiertage – · rbb24.de
- WDR 5 Töne Texte Bilder – Beitrag zu kuriosen Feiertagen – · wdr.de
- DOMRADIO.DE/KNA: Kuriose Feiertage gibt es wie Sand am Meer – · domradio.de
- Kurier (Österreich): Kuriose Feiertage – Aktionstag, Kalender, internationaler Tag – · kurier.at
Newsletter & Social Media von kuriose-feiertage
Täglich einen kuriosen Feiertag direkt ins Postfach: Zum Newsletter anmelden. Ca. 1.300 Abonnenten sind schon dabei.
Wer lieber scrollt, findet den Kalender auch auf folgenden Social-Media-Kanälen:
- Facebook: facebook.com/kuriose.feiertage
- Instagram: instagram.com/kuriose.feiertage
- X (ehem. Twitter): twitter.com/kuriosetage
- Bluesky: bsky.app/profile/kuriosefeiertage.bsky.social
Was sind kuriose Feiertage überhaupt?
Kuriose Feiertage sind informelle Aktions- und Gedenktage ohne offiziellen institutionellen Hintergrund. Sie feiern Produkte, Tiere, Lebensmittel oder kulturelle Phänomene. Wer sie ausruft, entscheidet selbst.
Ein paar wichtige Klarstellungen:
- Kein Freibrief vom Chef. Kuriose Feiertage haben keine gesetzliche Grundlage. Der Nationale Donut-Tag berechtigt nicht zur Abwesenheit vom Schreibtisch. Gesetzliche Feiertage wie Weihnachten oder der Tag der Deutschen Einheit sind im Bundes- oder Landesrecht verankert. Kuriose Feiertage hingegen nicht.
- „National“ ist kein Qualitätsmerkmal. Das Voranstellen von „National“ oder „International“ verleiht einem Aktionstag den Anschein von Offizialität. Rechtlich geschützt ist dieser Zusatz nicht. Jeder kann ihn verwenden. Laut dem Lebensmittelmarketing-Experten John Stanton (St. Joseph’s University, Philadelphia) ist es für das Publikum letztlich irrelevant, ob ein solcher Tag offiziell ist oder nicht. Was zählt, ist die Verbreitung.
- Selbst US-Präsidenten konnten das nicht ändern. Ronald Reagan rief am 15. Juli 1984 den National Ice Cream Day aus. Am 15. Juli 1985 war er es nicht mehr. Selbst präsidiale Proklamationen galten nur für das jeweilige Jahr.
Woher kommen kuriose Feiertage?
Überwiegend aus den USA. Schon 1904 ist eine „Apple Week“ als früher Vorläufer dokumentiert. 1916 legte die National Confectioners’ Association den ersten belegbaren „National Day“ fest. Ab 1948 führte das US Department of Commerce eine offizielle Publikation zu Aktions- und Gedenktagen; 1957 übernahm das Referenzwerk *Chase’s Calendar of Events* diese Aufgabe und gilt bis heute als Autorität für PR-Fachleute.
Wie entstehen eigentlich kuriose Feiertage bzw. wer legt die fest?
So ganz einfach lässt sich diese Frage nicht beantworten. Denn dies hängt zum einen vom jeweils gefeierten Anlass/Gegenstand, zum anderen aber auch vom jeweiligen Herkunftsland des Feiertages ab. Ein paar Muster lassen sich hier aber herausarbeiten:
- Handelsverbände und Unternehmen nutzen sie als Marketinginstrument. Das war bis ca. 2005 der dominierende Kanal.
- Einzelpersonen rufen eigene Tage aus und verbreiten sie. Thomas und Ruth Roy (Wellcat Holidays, Lebanon PA) begannen schon 1986, eigene Feiertage über das Radio zu verbreiten, noch lange bevor das Internet eine Rolle spielte.
- Blogger und Social-Media-Akteure erfinden Tage schlicht nach Bedarf. John-Bryan Hopkins (Foodimentary) formulierte es selbst: „Early on, I’d wake up in the morning and realize I didn’t have anything for the blog that day.” Nach eigenen Angaben hat er 170–200 kuriose Feiertage neu erfunden.
- Kommerzielle Plattformen nehmen seit ca. 2013 neue Einträge gegen Bezahlung auf. National Day Calendar (Mandan, North Dakota) verlangt zwischen 2.300 und 4.000 US-Dollar pro Tag.
Seit Januar 1995 fehlt in den USA ein staatlicher Gatekeeper vollständig: Das Repräsentantenhaus verbot die Einbringung datumsbezogener Gedenktags-Gesetzgebung per House Rule XII. Seitdem kann jeder einen kuriosen Feiertag ausrufen.
Wie wird das Datum gewählt?
Auch das hat System, meistens zumindest. Acht gängige Mechanismen:
- Historischer Anlass: Datum eines Gesetzes oder Ereignisses. National Beer Day (2. April) verweist auf den Cullen-Harrison Act vom 7. April 1933.
- Saisonaler Bezug: Oatmeal Day landet im Januar, weil das der umsatzstärkste Monat für Haferflocken auf der Nordhemisphäre ist.
- Geburtstag: Einer mit dem Thema verknüpften Person, primär im angelsächsischen Raum.
- Kalendarische Ableitung: Pi Day am 14. März, weil 3/14 in US-Schreibweise 3,14 … ergibt.
- Phonetische Ähnlichkeit: Mario Day am 10. März, weil MAR/10 zu MAR10 und damit MARIO wird.
- Gleitender Termin: Letzter Donnerstag im Februar für bessere Planbarkeit. Überwiegend bei europäischen Feiertagen.
- Hagiografisch-attributive Referenz: Das Datum fällt auf den Gedenktag eines Heiligen, dessen Schutzbereich thematisch passt. National Umbrella Day am 10. Februar verweist auf die hl. Scholastika von Nursia, Patronin des Regens und des Schutzes vor Sturm.
- Willkür: Das Datum ist frei. Lücke gefüllt.
Besteht eine Möglichkeit oder offizielle Institution, einen „Tag des …“ bzw. kuriosen Feiertag einzutragen?
Offiziell beantragen lassen sich eigene kuriose Feiertage meines Wissens nach nicht. Zumindest nicht bei uns in Deutschland. Insofern gibt es auch keine Plattform oder Institution zum Eintragen solcher Anlässe.
Man kann natürlich versuchen, einen entsprechenden Antrag auf kommunaler und bundesweiter Ebene oder in Richtung der Vereinten Nationen zu stellen, allerdings scheinen mir die Erfolgsaussichten für einen klassischen kuriosen Feier- oder Aktionstag an diesen Stellen nicht sehr erfolgsversprechend.
In der Regel ist es schon mal ein guter Schritt, die vorliegende Sammlung der kuriosen Feiertage wegen einer Idee anzuschreiben (siehe unten). Wenn es eine gute und begründete Geschichte dazu gibt, nehme ich die gerne mit auf. Auf diese Weise sind schon einige Anlässe entstanden – siehe dazu z. B. die Beiträge zum:
- Tag des Morgenmuffels am 7. Oktober
- Internationaler Tag des Taschenrechners (engl. International Pocket Calculator Day) am 1. April
Ich habe eine Idee für einen eigenen Feier- bzw. Aktionstag. Was muss ich dabei beachten?
Am Anfang steht natürlich – wie immer – eine gute Idee. Man sollte aber nicht gegen geltendes Recht bzw. Urheberrecht verstoßen und es tunlichst vermeiden, sich beleidigend über Dritte zu äußern. Ansonsten sind hier der eigenen Kreativität und Fabulierlust keine Grenzen gesetzt.
Auch das Datum sollte klug gewählt sein. Denn wenn dieses bereits durch ein anderes Fest oder einen anderen Feiertag belegt ist, wird man kaum die benötigte Aufmerksamkeit erlangen können. Sprich, Weihnachten, Ostern, Halloween usw. fallen hier als Option weg. Wer hier noch auf der Suche ist, sollte mal einen näheren Blick auf den Erfinde-Deinen-eigenen-Feiertag-Tag (engl. Make Up Your Own Holiday Day) am 26. März werfen.
Grundsätzlich hängt der Erfolg eines kuriosen Feiertages mit seiner Verbreitung bzw. Bekanntheit zusammen. Soll heißen: Wenn niemand davon weiß und es nicht mitbekommt, dürfte sich ein solcher Aktionstag auch nicht wirklich durchsetzen. Man muss also schon selbst ein wenig die Werbetrommel rühren und sich ein paar Mitstreiter suchen, die bei der Verbreitung helfen.
Inwieweit sich dies steuern lässt, überlasse ich an dieser Stelle der Vorstellungskraft bzw. Kreativität des Lesers, manchmal unterliegen aber solche Ideen – gerade im Online-Bereich – einer kaum kalkulierbaren Eigendynamik. Ein Paradebeispiel für einen solchen Anlass ist z. B. der Internationale Jogginghosentag am 21. Januar.
FAQ: Häufig gestellte Fragen und Antworten zu kuriosen Feiertagen
Hat kuriose-feiertage.de eine Redaktion?
Nein. Alle Inhalte hat Sven Giese allein erstellt. Über 1900 dokumentierte Feiertage in mehr als vierzehn Jahren: Ein-Personen-Projekt, keine Co-Autoren, keine Mitarbeitenden.
Was unterscheidet kuriose-feiertage.de von anderen Kalenderseiten?
Zwei Dinge vor allem. Erstens: Jeder Eintrag recherchiert Herkunft und Initiatorschaft der dokumentierten Anlässe. Nicht jeder kuriose Feiertag hat eine belegbare Geschichte, aber die Frage wird immer gestellt. Zweitens: kuriose-feiertage.de ist die einzige umfassende deutschsprachige Sammlung dieser Art. Das US-Portal CooksInfo führt den Kalender als internationale Referenz.
Werden religiöse Feiertage dokumentiert?
Nein. Religiöse und weltanschauliche Gedenktage sind vom Redaktionskonzept ausgeschlossen. Der Kalender konzentriert sich auf informelle, kulturelle und thematische Aktions- und Gedenktage.
Gibt es eine offizielle Institution für kuriose Feiertage in Deutschland?
Nein. Wer einen eigenen kuriosen Feiertag ausrufen möchte, kann sich an Portale wie kuriose-feiertage.de wenden oder selbst für Verbreitung sorgen. Einen staatlichen Gatekeeper gibt es nicht. Ob ein Tag sich durchsetzt, hängt ausschließlich davon ab, wie bekannt er wird.
Wie kann ich kuriose-feiertage.de kontaktieren?
Per E-Mail: info@kuriose-feiertage.de