Untergrund-Tag in den USA – der amerikanische Underground American Day

Der US-amerikanische Avantgarde-Architekt Malcolm Wells (1926 – 2009) hat eine Vision, in der es darum geht, dass die Menschheit wesentlich besser daran täte, zukünftig unter der Erde zu leben. Dementsprechend rief er bereits 1974 den 14. Mai zum Underground American Day (dt. Untergrund-Tag in den USA) als Aktionstag aus. Grund genug, seiner Idee heute hier auf den kuriosen Feiertagen aus aller Welt etwas ausführlicher nachzugehen.

Malcolm Wells – Eine Vision vom Leben unter der Erde

Malcolm Wells, der häufig auch als Vater der Erdhäuser bezeichnet wird, war allerdings kein Spinner, sondern vor allem und in erster Linie Architekt und Umweltaktivist mit einer ganzen Menge Humor. Er lebte und arbeitete in einem selbst entworfenen Erdhaus in Cap Cod und war – neben seiner Tätigkeit als Architekt – sowohl Autor, Illustrator, Kolumnist als auch Berater in Solarfragen.

Dementsprechend beschäftigte sich seine Büros am Cuthbert Boulevard und Park Boulevard – beides Erdhäuser – in Cherry Hill, New Jersey in erster Linie mit Themen wie Ästhetik, Landschaftschutz und der Verwendung nachhaltiger Materialien beim Bau von Gebäuden. Sein Weg in die Architektur begann 1953, wobei er nach 10 Jahren zu dem Schluss gelangte, dass die Oberfläche der Erde für lebende Pflanzen und nicht die Bebauung durch den Menschen gemacht sei.

Dies war der Start für seine Erdhaus-Projekte, denen er fortan sein ganzes Schaffen widmete. Malcolm Wells beendete im Juni 2004 seine aktive Karriere als Architekt, führte seinen Einsatz für das Leben unter der Erde – vor allem auch im Internet – bis zu seinem Tode am 27. November 2009 weiter.

Der Tag des amerikanischen Untergrunds

Wie eingangs erwähnt, war Malcolm Wells vor allem aber ein Mann mit einem feinem und geistreichen Humor. Und so verwundert es auch nicht, dass er mit Blick auf den von ihm ausgerufenen Tag des amerikanischen Untergrunds bemerkte:

„On May 14th each year hundreds of millions of people all across this great land will do absolutely nothing about the national holiday I declared in 1974, and that’s just the way it should be.“ (Quelle: Website von Malcolm Wells)

Wells versteht diesen Aktionstag auch keineswegs als Verpflichtung, gibt aber eine Reihe von praktischen Tipps und Vorschlägen, wie der Underground American Day angemessen und mit Spaß gefeiert werden kann:

  • Grabt ein großes Loch, stellt Euer Haus hinein und schüttet das Loch wieder zu.
  • Denkt über Maulwürfe nach.
  • Verschickt etwas Erde mit der Post.
  • Geht nicht arbeiten, sondern nutzt die Zeit, um eure Hausdächer mit Erde zu bedecken.
  • Berührt eine Kellerwand.
  • Esst Radieschen, denn die wachsen auch unter der Erde.
  • Stellt Euch ein Unternehmen vor, dass umwelt- und ressourcenschonend arbeitet.
  • Grabt einen Stollen bzw- eröffnet eine Miene oder ein Bergwerk in Eurem Garten oder Hinterhof.
  • Fahrt zusammen mit Freunden U-Bahn. Denn auch die ist unter der Erde.
  • Vergrabt einen Schatz in der Erde.
  • Legt Euch auf den Boden, um einer Konversation in China zu lauschen.
  • Verschwindet für 11 Tage in einer Höhle und lasst Euch als vermisst melden. Denkt aber daran, dass – falls man Euch findet – Ihr auf jeden Fall Happy Underground America Day! zur Begrüßung des Rettungsteams sagen solltet.
  • Startet Malcolm Wells Look-alike-Wettbewerbe.
  • Macht einen Flug durch den Grand Canyon.
  • Baut ein unterirdisches Shopping-Center mit allem, was dazu gehört. Vor allem genügend Parkplätze für die Besucher. 😉
  • Schaut in einen Aufzugschacht. Aber nur nach unten.
  • Haltet eine Parade unter der Hauptstraße ab.
  • Und als letzten Tipp: Entwerft Pläne für ein Erdhaus, aber baut es – noch – nicht.

Alles sehr großartige Vorschläge, wobei die Sache mit der Erde per Post und der Höhle nach wie vor unsere Favoriten sind. In diesem Sinne sei das Werk und Denken von Malcolm Wells auch mit einem Happy Underground America Day! gewürdigt. 🙂

Weitere Informationen zum US-amerikanischen Untergrund-Tag

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