Tag des Meteors – der internationale Meteor Day

Am 30. Juni 1908 gegen 7:15 Uhr Ortszeit hat es in Sibirien ziemlich geknallt. Ursache: Eine oder mehrere Explosionen, in deren Folge auf einem Gebiet von ca. 2000 km² rund 60 Millionen Bäume umgeknickt sowie zahlreiche Fenster und Türen der wenigen Behausungen in der Gegend eingedrückt wurden. Woher rührte diese Explosion? Man weiß es nicht genau, vermutet aber, dass ein Meteor bzw. Asteroid für dieses sogenannte Tunguska-Ereignis verantwortlich gewesen ist. In Gedenken an diesen großen Knall wird seitens Astronomen aus aller Welt immer am 30. Juni der internationale Tag des Meteors (engl. Meteor Day) begangen. Grund genug, der Geschichte im Rahmen der kuriosen Feiertage nachzugehen.

Kuriose Feiertage - 30. Juni - Tag des Meteors - der internationale Meteor Day - 1 (c) 2015 Sven Giese

Meteor Day und der Meteor Watch Day

In diesem Zusammenhang zunächst aber noch eine Bemerkung. Zwar passt dieser kuriose Feiertag thematisch ganz wunderbar zu inhaltlich verwandten Feier- und Aktionstagen wie dem Pluto-Tag (18. Februar), dem Welttag der Meteorologie (23. März), dem Finde-einen-Regenbogen-Tag (3. April), dem Tag des UFOs (24. Juni), dem Weltraumforschungstag (20. Juli) oder dem Tag des Roten Planeten (28. November).

Hierbei sollte allerdings beachtet werden, dass die deutsche Bezeichnung Tag des Meteors etwas irreführend ist, denn im englischsprachigen Raum firmiert der Meteor Day vielerorts auch unter dem Namen Meteor Watch Day und steht in keiner direkten Verbindung zum eingangs skizzierten Tunguska-Ereignis. Hier geht es lediglich um das Beobachten von astronomischen Phänomenen wie Asteroiden, Sternschnuppen usw. Unabhängig von dieser Unterscheidung lässt sich aber wohl festhalten, dass in beiden Fällen der 30. Juni zum Anlass genommen wird, den Himmel besonders im Auge zu behalten. 😉

Das Tunguska-Ereignis und mögliche Erklärungen

Wie eingangs bereits beschrieben, gibt es hinsichtlich der konkreten Ereignisse in den frühen Morgenstunden des 30. Juni 1908 recht unterschiedliche Berichte bzw. Theorien darüber, was genau passiert war. Beginnend bei der Anzahl der Explosionen (hier reichen die Aussagen von einigen wenigen bis hin zu 14 Explosionen) über die Dauer (eine heftige Detonation bis zu mehrere Minuten) liegen sehr unterschiedlichen Aussagen vor.

Demgegenüber sieht die Faktenlage hinsichtlich der Auswirkungen dieses Ereignisses wesentlich klarer aus. So wurden auf einer Fläche von über 2000 km² ca. 60 Millionen Bäume umgeknickt und in der ca. 65 Kilometer vom vermuteten Epizentrum (Koordinaten: 60° 53′ 9″ N, 101° 53′ 40″ O) entfernten Handelssiedlung Wanawara gingen zahlreiche Fenster und Türen durch die Druckwelle zu Bruch. Zwar gab es aufgrund der dünnen Besiedlung der Gegend kaum verlässliche Augenzeugenberichte bzw. verlässliche Angaben hinsichtlich der Zahl möglicher Opfer, jedoch berichteten u.a. Reisende der Transsibirischen Eisenbahn in über 500 Kilometern Entfernung von einem hellen Feuerschein, einer starken Druckwelle und einem lauten Donnergeräusch bzw. einer Explosion.

Leonid Alexejewitsch Kulik auf der Suche nach Beweisen

Erst im Jahr 1921 – also 13 Jahre nach dem Ereignis – machte sich der russische Mineraloge Leonid Alexejewitsch Kulik (1883 – 1942) daran, der Sache und ihren möglichen Ursachen auf den Grund zu gehen. Im Rahmen dieser Bemühungen gelangte seine erste Expedition allerdings nur 600 Kilometer bis an den vermuteten Ort der Explosion heran. So sollte es dann auch noch bis 1927 dauern, bis der Russe schließlich in das verwüstete Gebiet vordringen konnte. Jedoch fand er dort weder einen Krater noch mit bloßen Auge sichtbare Bruchstücke, die als Hinweis auf den Einschlag eines Himmelskörpers nutzbar gewesen wären.

An diesem Umstand hat sich bis heute nichts geändert. Obwohl eine Vielzahl an Wissenschaftlern davon ausgeht, dass das Ereignis durch den Eintritt eines Steinasteroiden bzw. Kometen von geringer Dichte (vermuteter Durchmesser ca. 30 – 80 Meter) verursacht wurde, konnte dies bis heute nicht eindeutig belegt werden. Hinsichtlich der fehlenden Spuren vermutet man aber inzwischen, dass dieser Impaktor in einer Höhe zwischen 5 – 14 Kilometern über dem Boden explodierte. Aber wie gesagt, einen 100%igen Beweis gibt es nach wie vor nicht.

In diesem Sinne ist der 30. Juni tatsächlich ein Tag, an dem man den Himmel besser im Auge behalten sollte. 😉

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