Internationaler Document Freedom Day – 25. März 2020

Seit 2008 wird immer am letzten Mittwoch des März der sogenannte Document Freedom Day (DFD) begangen. Dementsprechend fällt der DFD im Jahr 2020 auf den 25. März. Ziel dieses von der Free Software Foundation Europe (FSFE) ins Leben gerufenen Aktionstages ist es, auf die zentrale Bedeutung offener digitaler Standards hinzuweisen.

Was ist ein Offener Standard?

Zwar gibt es nach wie vor keine allgemein gültige Definition des Offenen Standards, jedoch eine Vielzahl an Vorschlägen. Die Free Software Foundation Europe bezieht sich hier auf einen Definitionsvorschlag, der von 17 Organisationen in der Genfer Erklärung Standards and the Future of the Internet vom 25. Februar 2008 erarbeitet wurde und folgende Kriterien für Offene Standards bestimmt:

„Ein Offener Standard bezieht sich auf ein Format oder Protokoll, das

  1. einer vollständig öffentlichen Bewertung und Nutzung unterliegt, ohne Hemmnisse auf eine für alle Beteiligten gleichermaßen zugänglichen Weise
  2. ohne jegliche Komponenten oder Erweiterungen ist, die von Formaten oder Protokollen abhängen, die selbst nicht der Definition eines Offenen Standards entsprechen,
  3. frei ist von juristischen oder technischen Klauseln, die seine Verwendung von jeglicher Seite oder jeglichem Geschäftsmodell einschränken,
  4. unabhängig von einem einzelnen Anbieter geleitet und weiterentwickelt wird, in einem Prozess, der einer gleichberechtigten Teilnahme von Wettbewerbern und Dritten offen steht,
  5. verfügbar ist in verschiedenen vollständigen Implementierungen von verschiedenen Anbietern oder als vollständige Implementierung gleichermaßen für alle Beteiligten.“

(Quelle: http://fsfe.org/projects/os/def.de.html)

Wie wird der Document Freedom Day gefeiert?

Auf der ganzen Welt organisieren Aktivisten zahlreiche Veranstaltungen und Events, um auf die Vorteile und Bedeutung offener Standards hinzuweisen. So veranstaltet z. B. die EU-Kommission zusammen mit Vertretern der Free Software Foundation Europe im Brüsseler Europaparlament eine Konferenz zum Thema “Open standards in the eBook market“.

Weiterhin vergibt die FSFE heute den Document Freedom Award, mit dem Institutionen oder Unternehmen für ihren Einsatz für offene Standards ausgezeichnet werden. So wurden in den letzten Jahrne u.a. die Tagesschau für die Verwendung des offenen Video-Formats Ogg Theora (2011), das Deutschlandradio für das Angebot von Ogg-Vorbis-Streams (2010) und das Auswärtige Amt für die Verwendung des Open Document Format (2008) ausgezeichnet.

Weitere Infos zum Open Document Day finden sich unter: