Tag der Fehler – der National Failures Day in den USA

Der 15. August listet im Rahmenkalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt einen besonders obskuren Ehrentag aus den USA. Denn dort feiert man dieses Datum auch als den sogenannten Tag der Fehler bzw. Fehlertag (engl. National Failures Day). Was es damit auf sich hat und warum auch dieser Ehrentag der Fehler einen festen Platz in der Sammlung der kuriosen Welttage verdient bzw. sich Fehler manchmal auch lohnen, untersuchen die folgenden Passagen.

Kuriose-Feiertage - 15.August - Tag der Fehler - der National-Failures-Day in den USA - BSOD-Windows Vista (c) 2016 Sven Giese

Kuriose-Feiertage – 15.August – Tag der Fehler – der National-Failures-Day in den USA. Screenshot eines BSOD unter Windows Vista von ca. 2011 (c) 2016 Sven Giese

Wer hat den National Failures Day ins Leben gerufen?

Wie bei so vielen anderen kuriosen Feier- und Aktionstagen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten gilt leider auch im Falles des National Failures Day, dass so gut wie nichts über seine Ursprünge bekannt zu sein scheint.

Zwar weisen vereinzelte Quellen in diesem Zusammenhang auf das Jahr 2007 hin, wirklich bestätigt ist diese zeitliche Verortung allerdings auch nicht. Insofern muss auch im vorliegenden Fall konstatiert werden, dass ich im Zuge der Recherchen weder herausfinden konnte, wer diesen Anlass ins Leben gerufen hat, seit wann man ihn feiert und weshalb die Wahl des Datums ausgerechnet auf den heutigen 15. August gefallen ist.

Fehlertag USA – mögliche Verbindungen und eine finnische Variante

Rein von der inneren Haltung passt dies natürlich ganz wunderbar zum ebenfalls heute gefeierten Tag der Erholung (engl. National Relaxtion Day), inwieweit hier aber eine tatsächliche Verbindung existiert, vermag ich angesichts der fehlenden Hintergrundinformationen nicht zu sagen.

Darüber hinaus ist dieser US-amerikanische Fehlertag auch nicht mit der finnischen Variante zu verwechseln. Denn in Finnland feiert man einen eigenen International Day of Failure seit 2011 immer am 13. Oktober. Dazu aber mehr dann auch zu gegebener Zeit im Herbst (siehe dazu auch die Liste weiterführender Links unten).

Fünf Erfindungen, deren Entdeckung auf Fehlern oder Versehen basieren

Was kann man nun zu Fehlern sagen? Natürlich gibt man diese nicht gerne zu bzw. lernt (hoffentlich) aus ihnen. Soweit die Allgemeinplätze der Küchenpsychologie. Trotzdem oder gerade deshalb standen wir heute vor dem Problem, was sich zu diesem kuriosen Feiertag überhaupt schreiben lässt.

Nach ein paar Überlegungen und Recherchen fanden sich genügend Hinweise auf Erfindungen und Produkte, die eigentlich durch einen Fehler oder eher aus Versehen entdeckt wurden. Grund genug für uns, hier eine kleine Liste dieser vermeintlichen Fehler zu präsentieren:

  1. Der schottische Bakteriologe Sir Alexander Fleming (1881 – 1955) hätte beinahe genau das in den Abfall seines Labors entsorgt, was später zu einer der wichtigsten und am meisten angewendeten Antibiotika werden sollte: das Penicillin. Im Sommer 1928 hatte Fleming eine Agarplatte mit Staphylokokken beimpft und dann beiseite gestellt. Bei seiner Rückkehr ins Labor am 28. September 1928 entdeckte der Schotte einen Schimmelpilz (lat. Penicillium notatum), der auf diesem Nährboden wuchs und in sich in seiner direkten Nähe keine Bakterien vermehrt hatte.
  2. Nachdem sich ein unzufriedener Restaurantgast über die Zubereitung seiner Kartoffeln beschwert hatte, packte den Chefkoch George Speck Crum der Ehrgeiz und erfand ein Gericht, welches heute als Kartoffelchips weltweit zu den beliebtesten Snacks überhaupt zählt (siehe dazu auch den Tag der Kartoffelchips (engl. National Potato Chip Day) am 14. März).
  3. John Stith Pemberton (1831 – 1888), US-amerikanischer Apotheker, Oberstleutnant während des amerikanischen Bürgerkriegs im konföderierten Heer, arbeitete nach seiner Militärzeit an einem Mittel gegen Kopfschmerzen, das später als Coca Cola werden sollte und Pemberton sich am 6. Juni 1887 patentrechtlich schützen ließ. Die genaue Mischung der Zutaten gilt bis heute nach wie vor als streng geheim. Auch diese Zufallsentdeckung hat die Welt verändert (siehe dazu auch den Trink-eine-Cola-Tag (engl. National Have a Coke Day) am 8. Mai.
  4. Das, was wir heute als die gelben Post-its kennen, war ursprünglich eigentlich eine Fehlproduktion. So arbeite der US-Amerikaner Spencer Silver von der Minnesota Mining and Manufacturing Company (3M) 1968 an der Entwicklung eines neuen Superklebers. Mit geringem Erfolg. Denn das einzige Produkt, das hieraus entstand war eine Art Pinnwand, auf die man Zettel einfach aufkleben und wieder ablösen konnte. Wegen schlechten Verkaufszahlen wurde das Board schnell wieder vom Markt genommen und Silvers Erfindung geriet in Vergessenheit. Zumindest bis zum Jahr 1974, in dem Spencers Kollege Art Fry sich wieder an den Kleber erinnerte und diesen für ablösbare Lesezeichen in seinen Kirchenchornoten benutze. Dies war zugleich die Geburtsstunde des Post-its. Laut der US-Zeitschrift Fortune eine der wichtigsten Erfindungen des 20. Jahrhunderts (siehe dazu auch den Tag der Notizzettel (engl. National Memo Day) am 21. Mai).
  5. Der US-amerikanische Ingenieur und Erfinder Percy Spencer (1894 – 1970) fand 1945 eher zufällig heraus, dass man mit dem Magnetron, einer Vakuum-Laufzeitröhre zur Erzeugung von elektromagnetischer Strahlung im Mikrowellenbereich, auch Speisen erwärmen konnte. Kurzum, Spencer hatte die Mikrowelle erfunden und war auch ansonsten ein recht umtriebiger und produktiver Erfinder. Immerhin schaffte er es im Laufe seines Lebens, insgesamt 300 Patente einzureichen (siehe dazu auch den Tag der Mikrowelle (engl. National Microwave Day) am 6. Dezember.

Und was lernen wir daraus? Manchmal lohnt sich das Fehler machen doch. Euch allen einen tollen Nationalen Fehlertag oder: National Failures Day. 😀

Weitere Information zum US-amerikanischen Nationaltag der Fehler

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Autor: Sven Giese

Angesichts des Chaos in der Welt, gegen den Optimismus, der zerplatzt ist, bleibt nur die Aufgabe, den Garten zu bestellen. Dies ist ein solcher Garten. :-) Andere Gartenarbeiten von mir gibt es auch auf: Facebook, Google+ und Twitter.

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