Weltspieltag 2019 – der internationale World Play Day am 28. Mai

Schon gewusst? 1999 erklärte die International Toy Library Association (ITLA) den 28. Mai zum Weltspieltag (engl. World Play Day). Ziel dieses spielerischen Aktionstages ist es, Kinder und Erwachsene unterschiedlicher sozialer Schichten durch das gemeinschaftliche Spielen einander näher bringen und den Spaß am Spiel zu fördern. Grund genug, auch diesen internationalen Anlass mit einem eigenen Beitrag im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt zu würdigen. Worum geht es dabei?

 Kuriose Feiertage - 28. Mai - Weltspieltag - World Play Day - 2017 Sven Giese
Kuriose Feiertage – 28. Mai – Weltspieltag – World Play Day – 2017 Sven Giese

Wer hat den World Play Day ins Leben gerufen?

Ins Leben gerufen wurde der  World Play Day im Jahre 1999 auf der 8. Konferenz der International Toy Library Association (ITLA) in Tokio. Dabei reicht die Idee für diesen internationalen Aktionstag allerdings deutlich weiter zurück. Konkret formulierte dieses Anliegen die 1996 ins Amt gewählte Dr. Freda Kim auf der 7. Internationalen Spielbibliothekskonferenz der ITLA in der Schweiz. Drei Jahre später erfolgte dann der formelle Beschluss durch die eingangs erwähnte Mitgliedsversammlung in Tokio (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Warum fällt der Internationale Tag des Spielens auf den 28. Mai?

Im Gegensatz zu vielen anderen kuriosen Feier- und Aktionstagen ist dann auch das gewählte Datum sehr genau begründet. Denn dieses geht auf die 3. International Toy Library Conference in Toronto, in deren Rahmen am 28. Mai 1987 die International Toy Library Association  gegründet wurde. Dieses Datum wurde später auch von der UNO bzw. UNESCO bei Aufnahme in deren Jahreskalender beibehalten (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Das Kinderhilfswerk und das Bündnis „Recht auf Spiel“ – der Weltspieltag in Deutschland

In Deutschland ist der Weltspieltag eine Initiative des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V. Zusammen mit einer ganzen Reihe weiterer bundesweiter Träger und Initiativen, die im Bündnis „Recht auf Spiel“ zusammengeschlossen sind, koordiniert man seit 2008 alle geplanten Aktionen rund um den Weltspieltag. Unterstützung erhält dieses Bündnis darüber hinaus auch durch die UNESCO sowie eine Reihe von Kinder-TV-Kanälen.

Startete der erste Weltspieltag noch mit zehn teilnehmenden Städten im Bundesgebiet, kann das Kinderhilfswerk seit 2014 regelmäßig mit der Unterstützung von ca. 200 Partnern und 300 bundesweiten Aktionen aufwarten. Auch in Österreich (seit 2011 vor allem die Partnerregion Vorarlberg) und die Schweiz (seit 2014 der Kanton Bern) unterstützen diesen Aktionstag.

Seit der ersten Auflage im Jahre 2008 steht der Weltspieltag in Deutschland unter einem wechselnden, leitmotivischen Motto. Mit diesen möchte man die verschiedenen inhaltlichen Aspekte der Bedeutung des Spiels für Kinder ins öffentliche Bewusstsein rücken und spielenden Kinder eine größere Akzeptanz verschaffen. Bisher gab es die folgenden Mottos des Weltspieltags in Deutschland:

  • 2008: Mehr Toleranz für Kinderspiel!
  • 2009: Ungewöhnliche Spielorte
  • 2010: Achtung. laut(r) Kinder!
  • 2011: Spielorte neu entdecken!
  • 2012: Gemeinsam spielen
  • 2013: Spielen bildet!
  • 2014: DEIN Recht auf Spiel!
  • 2015: Unsere Straße ist zum Spielen da!
  • 2016: Spielen überwindet Grenzen!
  • 2017: Spiel! Platz ist überall
  • 2018: Lasst uns draußen spielen!
  • 2019: Zeit zu(m) spielen!

Vom homo ludens und der Intention des Weltspieltag

Das in diesem Zusammenhang wohl bekannteste Diktum ist das des homo ludens (dt. der spielende Mensch), welches den Menschen als spielerisch die Welt erfahrendes Wesen beschreibt bzw. versteht. Kernthese dieses Erklärungsmodells:

Der Mensch entwickelt seine ihm angeborenen Fähigkeiten erst durch bzw. im Spiel und benötigt das Spiel als Elementarform individueller Sinnfindung bzw. Persönlichkeitsentwicklung. Ein weiterer wichtiger Faktor: Dem Spiel liegen bestimmte Handlungsabläufe zugrunde, die vor allem in Gemeinschaft gewisse Regeln bedingen bzw. diese generieren. Immerhin, Spielen bezeichnet eine (zumeist) freiwillig ausgeübte Tätigkeit, die dem Vergnügen und einer kleinen „Flucht“ aus dem Alltag dient. Es trägt wesentlich zur kognitiven und motorischen Entwicklung des Menschen bei, zahlreiche Pädagogen haben sich in der Vergangenheit mit den unterschiedlichen Spielen und ihren Hintergründen beschäftigt.

Insofern sei an dieser Stelle exemplarisch auch auf die folgenden thematisch verwandten Aktiontage verwiesen:

Insofern ist man sich in der Pädagogik eigentlich einig darüber, dass das Spiel für Kinder eine der wichtigsten Lernformen darstellt. Es macht nicht nur Spaß und setzt Fantasie frei – es ist auch soziales Training und eine ganzheitliche Lerntechnik.

Besonders Schulen sollen daher am Weltspieltag dazu ermutigt werden, dem freien Spiel im Schulalltag wieder mehr Raum zu geben. Schulen, Kindertagesstätten, Familien, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Kinder- und Jugendverbände sind dazu aufgerufen, in ihrer Stadt oder Gemeinde eine beispielgebende und öffentlichkeitswirksame (Spiel)Aktion durchzuführen.

Und wer nichts damit anfangen kann, für den/die bietet der 28. Mai mit dem Internationalen Tag des Hamburgers (engl. International Hamburger Day) mindestens eine kalendarische Alternative.

In diesem Sinne: Euch allen einen tollen World Play Day. Egal ob in Deutschland oder sonst wo auf der Welt. :)

Weitere Informationen zum Weltspieltag