Tag des Pfirsich Melba – der amerikanische National Peach Melba Day

Den 13. Januar feiert man in den USA als nationalen Tag des Pfirsich Melba (engl. National Peach Melba Day – häufig auch nur kurz: Peach Melba Day). Deshalb, Freundinnen und Freunde des gepflegten Desserts – aufgepasst und mitgemacht. Worum es bei diesem Food Holiday aus den Vereinigten Staaten geht, beleuchtet der folgende Beitrag aus dem Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt. Guten Appetit.

Ein Becher Pfirsich Melba mit Himbeeren und Minze. Tag des Pfirsich Melba - National Peach Melba Day in den USA Kuriose Feiertage - 13. Januar (c) 2019 Sven Giese
Ein Becher Pfirsich Melba mit Himbeeren und Minze. Tag des Pfirsich Melba – National Peach Melba Day in den USA Kuriose Feiertage – 13. Januar (c) 2019 Sven Giese

Wer hat den National Peach Melba Day ins Leben gerufen?

Wie bei so vielen anderen US-amerikanischen Beiträgen aus dem Kalender der Dessert-Feiertage gilt auch im Falle des National Peach Melba Day, dass kaum etwas über seine Ursprünge bzw. Hintergründe bekannt zu sein scheint. So findet sich dieser Ehrentag des Desserts aus Pfirsich und Vanilleeis zwar auf einem Großteil der gängigen Online-Kalender für den 13. Januar gelistet, konkrete Angaben über einen möglichen Initiator oder das genaue Gründungsjahr fehlen in diesen Veröffentlichungen allerdings komplett. Ein durchaus bekanntes Problem.

Küchenwissen: Fünf kuriose Fakten, die man über das Dessert Pfirsich Melba wissen sollte

  • Der Legende nach soll der französische Meisterkoch Georges Auguste Escoffier das Dessert zu Ehren der australischen Opernsängerin Nellie Melba im Jahr 1892 oder 1893 kreiert haben. Escoffier war zu dieser Zeit im Londoner Savoy Hotel angestellt und erfand das Dessert aus einem enthäuteten Pfirsich und zwei Kugeln Vanilleeis, überzogen mit einem Himbeerschleier, während eines Gastspiels der Sängerin am Londoner Royal Opera House. Melba bekleidete hier die Sopran-Stimme in Wagners Oper Lohengrin.
  • Die ursprüngliche Variante dieses Nachtischs hieß allerdings noch Pecheau Cygne (dt. Pfirsich Schwan), da die Zutaten in einem aus einem Eisblock geschnitzten Schwan serviert wurden. Laut Escoffier sei die Gesamtkomposition eine Referenz an die Pose des mythischen Schwans aus dem ersten Akt der Wagner-Oper gewesen. Sozusagen ein weiterer Grund, diesen Food Holiday auch in den Kalender der Eis-Feiertage aufzunehmen.
  • Melba soll diese Kreation so gut gefallen haben, dass sie dem Franzosen die Erlaubnis gab, das Dessert fortan unter dem Namen Pfirsich Melba zu servieren.
  • Weniger bekannt ist demgegenüber, dass die australische Sängerin mit schottischen Wurzeln auch die Namensgeberin des Toast Melba bzw. Melba-Toast ist. Küchenhistoriker gehen heute davon aus, dass der Name im Jahr 1897 entstand, als die Australierin im Zuge einer krankheitsbedingten Diät sehr dünn geschnittene und knusprige Toastscheiben mit geschmolzenem Käse bzw. Pâté zu sich nehmen konnte/musste. Auch diese Kreation geht auf ihren Bewunderer Auguste Escoffier zurück.
  • Damit aber noch nicht genug. Denn inzwischen gibt es auch den Farbton Melba (pfirsichfarbenes Gelb bzw. Orange) und die typische pürierte Himbeersauce unter dem Namen Sauce Melba. Sowohl der Meisterkoch als auch die Primadonna haben also durchaus kulinarische Spuren hinterlassen.

Warum fällt der Ehrentag des Pfirsich Melba-Desserts auf den 13. Januar?

Die zuvor skizzierte Unklarheit setzt sich dann auch mit Blick auf das gewählte Datum am 13. Januar fort. Kurzum, weshalb sich die unbekannten Initiatoren ausgerechnet diesen Termin für den Ehrentag des Pfirsich Melba-Desserts ausgesucht haben, scheint nicht näher begründet. Folgende Alternativtermine wären aus meiner Sicht hier sinnvoller gewesen:

  • Angeblich servierte Auguste Escoffier das Dessert aus in Läuterzucker pochierten Pfirsichen und Vanilleeis erstmals zur Eröffnung des Londoner Carlton Hotels unter dem Namen Pfirsich Melba. Insofern wäre dieses Datum definitiv ein passender Termin gewesen. Allerdings eröffnete das Carlton am 15. Juli 1899 und liegt damit zeitlich weit vom 13. Januar (siehe dazu auch die Liste weiterführender Links unten).
  • Dies gilt auch für das Geburts- bzw. Todesdatum des Erfinders Auguste Escoffier (28. Oktober 1846 – 12. Februar 1935) und der mit dem Pfirsich Melba geehrten Opernsängerin Dame Helen „Nellie“ Porter Armstrong (19. Mai 1861 – 23. Februar 1931). Auch diese Termine fallen somit als Optionen für eine Begründung des 13. Januar weg.

Rezept: Pfirsich Melba – Ein Klassiker unter den Desserts und Eisbechern

Pfirsich Melba gilt – wohl auch aufgrund der zuvor skizzierten Entstehungsgeschichte – als einer der bekanntesten und beliebtesten Dessert-Kreationen bzw. Eisbecher überhaupt. Insofern lässt sich hier durchaus von einem kulinarischen Klassiker sprechen. Passend zum US-amerikanischen National Peach Melba Day gibt es dann auch ein einfaches Rezept für dieses Gericht. Die Mengenangaben beziehen sich hier auf eine Portion für eine Person. Wer für mehrere Leute servieren möchte, kann diese einfach hochrechnen.

Zutaten für Pfirsich Melba

  • 100 g Himbeeren. Entweder frisch oder tiefgefroren.
  • 40g Puderzucker
  • 2 Kugeln Vanilleeis
  • 1 mittelgroßen Pfirsich. Je nach Saison entweder frisch oder aus der Dose.
  • 1-2 Esslöffel geschlagene Sahne
  • 1 Teelöffel Mandelblättchen oder Mandelspitze als Dekoration.

Zubereitung von Pfirsich Melba

  1. Zunächst die Pfirsiche an ihrer Unterseite kreuzweise einritzen und ca. 30 Sek. in kochendem Wasser pochieren.
  2. Anschließend herausnehmen und mit eiskaltem Wasser abschrecken. Die Pfirsiche häuten, halbieren und – nicht vergessen – den Stein entfernen. Die Schritte 1 und 2 entfallen, wenn man Pfirsiche aus der Dose verwendet.
  3. Die Himbeeren pürieren, den Puderzucker unterrühren und die Masse abschließend durch ein Sieb streichen. Alternativ kann man auch fertige Himbeersauce kaufen. Diese sind allerdings ziemliche Zuckerbomben und bei weitem nicht so lecker wie die hier vorgeschlagene Variante.
  4. Vanilleeiskugel(n) in eine Schale, einen Becher oder auf einen kleinen Teller legen.
  5. Die pürierte Himbeersauce dann über die Vanilleeis-Kugel(n) gießen und auf diese dann die abgekühlten Pfirsichhälften zusammen mit der geschlagenen Sahne schichten.
  6. Abschließend noch die Mandelblättchen in einer beschichteten Pfanne ohne Fett rösten und diese dann über das Dessert streuen.
  7. Fertig ist das Dessert. Guten Appetit.

Wer möchte, kann hier noch frische Minze und/oder Himbeeren als zusätzliche Dekoration ergänzen. Auch Schokoladensauce in Kombination mit den Mandelsplittern wäre noch eine weitere Alternative. So wie es den eigenen kulinarischen Vorlieben am ehesten entspricht.

Und wer von Euch nichts mit der Kombination aus Vanilleeise, pochiertem Pfirsich und Himbeersauce anfangen kann, für den/die bietet der 13. Januar mit dem US-amerikanischen Tag der Aufkleber (engl. National Sticker Day), dem Tag des Quietscheentchens (engl. Rubber Ducky Day) bzw. dem Verwirkliche-Deine-Träume-Tag (engl. Make Your Dreams Come True Day) oder dem skandinavischen St.-Knut-Tag bzw. dem kältesten Tag des Jahres in Großbritannien (engl. The Coldest Day of the Year) eine ganze Reihe kalendarischer Alternativen.

In diesem Sinne: Guten Appetit und Euch allen einen tollen Pfirsich Melba-Tag. Egal ob in den Vereinigten Staaten, in Deutschland oder sonst wo auf der Welt. :)

Weitere Informationen zum US-amerikanischen Nationalzag des Pfirsich Melba

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