Internationaler Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen

Kaum ist der weltweite Mai-Feiertag vorbei, gibt es 24 Stunden später gleich eine alternative, wenn auch satirische Fortsetzung. Denn seit 2004 feiern viele Menschen den 2. Mai u.a. auch als den Internationale Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen (IKFA). Grund genug, diesen Anlass, der primär als Demonstration am Berliner Senefelder Platz stattfindet, mit in die Sammlung der kuriosen Feiertage aus aller Welt aufzunehmen und seine Geschichte mit den folgenden Zeilen etwas näher zu beleuchten.

Fotografische Reminiszenz an das originale Plakat des Internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen am 2. Mai

Kuriose Feiertage 2. Mai Internationaler Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen 2017 Sven Giese

Wer hat den Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen ins Leben gerufen?

Im Gegensatz zu vielen anderen der hier versammelten kuriosen Feier- und Aktionstage sind die Ursprünge bzw. Hintergründe des Internationale Kampf- und Feiertags der Arbeitslosen relativ gut dokumentiert.

Konkret geht dieser satirische Aktionstag auf die sogenannte Liga für Kampf und Freizeit, hinter der die Berliner Literatengruppe „Die Surfpoeten“ steht, und das Jahr 2004 zurück. Unter dem Motto „Wir haben Zeit“ wird dazu aufgerufen, gegen den Zwang zur Lohnarbeit, gegen sinnentfremdete und unterbezahlte Arbeit auf die Straße zu gehen und öffentlich Stellung zu beziehen.

Mag diese kritische Haltung gegenüber Arbeit, Kapitalismus und dem System auf den ersten Blick wahlweise wie ein Relikt aus dem 20. Jahrhundert oder wie eine zynische Satire auf Kosten aller Arbeitslosen wirken, ergibt sich bei näherer Betrachtung ein durchaus ernster Hintergrund.

Denn eine zentrale Forderung der Liga für Kampf und Freizeit bzw. des Internationalen Kampf- und Feiertags der Arbeitslosen ist das Plädoyer für ein bedingungsloses Grundeinkommen und das Recht auf Selbstbestimmung, ob und in welcher Form der/die Einzelne arbeiten möchte.

Warum fällt der Aktionstag für das Recht auf Arbeitslosigkeit auf den 2. Mai?

Deutschland, Russland, die Volksrepublik China, Finnland, Nordkorea, Mexiko usw. – in vielen Ländern begeht man den 1. Mai vor allem als Tag der Arbeit, Maifeiertag, Vappu, Kampftag der Arbeiterbewegung.

Allen Varianten gemein ist, dass es an diesem Tag um die Rechte der Arbeiter bzw. Arbeitnehmer geht und dementsprechend vor allem Gewerkschaften und Arbeitnehmer-Verbände zu großen Kundgebungen einladen.

Insofern erscheint es halbwegs logisch bzw. einleuchtend, dass es nur einen Tag später dann eine alternative Fortsetzung Internationale Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen gibt. Ob die Wahl des Datums darüber hinaus etwas mit dem ebenfalls heute begangenen Tag der Trüffelpraline (engl. National Truffle Day), dem Spiel-Deine-Ukulele-Tag (engl. National Play Your Ukulele Day), dem Welt-Thunfisch-Tag (engl. World Thuna Day) oder dem US-amerikanischen Baby-Tag (engl. National Baby Day) zu tun hat, konnte ich im Zuge der Recherchen nicht herausfinden.

In diesem Sinne: Euch allen einen entspannte satirische Referenz an den 1. Mai. 🙂

Weitere Informationen zum Internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen:

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2 Kommentare

  1. Pingback: Kurios ist der 1. Mai – wir haben Zeit! Heraus zum 2.Mai! – Plattform libertärer Opportunisten

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