Tag der Entdeckung des Elements Helium am 18. August 1868

Am 18. August 1868 entdeckte der französische Astronom Jules Janssen während einer totalen Sonnenfinsternis in Indien den ersten Hinweis auf das Element Helium. Dieses Datum gilt daher auch als der Tag der Entdeckung des Elements Helium (engl. Helium Discovery Day). Grund genug, diesen historischen Anlass mit einem eigenen Beitrag im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt zu würdigen. Was war geschehen?

Tag der Entdeckung des Elements Helium. Kuriose Feiertage - 18. August © 2020 Sven Giese
Tag der Entdeckung des Elements Helium. Kuriose Feiertage – 18. August © 2020 Sven Giese

Wer hat den Helium Discovery Day ins Leben gerufen?

Wenn ich die vorhandenen Quellen richtig deute, so liegen – abgesehen von den tatsächlichen historischen Ereignissen – die Wurzeln des Helium Discovery Day in den Vereinigten Staaten. Zumindest legt dies die Vielzahl US-amerikanischer Online-Kalender nahe.

Wie bei vielen anderen kuriosen Feier- und Aktionstagen aus den USA, gilt allerdings auch im Falle des Helium Discovery Day, dass kaum etwas über seine Hintergründe bekannt zu sein scheint. So finden sich außer den historischen Angaben zum 18. August 1868 so gut wie keine Informationen über einen möglichen Initiator oder das genaue Gründungsjahr (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Angesichts des historischen Bezugs liege ich aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht völlig daneben, wenn hier einer der großen US-amerikanischen Grußkartenanbieter bzw. Online-Kalender für kuriose Feiertage seine Finger im Spiel hatte (siehe dazu auch die thematisch verwandten Beiträge zum Tag der ersten Ballonfahrt (engl. National Balloon Ascension Day) am 9. Januar und dem Tag des Heißluftballons (engl. Hot Air Balloon Day) am 5. Juni).

Weshalb fällt der Helium-Entdeckungstag auf den 18. August?

Angesichts des konkreten historischen Bezugs ist der zuvor skizzierte Umstand aber durchaus zu vernachlässigen. Denn der Helium-Entdeckungstag feiert das Datum, an dem das Element Helium erstmals entdeckt wurde. Was war geschehen?

Mitte des 19. Jahrhunderts hatten sich viele Naturwissenschaftler die Untersuchung der chemischen Zusammensetzung der Sonne auf die Fahnen geschrieben. Angesichts der enormen – und für die menschliche Sehkraft durchaus gefährlichen – Helligkeit unseres Muttersterns, ging man damals aber davon aus, dass eine gefahrlose Beobachtung primär während einer totalen Sonnenfinsternis möglich ist (siehe dazu auch den Beitrag zum Internationalen Tag der Sonne (engl. International Sun Day) am 3. Mai).

Im Jahr 1868 reiste der französische Astronom Pierre Jules César Janssen (1824 – 1907) nach Guntoor in Indien, um eine solche totale Sonnenfinsternis zu beobachten und die Zusammensetzung der Sonne studieren zu können. Am 18. August fand der Franzose mithilfe eines Prismas ein gelbes Licht, das wie Natrium aussah, aber nicht die gleiche Wellenlänge wie dieses Element hatte. Ein ähnliches Phänomen beobachtete der englische Astronom Sir Joseph Norman Lockyear (1836 – 1920) am 20. Oktober 1868.

Auch der Engländer fand eine gelbe Linie innerhalb des Sonnenspektrums und gelangte zu dem Schluss, dass sie von einem bislang unbekannten Element verursacht wurde. Im Gegensatz zu seinem französischen Kollegen konnte  Lockyear konnte diese Protuberanzen der Sonne allerdings ohne eine Sonnenfinsternis betrachten. Zusammen mit seinem Kollegen Sir Edward Frankland (1825 – 1899) schlug er die Bezeichnung Helium (dt. Sonnenmetall) für dieses neue Element vor, wobei die Briten noch nicht ahnen konnten, dass es sich bei ihrer Entdeckung keineswegs um ein Metall handelte.

Sowohl Janssen als auch Lockyear stießen mit ihren Vermutungen allerdings auf wenig Gegenliebe in der wissenschaftlichen Community und es sollte über dreißig Jahre dauern, bis der britische Chemiker Sir William Ramsay (1852 – 1916) am 23. März 1895 das Element Helium im Inneren von Eisenerz nachweisen konnte und die früheren Entdeckungen der beiden bestätigte. Eine grundlegende Entdeckung für die Naturwissenschaften. Denn Helium ist ein wesentlicher Bestandteil von Sternen und Gasriesen, nach Wasserstoff zugleich aber auch das zweithäufigste Element im Universum, das sich in etwa 24 % der beobachtbaren Elementmasse des Universums findet (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Wo kommt Helium zum Einsatz?

Neben den diesen physikalisch-chemischen Grundlagen des Elements Heliums hat es gasförmigen im Aggregatzustand zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten im Alltag der Moderne gefunden:

  • Helium ist die Grundlage der Flugfähigkeit von Luftschiffen und Luftballon, da es als Gas für Auftrieb sorgt und nicht brennbar ist.
  • Es wird in Kernspintomografen, Sonnenteleskopen und bei der Altersbestimmung von Gesteinen mit radioaktiven Substanzen wie Uran verwendet.
  • Helium spielt in Gasform eine wichtige Rolle in der Raketentechnik. Auf diesem Gebiet fungiert es bei pumpgeförderten Flüssigtreibstoffraketen als Ersatz für den verbrauchten Treibstoff.
  • Beim sogenannten Lichtbogenschweißen kommt Helium als Schutzgas zum Einsatz.
  • Im intensivmedizinischen Bereich verwendet man ein Helium-Sauerstoff-Gemisch von 80:20 als Atemgas.
  • Die Sauerstoffflaschen professioneller Taucher sind in der Regel mit einem Helium-Sauerstoff-Gemisch befüllt.

Falls jemand von Euch nichts mit Helium am Hut hat, bietet der 18. August mit dem US-amerikanischen Tag des Versandhauskatalogs (engl. National Mail Order Catalog Day), dem Tag der schlechten Poesie (engl. Bad Poetry Day) oder dem bei uns in Deutschland als Tag des hochgekrempelten Hosenbeins eine Reihe von kalendarischen Alternativen.

In diesem Sinne: Euch allen einen entspannten und lehrreichen Helium Discovery Day. Egal ob in den Vereinigten Staaten, in Deutschland oder sonst wo auf der Welt. :)

Weitere Informationen und Quellen zum Tag der Entdeckung des Heliums am 18. August 1868