420

Nur einen Tag nach dem Artikel über den Bicycle Day – Albert Hofmann auf Fahrradtour (19. April), bleiben wir dem Thema auf den kuriosen Feiertagen in gewisser Weise verbunden. Denn am heutigen 20. April wird auf der ganzen Welt von Fans und Anhängern der Cannabis-Pflanze 420 (four-twenty) gefeiert. Auch wenn es zahlreiche Theorien über den Ursprung und die Bedeutung dieser Zahl bzw. des Namens gibt, scheint es zunächst naheliegend, den Bezug zur amerikanischen Schreibweise von Datums- und Zeitangaben herzustellen: 4/20 (Datum) oder 4:20 p.m. (Uhrzeit). Damit reiht sich dieses Datum in die Reihe ähnlicher kurioser Feiertage wie dem Pi-Day – Der Tag der Zahl Pi (14. März), dem Super Mario Tag (10. März) oder dem Pi-Annäherungstag – Pi Approximation Day (22. Juli). Um was aber geht es genau bei 420 am 20. April?

Kuriose Feiertage - 20. April - 420-Cannabis_Garden via Wikimedia Commons

By Cannabis Training University (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

420 – Verschiedene Versionen über den Ursprung einer Zahl

Wie eingangs bereits erwähnt herrscht eine gewisse Unklarheit über den tatsächlichen Ursprung von 420. Am wahrscheinlichsten scheint allerdings die folgende Version zu sein: Eine Gruppe von 5 Schülern der San Rafael High School aus Nordkalifornien gelangte im Herbst 1971 in den Besitz einer handgezeichneten Karte, die angeblich den Weg zu einer Marihuana-Plantage in Point Reyes, nordwestlich von San Francisco zeigte. Da die Gruppe sich regelmäßig nach Unterrichtsschluss an einer Mauer ihrer Schule traf (engl. Wall), bezeichneten sie sich selbst als Waldos. An besagtem Herbsttag im Jahr 1971 machten sich die fünf Schüler um 16:20 Uhr (engl. 4:20 pm) mit der Karte auf den Weg, um besagte Plantage zu finden. Natürlich haben sie diese nie gefunden und im Rückblick berichtet eines der Mitglieder, der Filmmacher Dave Reddix (a.k.a. Waldo Dave), dass es ihnen damals primär um 2 Dinge gegangen sei: Kiffen und Abenteuerlust. Die gescheiterte Schatzsuche muss allerdings einen nachhaltigen Eindruck auf die Gruppe und ihr Umfeld hinterlassen haben, denn in Anlehnung an die zuvor genannte Uhrzeit wurde 420 zum Code für das gemeinschaftliche Kiffen. Über Umwege, so die Legende weiter, sei dieser schließlich auch im Umfeld der kalifornischen Rockband Greatful Dead und ihrer Fans, den Deadheads, aufgetaucht. Auch diese alles andere als Kostverächter, was den Konsum von Marihuana betrifft. 1990 griff Steve Bloom, Redakteur der amerikanischen High Times, einer der führenden US-Publikationen rund um das Thema Hanf und Marihuana, den Begriff für das Magazin auf, nachdem er 420 und seine Bedeutung auf einem Konzertflyer der Greatful Dead entdeckt hatte. Gerüchten zu Folge sollen im Anschluss an diese Entdeckung alle Redaktionssitzungen auf 16:20 Uhr abgehalten worden sein. ;) Dass damit die landesweite Verbreitung von 420 als Code in Kifferkreisen ihren Lauf nahm, zeigt sich auch an einem anderen Umstand, denn 2010 berichtete das 420 Magazine (!!!) über eine alternative Entstehungsgeschichte des Codes, in deren Rahmen eine andere Gruppe ehemaliger San Rafael Schüler diesen für sich beanspruchte.

Weitere Informationen zu 420 und 419.99 Meilen-Schild

Welche Version letztendlich der Wahrheit entspricht, lässt sich aus heutiger Sicht natürlich nur noch äußerst bedingt verifizieren, Fakt aber ist, dass 420 am 20. April inzwischen von Cannabis-Anhängern in den gesamten Vereinigten Staaten mit zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen und Events (inkl. gemeinsamen Kiffen) gefeiert wird. Entsprechend firmiert 420 auch als Cannabis Day oder Welt-Marihuana-Tag. Und dies mit durchaus kuriosen Auswirkungen: So sah sich der Bundesstaat Colorado, in dem seit 2013 der Verkauf von Cannabis-Produkten legalisiert ist, dazu gezwungen, das 420-Meilen-Schild auf dem Interstate-70 Highway durch eine 419.99-Version zu ersetzen. Der Grund dafür: Die ursprüngliche Version wurde mehrfach entwendet. Ein Schelm, wer da nicht Freunde des Cannabis-Konsum im Sinn hat. ;-)

Weiterhin wird das Datum seit einigen Jahren von vielen Gruppen dazu genutzt, um sich politisch für die Entkriminalisierung von nicht-medizinischem Cannabis zu engagieren.