Tag des Regenwurms

Mit dem 15. Februar gibt es mal wieder einen kuriosen Feiertag, der ganz unter tierischen Vorzeichen steht (siehe dazu auch den ebenfalls heute begangenen Tag des Nilpferds – engl. National Hippo Day). Denn heute wird (angeblich weltweit) der Tag des Regenwurms gefeiert. Grund genug, der Sache hier auf den kuriosen Feiertagen einmal nachzugehen.

Kuriose Feiertage - 15. Februar - Tag des Regenwurms - Earthworm_on_the_ground - By Dodo-Bird via Wikimedia Commons

By Dodo-Bird (originally posted to Flickr as Earthworm) [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons

Auch wenn die genauen Ursprünge und Initiatoren dieses Regenwurm-Tages unklar sind – die meisten Quellen sprechen hier von einer Umwelt- bzw. Tierschutzgruppe und dem Jahre 2005, liefern aber keine Begründung für die Wahl des Datums 15. Februar -, so besteht doch kein Zweifel daran, dass der Regenwurm ein äußerst nützliches, für das ökologische Gleichgewicht von Gärten und Wiesen wichtiges Tier verkörpert. Immerhin, schon der gute Charles Darwin hat das Loblied auf die zur Ordnung der Wenigborster (lat. Oligochaeta) gesungen.

Ein paar Daten und Fakten rund um die Lumbricidae

Wie es sich gehört, zunächst einmal eine definitorische Annäherung an die Familie der Regenwürmer. Kurzum, was versteht man eigentlich unter einem Regenwurm (lat. . Lumbricidae, engl. earthworm)? Regenwürmer sind im Erdboden lebende, zum Stamm der Ringelwürmer (lat. Annelida) zählende Tiere, die zur Klasse der Gürtelwürmer (lat. Clitellata) und zur Ordnung der Wenigborster (lat. Oligochatea) gezählt werden. Ihre durchschnittliche Lebenszeit beträgt zwischen 3 bis 8 Jahren und die verschiedenen Arten erreichen eine Größe zwischen 6 cm (Kompostwurm – lat. Eisenia fetida) bis 30 cm (gemeiner Regenwurm, in verschiedenen Regionen auch Tauwurm genannt –  lat. Lumbricus terrestris). Weltweit gibt es ca. 3000 Arten von Regenwürmern, von denen – allerdings nicht alle ursprünglich – ca. 400 in Europa leben. In Deutschland kennt man aktuell 39 Regenwurmarten. Die Tiere sind insofern von großer ökologischer Bedeutung, als dass sie mit ihren Ausscheidungen einer der primären Erzeuger des sogenannten Dauerhumus sind und somit wichtige Nährstoffe für das Pflanzenwachstum im Boden liefern. Darüber hinaus lockert ihre Grabetätigkeit den Boden, weshalb die Regenwürmer vor allem für die Anbaumethoden im biologischen Gartenbau wichtig sind und ein zusätzliches Umgraben obsolet werden lassen.

Warum heißt der Regenwurm eigentlich Regenwurm?

Während man im Englischen (earthworm) und Französischen (ver de terre) den Namen relativ eindeutig vom natürlichen Lebensraum der Würmer ableitet, ist demgegenüber die Herkunft der deutschsprachigen Bezeichnung Regenwurm nicht ganz klar. Während die einen hier den Verweis aus das althochdeutsche Wort Regnwurm sehen, welches sich auf das Verlassen ihrer unterirdischen Wohnröhren bei starken Regenfällen bezieht, um auf diese Weise dem Wasseranstieg im Oberboden zu entkommen. Dies deckt sich auch mit der Hypothese, dass die Regenwürmer sich ihren Weg zur Oberfläche bahnen, da der im Wasser gelöste Sauerstoff nicht ausreicht, um den Wurm über seine Hautatmung mit diesem zu versorgen. Kurzum, hier liegt die Annahme zugrunde, dass die Würmer vor dem Ertrinken fliehen. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen konnten aber zeigen, dass die Regenwürmer ca. 35 Stunden unter solchen Bedingungen überleben können. Insofern erscheint diese etymologische Herleitung zwar verständlich, ist aus heutiger Sicht aber nicht mehr haltbar. Andere Quellen beziehen die deutsche Namensgebung auf die rege Grabetätigkeit der Würmer im Boden (= reger Wurm) beziehen. Welche der beiden Interpretationen allerdings richtig ist, lässt sich aktuell nicht verifizieren.

Weitere Informationen zum Tag des Regenwurms

Foto-Credit: By Dodo-Bird (originally posted to Flickr as Earthworm) [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons.

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Autor: Sven Giese

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