Tag des schottischen Shortbread – der National Shortbread Day in den USA

Fans der schottischen Küche sollten sich den 6. Januar unbedingt merken. Zumindest wenn es nach dem kulinarischen Rahmenkalender der Vereinigten Staaten geht. Denn der listet dieses Datum als Tag des schottischen Shortbread (engl. National Shortbread Day). Was es mit diesem Food Holiday auf sich hat und warum auch dieser Ehrentag für süßes Mürbeteiggebäck einen festen Platz im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt verdient, untersuchen die folgenden Zeilen. Guten Appetit.

National Shortbread Day - Tag des schottischen Shortbread in den USA. Kuriose Feiertage - 6. Januar (c) 2017 Sven Giese
Shortbread Fingers zum Tag des schottischen Shortbread (engl. National Shortbread Day) am 6. Januar (c) 2017 Sven Giese.

Wer hat den National Shortbread Day ins Leben gerufen?

Wie bei so vielen Food Holidays aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten scheint auch der National Shortbread Day nicht sonderlich dokumentiert zu sein. So listen die meisten der diesbezüglich gängigen Portale diesen Anlass zwar für den 6. Januar, worin die Wahl des Datums aber begründet ist bzw. seit wann man diesen Anlass feiert oder wer hier als Urheber in Frage kommt, lassen diese Quellen allerdings offen.

Eigentlich erstaunlich, denn schaut man sich die Quellenlage etwas näher an, so spricht einiges dafür, dass der National Shortbread Day auf den US-amerikanischen Food Bloggers John-Bryan Hopkins zurückgeht. Der aus Alabama stammende Hopkins gilt als echte Instanz in Sachen kulinarischer Feiertage. Immerhin hat er seit 2005/2006 zahlreiche eigene Food Holidays in die Welt gesetzt und präsentiert diese in gesammelter Form seit ca. 2010 auf seinem Blogprojekt foodimentary.com.

Die frühste Version eines Beitrags zum US-amerikanischen Tag des schottischen Shortbread datiert in dieser Sammlung vom den 6. Januar 2013. Ob dies aber zugleich auch die erste Auflage dieses kulinarischen Anlasses darstellt oder der National Shortbread Day schon früher begangen wurde, konnte ich im Zuge der Recherchen für den vorliegenden Beitrag nicht herausfinden. Zumindest deuten die Daten aus Google Trend an, dass diese kulinarische Nationaltag des Shortbread bereits im Januar 2010 ein erstes relevantes Interesse in der organische Suche generierte (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Warum fällt der US-amerikanische Nationaltag des Shortbread auf den 6. Januar?

Ausgehend von der Annahme, dass foodimentary.com tatsächlich der Ursprung dieses Ehrentags des schottischen Shortbread ist, liefern die entsprechende Beiträge in der Regel keine Angaben zum gewählten Datum. So hat der Hopkins in mehreren Interviews darauf verwiesen, dass die Anlässe auf dem Blog entweder nach saisonalem Bezug oder den vorhandenen Lücken im Kalender platziert seien. Dies vor dem Hintergrund, dass er beim Start von foodimentary.com lediglich 200 bekannte kulinarische Anlässe finden konnte und die restlichen Tage mit seinen eigenen Feiertagen füllte (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Ob es darüber hinaus eine inhaltliche Verbindung zum traditionellen Dreikönigstag, dem Afrikatag der katholischen Kirche, dem US-amerikanischen Tag des Apfelbaums (engl. National Apple Tree Day), dem Tag der Bohne (engl. National Bean Day), dem Tag des Kuschelns (engl. Cuddle Up Day) oder dem National Take Down the Christmas Tree Day (dt. Bau-den-Weihnachtsbaum-ab-Tag) gibt, ist allerdings nicht überliefert. Dies gilt auch für die Tradition des La Befana in Italien.

Küchenwissen: Fünf Dinge, die man über Shortbread wissen sollte

  • Beginnen wir mit ein bisschen Geschichte. Auch wenn Vorläufer des Shortbread von manchen Historikern bereits für das 12. Jahrhundert datiert werden, geht man gemeinhin davon aus, dass es von bzw. am Hofe der schottischen Königin Maria Stuart (1542 – 1587) erfunden wurde.
  • Das kurze Brot gilt in Großbritannien als eine der beliebtesten Gebäckarten der Tea Time. Dabei besteht das klassische Rezept des süßen Mürbeteiggebäcks zu gleichen Gewichtsteilen aus einem Teil Zucker, zwei Teilen Butter und drei Teilen Mehl. Diese Zutaten erklären dann auch, weshalb es früher als sehr edles Dessert nur zu besonderen Anlässen serviert wurde – es war in der Herstellung viel zu teuer.
  • Moderne Rezeptvarianten verzichten hier allerdings auf diese strenge Drittelung, indem sie den Zuckeranteil in grobkörniger Zucker, Puderzucker sowie beigemischtes Salz splitten. Manche Rezepte verwenden auch Reismehl und/oder Maisstärke.
  • Traditionell backt man Shortbread in drei Formen. Die  quaderförmigen Shortbread Fingers, die runden Shortbread Rounds und die oblatenartigen Petticoat Tails.
  • Schon gewusst? Bevor eine frisch Vermählte ihr neues Heim als Hausherrin betreten darf, zerbricht man als Glücksbringer auf den britischen Shetland-Inseln einen dekorierten Shortbreadkuchen über ihrem Kopf.

In diesem Sinne: Guten Appetit und Euch allen einen tollen National Shortbread Day. Egal ob in Schottland, den Vereinigten Staaten oder sonst wo auf der Welt. :)

Weitere Informationen und Quellen zum amerikanischen Shortbread-Tag am 6. Januar