Malcom-X-Tag – der Malcolm X Day in den USA

Am 19. Mai widmen wir uns auf den kuriosen Feiertagen mal wieder einer historischen Figur (siehe dazu u.a. auch den Internationalen Tag der Pflege zu Ehren von Florence Nightingale am 12. Mai) . Genauer gesagt, dem US-amerikanischen Bürgerrechtler Malcolm X (1925 – 1965), der in den Vereinigten Staaten offiziell mit dem heutigen Malcolm-X-Tag (engl. Malcolm X Day) geehrt werden soll. Zumindest in der Theorie, denn in Praxis wird dieser Ehrentag aktuell nur regional gefeiert. Und dies, obwohl seit 1993 ein Antrag im Kongress vorgebracht wurde, den 19. Mai – ähnlich dem Martin Luther King Day am jeweils dritten Montag im Januar – zum landesweiten Feiertag zu erklären. Um was also geht es beim Malcolm X Day und worin liegt die Kontroverse um diesen Gedenktag begründet?

Kuriose Feiertage - 19. Mai - Malcolm-X.Tag - Malcolm X Day - MartinLutherKingMalcolmX By Marion S. Trikosko via Wikimedia Commons

Martin Luther King Jr. (l.) und Malcolm X (r.)- By Marion S. Trikosko [Public domain], via Wikimedia Commons

Eine biografische Notiz zu Malcolm X

Ich verzichte an dieser Stelle bewusst darauf, ausführlich auf die biografischen Daten des US-amerikanischen Bürgerrechtlers einzugehen. Das haben andere Quellen und Autoren an anderen Stellen bereits wesentlich besser dargestellt (siehe dazu die unten angehängten Liste mit externen Links), trotzdem sind im Kontext und zum Verständnis der Diskussion um den Malcolm X Day ein paar wesentliche biografische Eckpunkte hilfreich. Malcolm X wurde am 19. Mai 1925 in Omaha, Nebraska als Malcolm Little geboren und konvertierte während einer 10-jährigen Haftstrafe in den späten 1940er Jahren zum Islam. In dieser Zeit begann auch sein Kontakt zur Nation of Islam, zu deren Wortführer er sich im Laufe der Zeit aufschwang. Obwohl X heute ebenso wie Martin Luther King Jr. (1929 – 1968) als zentrale Figur der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung gesehen wird, war er zunächst einer der größten Kritiker von Kings gewaltloser Integrationsstrategie, die er als Verrat am Ziel einer eigenständigen, kämpferischen, afroamerikanischen Gemeinschaft betrachtete. X wurde am 21. Februar 1965 bei einem Vortrag im New Yorker Stadtteil Washington Heights von 3 Attentätern mit 21 Schüssen getötet.

Die politische Diskussion um Status eines Gedenktages

Zunächst eine kurze, einleitende Bemerkung zur Wahl des Datums. Gemäß der angloamerikanischen Tradition, Ehren- und Gedenktage am jeweiligen Geburtstag einer Person – und nicht wie häufig in Deutschland an ihrem Todestag – zu feiern, haben sich die Befürworter des Malcolm X Tag für dessen Geburtstag am 19. Mai entschieden. Alternativ dazu gibt es auch den Vorschlag, diesen Tag immer auf den jeweils dritten Sonntag des Mai eines Jahres zu legen. Diesbezüglich besteht allerdings eine gewisse Unklarheit. Fakt aber ist, dass die erste Auflage des Malcolm X Day am 19. Mai 1971 in Washington D.C. stattgefunden hat und dort bis heute vor allem an vielen Schulen (u.a. der Malcolm X Elementary School) immer an diesem Datum gefeiert wird. Darüber hinaus genießt der Gedenktag auch in Berkeley, Kalifornien, Atlanta und Georgia den Status eines (mehr oder weniger) offiziellen Gedenktages. Aber auch in vielen anderen Bundesstaaten des Landes gibt es Anträge und Bestrebungen, den Malcolm X Day zum offiziellen Feiertag zu erklären. Dies immer auch vor dem Hintergrund des eingangs bereits erwähnten Martin Luther King Jr. Day. Ihren vorläufigen Höhepunkt erlebten diese Bestrebungen dann im Jahr 1993, in dem der Abgeordnete Charles B. Rangel (geb. 1930) den Antrag H.J.R. #323 im Kongress einbrachte, den 19. Mai fortan offiziell zum landesweiten Malcolm-X-Tag zu erklären. Seitdem hat sich aber nicht viel geändert und die Debatte über die Pro und Kontra-Argumente dieses Gedenktages nehmen einen mal mehr, mal weniger großen Raum im öffentlichen Diskurs der USA ein. Während die Befürworter vor allem auf Malcolm X Bedeutung für die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung der 1950/60er Jahre hinweisen und ihn auf eine Stufe mit seinem politischen Widersacher Martin Luther King Jr. stellen, sehen die Gegner hier eine absurde Verherrlichung eines Radikalen, der gerade zu Beginn seiner politischen Karriere immer wieder zur Gewalt aufgerufen habe.

Weitere Informationen zum Malcolm-X-Tag

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Autor: Sven Giese

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