Ehrentag des Drachens – der amerikanische Appreciate a Dragon Day

Am 16. Januar feiern wir den US-amerikanischen Ehrentag des Drachens (engl. Appreciate a Dragon Day – AADD). Sagt zumindest die Autorin Donita K. Paul. Worum es bei diesem Ehrentag der mythenumrankten Tieres geht und weshalb Drachen manchmal doch einen eigenen Feststag verdienen, beleuchtet der folgende Beitrag aus dem Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt.

Appreciate a Dragon Day - Ehrentag des Drachen in den USA. Kuriose Feiertage - 16. Januar (c) 2015 Sven Giese - Bild 1
Appreciate a Dragon Day – Ehrentag des Drachen in den USA. Kuriose Feiertage – 16. Januar (c) 2015 Sven Giese – Bild 1

Donita K. Paul und die Erfindung des Appreciate a Dragon Day

Im Gegensatz zu vielen anderen Beiträgen aus dem Kalender der literarischen Feiertage sind die Ursprünge des Appreciate a Dragon Day relativ gut dokumentiert. So viel vorweg. Mit dem ebenfalls heute in den USA begangenen Nichts-Tag (engl. National Nothing Day) und dem Internationalen Tag der scharfen Gerichte (engl. International Hot and Spicy Food Day) hat es definitiv nichts zu tun. ;) Aber zurück zu den Drachen.

Denn geht man der Geschichte dieses Anlasses auf den Grund, so stößt man schnell auf die US-amerikanische Autorin Donita K. Paul, die als pensionierte Lehrerin ihre Berufung als Autorin von Fantasy-Romanen gefunden zu haben scheint. Wie dem auch sei, anlässlich der Veröffentlichung ihres Buches DragonSpell am 16. Januar 2004 initiierte sie eben den heutigen Appreciate a Dragon Day, um – neben der Werbung für Ihr Buch – um den Menschen das Thema Drachen näher zubringen.

Und dass dies ein ziemlich umfassendes und tiefgreifendes Gebiet ist, zeigt die folgende kurze Kulturgeschichte des Drachen. Darüber hinaus geht es natürlich auch um das Thema Lesen, welches den inhaltlichen Bogen dann auch zu verwandten Aktionstagen wie z.B. den folgenden Terminen schlägt:

Dies aber nur als Randbemerkung, eigentlich geht es ja heute primär um Drachen. ;) Alternativ kann man sich natürlich auch noch US-amerikanischen Drachen-steigen-lassen-Tag (engl. National Kite Flying Day) im Kalender anstreichen. :)

Appreciate a Dragon Day - Ehrentag des Drachen in den USA. Kuriose Feiertage - 16. Januar (c) 2015 Sven Giese - Bild 2
Appreciate a Dragon Day – Ehrentag des Drachen in den USA. Kuriose Feiertage – 16. Januar (c) 2015 Sven Giese – Bild 2

Eine kurze Kulturgeschichte des Drachens

Ob es Drachen (lat. draco bzw. altgr. drákōn = Schlange; eigentlich: der starr Blickende) wirklich gibt bzw. gegeben hat, darüber streiten sich die Gelehrten. Immerhin ging man auch in Europa bis in die Neuzeit von Ihrer tatsächlichen Existenz aus. Ähnlich gespalten ist ihre Beschreibung in den Mythen, Sagen und Legenden dieser Welt. Während die westlichen und orientalischen Schöpfungsmythen den Drachen vor allem als Symbol bzw. Vertreter des Chaos betrachten, das als weltenverschlingendes Ungeheuer eine ewige Gefahr darstellt und vernichtet werden muss, sehen die ostasiatischen Kulturen das Tier etwas entspannter.

Hier gilt der Drachen zwar durchaus als ambivalentes Wesen, das in der Summe aber durchaus mit positiven Eigenschaften in Verbindung gebracht wird. Vor allem in China gilt der Drache als Glücksbringer und Fruchtbarkeits- bzw. Herrschaftssymbol. Umso erstaunlicher ist es eigentlich, dass alle Kulturen in der Beschreibung äußerer Merkmale übereinstimmen.

So finden sich durch nahezu die gesamte menschliche Kulturgeschichte hindurch Hinweise auf schlangenartige Mischwesen, die Eigenschaften von Reptilien, Vögeln und Raubtieren in zahlreichen Varianten und Abstufungen miteinander verbinden. Zwei der häufigsten Eigenschaften: Drachen können (mit oder ohne Flügel) fliegen und speien Feuer. Warum und wieso dies so ist, wurde aber bisher noch nicht hinreichend erklärt bzw. bewiesen.

Appreciate a Dragon Day - Ehrentag des Drachen in den USA. Kuriose Feiertage - 16. Januar (c) 2015 Sven Giese - Bild 3
Appreciate a Dragon Day – Ehrentag des Drachen in den USA. Kuriose Feiertage – 16. Januar (c) 2015 Sven Giese – Bild 3

Zumindest mit Blick auf die Fähigkeit des Feuerspeiens gibt es aber einen meiner Meinung sehr treffenden Erklärungsansatz und der stammt vom britischen Schriftsteller Douglas Adams, der in seinem 1990 erschienen, sehr lesenswerten Buch Die letzten ihrer Art (engl. Last Chance to See) über die Komodowarane schreibt, dass die früheren bildlichen Darstellungen von Drachen mit Feueratem entweder mit einer Verwechslung der zuckenden, schnellen Zunge dieser riesigen Echsen oder mit ihrem unerträglichen Mundgeruch zusammenhängt.

Inwieweit Adams hiermit richtig liegt, vermag ich nicht zu sagen. Ich habe weder einen solchen Waran noch einen anderen Drachen bis dato in echt getroffen. Vielleicht auch besser für mich. ;)

Weitere Informationen und Quellen zum Ehrentag des Drachens in den Vereinigten Staaten