Tag der Morsecode – der amerikanische National Morse Code Day

Der 27. April steht im Rahmenkalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt ganz im Zeichen der Ehrung eines Erfinders und der von ihm kreierten Idee. Zumindest wenn es nach unseren transatlantischen Nachbarn in den USA geht, die mit dem heutigen Tag des Morsecode (engl. National Morse Code Day) den Erfinder Samuel Finley Breese Morse (1791 – 1872) ehren. Grund genug, diesen Ehrentag mit in die Liste der kuriosen Welttage aufzunehmen und seine Geschichte mit dem vorliegenden Beitrag zu erzählen. Um was also geht es dabei?

Kuriose Feiertage - 27. April - Tag des Morsecode - der amerikanische National Morse Code Day -1 (c) 2015 Sven Giese

27. April – Tag des Morsecode – der amerikanische National Morse Code Day -1 (c) 2015 Sven Giese

27. April 1791 – Happy Birthday Samuel Finley Breese Morse

Auch wenn völlig unklar ist, wer den Tag der Morsezeichen ins Leben gerufen hat und seit wann genau man ihn den Vereinigten Staaten begeht, lässt sich zumindest eine sehr konkrete Begründung für die Wahl des Datums am heutigen 27. April finden.

Denn ganz im Sinne der angelsächsischen Tradition, den Ehrentag einer Person an deren Geburtsdatum und nicht wie z.B. in Deutschland an deren Todestag zu begehen, fällt der National Morse Code Day auf den Geburtstag des oben genannten Samuel Finley Breese Morse, seines Zeichens Erfinder der Morsezeichen und des ersten brauchbaren Morseapparats bzw. Schreibtelegrafen.

Morse erblickte am 27. April 1791 in Charlestown im US-Bundesstaat Massachusetts das Licht der Welt und war nicht nur Erfinder, sondern auch Hochschullehrer für Malerei, Plastik und Zeichenkunst. Kurzum, Tüftler und Kunstprofessor. Während seine Rolle als Künstler bzw. Kunstwissenschaftler im vorliegenden Rahmen eine eher untergeordnete Rolle spielt, ist seine Erfindung aus dem Jahr 1837 umso mehr hervorzuheben.

Die Erfindung des elektrischen Schreibtelegrafen und des Morsecode

Zusammen mit seinem Mitarbeiter und Assistenten Alfred Lewis Vail entwickelte er 1833 eben besagten elektrischen Schreibtelegrafen und eine frühe Form des Morsecodes. 1837 erfolgten dann die ersten Tests, wobei diese Form des Morsecodes mit lediglich zehn transferierten Ziffern noch recht rudimentär war und umständlich mit Hilfe einer Tabelle in sinnhafte Buchstaben bzw. Wörter übersetzt werden musste.

Durch diese Erfindungen schufen Morse und Vail zugleich auch die Voraussetzungen für das, was sich in den Folgejahren als elektrische Telegrafie vor allem in den USA durchsetzen sollte. Nämlich ein Übertragungsverfahren zur Übermittlung von Buchstaben, Zahlen und Zeichen, welches diese auf drei Symbole bzw. Signale (kurz, lang und Pause) reduziert und als Code in Form eines Ton- und/oder Funksignals bzw. elektrischen Pulses über eine Telefonleitung übermittelt werden kann.

Großer Vorteil dieses Verfahrens: Prinzipiell ist es nicht auf eine elektrische Übertragung beschränkt, sondern kann mit jedem Medium, das zwei eindeutige, in der zeitlichen Länge variable Zustände (an und aus oder Ton und kein Ton) beherrscht, umgesetzt werden. Hier spricht man dann auch von der sogenannten Morsetelegrafie.

Die Weiterentwicklung des Morsecodes durch Alfred Lewis Vail

Auf Basis des zuvor beschriebenen Verfahrens entwickelte Alfred Lewis Vail ab 1838 dann den eingeschlagenen Weg weiter und schuf den ersten Morsecode, mit dem auch Buchstaben in Form von drei verschiedenen Längen und unterschiedlichen Pausen übermittelt werden konnten.

Dieser sogenannte Land Line Code oder auch American Morse Code bezeichnet wurde in den USA dann auch von nationalen Eisenbahnen und vor allem Telegrafenunternehmen bis weit in die 1960er Jahre eingesetzt. Auch wenn der Morsecode im digitalen Zeitalter seine ursprüngliche Bedeutung eingebüßt hat – in den USA wurde das Telegrafieren 2006 eingestellt -, so findet sein Prinzip immer noch Verwendung in der Schifffahrt und im Bereich des Amateurfunks.

Weitere Informationen zum Morsecode-Tag in den USA

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Autor: Sven Giese

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