Tag des UFOs – der US-amerikanische UFO Day

Am 24. Juni 1947 fand die erste Sichtung eines Phänomens durch den US-Amerikaner Kenneth Arnold (1915 – 1984) statt, das heute unter dem Begriff UFO bekannt ist. Dementsprechend wird heute auch der sogenannte Tag des UFOs (engl. UFO Day oder World UFO Day) begangen. Und die kuriosen Feiertage feiern dies am heutigen 24. Juni als entsprechenden Jahrestag natürlich sehr, sehr gerne mit. Hurra für UFOs und außerirdische Besucher. 😉

Kuriose Feiertage - 24. Juni - Tag des UFOs - der US-amerikanische UFO Day - 1 (c) 2015 Sven Giese

Thematisch passt dieser Tag natürlich wunderbar zu inhaltlich verwandten Feier- und Aktionstagen wie dem Pluto-Tag (18. Februar), dem Welttag der Meteorologie (23. März), dem Finde-einen-Regenbogen-Tag (3. April), dem Weltraumforschungstag (20. Juli), dem Tag des Roten Planeten (28. November) oder dem Tag der Internationalen Zivilluftfahrt am 7. Dezember. Aber auch zum Elm Farm Ollie Day – der Tag der fliegenden Milchkuh (18. Februar), dem Star Wars Day (4. Mai) oder dem Towel Day – Handtuchtag (25. Mai) lassen sich ganz wunderbar inhaltliche Brücken schlagen. Aber zurück zum Tag des UFOs.

UFO Day und World UFO Day – zwei Feiertage für UFOs?

Bevor ich an dieser Stelle jedoch auf die Details dieser Geschichte eingehe, bedarf es noch einer kurzen Erklärung hinsichtlich der Wahl des Datums. Denn bis 2011 existierten im Prinzip zwei verschiedene UFO-Tage: zum einen der heutige 24. Juni (Tag des UFOs) als Referenz auf die eingangs geschilderte Sichtung durch Kenneth Arnold aus dem Jahr 1947 und zum anderen der 2. Juli, der 2001 von der World UFO Day Organization (WUFODO) ins Leben gerufen wurde und sich auf den vermuteten UFO-Absturz vom 2. Juli 1947 während des berühmt-berüchtigten Roswell UFO Incident bezieht.

Dieses Datum firmiert seitdem unter dem Namen World UFO Day (dt. Welt-UFO-Tag). Für beide Daten gibt es aus Sicht der Ufologen also eine hinreichende Begründung, wobei die WUFODO 2011 dazu übergegangen ist, den 2. Juli als den einzig offiziellen Welt-UFO-Tag zu deklarieren. Dies auch vor dem Hintergrund, dass man Verwechslungen vermeiden und die weltweite Gemeinde der Ufologen auf ein konkretes Datum zu einigen.

Da sich der heutige 24. Juni meiner Meinung nach aber auf ein historisch belegtes Ereignis bezieht und im Rahmen der Liste weltweiter kurioser Feiertage eine gewisse Bedeutung besitzt, soll auf beide UFO-Tage in diesem Rahmen eingegangen werden. Am heutigen 24. Juni zunächst also der Artikel zum Tag des UFOs und am 2. Juli dann der entsprechende Beitrag zum Welt-UFO-Tag. Was war also am 24. Juni 1947 passiert?

Kuriose Feiertage - 24. Juni - Tag des UFOs - UFO Day - Browser-Screenshot der Website www.worldufoday.com

Browser-Screenshot http://www.worldufoday.com/wufodo.htm

Kenneth Arnold macht eine merkwürdige Beobachtung

Der US-amerikanische Geschäftsmann und Hobbypilot Kenneth Arnold (* 29. Mai 1915 – † 16. Januar 1984) behauptete, dass er während eines Fluges in der Nähe des Mount Rainer (Washington) 9 rasend schnelle blau-weiß gleißende Lichtbälle in V-Formation beobachtet habe, die sich bei Annäherung als flache, sichelförmige Flugobjekte in einer ihm völlig unbekannten Bauart erwiesen.

Weiter berichtete Arnold, dass sich nach seiner Zeitmessung diese Flugobjekte mit einer Geschwindigkeit von 1700 Meilen pro Stunde in wellenförmigen Flugbahnen fortbewegt hätten. Er kam daher auch zu dem bildlichen Vergleich mit Untertassen, die man flach über das Wasser springen bzw. schlittern lässt. Die Meldung schlug entsprechend große Wellen in der US-amerikanischen Presse, welche hieraus dann den Begriff der fliegenden Untertasse als umgangssprachliches Synonym für Unidentifizierte Flugobjekte (=UFO) generierte. Bei näherer Betrachtung zeigt sich also, dass der Begriff fliegende Untertasse streng genommen falsch ist.

Denn Arnold hatte mit diesem Vergleich eben nicht die Form, sondern die Bewegung der ihm unbekannten Flugobjekte versucht zu beschreiben. Tatsächlich prägt das Bild der Fliegenden Untertasse bis heute noch die Vorstellung davon, wie ein UFO typischerweise aussieht bzw. gemäß dieser Vorstellung auszusehen hat.

Kuriose Feiertage - 24. Juni - Tag des UFOs - der US-amerikanische UFO Day - 2 (c) 2015 Sven Giese

Der Begriff UFO – von fliegenden Untertassen und Aliens

Kommen wir an dieser Stelle zunächst nochmals auf die Bedeutung des Akronyms UFO zurück, welches zunächst nichts anderes als eine Abkürzung für ein Unidentifiziertes Flugobjekt (engl. Unidentified Flying Object) ist. Hiermit werden in der Regel Phänomene und Sichtungen bezeichnet, die – der Name sagt es ja schon – von ihren Beobachtern als fliegend wahrgenommen, allerdings nicht eindeutig identifiziert werden können.

Umgangssprachlich hat sich der Terminus UFO seit den 1947 auch als Synonym für  außerirdische Raumfahrzeuge bzw. Raumschiffe eingebürgert. Um sich von etwaigen Missverständnissen abzugrenzen, verwenden einige UFO-Forscher auch eher die Abkürzung UAP (Unidentified Aerial Phenomenon oder: Unidentified Aerospace Phenomena), um so stärker den Charakter des unidentifiziertes Luft-/Luftraum-Phänomen hervorzuheben bzw. zu betonen.

Der 24. Juni 1947 – eine UFO-Sichtung und ihre Folgen

Obwohl das Phänomen der Berichte über die Sichtung von unbekannten Flugobjekten und Himmelsphänomenen sich nahezu durch die gesamte Menschheitsgeschichte zieht, gilt Arnolds UFO-Sichtung vom 24. Juni als die erste nach dem Zweiten Weltkrieg, die in den Vereinigten Staaten landesweite Aufmerksamkeit durch die Presse und die Öffentlichkeit erfuhr.

Als Resultat dieses medialen Echos gab es in Folge von Arnolds UFO-Sichtung zahlreiche Berichte über weitere Sichtungen aus allen Teilen der USA. Aber auch hier stellte sich heraus, dass viele dieser Berichte mit Vorsicht zu genießen waren. Während die Presse hieraus eine aktuelle Geschichte um eine mögliche UFO-Invasion machte, waren viele Berichte über Sichtungen bereits einige Jahre alt und gelangten erst im Zuge der Ereignisse rund um den 24. Juni 1947 in die Öffentlichkeit. Insofern lässt sich tatsächlich festhalten, dass mit dem Bericht von Kenneth Arnold die erste große UFO-Sichtungswelle entstanden war. Und dies sollte auch auf staatlicher Ebene Folgen haben.

Obwohl man keine in letzter Konsequenz rationale Erklärung für Arnolds Beobachtung hatte – mögliche Erklärungsansätze waren Luftspiegelungen von Schneebergen, falsch identifizierte Meteore und eine Gruppe fliegender Pelikane (!!!) – zeigte sich vor allem das US-amerikanische Militär an der UFO-Geschichte interessiert. Dementsprechend begann die US-Air Force auch, die eingehenden Berichte über UFO-Sichtungen zu sammeln und eingehend zu analysieren. Diese Bemühungen kulminierten 1951 dann in der Gründung des sogenannten Project Blue Book. In diese Zeit fallen dann auch die Gründungen zahlreicher Organisationen, die sich der UFO-Forschung verschrieben haben.

Ufologie – eine ernsthafte Wissenschaft?

Auch wenn der empirische Beweis für die Existenz von Außerirdischen bzw. deren Raumschiffen nach wie vor aussteht und rund um das Thema UFOs eine große Menge – gelinde gesagt – Spinner unterwegs sind, hat sich rund um das Phänomen der Unidentifizierten Flugobjekte eine ernsthafte UFO-Forschung, die sogenannte Ufologie, entwickelt.

So darf man trotz allem Spott und gesundem Misstrauen eben auch nicht übersehen, dass die seriöse Forschung in Ihrem Ansatz zunächst völlig ergebnisoffen angelegt ist. Dementsprechend differenziert die Ufologie auch zwischen (1) UFOs im weiteren Sinne (nach Prüfung aller Umstände identifizierbar) und (2) UFOs im engeren Sinne (trotz Prüfung aller Faktoren nicht identifizierbar). Dass dabei die meisten UFO-Sichtungen in die Kategorie (1) fallen, versteht sich von selbst.

Auch wenn einige Verschwörungstheoretiker auch hierfür Zweifel anmelden. Halten wir zum Schluss also fest: Die berühmte UFO-Sichtung von Kenneth Arnold am 24. Juni 1947 stellte also tatsächlich so etwas wie den Beginn der modernen UFO-Berichterstattung dar.

Kuriose Feiertage - 24. Juni - Tag des UFOs - der US-amerikanische UFO Day - 3 (c) 2015 Sven Giese

Weitere Informationen zum Tag des UFOs und Kenneth Arnold

Und wer damit nichts anfangen kann bzw. mag, für den/die gibt es am heutigen 24. Juni als süße Alternative dann den US-amerikanischen Tag der Pralinen (engl. National Pralines Day) zu feiern. Ob da ein konkreter Zusammenhang zwischen diesen beiden kuriosen Feiertagen besteht, vermag ich nicht zu sagen, gut finde ich beide trotzdem. 😉