Tag der Tortilla-Chips – der amerikanische National Tortilla Chip Day

Schon gewusst? Den 24. Februar feiert man in den USA als nationalen Tag der Tortilla-Chips (engl. National Tortilla Chip Day – manchmal auch nur kurz: Tortilla Chip Day). Buen provecho! Warum dieser Food Holiday einen festen Platz im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt verdient und was die damit gefeierten Tortilla-Chips so besonders macht, berichten die folgenden Zeilen. Guten Appetit.

Kuriose Feiertage - Tag der Tortilla-Chips - der amerikanische National Tortilla Chip Day - 1 (c) 2015 Sven Giese
24. Februar: Tag der Tortilla-Chips – der amerikanische National Tortilla Chip Day – 1 (c) 2015 Sven Giese

Wer hat den National Tortilla Chip Day ins Leben gerufen?

Wie bei so vielen anderen kulinarischen Anlässen aus den Vereinigten Staaten gilt leider auch im Falle des National Tortilla Chip Day, dass kaum etwas über seine Hintergründe bekannt zu sein scheint. So konnte ich im Zuge der Recherchen weder Hinweise auf einen möglichen Initiator noch das konkrete Gründungsjahr herausfinden.

Diese Unklarheit gilt dann auch für das gewählte Datum des heutigen 24. Februar, welches vor diesem Hintergrund als relativ willkürliche Setzung zu sehen ist. Eine inhaltliche Verbindung zum ebenfalls heute gefeierten World Bartender Day (dt. Welttag der Barkeeper) oder Dragobete, dem rumänischen Tag der Liebenden, scheint mir jedenfalls eher unwahrscheinlich zu sein.

Thematisch verwandt mit dem Tag der Käse Flips (engl. National Cheese Doodle Day) am 5. März und dem Tag der Kartoffelchips (engl. National Potato Chip Day) am 14. März, würde man den heutigen Ehrentag der Tortilla Chips ja eigentlich in Mexiko vermuten.

Insofern scheinen sich unsere US-amerikanischen Nachbarn diesen kulinarischen Feiertag unter den Nagel gerissen zu haben. Aber wie immer in solchen Fällen, können wir zumindest ein paar Daten und Fakten rund um den Anlass bzw. Namensgeber des heutigen Datums zusammentragen. Und wir werden sehen, dass Mexiko hier durchaus eine Rolle spielt. ;)

Küchenwissen: Vom Unterschied zwischen Tortilla-Chips und Nachos

Zunächst einmal die Frage, was ein Tortilla-Chip überhaupt auszeichnet? Dies Mais-Chips sind kleine, in der Regel dreieckig geformte Salzgebäcke aus Maismehl, die zwar geschmacklich und in der Herstellung den Kartoffelchips ähnlich sind.

Im Gegensatz zu ihren Verwandten werden diese aber eben – der Name deutet es ja auch an ;) – aus dem mexikanischen Fladenbrot Tortilla [torˈtiʝa], in besagter Dreiecksform ausgeschnitten und anschließend frittiert.

Achtung: die mexikanische Tortilla ist nicht mit dem gleichnamigen spanischen Omelett zu verwechseln.

Wesentlich bestehen die Zutaten hier also aus Mais, Salz, Wasser und Pflanzenöl. Werden die Tortilla-Chips mit einem Käse, Dips oder Soßen (z. B. Guacamole) serviert und verzehrt, so spricht man in den USA und Europa von sogenannten Nachos.

Während man hier vornehmlich industriell gefertigte Tortilla-Chips kennt, gibt es in ihrem mexikanischen Ursprungsland ein paar kleine, aber feine Unterschiede: Obwohl man auch in Mexiko inzwischen die Mais-Chips aus industrieller Produktion kennt, wird dort die Tortilla traditionell hausgemacht serviert. Demgegenüber versteht man hier unter dem Begriff Nachos zerkleinerte und in Öl gebackene Tortillas vom Vortag. Im Prinzip also nichts anderes als eine Art kulinarische Resteverwertung.

Kuriose Feiertage - Tag der Tortilla-Chips - der amerikanische National Tortilla Chip Day - 2 (c) 2015 Sven Giese
Kuriose Feiertage – Tag der Tortilla-Chips – der amerikanische National Tortilla Chip Day – 2 (c) 2015 Sven Giese

Tortilla-Chips: Das dreieckige Vermächtnis der Rebecca Webb Carranza

Auch wenn viele Leute immer noch davon ausgehen, dass die Tortilla-Chips eine traditionelle mexikanische Speise seien, darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihre heutige Popularität vor allem auf die industrielle Massenproduktion in den USA zurückgeht. Diese kennt man in den Vereinigten Staaten auch erst seit den späten 1940er Jahren, wo sie unter dem Namen Tostada-Chips von einer Lebensmittelfabrik in Los Angeles auf den Markt geworfen wurden.

Dabei geht die heute bekannte Dreiecksform auf die Mexikanerin Rebecca Webb Carranza zurück, die fehlproduzierte Tostadas der El Zarape Tortilla Factory nahm und – anstatt, wie lange üblich, diese zu entsorgen – sie in Dreiecksform schnitt und diese dann nach dem Frittieren als Tortilla-Chips verkaufte. Wie wir heute sehen, wohl mit großem Erfolg. Insofern verwundert es auch nicht, dass die mexikanische Lebensmittelindustrie ihr im Jahre 1994 den prestigeträchtigen Golden Tortilla-Preis verlieh.

In diesem Sinne Buen provecho! Und Euch allen einen tollen National Tortilla Chips Day. Egal ob in den Vereinigten Staaten, in Deutschland oder sonst wo auf der Welt. :)

Weitere Informationen zum US-amerikanischen Nationaltag der Tortilla-Chips