Tag des Donut in den USA – der National Doughnut Day 2016

Immer am ersten Freitag des Juni wird in den USA der sogenannte National Donut Day bzw. National Doughnut Day – der Tag des Donut gefeiert. Für 2016 fällt dieser kulinarische Feiertag somit auf den heutigen 3. Juni. Was auf den ersten Blick wie einer dieser typisch amerikanischen, schrägen Feier- bzw. Aktionstage für ein lieb gewonnenes Gebäck aussieht, erweist sich bei näherer Betrachtung als kulinarischer Ehrentag mit einem konkreten historischen Bezug. Was es damit auf sich hat und warum dieses flexible Datum einen festen Platz in der Sammlung der kuriosen Feiertage aus aller Welt verdient, erklärt der vorliegende Beitrag.

Kuriose Feiertage - 3. Juni - Tag des Donut in den USA - der National Doughnut Day 2016 (c) 2016 Sven Giese-1

Kuriose Feiertage – 3. Juni – Tag des Donut in den USA – der National Doughnut Day 2016 (c) 2016 Sven Giese-1

Der historische Hintergrund des National Doughnut Day

Im Gegensatz zu vielen anderen Feier- und Aktionstagen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt es im Falle des National Doughnut Day sehr konkrete und historisch belegte Hintergrundinformationen. Denn obwohl die US-Amerikaner ihn inzwischen immer am ersten Freitag im Juni feiern, bezieht sich dieser Krapfen-Feiertag konkret auf den 7 Juni 1938.

An diesem Datum wurde der erste Doughnut Day der amerikanischen Salvation Army (in Deutschland unter dem Namen Heilsarmee bekannt) in Chicago begangen. Hier ging es zum einen um einen wohltätigen Zweck und zum anderen um die Ehrung der Männer und Frauen, die im Ersten Weltkrieg die amerikanischen Soldaten mit – man ahnt es schon – eben Donuts versorgten. Und die Geschichte dazu geht so:

Kurz vor dem Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg wurde junge amerikanische Arzt Morgan Pett zu einer Militärbasis geschickt, um die dortigen Verwundeten zu versorgen. Auf seinem Weg hielt Pett an einer Bäckerei und kaufte acht Dutzend Donuts, die er unter den von ihm behandelten Patienten auf der Basis schließlich als Geschenk verteilte. Unter den Verwundeten befand sich auch der Generalleutnant (engl. Lieutenant General) Samuel Geary, der Pett schließlich dazu überreden konnte, die Donuts-Aktion im Rahmen einer landesweiten Spendenaktion im großen Stil zu wiederholen.

Ziel dieser Aktion: Jeder verwundete Soldat sollte einen Gratis-Donut erhalten. Unterstützung erhielt Gearys Idee durch die amerikanische Heilsarmee, die nach dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg, 1917 eine Absendung nach Frankreich schickte, um den dortigen Bedarf der Soldaten zu ermitteln.

Von Donuts, Doughnut Dollies und Hütten an der Frontlinie

Man kam hier zu dem Ergebnis, dass sogenannte Hütten (engl. huts), in denen Back- und Schreibwaren, Briefmarken usw. angeboten werden sollten. Die ideale Besetzung dieser Hütten bestand aus Sicht der Absendung aus vier Frauen und zwei Männern, die alle als Freiwillige mit nach Europa gehen sollten. Tatsächlich testete man diese Einrichtung zunächst aber in den USA, wo diese Hütten in der Nähe von Übungszentren des Militärs installiert wurden.

Letztendlich gingen 1918 dann 250 Freiwillige der Salvation Army mit nach Frankreich, wo man aber schnell feststellen musste, dass sich die Versorgung mit frischen Backwaren in der Nähe der Frontlinien als äußerst problematisch erwies. Erst die Eingebung von zwei Frauen namens Margaret Sheldon und Helen Purviance brachte den erhofften Erfolg.

Sie griffen die Donut-Idee von Geary und Pett wieder auf und verteilten kostenlose Donuts unter den amerikanischen Soldaten. Und dies mit durchschlagendem Erfolg, so berichtet Sheldon in ihrem Tagebuch von einem typischen busy day im Jahre 1918, an dem sie 22 Kuchen, 300 Donuts und 700 Tassen Kaffee verteilte. Mit der Zeit wurde den Freiwilligen in diesen Hütten der Spitzname Doughnut Dollies verpasst.

Auch während des Zweiten Weltkriegs wurde diese Tradition fortgeführt, hier dann allerdings von den freiwilligen Helfern des Roten Kreuzes. Heute wird der National Doughnut Day in den USA – teilweise auch in Kanada – vor allem von Donut Stores und Cafes dazu genutzt, kostenlose Krapfen mit Zuckerguss zu verteilen.

Seit 2009 zu gleichen Teilen von kleinen, unabhängigen und den Läden der großen Franchise-Ketten. Darüber hinaus ist er auch nicht mit dem US-amerikanischen Doughnut-Tag (engl. National Doughnut Day) am 5. November zu verwechseln, dessen Ursprünge im Gegensatz zur heutigen Variante nahezu vollständig im Dunkeln liegen.

Weitere Informationen zum US-amerikanischen Tag des Donut im Juni

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Autor: Sven Giese

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