Eistee-Tag – der National Iced Tea Day in den USA

Passend zum anstehenden Sommer und steigenden Temperaturen feiert der kulinarische Rahmenkalender der USA am 10. Juni ein äußerst populäres Erfrischungsgetränk. Konkret geht es heute um den sogenannten Eistee-Tee (engl. National Iced Tea Day), dessen Geschichte mit dem vorliegenden Beitrag aus der Sammlung der kuriosen Feiertage aus aller Welt erzählt werden soll. Und die bietet durchaus ein paar spannende Überraschungen. 🙂 Warum feiern wir heute also den Eistee?

Kuriose Feiertage - 10. Juni - Tag des Eistee - der National Iced Tea Day in den USA (c) 2016 Sven Giese-1

Kuriose Feiertage – 10. Juni – Tag des Eistee – der National Iced Tea Day in den USA (c) 2016 Sven Giese-1

Wer hat den National Iced Tea Day ins Leben gerufen?

Wie bei so vielen kulinarischen Feiertagen aus den Vereinigten Staaten gilt leider auch im Falle des National Iced Tea Day, dass so gut wie nichts über seine Hintergründe bekannt zu sein scheint.

So konnte ich im Zuge der Recherchen nicht herausfinden, wer diesen Ehrentag des Eistee ins Leben gerufen hat, seit wann genau man ihn in den USA feiert und warum seine Initiatoren dafür ausgerechnet das Datum 10. Juni gewählt haben.

Ob es mit Blick auf die Wahl des Datums eine inhaltliche Verbindung zum ebenfalls heute begangenen Tag des Kugelschreibers (engl. National Ballpoint Pen Day) gibt, halte ich zwar für denkbar, gleichzeitig aber auch relativ unwahrscheinlich. Immerhin nimmt der Eistee unter den zahlreichen (kalten) Erfrischungsgetränken und Softdrinks aber eine absolute Favoritenstellung ein und passt somit thematisch ganz wunderbar in die Reihe verwandter Anlässe.

Exemplarisch sei dazu auf die folgenden Termine im Kalender der kuriosen Welttage verwiesen:

Ein (sehr) kurze Kulturgeschichte des Eistee

Beginnen wir zunächst einmal mit der Herstellung des Eistee, der gemeinhin ja in der Kategorie der Kaltgetränke geführt wird. Und tatsächlich, die beiden wichtigsten Bestandteile sind – wie es der Name des Getränks im Prinzip ja schon sagt, Tee und Eis.

Kuriose Feiertage - 10. Juni - Tag des Eistee - der National Iced Tea Day in den USA (c) 2016 Sven Giese-2

Kuriose Feiertage – 10. Juni – Tag des Eistee – der National Iced Tea Day in den USA (c) 2016 Sven Giese-2

Für die Zubereitung wird entsprechend zunächst Tee – in der Regel Schwarztee – aufgekocht und danach mit Eiswürfeln schnell heruntergekühlt. Wichtig dabei ist, dass der Tee schnell gekühlt wird, ansonsten kann das Ganze eine ziemlich bittere Geschmacksnote bekommen.

Richtet man sich nach den traditionellen Rezepten – und das sollte man gegenüber dem industriell gefertigten Zuckerwasser, welches unter dem gleichen Etikett verkauft wird auf jeden Fall machen -, wird der gekühlte Tee mit Zitronensaft und Zucker geschmacklich verfeinert.

An dieser Stelle besteht ein großer Unterschied zwischen der europäischen und der amerikanischen Variante. Denn der vor allem in den amerikanischen Südstaaten sehr beliebte Iced Tea wird traditionell entweder sweetened (sehr stark gesüßt) oder unsweetened (völlig ungesüßt) serviert.

Je nach persönlicher Präferenz können aber auch in den USA Grüner Tee, Früchte- oder Kräutertee verwendet werden. Manche Rezepte verweisen hier auch noch auf eine Kombination verschiedener Teesorten oder das Mischen mit Fruchtsäften. Dies scheint aber eine eher seltenere Variante des Eistees zu sein.

Demgegenüber wird er in der Regel aber mit einer Zitronenscheibe oder frischen Pfefferminzblättern sowie zusätzlichen Eiswürfeln im Glas serviert, die dem Getränk eine zusätzlich erfrischende Note verleihen sollen.

Wer hat den Eistee erfunden?

Zwar finden sind bereits im frühen 19. Jahrhundert zahlreiche Rezepte für gekühlte Teegetränke in der britischen und US-amerikanischen Küche bekannt, bekannt gemacht wurde diese Teevariante, so behaupten zumindest die meisten Quellen, unter dem Namen Eistee durch den Briten Richard Blechynden.

Dieser war 1904 auf der Weltausstellung im amerikanischen St. Louis als Direktor des East Indian Pavilion für den Vertrieb indischer Teesorten zuständig und sollte die amerikanischen Besucher, die bis dato hauptsächlich grünen Tee kannten, vom schwarzen Tee überzeugen. Da während der Weltausstellung allerdings eine riesige Hitzewelle über das Land rollte, hatte Blechynden die Befürchtung, dass heiß servierter kein großer Erfolg sein würde und dementsprechend ließ er den Tee durch gekühlte Bleirohre herunterkühlen und servierte ihn als Iced Tea.

Soweit die gängigste Variante über die Erfindung des Eistee. Inzwischen mehren sich aber die Stimmen, die darauf hinweisen, dass das Produkt u.a. bereits auf der Chicago World’s Fair im Jahre 1893 aufgetaucht sei und diese im Prinzip nur die bekannten Iced Tea-Rezepte des amerikanischen Südens aufgegriffen habe.

In diesem Sinne: Euch allen einen tollen und erfrischenden National Iced Tea Day. 🙂

Weitere Informationen zum US-amerikanischen Tag des Eistee

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Autor: Sven Giese

Angesichts des Chaos in der Welt, gegen den Optimismus, der zerplatzt ist, bleibt nur die Aufgabe, den Garten zu bestellen. Dies ist ein solcher Garten. :-) Andere Gartenarbeiten von mir gibt es auch auf: Facebook, Google+ und Twitter.

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