Trafalgar Day

Der heutige 21. Oktober steht ganz im Zeichen eines historischen Ereignisses, welches vor allem für das Britische Empire von Bedeutung gewesen ist. Konkret: Am 21. Oktober wird dem (historischen) Sieg der britischen Flotte unter dem Kommando von Vizeadmiral Horatio Nelson (1758-1805) über den vereinigten französischen und spanischen Flottenverband vor Trafalgar gedacht. Nelson besiegte hier in einer blutigen Seeschlacht am 21. Oktober 1805 seinen militärischen Widersacher, den Franzosen Pierre Charles des Villeneuve (1763-1806) im Rahmen der Napoleonischen Kriege (1803-1815) und begründete die militärische Vormachtstellung der britischen Royal Navy auf See.

Warum feiern die Briten den Trafalgar Day am 21. Oktober?

Ironie der Geschichte: Während Nelson die Schlacht nicht überlebte, nahm der unterlegene Villeneuve sein Schicksal selbst in die Hand und beging nach der Entlassung aus der Gefangenschaft Selbstmord.

Ihren Namen verdankt die letzte große Seeschlacht dieser Ära dem Ort des Geschehens am Kap Trafalgar im Mittelmeer, welches im Süden der spanischen Provinz Cádiz (Andalusien), am nordwestlichen Ende der Straße von Gibraltar liegt. Anlass genug, diesem historischen Ereignis nachzugehen und zu begründen, warum der Trafalgar Day am 21. Oktober die Aufnahme in die Liste der kuriosen Feiertage verdient hat.

Trafalgar Day – Ein militärischer Gedenktag gerät in Vergessenheit

Wurde der 21. Oktober noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts innerhalb des gesamten Britischen Königreichs mit zahlreichen Paraden und Feierlichkeiten als offizieller Feiertag begangen, geriet er spätestens mit Ende des Ersten Weltkrieges im Jahr 1918 nach und nach in Vergessenheit bzw. verschwand aus dem öffentlichen Bewusstsein.

Dies mag zum einen darin begründet gewesen sein, dass die verheerende Wirkung der beiden Weltkriege diese historische Schlacht als irrelevant erscheinen ließen; zum anderen führten die Ereignisse bis 1945 und die darauf folgende Rezession zu einem generellen Umdenken hinsichtlich der Bewertung des Krieges und damit verbundener patriotischer Feierlichkeiten. So wurde und wird Krieg in der öffentlichen Wahrnehmung inzwischen – und dies auch völlig zu Recht – nicht mehr ausschließlich mit glorreichen militärischen Erfolgen, sondern in erster Linie mit dem damit verbundenen Leid der Menschen in Verbindung gebracht.

Aber wo ein allgemeiner Tenor herrscht, gibt es immer auch eine Ausnahme: Denn einzig die australische Stadt Trafalgar (Bundesstaat Victoria) nimmt seit je her den 21. Oktober, um ihren Namensgeber am Trafalgar Day mit einem eigenen Festival zu ehren. Zumindest konnte diese Exklusivität bis zum Jahr 2005 erhalten werden.

Die Rückkehr des Trafalgar Day im Jahr 2005

Erst anlässlich des 200. Jahrestages der Schlacht von Trafalgar wurde der Trafalgar Day 2005 wieder mit einer offiziellen Feierlichkeit begangen. Eröffnet wurde dieses 200. Jahrestag der Schlacht am nordwestlichen Ende der Straße von Gibraltar mit der ersten großen britischen Flottenparade seit 1977 am 28. Juni im südenglischen Portsmouth und endete schließlich am 21. Oktober, dem heutigen Trafalgar Day mit einer großen Zeremonie in London. V

or dem Hintergrund dieses 200. Jahrestages des Sieges von Admiral Nelson kann in Großbritannien auch wieder die politische Diskussion über einen eigenen Nationalfeiertag auf. Denn trotz aller Tradition und langen Geschichte der ehemaligen Großmacht zählt das Vereinigte Königreich zu den wenigen Ländern der Welt, die eben über keinen eigenen, offiziellen Nationalfeiertag verfügen.

Diese Diskussion hält damit immer noch an und ist einer der Gründe, weshalb wir den Trafalgar in die Liste der kuriosen Feiertage aufgenommen haben.

Weitere Informationen zum Trafalgar Day

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Autor: Sven Giese

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