Tag der Feiertags-Verschnaufpause – der amerikanische Holiday Breather Day

Kaum ist Weihnachten vorbei, stehen mit Silvester und Neujahr auch schon die nächsten Feierlichkeiten vor der Tür. Kurzum, man kommt so gar nicht mehr aus dem Feiern raus. Dementsprechend liefert der Rahmenkalender unserer transatlantischen Nachbarn am heutigen 28. Dezember mit dem Tag der Feiertags-Verschnaufpause (engl. Holiday Breather Day – manchmal auch: National Holiday Breather Day) einen Anlass zum Inne halten. Grund genug, diese kleine Einladung zur Pause mit in die Sammlung der kuriosen Feiertage aus aller Welt aufzunehmen und ihre Geschichte im vorliegenden Beitrag zu erzählen. Warum sollen wir heute also eine Verschnaufpause einlegen?

Kuriose Feiertage- 28. Dezember- Tag der Feiertags-Verschnaufpause – der amerikanische Holiday Breather Day (c) 2015 Sven Giese-1

28. Dezember- Tag der Feiertags-Verschnaufpause – der amerikanische Holiday Breather Day (c) 2015 Sven Giese-1

Wer hat den Holiday Breather Day ins Leben gerufen?

Leider gilt auch im Falle des Holiday Breather Day, dass völlig unklar ist, von wem er ins Leben gerufen wurde und seit wann er gefeiert wird. Demgegenüber lassen sich hinsichtlich der Wahl des Datums aber ein paar weiterführende Überlegungen anstellen, die zumindest ansatzweise eine Begründung liefern. Mit dem ebenfalls heute begangenen Tag des Kartenspiels (engl. National Card Playing Day) oder dem Pralinen-Tag (engl. National Chocolate Candy Day) hat es, obwohl durchaus miteinander kompatibel, auf jeden Fall nichts zu tun. Aber der Reihe nach.

Führt man sich vor Augen, dass der Rahmenkalender der Vereinigten Staaten als eines der klassischen Einwanderungsländer über zahlreiche verschiedene kulturelle Einflüsse verfügt, so wird auch schnell klar, warum zum Jahresende zumindest für einen Tag eine kleine Verschnaufpause eingelegt werden soll. Denn neben dem christlichen Weihnachtsfest und seinen verschiedenen Traditionen gibt es hier u.a. noch das jüdische Chanukka, das afrikanisch geprägte Kwanzaa, um nur ein paar zu nennen. Insofern scheint vor dem Jahreswechsel eine Unterbrechung bzw. Abwechslung von den Feierlichkeiten eine durchaus angemessene Alternative zu sein.

Die Zeit zwischen den Jahren – von Rauhnächten und der Zeit der Besinnung

Dabei muss man eigentlich gar nicht so weit schauen, um eine weitere mögliche Begründung für die Wahl des Datums zu finden. So kennt man in der europäischen Tradition die sogenannten Rauhnächte (alternativ auch Raunächte oder Rauchnächte), denen in der Zeit um den Jahreswechsel eine besondere Bedeutung zugesprochen wird.

Je nachdem, welchen Kalender man hier befragt, handelt es sich um 12 Nächte um den Jahreswechsel herum, die in den meisten Fällen in den Zeitraum vom ersten Weihnachtstag (25. Dezember) bis zum Fest der Erscheinung des Herrn (6. Januar) angesiedelt werden. Aber egal welche kalendarische Variante man letztendlich wählt, ihnen allen gemeinsam ist, dass diese Nächte als Zeit der Ruhe, Feierlichkeiten und der spirituellen Einkehr angesehen werden, in denen die Arbeit ruhen soll (siehe dazu auch den Keine-Hausarbeit-Tag (engl. No Housework Day) am 7. April).

Vor diesem Hintergrund findet sich dann im Rahmen der Rauhnächte auch eine Reihe von besonderen Tagen, wovon der 28. Dezember häufig als Tag der Kinder bezeichnet wird. Dieses Datum soll dazu genutzt werden, um etwaige Streitigkeiten oder Unmut der letzten Tage zu beseitigen und sich auf das wesentliche Miteinander zu besinnen. Im übertragenen Sinne also auch eine Form, sich von den vorherigen Feiertagen zu erholen bzw. sich gedanklich auf die noch ausstehenden Feierlichkeiten zu fokussieren.

In diesem Sinne: Euch allen einen sehr entspannten Tag der Feiertags-Verschnaufpause.

Weitere Informationen zum Tag der Feiertags-Verschnaufpause

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Autor: Sven Giese

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