Warntag in Deutschland – 10. September 2020

Am 10. September 2020 findet in Deutschland erstmals seit der Wiedervereinigung bundesweite Warntag statt. Dabei handelt es sich um ein flexibles Datum, das fortan immer auf den zweiten Donnerstag im September fällt. Dieser gemeinsame Aktionstag von Bund und Ländern steht ganz im Zeichen der Erprobung sämtlicher Warnmittel des Landes. D.h. um 11:00 Uhr startet zeitgleich in den Landkreisen und Kommunen Deutschlands ein zwanzigminütiger Probealarm aller Warnmultiplikatoren und Warnmittel. Grund genug, die Geschichte dieses vom ISF Bund-Länder-Projektes „Warnung der Bevölkerung“ initiierten Aktionstages auch im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt zu erzählen. Worum geht es dabei?

Warntag in Deutschland. Kuriose Feiertage - zweiter Donnerstag im September © 2020 Sven Giese
Warntag in Deutschland. Kuriose Feiertage – zweiter Donnerstag im September © 2020 Sven Giese

Wer hat den deutschen Warntag ins Leben gerufen?

Der deutsche Warntag ist ein Projekt von Bund und Ländern, das in Abstimmung mit den kommunalen Vertretern der Landkreise und Städte gestartet wurde. Er geht auf den Beschluss einer Innenministerkonferenz im Jahr 2019 zurück und greift damit einen Ansatz auf, der letztmalig 1990 stattfand. Seitdem fanden solche Warntage nur auf Landesebene statt. In NRW zuletzt 2018 und 2019.

Dementsprechend verteilt sich auch die Verantwortlichkeit für diesen Aktionstag: Auf Bundesebene durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), auf Länderebene durch die jeweiligen Innenministerien und auf kommunaler Ebene durch die für den Katastrophenschutz zuständigen Behörden. (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Wann findet der Warntag in Deutschland statt?

Der bundesweite Warntag findet erstmals am 10. September 2020 statt und soll dann jährlich an jedem zweiten Donnerstag im September durchgeführt werden. Folgende Termine stehen damit in den kommenden Jahren an:

  • Donnerstag, 10. September 2020 – 11:00 Uhr
  • Donnerstag, 9. September 2021 – 11:00 Uhr
  • Donnerstag, 8. September 2022 – 11:00 Uhr
  • Donnerstag, 14. September 2023 – 11:00 Uhr
  • Donnerstag, 12. September 2024 – 11:00 Uhr
  • Donnerstag, 11. September 2025 – 11:00 Uhr
  • Donnerstag, 10. September 2026 – 11:00 Uhr
  • Donnerstag, 9. September 2027 – 11:00 Uhr
  • Donnerstag, 14. September 2028 – 11:00 Uhr
  • Donnerstag, 13. September 2029 – 11:00 Uhr
  • Donnerstag, 12. September 2030 – 11:00 Uhr

Wer hier noch eine gedankliche Eselsbrücke benötigt, kann sich den Warntag auch als Parallelveranstaltung zum australischen R U OK? Day merken, der ebenfalls immer auf den zweiten Donnerstag im September fällt.

Was passiert am bundesweiten Warntag?

Im Mittelpunkt des Warntags steht ein landesweiter Probealarm der in Deutschland vorhandenen Warnsysteme. Dazu startet um 11:00 Uhr in allen 16 Ländern, in den Landkreisen und in den Kommunen eine Probewarnung, die verschiedene Stationen durchläuft:

  • Alle Warnmultiplikatoren des Modularen Warnsystems MoWaS wie Rundfunksender und die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes NINA.
  • Die Social-Media-Kanäle der kommunalen und lokalen Behörden.
  • Parallel dazu auch die Auslösung der kommunalen und lokalen Warnmittel wie Sirenen, digitale Anzeige- und Werbetafeln und Lautsprecherwagen.

Nach 20 Minuten erfolgt dann um 11:20 Uhr die Entwarnung. Die erweiterten technischen Möglichkeiten sind auch einer der Hauptgründe, weshalb sich Bund und Länder für einen landesweiten Test der Warnsignale entschieden haben (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten).

Ziele und Intention: Worum geht es dem bundesweiten Aktionstag zur Warnung der Bevölkerung?

Der bundesweite Warntag und seine Probewarnung sollen die Öffentlichkeit für das Thema Warnung im Katastrophenfall bzw. Notlagen zu sensibilisieren und die Selbstschutzfähigkeit der Bevölkerung zu verbessern. Vor diesem Hintergrund möchten die Initiatoren auch das Bewusstsein für die verschiedenen Warnanlässe und Sirenensignale schärfen.

Bei welchen Anlässen wird die Bevölkerung gewarnt?

Der Alarm kann bei einer Vielzahl von Anlässen erfolgen. Im Detail nennt das BBK hier die folgenden Warnanlässe und Katastrophenfälle:

  • Naturkatastrophen wie Feuer, Erdbeben, Sturm, Überflutungen
  • Unfälle in Chemiebetrieben, die zum Austritt von Chemikalien führen
  • Auftreten von Krankheitserregern. Im Zeichen der COVID-19-Pandemie warnt das BBK über seine Warn-App NINA diesbezüglich auch bei besonderen Gefahrensituationen.
  • Radioaktivität und hohe Strahlungsbelastung
  • Waffengewalt und Angriffe
  • Großflächige Stromausfälle

Trotz des bundesweiten MoWaS-Warnsystens erfolgen die Warnungen je nach Gefahrenbereich durch die unterschiedlichen kommunalen Institutionen wie Feuerwehr, Polizei, Hochwasserzentralen oder dem Deutschen Wetterdienst (siehe dazu auch die Beiträge zum Welttag der Meteorologie bzw. Weltwettertag (engl. World Meteorological Day) und dem Internationalen Tag der Feuerwehrleute (engl. International Firefighters‘ Day) am 4. Mai).

In diesem Sinne: Nicht erschrecken, wenn heute die Sirenen heulen und andere Alarme losgehen. Euch allen einen hoffentlich sicheren und entspannten Warntag.

Weitere Informationen und Quellen zum Warntag in Deutschland