Tag der Erde – Earth Day

Der 22. April steht seit 1970 ganz im Zeichen des Umweltschutzes. Denn heute wird in über 150 Ländern der Welt der sogenannte Tag der Erde (engl. Earth Day) begangen, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Menschen dazu anregen, ihr Konsumverhalten hinsichtlich ökologischer Aspekte und Nachhaltigkeit zu überdenken.

Kuriose Feiertage - 22. April - Tag der Erde - Earth Day - via Wiki Commons

By John McConnell [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

Die Ursprünge des Earth Day in den USA

Sowohl Name als auch Konzept des Earth Day wurden erstmalig 1969 vom US-Amerikaner John McConnel im Rahmen einer UNESCO-Konferenz in San Francisco vorgeschlagen. McConnel nannte im Rahmen seines Vorschlags den 21. März 1970, dem ersten Frühlingstag der nördlichen Hemisphäre als mögliches Datum für diesen Aktionstag, welches später tatsächlich vom damaligen UN-Generalsekretär U Thant als weltweiter Aktionstag in Sachen Umweltschutz proklamiert wurde.

Seitdem wird dieses Datum in zahlreichen US-Städten als Aktionstag genutzt, zu dessen Tradition es gehört, dass die Weltfriedensglocke geläutet wird. In etwa zeitgleich zu McConnels Konzeption des Earth Day initiierte der damalige US-Senator von Wisconsin, Gaylord Nelson, einen nationalen Umweltaktionstag unter dem Namen Environmental Teach-in oder eben Earth Day, der seit 1970 immer am 22. April begangen wird. Nelsons Ziel war es hier, die Öffentlichkeit zum Überdenken ihres Kaufverhaltens anzuregen. Bereits der allererste Earth Day fand mit 20 Millionen Teilnehmern in den Vereinigten Staaten großen Anklang, wobei hier vor allem die amerikanischen Universitäten und Colleges Veranstaltungen als primäre Ausrichter der Aktionen eine tragende Rolle spielten.

Ein Grund für die Wahl 22. April: Als Tag der Schöpfung ist dieses Datum für die Evangelisch-Lutherische Kirche in den USA auch ein hoher kirchlicher Feier- bzw. Gedenktag. Insofern dürfte der ebenfalls heute begangene Tag der Jelly Beans (engl. National Jelly Bean Day) eher eine Nebenrolle gespielt haben. Wenn überhaupt. 😉

Inhaltlich passt dieser Aktionstag damit natürlich ganz wunderbar in Reihe ähnlicher Aktionstage, über die ich hier auf den kuriosen Feiertagen in den letzten Wochen und Monaten bereits berichtet habe (siehe dazu u.a. auch die Artikel zum Tag des Artenschutzes am 3. März,  Hug-a-Shark-Day am 8. Dezember, dem Tag des Meeres – World Ocean Day am 8. Juni, den Weltschildkrötentag am 23. Mai, dem Welttag der Feuchtgebiete am 2. Februar).

Vom Tag der Erde zum Internationalen Tag der Mutter Erde

Seit 1990 wird der Tag der Erde immer am 22. April auch international bzw. als globale Kampagne mit vielen Aktionen und Veranstaltungen begangen. Dabei verfolgte die erste internationale Auflage des Earth Day das Ziel, das öffentliche Bewusstsein für die auf der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro auf den Tisch gebrachten Umweltproblematiken zu sensibilisieren.

2009 brachte die bolivianische Regierung unter ihrem Präsidenten Evo Morales den Vorschlag im Rahmen der Generalversammlung der Vereinten Nationen ein, den 22. April fortan zum Internationalen Tag der Mutter Erde (engl. International Mother Earth Day) zu erklären, um hier den ursprünglichen Gedanken des Earth Day weiterzuführen. Die Generalversammlung stimmte diesem Antrag zu. Eine gewisse aktuelle Dringlichkeit erhielt dieser Aktionstag dann im Jahr 2009.

Konkret: Im Anschluss an die gescheiterte Kopenhagener UN-Klimakonferenz lud Morales zum Internationalen Tag der Mutter Erde 2010 und zu einer alternativen Weltkonferenz der Völker über den Klimawandel und die Rechte von Mutter Erde ein, in deren Rahmen im Zeitraum vom 20. – 22. April 2010 über 30.000 Teilnehmer aus mehr als 140 Ländern nach Cochabamba kamen.

Morales benannte in seiner Ansprache als Hauptverantwortlichen für das ökologische und gesellschaftliche Ungleichgewicht des Planeten in erster Linie die Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaftssysteme, in deren Händen sich vom Wasser über den Boden bis zum menschlichen Genom alles zur Ware entwickelt habe. Nun gilt es im Zusammenhang mit Morales als politische Figur, immerhin ist er bekennender Sozialist, dessen Aussagen weltanschaulich richtig einzuordnen, das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Richtigkeit seines damaligen Appells.

Im Rahmen des Internationalen Tags der Mutter Erde sollten dann die anwesenden Staatsvertreter gemeinsam mit Experten und NGOs Wege aus der Klimakrise suchen. Mit über 30.000 Teilnehmern aus über 140 Ländern und Regierungsvertretern aus 47 Ländern konnte die vom 20.-22. April in Cochabamba stattfindende Konferenz einen großen Erfolg verzeichnen.

In Arbeitsgruppen wurde dann das sogenannte Abkommen der Völker erarbeitet, mit dem die Industrieländer dazu aufgefordert wurden, ihren CO2-Ausstoß bis 2010 zu halbieren sowie 6 % ihres jährlichen Haushalts in einen Weltklimafonds einzuzahlen. Bei Widersetzen dieser Abmachungen sollen Regierungen und Unternehmen verklagt werden können.

Weitere Informationen zum Tag der Erde

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Autor: Sven Giese

Angesichts des Chaos in der Welt, gegen den Optimismus, der zerplatzt ist, bleibt nur die Aufgabe, den Garten zu bestellen. Dies ist ein solcher Garten. :-) Andere Gartenarbeiten von mir gibt es auch auf: Facebook, Google+ und Twitter.

3 Kommentare

  1. So kurios finde ich den Feiertag gar nicht. 🙂

    Ich freue mich schon jedes Jahr auf das entsprechende Google-Doodle. Am besten hat mir bisher das Doodle 2013 gefallen. Liebevoll gezeichnet und animiert.

    Dieses Jahr ist das Doodle auch ganz hübsch, aber leider nicht animiert. Es sind nur fünf Einzelbilder mit Naturmotiven aus unterschiedlichen Regionen der Erde.

    • Danke für das Feedback und den Hinweis auf das aktuelle Doodle. Und “kurios” wird im vorliegenden Kontext auch immer eher im Sinne von “interessant” verwendet/verstanden. Dann passt das. 🙂

      • Ja, es gibt schon lustige oder außergewöhnliche Feiertage. Beim Durchsehen der Liste im Archiv sind mir noch zwei Tage aufgefallen, zu denen es auch ein Google-Doodle gab.

        Am 21. Dezember 2012 zum Weltuntergang, was dann bei Google aber “Ende des Maya-Kalender” genannt wurde. Wahrscheinlich deshalb, weil es bei Google grundsätzlich nur Doodles zu positiven Ereignissen gibt. Weltuntergang ist zu negativ belegt. 🙂

        Und am 21. Dezember 2013 gab es ein interaktives Doodle zum 100. Jahrestag des Kreuzworträtsels, aber nur in den USA. Es war ein richtiges, ausfüllbares Kreuzworträtsel. Das schöne ist, man kann es immer noch lösen, wenn man will. 🙂

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