Der 26. Juni steht im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt für einen Gedenktag, der sich auf ein Ereignis der jüngeren deutschen Vergangenheit bezieht. Konkret erinnert dieses Datum als sogenannter Bärengedenktag an den Tod des Braunbären Bruno a.ka. JJ 1, der in den frühen Morgenstunden des 26. Juni 2006 erlegt wurde. Grund genug, diese Geschichte mit in die Sammlung der kuriosen Welttage aufzunehmen und sie im vorliegenden Beitrag zu erzählen. Was war geschehen?

Inhaltsverzeichnis
Wer hat den Bärengedenktag ins Leben gerufen?
Die Initiative für diesen Gedenktag zu Ehren des ersten wilden Bären in Deutschland seit 1835 geht auf die Deutsche Stiftung für Bären und das Jahr 2007 zurück (siehe dazu auch die Liste weiterführender Links unten).
Wann ist Bärengedenktag?
Seit 2007 fällt der bundesweite Bärengedenktag in Deutschland immer auf den 26. Juni. Wer von Euch in Zukunft ebenfalls eine Gedenkminute für den Problembären Bruno einlegen möchte, sollte sich für die kommenden Jahre folgende Wochentage im Kalender notieren:
| Jahr | Datum | Wochentag |
|---|---|---|
| 2026 | 26. Juni | Freitag |
| 2027 | 26. Juni | Samstag |
| 2028 | 26. Juni | Montag |
| 2029 | 26. Juni | Dienstag |
| 2030 | 26. Juni | Mittwoch |
| 2031 | 26. Juni | Donnerstag |
| 2032 | 26. Juni | Samstag |
| 2033 | 26. Juni | Sonntag |
| 2034 | 26. Juni | Montag |
| 2035 | 26. Juni | Dienstag |
| 2036 | 26. Juni | Donnerstag |
Weshalb begehen wir den Bärengedenktag am 26. Juni?
Der Bärengedenktag erinnert an den Tod des Braunbären Bruno a.ka. JJ 1, der in den frühen Morgenstunden des 26. Juni 2006 in der Nähe der Rotwand im Spitzingseegebiet in Bayern erlegt wurde. Zum besseren Verständnis für die Wahl des heutigen Datums sei im Folgenden nochmals der Ablauf der Ereignisse rund um den Bären Bruno in Stichpunkten skizziert:
- Im Mai 2006 wanderte ein Braunbär aus der italienischen Provinz nach Norden und gelangte so in das bayerisch-österreichische Grenzgebiet.
- Das Tier schlug während seiner Streifzüge auch auf deutschem Staatsgebiet einige Haus- und Nutztiere, wodurch die Bewohner und ortsansässige Jäger die Behörden alarmierten. Diese identifizierten das Tier dann anhand von DNS-Analysen gefundener Fellreste als im Naturpark Adamello-Brenta geborenen JJ1.
- Zu Beginn seiner Wanderung verpassten österreichische Medien dem Tier dann den Spitznamen Bruno, einige deutsche Zeitungen, wie die Augsburger Allgemeine und ihre Regionalausgaben, nannten ihn hingegen Beppo.
- Die bayerische Landesregierung unter dem damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber erklärte das Tier zum Problembären und gab es – trotz zahlreicher Proteste von Tierschützern und aus der Bevölkerung – am 24. Juni 2006 durch das bayerische Umweltministerium zum Abschuss frei.
- Der betreffende Minister Werner Schnappauf hat nicht mit der Wut zahlreicher Tierfreunde und Tierschutzorganisationen gerechnet, die sich vehement gegen die Tötung des Bären aussprachen.
- In den frühen Morgenstunden des 26. Juni 2006 wurde der Problembär Bruno dann in der Nähe der Rotwand im Spitzingseegebiet in Bayern erlegt.
- Heute kann man das Tier ausgestopft im Münchner Museum Mensch und Natur betrachten.
Ziele und Intention: Worum geht es beim Bärengedenktag?
Ziel und Intention dieses Aktionstages: auf die Möglichkeit der Zuwanderung weiterer Bären nach Deutschland hinzuweisen und deren Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen. So verweist die Stiftung Bären immer wieder kritisch daraufhin, dass auch ca. zehn Jahre nach dem Abschuss des Problembären Bruno nach wie vor erhebliche Mängel in der Vorbereitung eines möglichen Folgefalls existierten. Mit anderen Worten: Man befürchtet, dass auch andere Tiere rücksichtslos erschossen werden würden.

Inhaltlich steht dieser Aktionstag dann in einem übertragenen Sinne auch einer ganzen Reihe weiterer Bärentage nahe. Exemplarisch sei dazu auf den International Polar Bear Day (dt. Welteisbärentag) am 27. Februar, den Tag des Berliner Bären am 22. März, den Umarme-einen-Bären-Tag (engl. Hug a Bear Day) am 7. November oder den Feier-eine-Party-mit-Deinem-Bären-Tag (engl. Have a Party with Your Bear Day) am 16. November verwiesen.
Wer von Euch mit Bären in jeglicher Form nichts am Hut hat, der/die kann den 26. Juni alternativ auch mit einigen weiteren kuriosen Feiertagen begehen. Die USA feiern dieses Datum als Tag des Schokoladenpuddings (engl. National Chocolate Pudding Day) und als Tag der Tropicals (engl. Tropical Cocktails Day). In Kanada begeht man den 26. Juni als Tag des Kanus (engl. National Canoe Day) und international steht dieser Termin für den Welttag der Kältetechnik (engl. World Refrigeration Day).
An dieser Stelle auch nochmals vielen Dank an meinen lieben Bloggerkollegen Ole Helmhausen, der mir das Bären-Foto zur Verfügung gestellt hat.
In diesem Sinne: Euch allen einen tollen Bärengedenktag.
Egal, ob in Deutschland oder sonst wo auf der Welt.
Weitere Informationen und Quellen zum Tag des Problembären am 26. Juni
- Offizielle Website der Stiftung für Bären (deutsch)
- Sabine Dobel, dpa: Vom Symbol zum Museumsstück. Als Braunbär Bruno ein „Problembär“ wurde- auf: ntv.de am 20. Juni 2026 (deutsch)
- Thomas Grasberger: 26. Juni 2006. Problembär Bruno wird erschossen – Beitrag der BR2-Radiosendung Kalenderblatt – auf: br.de am 26. Juni 2025 (deutsch)
- Monika Seynsche: Ein „Problembär“ und sein jähes Ende – deutschlandfunk.de am 24. Juni 2016 (deutsch)
- Lesenswerter Wikipedia-Eintrag zu Bruno a.ka. JJ1 mit einigen weiterführenden Quellen (deutsch/mehrsprachig)