Internationaler Document Freedom Day – 25. März 2020

Seit 2008 wird immer am letzten Mittwoch des März der sogenannte Document Freedom Day (DFD) begangen. Dementsprechend fällt der DFD im Jahr 2020 auf den 25. März. Ziel dieses von der Free Software Foundation Europe (FSFE) ins Leben gerufenen Aktionstages ist es, auf die zentrale Bedeutung offener digitaler Standards hinzuweisen.

Document Freedom Day. Kuriose Feiertage - letzter Mittwoch im März © 2020 Sven Giese
Bild: Schokoladenkuchen mit dem Logo des Document Freedom Day © 2020 Sven Giese

Wer hat den Document Freedom Day ins Leben gerufen?

Die erste Auflage des Document Freedom Day fand am 26. März statt und wurde von der Free Software Foundation Europe (FSFE) ins Leben gerufen. In den Folgejahren übernahm die FSFE auch die Durchführung und Organisation dieses internationalen Aktionstages zu Ehren der offenen Standards, wobei der DFD jedes Jahr von wechselnden Spendern und Partnern finanziert wird. Seit 2016 haben Freiwillige und Mitglieder der Digital Freedom Foundation (DFF) die Organisation des Document Freedom Day übernommen (siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten)

Wann feiern wir den internationalen Document Freedom Day?

Auch wenn ich im Zuge der Recherchen für den vorliegenden Beitrag nicht herausfinden konnte, weshalb sich die Initiatoren ausgerechnet den letzten Mittwoch im März als Termin für den internationalen Document Freedom Day ausgesucht haben, spricht eine Menge dafür, dass diese kalendarische Entscheidung eine Referenz an die erste Auflage des DFD darstellt. Abgesehen davon gibt es im Folgenden eine Liste aller anstehenden Termine dieses Aktionstages für die kommenden zehn Jahre. Soll sich ja niemand beschweren, er/sie hätte nichts davon gewusst:

  • Mittwoch, 25. März 2020
  • Mittwoch, 31. März 2021
  • Mittwoch, 30. März 2022
  • Mittwoch, 29. März 2023
  • Mittwoch, 27. März 2024
  • Mittwoch, 26. März 2025
  • Mittwoch, 25. März 2026
  • Mittwoch, 31. März 2027
  • Mittwoch, 29. März 2028
  • Mittwoch, 28. März 2029
  • Mittwoch, 27. März 2030

Und wer von Euch hier noch eine gedankliche Stütze benötigt, kann sich diesen Termin auch als Parallelveranstaltung zum US-amerikanischen Ehrentag der Seekühe (engl. Manatee Appreciation Day) merken.

Was ist ein Offener Standard?

Zwar gibt es nach wie vor keine allgemein gültige Definition des Offenen Standards, jedoch eine Vielzahl an Vorschlägen. Die Free Software Foundation Europe bezieht sich hier auf einen Definitionsvorschlag, der von 17 Organisationen in der Genfer Erklärung Standards and the Future of the Internet vom 25. Februar 2008 erarbeitet wurde und folgende Kriterien für Offene Standards bestimmt:

„Ein Offener Standard bezieht sich auf ein Format oder Protokoll, das

  1. einer vollständig öffentlichen Bewertung und Nutzung unterliegt, ohne Hemmnisse auf eine für alle Beteiligten gleichermaßen zugänglichen Weise
  2. ohne jegliche Komponenten oder Erweiterungen ist, die von Formaten oder Protokollen abhängen, die selbst nicht der Definition eines Offenen Standards entsprechen,
  3. frei ist von juristischen oder technischen Klauseln, die seine Verwendung von jeglicher Seite oder jeglichem Geschäftsmodell einschränken,
  4. unabhängig von einem einzelnen Anbieter geleitet und weiterentwickelt wird, in einem Prozess, der einer gleichberechtigten Teilnahme von Wettbewerbern und Dritten offen steht,
  5. verfügbar ist in verschiedenen vollständigen Implementierungen von verschiedenen Anbietern oder als vollständige Implementierung gleichermaßen für alle Beteiligten.“

(Quelle: Website der Free Software Foundation Europe – siehe dazu auch die Liste der weiterführenden Links unten)

Wie wird der Document Freedom Day gefeiert?

Auf der ganzen Welt organisieren Aktivisten zahlreiche Veranstaltungen und Events, um auf die Vorteile und Bedeutung offener Standards hinzuweisen. So veranstaltet z. B. die EU-Kommission zusammen mit Vertretern der Free Software Foundation Europe im Brüsseler Europaparlament eine Konferenz zum Thema “Open standards in the eBook market“.

Weiterhin vergibt die FSFE heute den Document Freedom Award, mit dem Institutionen oder Unternehmen für ihren Einsatz für offene Standards ausgezeichnet werden. So wurden in den letzten Jahren u.a. die Tagesschau für die Verwendung des offenen Video-Formats Ogg Theora (2011), das Deutschlandradio für das Angebot von Ogg-Vorbis-Streams (2010) und das Auswärtige Amt für die Verwendung des Open Document Format (2008) ausgezeichnet.

In diesem Sinne: Euch allen einen entspannten Document Freedom Day. Denkt daran, offene Standards sind wichtig.

Weitere Informationen und Quellen zum internationalen Open Document Day