Europäischer Tag der Parke

Am heutigen 24. Mai geht es auf den kuriosen Feiertagen weiter in Sachen Naturschutz. Genauer gesagt um die Erhaltung von Lebensräumen, um die es im übertragenen Sinne ja auch schon beim gestrigen Welt-Schildkröten-Tag (23. Mai) ging. Konkret: Seit 1999 steht der 24. Mai ganz im Zeichen der Nationalparks, die jedes Jahr mit dem Europäischen Tag der Parke (engl. European Day of Parks) gefeiert und ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden sollen. Der 24. Mai bezieht sich dabei auf das Gründungsdatum der ersten 9 europäischen Nationalparks im Jahr 1909 in Schweden. Grund genug, diesem Tag der Parke hier auf den kuriosen Feiertagen nachzugehen.

Was ist ein Nationalpark?

Wenn es heute also um das Thema Nationalparks geht, tut man – wie immer eigentlich – gut daran, hier eine begriffliche Annäherung zu unternehmen. Kurzum, wie ist ein Nationalpark eigentlich definiert? Zunächst handelt es sich hierbei um ein klar eingegrenztes Gebiet, dessen primäre Funktion in der Sicherung großflächiger natürlicher und naturnaher Gebiete und großräumiger ökologischer Prozesse liegt. Demgemäß spricht man hier auch vom sogenannten Prozessschutz, dessen Rahmen nach den internationalen Kategorien der Weltnaturschutzunion (engl. International Union for Conservation of Nature and Natural Resources – IUCN) als Schutzgebiet der Kategorie II definiert wird. Ziel dieser Schutzgebiete ist es, die ökologische Unversehrtheit vorhandener Ökosysteme zu sichern, gleichzeitig aber auch Naturerfahrungs-, Forschungs-, Bildungs- und Erholungsangebote fördern.

In Deutschland existieren aktuell (Stand: Februar 2014) ingesamt 15 solcher Nationalparks, deren Fläche inklusive der marinen Räume Nord- und Ostsee ingesamt 1.039.558 Hektar umfasst. Nimmt man die beiden Küstengebiete aus dieser Erfassung heraus, so bleiben mit einer Gesamtfläche von lediglich 204.424 Hektar lediglich 0,57 Prozent der terrestrischen Fläche der Bundesrepublik, was im gesamteuropäischen Vergleich keine besonders hohe Zahl ist (exemplarisch gegenübergestellt: Frankreich, 0,66 Prozent, Polen 1 Prozent, Österreich 3 Prozent und die Tschechische Republik 2,5 Prozent). Diese Zahl ist auch insofern bemerkenswert, als dass es Ende 2008 in Deutschland ca. 8.500 Naturschutzgebiete gab, deren Gesamtfläche von 1.271.582 Hektar etwa 3,6 Prozent. Demgegenüber gab es Ende 2008 in Deutschland 8.413 Naturschutzgebiete mit 1.271.582 Hektar in etwa 3,6 % der Gesamtfläche Deutschlands entspricht. Nationalparks scheinen also nicht unbedingt der Deutschen Sache zu sein. Ein Grund mehr für die Notwendigkeit des heutigen

EUROPARC und der European Day of Parks

Ins Leben gerufen wurde dieser europaweite Aktionstag bereits im Jahr 1999 von der Föderation der Natur- und Nationalparks Europas – EUROPARC (engl. Federation of Nature and National Parks of Europe). Dabei verfolgt EUROPARC mit dem European Day of Parks das Ziel, die Arbeit und Aufgaben der europäischen Naturschutzparks bekannter zu machen und die öffentliche Aufmerksamkeit für dieses Thema zu sensibilisieren bzw. eine breitere Unterstützung zu gewinnen. In diesem Kontext hat man sich allerdings nicht nur dem Schutz der europäischen Nationalparks, sondern versucht weiterhin auch, die Belange der Biosphärenreservate und Naturparks abzudecken. In der 1973 gegründeten Nichtregierungsorganisation (NGO), die neben ihrem Sitz in Regensburg auch über ein politisches Büro in Brüssel verfügt, sind die für das Management der meisten europäischen Schutzgebiete zuständigen Träger zusammengeschlossen und dementsprechend verfügt EUROPARC insgesamt über 400 Mitglieder aus 35 Ländern. Diese setzen sich wesentlich aus den Verwaltungen der Schutzgebiete und Nationalparks, staatlichen Naturschutzbehörden, NGOs, aber auch kommerziellen und touristischen Akteuren zusammen. Allen Mitgliedern gemeinsam ist, dass sie sich vor allem die Bewahrung der Landschaften und des Kulturellen Erbes in Europa sowie die Förderung der internationalen Zusammenarbeit in allen Aspekten des Schutzgebietsmanagements als Ziel und Aufgabe gesetzt haben. In Deutschland wird dieses Anliegen durch den EUROPARC Deutschland e.V. vertreten. Im Detail umfasst diese Zielsetzung die folgenden Aspekte:

  • Förderung und Einrichtung neuer Schutzgebiete bzw. Nationalparks in Europa.
  • Unterstützung der Mitglieder in Form von regelmäßigem Austausch und Best Practice-Beispielen im Bereich des Schutzgebietsmanagements.
  • Betonung und Erhalt der fundamentalen Rolle von Naturschutzgebieten für den Erhalt des europäischen Naturerbes.
  • Politische Arbeit und Einflussnahme auch auf die zukünftige Gestaltung von Förderprogrammen zu Erhalt der Naturschutzparks im Rahmen der Europäischen Union.
  • Internationale Kooperation mit Partnerorganisationen auf der ganzen Welt.

Weitere Informationen zum Europäischen Tag der Parke

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Autor: Sven Giese

Angesichts des Chaos in der Welt, gegen den Optimismus, der zerplatzt ist, bleibt nur die Aufgabe, den Garten zu bestellen. Dies ist ein solcher Garten. :-) Andere Gartenarbeiten von mir gibt es auch auf: Facebook, Google+ und Twitter.

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