Eistee-Tag – der National Iced Tea Day in den USA

Schon gewusst? Passend zu den steigenden Temperaturen des Frühsommers feiern die USA den 10. Juni als ihren nationalen Eistee-Tag (engl. National Iced Tea Day – häufig auch nur kurz: Iced Tea Day). Darauf eine kühle Erfrischung. Worum es bei diesem Food Holiday aus den Vereinigten Staaten im Detail geht, beleuchten die folgenden Zeilen des Kalenders der kuriosen Feiertage aus aller Welt. Und die Geschichte dahinter bietet durchaus ein paar spannende Überraschungen. :) Warum feiern wir heute also den Eistee?

Kuriose Feiertage - 10. Juni - Tag des Eistee - der National Iced Tea Day in den USA (c) 2016 Sven Giese-1
Kuriose Feiertage – 10. Juni – Tag des Eistee – der National Iced Tea Day in den USA (c) 2016 Sven Giese-1

Küchenwissen: Wer hat den Eistee erfunden?

Zwar finden sind bereits im frühen 19. Jahrhundert zahlreiche Rezepte für gekühlte Teegetränke in der britischen und US-amerikanischen Küche, bekannt gemacht wurde diese Teevariante, so behaupten zumindest die meisten Quellen, unter dem Namen Eistee durch den Briten Richard Blechynden.

Dieser war 1904 auf der Weltausstellung im amerikanischen St. Louis als Direktor des East Indian Pavilion für den Vertrieb indischer Teesorten zuständig und sollte die amerikanischen Besucher, die bis dato hauptsächlich grünen Tee kannten, vom schwarzen Tee überzeugen. Da während der Weltausstellung allerdings eine riesige Hitzewelle über das Land rollte, hatte Blechynden die Befürchtung, dass heiß servierter kein großer Erfolg sein würde und dementsprechend ließ er den Tee durch gekühlte Bleirohre herunterkühlen und servierte ihn als Iced Tea.

Soweit die gängigste Variante über die Erfindung des Eistee. Inzwischen mehren sich aber die Stimmen, die darauf hinweisen, dass das Produkt u.a. bereits auf der Chicago World’s Fair im Jahre 1893 aufgetaucht sei und diese im Prinzip nur die bekannten Iced Tea-Rezepte des amerikanischen Südens aufgegriffen habe.

Immerhin nimmt der Eistee unter den zahlreichen (kalten) Erfrischungsgetränken und Softdrinks aber eine absolute Favoritenstellung ein und passt somit thematisch ganz wunderbar in die Reihe verwandter Anlässe. Exemplarisch sei dazu auf die folgenden Termine im Kalender der kuriosen Welttage verwiesen:

Wer hat den National Iced Tea Day ins Leben gerufen?

Wie bei so vielen kulinarischen Feiertagen aus den Vereinigten Staaten gilt leider auch im Falle des National Iced Tea Day, dass seine Ursprünge bzw. Hintergründe nicht sonderlich gut dokumentiert zu sein scheinen. So findet sich dieser Nationaltag des Eistees am 10. Juni zwar auf vielen gängigen Websites und Online-Kalendern, konkrete Angaben über einen möglichen Initiator oder das genaue Gründungsjahr fehlen hier in der Regel aber.

Trotzdem liefern die vorhandenen Quellen eine Reihe von Hinweisen, denen es im Rahmen des vorliegenden Beitrags nachzugehen lohnt. Folgende mögliche Urheber stehen hier zur Diskussion:

  • Im Zuge einer Online-Recherche findet sich relativ schnell die Domain nationalicedteaday.com. Diese ist allerdings Bestandteil des hier bereits mehrfach erwähnten PartyExcuses.com Network, welches sich auf Food Holidays und entsprechende Werbung spezialisiert hat. In der Regel fungieren die Macher dieser Websites auch nicht als Urheber des jeweiligen Anlasses. Im Falle des National Iced Tea Day ist die Domain ungefähr im September 2014 online gegangen und kommt angesichts deutlich älterer Beiträge auch nicht als Initiator in Frage (siehe dazu auch die Liste weiterführender Links unten).
  • Der US-amerikanische Food Blogger John-Bryan Hopkins und seine Website foodimentary.com. Immerhin hat Hopkins seit 2006 auf hier zahlreiche eigene Food Holidays in die Welt gesetzt. Die frühste Nennung des heutigen Eistee-Tages geht auf den 10. Juni 2012 zurück (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten und vor allem den verlinkten Beitrag von Diana Ransom aus dem November 2014 auf slate.com).
  • Eine der ältesten bekannten Quellen im Kontext der kuriosen Welttage überhaupt: der Online-Kalender holidayinsights.com. Hier findet sich die älteste Version des Eintrags zum nationalen Eis-Tag in den USA für den 14. Juni 2006. Insofern ist auch davon auszugehen, dass dies die wahrscheinlichste Quelle des National Iced Tea darstellt. Allerdings verweisen die Kollegen des US-amerikanischen Webportals in diesem Zusammenhang auf einen britischen Ursprung des National Iced Tea Day. Denn dieser sei explizit als Referenz an den eingangs erwähnten Briten Richard Blechynden zu verstehen, der das Erfrischungsgetränk 1904 in die Vereinigten Staaten gebracht hatte (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Warum fällt der US-amerikanische Nationaltag des Eistees auf den 10. Juni?

Demgegenüber konnte ich im Zuge der Recherchen für den vorliegenden Beitrag nicht herausfinden, warum sich die unbekannten Initiatoren hier ausgerechnet den 10. Juni als Datum für den US-amerikanischen Tag des Eistees ausgesucht haben. Ob es hier einen historischen Bezug zur zuvor genannten Weltausstellung in St. Louis von 1904 gibt, oder der ebenfalls am 10. Juni  gefeierte Tag des Kugelschreibers (engl. National Ballpoint Pen Day) eine Rolle gespielt hat, halte ich zwar für denkbar, gleichzeitig aber auch für eher unwahrscheinlich.

 

Kuriose Feiertage - 10. Juni - Tag des Eistee - der National Iced Tea Day in den USA (c) 2016 Sven Giese-2
Kuriose Feiertage – 10. Juni – Tag des Eistee – der National Iced Tea Day in den USA (c) 2016 Sven Giese-2

Zum US-amerikanischen National Iced Tea Day: Ein (sehr) kurze Kulturgeschichte des Eistees

Beginnen wir zunächst einmal mit der Herstellung des Eistee, der gemeinhin ja in der Kategorie der Kaltgetränke geführt wird. Und tatsächlich, die beiden wichtigsten Bestandteile sind – wie es der Name des Getränks im Prinzip ja schon sagt, Tee und Eis.

Für die Zubereitung wird entsprechend zunächst Tee – in der Regel Schwarztee – aufgekocht und danach mit Eiswürfeln schnell heruntergekühlt. Wichtig dabei ist, dass der Tee schnell gekühlt wird, ansonsten kann das Ganze eine ziemlich bittere Geschmacksnote bekommen. Richtet man sich nach den traditionellen Rezepten – und das sollte man gegenüber dem industriell gefertigten Zuckerwasser, welches unter dem gleichen Etikett verkauft wird auf jeden Fall machen -, wird der gekühlte Tee mit Zitronensaft und Zucker geschmacklich verfeinert.

An dieser Stelle besteht ein großer Unterschied zwischen der europäischen und der amerikanischen Variante. Denn der vor allem in den amerikanischen Südstaaten sehr beliebte Iced Tea wird traditionell entweder sweetened (sehr stark gesüßt) oder unsweetened (völlig ungesüßt) serviert.

Je nach persönlicher Präferenz können aber auch in den USA Grüner Tee, Früchte- oder Kräutertee verwendet werden. Manche Rezepte verweisen hier auch noch auf eine Kombination verschiedener Teesorten oder das Mischen mit Fruchtsäften. Dies scheint aber eine eher seltenere Variante des Eistees zu sein.

Demgegenüber wird er in der Regel aber mit einer Zitronenscheibe oder frischen Pfefferminzblättern sowie zusätzlichen Eiswürfeln im Glas serviert, die dem Getränk eine zusätzlich erfrischende Note verleihen sollen.

In diesem Sinne: Euch allen einen tollen und erfrischenden National Iced Tea Day. Egal ob in den Vereinigten Staaten, in Deutschland oder sonst wo auf der Welt. :)

Weitere Informationen zum US-amerikanischen Tag des Eistees