Tag des Drive-in – National Drive-Thru Day in den USA

Der 24. Juli feiert mit dem US-amerikanischen Tag des Drive-in (engl. National Drive-Thru Day) eine Institution der Auto- und Fastfood-Kultur unserer transatlantischen Nachbarn. Grund genug, diesen Anlass in den Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt aufzunehmen und seine Geschichte im vorliegenden Beitrag zu erzählen. Worum geht bzw. fährt es dabei?

National Drive-Thru Day - der US-amerikanische Tag des Drive-in. Kuriose Feiertage - 24. Juli © 2016 Sven Giese
National Drive-Thru Day – der US-amerikanische Tag des Drive-in. Kuriose Feiertage – 24. Juli © 2016 Sven Giese

Wann ist Tag des Drive-in?

Seit 1951 feiern die USA ihren nationalen Tag des Drive-in (engl. National Drive-Thru Day) immer am 24. Juli.

Wer hat den National Drive Thru Day ins Leben gerufen?

Der National Drive Thru Day ist eine Erfindung der US-amerikanischen Fastfood-Kette Jack in the Box aus dem das Jahr 1951. Wobei mit Blick auf das Gründungsjahr viele Quellen auf einen deutlich späteren Ursprung im Jahr 2002 verweisen. Ob dieser deutliche Zeitunterschied sich aber ggf. durch eine Wiederbelebung der Idee durch die Marketing-Abteilung des Unternehmens erklären lässt, ist nicht überliefert, halte ich aber für nicht unwahrscheinlich (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Weshalb fällt der US-amerikanische Nationaltag des Drive-ins auf den 24. Juli?

Demgegenüber konnte ich im Zuge der Recherchen nicht herausfinden konnte, weshalb sich die Fastfood-Kette ausgerechnet für das Datum des 24. Juli entschieden hat. Es ist aber zu vermuten, dass dies etwas mit der Eröffnung des Red’s Great Giant Hamburg in Springfield, Missouri zu tun hat, welches 1947 als erste Drive-thru der Jack in the Box eröffnet bzw. erweitert wurde.

Erschwerend hinzukommt, dass die Kollegen des Online-Kalenders checkiday.com darauf verweisen, dass der National Drive-Thru Day von 2002 bis 2005 jeweils auf den 28. Juli gefallen ist und der 24. Juli erst seit 2006 als fester Termin im Kalender der kuriosen Welttage steht (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten). Eine mögliche Begründung für diesen Wechsel liefert der Beitrag dieser Quelle aber dann leider nicht.

Vielleicht wurde diese Entscheidung aber durch den ebenfalls am 24. Juli in den US gefeierten Erzähl-einen-alten-Witz-Tag (engl. Tell an Old Joke Day), der Tag des Tequila (engl. Tequila Day) oder der Internationale Tag der Freude (engl. International Day of Joy) beineinflusst? Denkbar ist ja eine ganze Menge. ;)

Zum Drive-Thru Day: Eine kleine Kulturgeschichte des Drive-in

Wirft man einen Blick auf die Geschichte dieser Institutionen, so gibt es eine ganze Reihe an interessanten (historischen) Fakten, die auch verdeutlichen, welch große Rolle die Drive-Thrus in der Auto-Nation USA spielen (siehe dazu auch den Beitrag zum thematisch verwandten Tag der Foodtrucks (engl. National Food Truck Day) am jeweils letzten Freitag im Juni).

  • Beginnen wir mit der etymologischen Herkunft. Denn streng genommen verstehen die US-Amerikaner unter einem Drive-in und einem Drive-thru zwei sehr unterschiedliche Einrichtungen. Während beim heute geehrten Drive-thru verschiedene Dienstleistungen angeboten werden, ohne dass der Wagen verlassen bzw. dauerhaft geparkt werden muss, bezeichnet Drive-in ein Autokino oder Schnellrestaurant, wo der Kunde im geparkten Auto bedient wird. Insofern handelt es sich bei der deutschen Verwendung von Drive-in um einen klassischen Fall von Scheinanglizismus.
  • Das erste Drive-in-Restaurant war das Kirby’s Pig Stand, welches bereist 1921 in Dallas, Texas eröffnete. Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung war das erste Drive-Thru aber keineswegs ein Fastfood bzw. Burger-Restaurant, sondern eine Bank. Genauer gesagt The City Center Bank in New York, die 1928 ihre Türen für ihre eiligen Kunden eröffnete.
  • Wie fest diese Institutionen im nordamerikanischen Alltag verankert sind, zeigt eine Reihe von kuriosen Beispielen. So kann man beim Drive-thru casket viewing aufgebahrte Verstorbene vom Auto aus kondolieren, Medikamente in Apotheken kaufen (engl. Drive-in-Pharmacy) oder auch per Drive-In-Vote seine Wahlstimme abgeben. Und dies sind nur einige Beispiele. Vor einiger Zeit hat das Stanford Hospital ein großes Experiment mit einer Drive-thru Emergency durchgeführt, welche im Falle einer Epidemie oder eines Anschlags mit biologischen Waffen zum Einsatz kommen soll.

In diesem Sinne: Euch allen einen tollen National Drive-Thru Day. Egal ob in den Vereinigten Staaten, in Deutschland oder sonst wo auf der Welt. :)

Weitere Informationen und Quellen zum US-amerikanischen Drive-in-Tag