Tag des Bikinis – Louis Réard präsentiert erstmals öffentlich den Bikini

Am heutigen 5. Juli gibt es etwas Neues aus der Kategorie kuriose Feiertage für Kleidungsstücke und modische Accessoires. Denn am 5. Juli 1946 präsentierte der französische Modedesigner Louis Réard (1897 – 1984) im Pariser Schwimmbad Piscine Molitor erstmals den von ihm erfundenen Bikini der schockierten Öffentlichkeit. An dieses Ereignis wird mit dem heutigen Tag des Bikinis erinnert. Was war geschehen?

Kuriose Feiertage - 5. Juli - Tag des Bikinis (c) Sven Giese 2014 www.kuriose-feiertage.de

Kuriose Feiertage – 5. Juli – Tag des Bikinis (c) Sven Giese 2014 www.kuriose-feiertage.de

Wer hat den Tag des Bikinis ins Leben gerufen?

Auch wenn heute nicht mehr nachvollziehbar ist, wer den Tag des Bikinis als eigenständigen kuriosen Feiertag ins Leben gerufen hat und seit wann er genau gefeiert wird, gibt es im Gegensatz zu vielen anderen kuriosen Feiertagen immerhin eine konkrete Begründung für die Wahl des Datums.

Und diese hat weder etwas mit dem ebenfalls heute begangenen Tag der Workaholics (engl. National Workaholics Day) noch dem Tag des Grahambrot (engl. National Graham Cracker Day) zu tun, sondern geht auf ein konkretes historisches Ereignis bzw. Mode-Event zurück. Insofern passt der heutige Anlass auch ganz wunderbar in die Reihe thematisch verwandter Feier- und Aktionstage für Kleidungsstücke. Exemplarisch sei dazu auf die folgenden Termine verwiesen:

Dementsprechend spiegelt die Geschichte des Bikini-Tags vor allem ein Bild der Sitten- und Moralvorstellungen der späten 1940er bzw. frühen 1950er Jahre wieder. Zum besseren Verständnis muss aber etwas weiter ausgeholt werden.

Louis Réard und sein Modell Micheline Bernardini

Während des ersten Sommers nach Ende des Zweiten Weltkriegs waren es vor allem zwei französische Designer, die während dieser Zeit konkurrierende Bikini-Entwürfe entwickelten: besagter Louis Reard und der Franzose Jacques Heim (1899 – 1967).

Während Reards Entwurf unter Bezug auf das gleichnamige Bikini-Atoll, auf dem während dieser Zeit eine Serie von Atomwaffentests durchgeführt wurden, unter dem Namen Bikini firmierte, nannte Heim seine Variante Atom, die er als der Welt kleinster Badeanzug bewarb.

Reard griff dies in der Folge auf und bewarb seinen Bikini, den er sich am 18. Juli 1946 als Zeichnung patentieren ließ, mit dem Attribut kleiner als der Welt kleinster Badeanzug. Und die von Reard entworfene Variante des zweiteiligen Badeanzugs, die aus vier mit einer Kordel verbundenen Dreiecken bestand (jeweils zwei für die Hose und den Brustbereich) sollte sich schließlich durchsetzen. Wesentlich Anteil daran hatte die eingangs bereits erwähnte Modeschau in Paris am 5. Juli 1946.

Hier stand Louis Réard allerdings zunächst vor dem Problem, dass er kein Mannequin finden konnte, welches bereit war, seine knappe Bademode auf dem Laufsteg öffentlich zu präsentieren. Da Réard als gelernter Maschinenbau-Ingenieur aber ein pragmatisch denkender Mann war, engagierte er für diesen Event die damals 19-jährige französische Stripperin Micheline Bernardini (geb. 1927), die bis dato ihr Geld Casino de Paris verdient hatte.

Der Bikini als skandalöse Bademode

Und damit war der öffentliche Skandal perfekt. Während die Männerwelt mit großer Begeisterung auf den knappen Zweiteiler reagierte – Bernardini soll in Folge ihres Auftritts an die 50.000 Fanbriefe erhalten haben -, empörte sich die internationale Presse angesichts des gezeigten Zweiteilers und bezeichnete den Bikini als obszönen Modeskandal.

Tatsächlich blieb der Zweiteiler in der Folge auch noch für mehrere Jahre sowohl in Europa als auch den USA an Stränden und öffentlichen Badeeinrichtungen verboten. Erst seit 1960er Jahren begann sich der Bikini dann durchsetzen.

In diesem Sinne: Euch allen einen tollen Tag des Bikinis. 🙂

Weitere Informationen zum Tag des Bikinis

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Autor: Sven Giese

Angesichts des Chaos in der Welt, gegen den Optimismus, der zerplatzt ist, bleibt nur die Aufgabe, den Garten zu bestellen. Dies ist ein solcher Garten. :-) Andere Gartenarbeiten von mir gibt es auch auf: Facebook, Google+ und Twitter.

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